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promedia-Artikel: “Das Kabel greift an”, Helmut Hartung, Herausgeber promedia
Beitrag von Helmut Hartung, Herausgeber von promedia, promedia 5/2010
Vor wenigen Jahren noch galten die Kabelnetze als Dinosaurier der analogen Medienwelt. Zu langsam vollzog sich die Digitalisierung. Der Satellit, DVB-T und DSL erkämpften sich Marktanteile und die mobile Welt verhieß noch mehr Probleme. In einem promedia-Gespräch hat der Geschäftsführer von Tele Columbus Dietmar Schickel nun die Netzbetreiber als „Rennpferd und Elefant gleichzeitig“ bezeichnet. Und er hat mit dem Vergleich Recht, denn inzwischen ist der Wettbewerb gegen die anderen Plattformanbieter wieder offen und das Kabel greift an.
Das Angebot aus Fernsehen, Telefonie und Internet hat geholfen, Kunden zu halten und neue zu gewinnen, 2,5 Milliarden Euro wurden in den letzten fünf Jahren in die Modernisierung der Netze investiert und in vielen Kabelhaushalten ist Highspeed-Internet mit einer Geschwindigkeit von 100 Mbit/s bereits Standard, wovon DSL-Kunden bislang nur träumen können. Kabel Baden-Württemberg wird bis Ende Mai sein gesamtes Verbreitungsgebiet auf 100 Mbit/s ausgebaut haben. Die Bundesregierung hat dieses Ziel bis 2018 gesetzt. Zudem wird das baden-württembergische Kabelunternehmen seinen Kunden in diesem Jahr auch noch Mobiletelefonie und mobiles Internet anbieten.
Auch beim Fernsehangebot holt das Kabel auf. Inzwischen bieten die meisten Netzbetreiber HDTV an und die Senderauswahl wird zunehmend größer. HDTV – auch bei privaten Sendern – kostet den Kabelkunden nichts zusätzlich. Selbst 3D ist inzwischen im Blickfeld der Kabelunternehmen. Unitymedia wird einen 3D Showcase erstmals jetzt auf der ANGA Cable zeigen.
Das Kabel liegt gegen DSL nach Punkten vorn und kann auch gegenüber den anderen Plattformen Champion bleiben, wenn es weiter konsequent investiert.
Weitere Informationen: promedia
promedia-Artikel: „Unsere Infrastruktur ist für 3D bereit“, Harald Rösch, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Kabel BW
Interview mit Harald Rösch, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Kabel BW, promedia 5/2010
Die Kunden von Kabel BW setzen immer öfter auf den Empfang des hochauflösenden Fernsehens HDTV. Seit der Einführung eines HD-Receivers Ende vergangenen Jahres als Standard-Modell und der Vorstellung eines HD-Rekorders zur Aufnahme von HDTV-Sendungen konnte Kabel BW bereits über 40.000 Kunden von den neuen HD-Empfängern überzeugen. Insgesamt speist Kabel BW bereits 19 HDTV-Sender in sein Kabelnetz ein. 2009 war für Kabel Baden-Württemberg erfolgreich. Der Umsatz stieg um rund 13 Prozent auf 493 Mio. Euro, das operative Ergebnis (EBITDA) verbesserte sich um 29 Prozent auf 245 Mio. Euro. Größter Wachstumstreiber war das Breitband-Internet- und Telefoniegeschäft: Die Zahl der Kunden stieg von 382.000 um rund 37 Prozent auf 525.000. Mit 143.000 Neukunden lag das Wachstumstempo sogar leicht über dem exzellenten Vorjahreswert von 142.000 Neukunden. 22,8 Prozent aller 2,3 Millionen TV-Bestandskunden nutzen inzwischen die Internet- und Telefondienste – der höchste Wert aller deutschen Kabelnetzbetreiber. Bis Mai wird Kabel BW den Ausbau des gesamten Netzes auf 100 MBit/s abgeschlossen haben. Dann werden 7,7 Millionen Baden-Württemberger einen Zugang zum Hochgeschwindigkeitsnetz der Kabel BW haben.
promedia: Herr Rösch, Kabel BW wird bereits im Mai den Ausbau des gesamten Kabelnetzes auf 100 MBit/s abschließen. Rösch: Die Bundesregierung hat dieses Ziel bis 2018 gesetzt. Warum drücken Sie so auf das Tempo?
