Trendmonitor 2015: Das Fahrzeug übernimmt das Steuer. Trend-Ausblick von Sebastian Lehr

Driverless Car: Das Fahrzeug übernimmt das Steuer – teilautonome Fahrassistenten erreichen das Volumensegment

Sebastian Lehr, © Goldmedia

Sebastian Lehr, © Goldmedia

Seit 2009 testet Google publikumswirksam sein “Driverless Car” auf öffentlichen Straßen in den USA. Mittlerweile haben die US-Bundesstaaten Nevada, Florida, Michigan und sogar das bevölkerungsreiche Kalifornien den Betrieb von autonomen Fahrzeugen genehmigt. Viele der großen Automobilhersteller zeigten sich zwar beeindruckt – jedoch vor allem von der starken Medienresonanz, die das Google-Projekt hervorgerufen hat.

In den vergangenen Monaten gab es daher eine regelrechte Offensive, in der die Fahrzeugbauer zahlreiche eigene Forschungsprojekte zum autonomen Fahren der Öffentlichkeit vorstellten. Dabei wurde klar, dass sich insbesondere die deutschen Autobauer nicht vor Google verstecken müssen.

Daimler fuhr bereits 2012 mit einem selbstfahrenden Prototyp eine Langstreckendistanz auf deutschen Landstraßen, BMW bewies während der diesjährigen CES in Las Vegas, dass sein autonomes Fahrsystem auch unter widrigen Straßenverhältnissen ein Übersteuern in den Griff bekommt. Und Audi hat einen speziell ausgestatteten RS7 entwickelt. Dieser ist das derzeit schnellste autonom fahrende Auto der Welt und absolvierte im Oktober 2014 mit ca. 240 km/h führerlos eine Runde auf dem Hockenheimring. Continue reading

Trendmonitor 2015: Searchless Search wird real. Trend-Ausblick von Klaus Goldhammer

Searchless Search wird real: Finden ohne Suche durch mitdenkende Personal Digital Assistants

Prof. Dr. Klaus Goldhammer, © Goldmedia

Prof. Dr. Klaus Goldhammer, © Goldmedia

Eine Vision von Larry Page, Gründer und CEO von Google, wird greifbar: „Searchless Search“ – die Suche (oder besser: das Finden von Informationen), ohne explizit zu suchen, dringt langsam in unser Leben vor. Während das klassische Googeln per Tastatur scheinbar seinen Zenit erreicht, kommen immer mehr sogenannte Personal Digital Assistants wie Apples „Siri“ oder Microsofts „Cortana“ auf den Markt und gestalten das Suchen und Finden humaner, weil sie auf Sprache reagieren und zumeist auch sinnvoll antworten. (Bitten Sie Siri mal, dass Sie Ihnen einen guten Witz erzählt.) Die Assistenten funktionieren leidlich gut, doch es bleibt eine große Herausforderung: „Intelligent“ erscheinen sie erst dann, wenn sie relevante Informationen vermitteln, nach welchen der Nutzer möglichst noch gar nicht explizit gefragt hat.

Die Ansätze sind verschieden

Kontextsensitive Empfehlungen: Wenn wir – wie immer – morgens um acht zu Hause ins Auto einsteigen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass – wie immer an einem Werktag – die Fahrt ins Büro geht. Dann sind aktuelle Staumeldungen im Navi auf der Route zum Arbeitsplatz recht sinnvoll. Sind aber gerade Schulferien und im Kalender ein Urlaub eingetragen Continue reading

Suchmaschine Google beendet Aktualisierung seines öffentlichen Pageranks

Im Rahmen einer Videochatkonferenz im sozialen Netzwerk Google+ gab John Mueller, der Webmaster Trend Analyst von Google Schweiz, bekannt, dass der öffentliche Google Pagerank nicht weiter aktualisiert wird.

