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„Freemium“ – Geben ist seliger als nehmen?!
…das passt keinesfalls nur zur besinnlichen und gabenreichen Weihnachtszeit…
Alle Inhalte, die sich digital erstellen lassen, sind früher oder später auch kostenlos erhältlich. Chris Anderson brachte es in seinem Buch „Free: Future of a Radical Price“ als Geschäftsmodell „Freemium“ auf den Punkt, und längst hat es sich als Paradigma für digitalen Content jeglicher Art manifestiert: „Biete dem Nutzer ein kostenloses Basisprodukt und hoffe, dass er für zusätzliche Premium-Services bezahlt.“

Mathias Birkel, Consultant Goldmedia
Folgt man diesem Gedanken, wird die bislang weitgehend erfolglose Suche nach einem veritablen Online-Geschäftsmodell vieler Medienanbieter bald zu einem deutlichen Umdenken führen müssen. Warum auch sollten Nutzer für etwas zahlen, das sie zwei Klicks weiter kostenlos bekommen?
Nach wie vor aber wird auf eher klassischem Wege versucht, den Nutzer durch digitale Mehrwerte (zum Beispiel durch digitales Coverartwork bei Apples iTunes LP) oder durch Limitierungen (wie dem kostenpflichtigen iPhone-App für Springer-Content) zur Kasse zu bitten. Schnell war oder ist man immer noch dabei, stolz auf die Wachstumsraten für kostenpflichtige Downloads zu verweisen, die verglichen mit der Blüte der Musik- und Videodatenträgerverkäufe immer noch eher bescheiden sind. Diesen Beitrag weiterlesen »
Mathias Birkel im Interview mit IPTV-Anbieter.info: „Wir stehen noch am Anfang der EPG Entwicklung – doch in 5 Jahren haben ¾ der Westeuropäer einen elektronischen Programmführer!“
IPTV-Anbieter.info hatte die Gelegenheit, dem Autor der Studie “EPGs in Europa 2014″, Mathias Birkel, einige Hintergrundfragen zu stellen.
Birkel ist seit 2004 als Consultant bei der Unternehmensberatung Goldmedia Media Consulting und Research GmbH tätig.
Er hat sich als Autor der Studien „IPTV 2010“ und „IPTV 2012“ in der Fachpresse einen Namen gemacht. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind neben IPTV die Bereiche Breitbandinternet, Digital TV und T-Commerce. Er studierte BWL an der Freien Universität Berlin und hat ein Zusatzstudium der Publizistik und Kommunikationswissenschaft abgeschlossen.
Das vollständige Interview finden Sie auch unter: http://www.iptv-anbieter.info/epg/interview-birkel-epg-2.html
IPTV-Anbieter.info: Herr Birkel, wo stehen wir in der Entwicklungskurve des EPGs in Europa?
Mathias Birkel: In Europa wird sich die Zahl der EPG-Haushalte bis 2014 mehr als verdoppeln – bis dahin werden rund drei Viertel aller TV-Haushalte mit einem EPG durch die digitale Welt navigieren. Die Situation ist jedoch von Markt zu Markt sehr verschieden und hängt u.a. vom Grad der Digitalisierung, der Pay-TV- oder IPTV-Penetration ab. So sind bspw. der britische oder französische Markt bereits deutlich weiter als die Märkte im deutschsprachigen Bereich. Zudem wird sich aber auch in den entwickelteren Märkten Art und Umfang der EPG-Nutzung deutlich verändern bzw. verstärken. Der EPG in fünf Jahren wird eine ganz andere Rolle und ein anderes Aussehen haben. Insgesamt kann man sagen, dass wir bei der Entwicklung noch am Anfang stehen.
IPTV-Anbieter.info: Worin liegen die aktuellen Hürden und Stolpersteine?
Birkel: Wie so oft – in uneinheitlichen Standards, bspw. der durch die Sender gelieferten Programmdaten. Diesen Beitrag weiterlesen »
Erfolg von IPTV nicht gefährdet

EBIT IPTV Plattform
Auch wenn IPTV in Deutschland bislang noch recht weit davon entfernt ist, ein Massenphänomen zu sein: der Erfolg von IPTV ist längerfristig nicht gefährdet. Fernsehen der Zukunft hat viele Facetten – eine davon wird ganz sicher Fernsehen über das Internetprotokoll sein, bietet es den Nutzern doch all jene Vorzüge, die künftig immer wichtiger werden: mehr Auswahl, tatsächliche Flexibilität und vor allem reale Interaktivität.
Goldmedia geht in eigenen Prognosen davon aus, dass in den nächsten fünf Jahren in Deutschland, Österreich und der Schweiz zwischen acht und zehn Prozent der TV-Haushalte ihr TV-Signal über IPTV beziehen werden. Dies ist insofern eine beachtliche Größenordnung, als dass die Rahmenbedingungen für IPTV – vor allem durch die starke Marktstellung des Kabels – in allen drei Märkten nicht sehr positiv sind. Ende 2008 gab es in der Gesamtregion D-A-CH rund 700.000 IPTV-Kunden, für 2014 rechnen wir hier mit rund 3,8 Millionen IPTV-Haushalten.
Von einem echten Massenmarkt ist IPTV auch in anderen Ländern noch weit entfernt. Aber es gibt auch Vorreiter: Allein Frankreich kann von den europaweit gut 10 Millionen IPTV-Kunden (2008) mehr als sechs Millionen auf sich vereinen. Hier wird IPTV bereits seit 2004 und mittlerweile von fast allen großen Telekommunikationsanbietern erfolgreich als fester Bestandteil des Produktportfolios angeboten.
Ob es sich für den einzelnen Telekommunikationsanbieter lohnt, eine eigene IPTV-Plattform aufzubauen, ist von Fall zu Fall zu bewerten. In unserer gerade veröffentlichten Studie IPTV 2014 haben wir die Frage nach den Geschäftsmodellen der IPTV-Plattformen und ihrer Profitabilität in den Fokus gerückt. Nach unseren Berechnungen können sich die hohen Fixkosten beim Aufbau eines eigenen IPTV-Portals langfristig für jene Anbieter auszahlen, die mindestens 2,5 Millionen Breitbandkunden beim IPTV-Vermarktungsstart haben. Dies ist jedoch immer auch eine Frage des zugrundeliegenden Business Cases, da sich die Kosten des für IPTV notwendigen Netzausbaus auf lange Sicht auch relativieren können. Denn: Schnelle Netze mit hohen Bandbreiten sind immer zugleich eine Investition in die Zukunft und irgendwann – ob mit oder ohne IPTV – notwendig, um im Wettbewerb zu bestehen.
Autor: Mathias Birkel (Consultant Goldmedia GmH)
Weitere Informationen: http://www.goldmedia.com/aktuelles.html