Harald Rösch: Mitte 2009 haben wir begonnen, in den einzelnen technischen Zentralen (HUBs) EuroDOCSIS 3.0 einzuführen. Diese Umrüstung haben wir mit hohem Tempo vorangetrieben, sodass Ende 2009 bereits fast dreiviertel der angeschlossenen Haushalte von den erhöhten Bandbreiten mit bis zu 100 MBit/s profitieren konnten. In den kommenden Wochen werden wir die Umrüstung abgeschlossen haben. Dann können insgesamt 7,7 Mio. Menschen in Baden-Württemberg mit der Spitzengeschwindigkeit von 100 MBit/s über Kabel BW im Internet surfen. Es fand und findet also eine regionale schrittweise Umstellung statt. Anders als die DSL-Anbieter mit ihren VDSL-Angeboten erreichen wir also durch die Umrüstung zentraler Komponenten in unserem Netz flächendeckend alle Kabelkunden – und nicht nur punktuell in größeren Städten oder Ballungsräumen. Das demonstriert die technische Überlegenheit des Kabelnetzes gegenüber dem klassischen Telefonnetz und bietet unseren Kunden landesweit große Geschwindigkeitsvorteile.
promedia: Welche Investitionen sind für diesen Ausbau erforderlich?
Harald Rösch: In den vergangenen Jahren haben wir mit unserer flächendeckenden Modernisierung 99,8 Prozent des Kabelnetzes auf 862 MHz rückkanalfähig ausgebaut und damit für Internet- und Telefondienste, aber auch für ein Diesen Beitrag weiterlesen »
“Das lineare Fernsehen ist immer noch das Lagerfeuer der Nation”, Dietmar Schickel, CCO Telecolumbus
Interview mit Dietmar Schickel, Chief Commercial Officer, Tele Columbus, promedia 03/2010
Eine unabhängige Holding hat Anfang Januar den drittgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber Tele Columbus von der Escaline-Tochtergesellschaft Orion Cable übernommen. Die Holding-Gesellschaft ist von den über 100 internationalen Gläubigerinstituten und den bisherigen Eigentümern unabhängig. Tele Columbus ist aus einer Vielzahl von klassischen Netzebene 4-Betreibern entstanden, die heute in der Tele Columbus Gruppe integriert sind. Dazu gehören die ehemalige ewt multimedia GmbH oder auch die Breitbandnetze von Bosch und Siemens. Die Tele Columbus Gruppe ist als Anbieter national aktiv, mit Netzen in allen 16 Bundesländern vertreten – aber mit einem klaren Schwerpunkt auf Berlin und den ostdeutschen Bundesländern. Hier befinden sich knapp 70 Prozent der Kunden.
promedia: Herr Schickel, welche Finanzdienstleister, Fonds oder Banken gehörten jetzt zu den Eigentümern von TeleColumbus?
Dietmar Schickel: An der neuen Eigentümergesellschaft der Tele Columbus Gruppe sind keine Banken oder Fonds beteiligt. Die Kreditgeber sind weiterhin lediglich über Fremdkapital investiert. Die neue Holding ist vollkommen unabhängig von den Kreditgebern und wird von der auf finanzielle Restrukturierungen spezialisierten Finanzagentur Nikolaus&Co geführt.
promedia: Welche Konsequenzen hat das für die operative Tätigkeit?
Dietmar Schickel: Zunächst einmal muss man klarstellen: Auch wenn in den Medien viel spekuliert wurde – die operative Tätigkeit war nie gefährdet. Die Kapitalgeber haben nie einen Zweifel daran gelassen, welch großen Wert sie dem Unternehmen Tele Columbus, der Infrastruktur, die wir über die Jahre aufgebaut haben und unserem Geschäftsmodell beimessen. Es bestand zu jeder Zeit ein klares Interesse seitens unserer Kapitalgeber, dieses hoch profitable Geschäft auch weiterzuführen – und dieses Interesse wurde unserem Unternehmen gegenüber auch klar dokumentiert. Diesen Beitrag weiterlesen »