Der öffentliche Pagerank einer Seite zeigt, wie hoch die Position einer Webseite in den Google-Suchergebnissen ist. Daher wird dieser von vielen Seitenbetreibern für die Einschätzung des monetären Werts einer Webseite genutzt. Zuletzt war allerdings die Aussagekraft des öffentlichen Pageranks stark in der Kritik.

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Vorgehen gegen negatives SEO durch Kontrahenten

Unter dem Begriff „negatives SEO“ versteht man im Allgemeinen den Einsatz von SEO-Techniken, um das Ranking eines anderen Seitenbetreibers absichtlich zu verschlechtern. Dies kann beispielsweise durch ein einfaches Kopieren der Inhalte einer Seite geschehen. Eine weitere gängige Variante einen Kontrahenten zu schaden und aus Google Top-Positionen zu verdrängen, ist die Verwendung von sogenannten Black-Hat-SEO Links von niedriger Qualität, die auf die Seite des Kontrahenten verweisen.

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Wird Android unser neues Windows? Goldmedia Gastbeitrag kress.de

Dr. Florian Kerkau, Goldmedia

Dr. Florian Kerkau, Geschäftsführer Goldmedia

Charles Darwin hat früh erkannt, dass nicht der Stärkste oder der Intelligenteste überlebt, sondern derjenige, der sich am besten dem steten Wandel anzupassen vermag. Der Wandel heute heißt mobiles Internet und wir sehen ihn derzeit überwiegend in Gestalt von Android, dem mobilen Betriebssystem, das Google verschenkt. Android hatte bereits Ende 2011 Apple iOS als beliebtestes Smartphone-Betriebssystem abgelöst. (Goldmedia Mobile Monitor 2012) Ende 2012 erreichte Android dann einen Marktanteil von 50 Prozent bei den Smartphones. (Comscore, 2013)

Das Interessante dabei ist, dass eigentlich alle alternativen Betriebssysteme gegen Android verlieren. Lediglich Apple liegt bei ca. 20 Prozent (nur Smartphones) seit 2010 relativ konstant. Womit wir wieder bei Charles Darwin wären. Zieht man nämlich den Blick etwas weiter auf und betrachtet alle Betriebssysteme für das Personal Computing seit Mitte der siebziger Jahre, so zeigt sich ein ähnlich stabiles Bild für alle Apple-Betriebssysteme. In der Summe pendelt deren Anteil immer recht stabil um die Zehn-Prozent-Marke. Viele andere Systeme sind bis zu den frühen neunziger Jahren wieder verschwunden, so z.B. AtariCommodore und Amiga. All diese freien Anteile konnte sich Windows damals sichern und hielt seit Mitte der neunziger Jahre einen Anteil von über 90 Prozent bei den Betriebssystemen. Doch seit 2008 wendet sich das Blatt: Microsoft verliert stetig und Googles Android gewinnt genau diese Anteile hinzu. “Mobile killed the Desktop PC-Star” könnte man in Anlehnung an den berühmten Song der Buggles sagen oder eben “Android kills Windows”. Continue reading

Ist Google+ (Google Plus) für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) wichtig?

Es ist bereits jetzt kein Geheimnis mehr, dass Google mit seinem Netzwerk Google+ nicht nur ein weiteres soziales Netzwerk an den Start gebracht hat.  Vielmehr ist Google+ ein weiterer Baustein, um das Online-Angebot von Google zu komplettieren und seine Wettbewerbsposition zu halten.

Denn was ist das Kerngeschäft von Google, die Suche im Netz, ohne die soziale Komponente? In Zukunft werden soziale Netzwerke für die Ergebnisse der Suche im Web immer wichtiger und egal ob mit eigenen Inhalten oder mit Inhalten aus fremden Netzwerken – Google wird auf soziale Inhalte zurückgreifen müssen. Insbesondere aus wirtschaftlicher Sicht wird für Google die Nutzung fremder Inhalte (Facebook) jedoch immer schwieriger. Denn Facebook gewinnt zunehmend an Einfluss im globalen Online-Markt und wird insbesondere auf dem Online-Werbemarkt zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten. Um diesem Trend entgegen zu wirken,  benötigt Google soziale Inhalte – ohne eben auf andere Netzwerke zurückgreifen zu müssen.

Auch wenn die Zahlen zum Wachstum derzeit noch unterschiedlich bewertet werden, befindet sich Google+ auf einem guten Weg, sich in der Welt der sozialen Netzwerke zu etablieren. Letztlich tut der Suchmaschinen-Tycoon alles in seiner Macht stehende, um sein Netzwerk mittelfristig fest im Internet zu verankern.  Böse Zungen behaupten,  es sei  nahezu wettbewerbswidrig, wenn Google das eigene  Netzwerk in der Google-Suche stärker bewertet als den Wettbewerb. So werden bspw. Suchergebnisse aus dem Google+ Netzwerk prominenter dargestellt als Inhalte aus anderen sozialen Netzwerken. Fakt ist: Google+ nutzt die Macht der Google-Suche. Allein Google kennt den Algorithmus, aus denen sich die Suchmaschinenrelevanz einer Seite oder eines Artikels ergibt. Dementsprechend wird Google das eigene Netzwerk exakt auf diese Faktoren hin optimiert haben.

Welchen Einfluss Google+ auf das klassische SEO nimmt, kann man bereits jetzt erkennen: Artikel und Seiten, die entweder von Google+ Usern geteilt oder „geplust“ wurden, werden beispielsweise besser gerankt. Personen, die in den eigenen sog. Kreisen vertreten sind, bekommen so für die eigene Google-Suche eine immer gewichtigere SEO-Funktion. Folgende Google+ Funktionen beeinflussen nachhaltig die Google-Suche:

  1. Anzahl der Shares
  2. Anzahl der +1 Bewertungen
  3. Anzahl der Einkreisungen
  4. Beziehung zum Suchenden (G+)
  5. Aktualität des Posts

Für das SEO wird es endgültig keine einheitliche Optimierung von Seiten mehr geben (können). Suchanfragen werden durch das eigene Suchverhalten, Google+ und weitere Parameter zunehmend subjektiv bewertet. Google+ wird aller Voraussicht nach hierbei eine zentrale Rolle einnehmen.  Sicherlich werden die bisherigen Faktoren, die für das SEO relevant waren, weiterhin ihre Berechtigung haben. Jedoch kommen neue Faktoren hinzu, die für eine effektive und dauerhafte Suchmaschinenoptimierung  berücksichtigt werden sollten.

Neben den beschriebenen Parametern ist noch ein weiterer Google+ Faktor für das SEO sehr interessant: Google+ Seiten besitzen einen eigenen PageRank. Es ist durchaus denkbar, dass Backlinks von einer Google+ Seite mit einem hohen PageRank in Zukunft eine ähnliche Relevanz erhalten wie Backlinks von klassischen Websites. Darüber hinaus scheint es momentan (noch) so zu sein, dass Backlinks über ein Google+ Profil mit dem Attribut „Follow“ gekennzeichnet sind. Ob dies in Zukunft noch der Fall sein wird, kann bezweifelt werden. Aber egal ob „Follow“ oder „NoFollow“, Backlinks von Google+ werden mit Sicherheit immer eine gewisse Relevanz für das SEO behalten.

Fazit

Aus Unternehmenssicht macht es  Sinn, sich frühzeitig eine eigene Google+ Seite einzurichten, um von dem Google+ Boost zu profitieren.

Google+ hat durchaus das Potenzial sich neben Facebook als Netzwerk zu etablieren. Insbesondere für Unternehmen lassen sich neben dem sozialen auch SEO relevante Faktoren durch Google+ umsetzen. Es bleibt abzuwarten, ob Google+ es schafft die sog. kritische Masse an Nutzern zu überschreiten und sich dauerhaft als soziales Netzwerk festzusetzen.

Google bestreitet, bei der Suche eigene Inhalte zu bevorzugen, Interview mit Kay Oberbeck, Director Communications & Public Affairs Google, in der promedia Februar 2012

Google bestreitet, bei der Suche eigene Inhalte zu bevorzugen

„Es geht um TV & Internet, nicht um TV versus Internet“

Interview mit Kay Oberbeck, Director Communications & Public Affairs für Google Deutschland, Österreich und Schweiz, Mitglied der Geschäftsleitung

Nachdem Google mit seiner Web-TV-Plattform im vergangenen Jahr viel Kritik und einige Rückschläge in Form von abtrünnigen Partnerfirmen einstecken musste, nahm Google TV jüngst auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas einen neuen Anlauf: Die bisherigen Hardwarepartner Sony und Vizio haben auf der wichtigsten Consumer-Electronics-Messe neue Geräte für den US-Markt vorgestellt. Mit LG und Samsung hat sich Google zudem weitere Unterstützer ins Boot geholt. LG will Informationen von “CNet” zufolge Google-TV-Funktionen in sein eigenes Smart-TV-Interface integrieren. Noch in diesem Jahr soll Google TV auch in Europa angeboten werden.

Kay Oberbeck, Director Communications & Public Affairs Google Deutschland, Österreich und Schweiz

Kay Oberbeck, Google

promedia: Google TV soll 2012 auch nach Deutschland kommen. Müssen die TV-Sender sich Sorgen machen, dass Ihnen hier Konkurrenz droht?

Kay Oberbeck: Bei„Google TV handelt sich gerade nicht um „Fernsehen“, sondern um ein Betriebssystem für Set-Top Boxen und interaktive TV Geräte, das auf drei Komponenten basiert: Dem Android Betriebssystem, dem Chrome-Browser und Flash als Codec für die Video-Wiedergabe. Also nicht unähnlich dem Ansatz, den wir vor wenigen Jahren mit der Entwicklung von Android als Plattform für mobile Endgeräte erfolgreich eingeführt haben. Google TV bedarf einer Set-top Box und dem geeigneten Bildschirm. In Europa wollen wir damit in diesem Jahr an den Start gehen. Welche Länder wann dazu gehören werden, ist noch nicht abschließend geklärt.

promedia: Man liest, dass Sie in Google TV Werbung platzieren wollen, die dann den TV-Sendern verloren geht. Werden die Sender an den Erlösen beteiligt? Continue reading

Google und Facebook werden “glokale” Player. Goldmedia Gast-Kommentar auf kress.de von Mathias Birkel

Ein eigenes ortsbezogenes Werbeprogramm ist Googles nächster Schritt im derzeit hoch gehandelten Markt für standortbezogene Internetdienste. Nach der lokalen Freunde-Suche „Google Latitude“ präsentierte Google nun mit „Place Search“ jüngst als Pilotprojekt einen Dienst für die lokale Suchanfrage. „Place Search” startet zunächst in San Francisco, Houston und Chicago.

Screen Shot Google Place Search
Screenshot Google Place Search

Mathias Birkel, Senior Consultant Goldmedia

Die Logik ist einfach: Erkennt Google, dass es sich bei der Suchanfrage um Informationen zu einen bestimmten Ort handelt, so werden nicht nur die üblichen Suchergebnisse angezeigt, sondern ebenso eine Übersichtskarte mit Verortung relevanter Anbieter. Interessiert man sich beispielsweise für „asiatische Restaurants in San Francisco“, erhält man direkt eine Übersichtskarte mit örtlichen Restaurants sowie dazu passende lokale Anzeigen.

Place Search ist die Basis für das lokale Werbeprogramm Google Boost. Mit Boost können Restaurants, Shopanbieter oder Dienstleister direkt Anzeigen für lokale Suchanfragen schalten. Diese tauchen nicht nur bei Googles Websuche auf, sondern auch bei Google Maps. Suchende erhalten so einfach und schnell eine Übersicht über Anbieter in der näheren Umgebung. Die guten alten Gelben Seiten dürften damit zunehmend in Bedrängnis geraten. Continue reading