Schlagwort-Archive: Hörfunk

Medienstandort Bayern: 300.000 Beschäftigte und mehr als 68 Mrd. Umsatz. Artikel von Mathias Birkel für BLMplus

26. Februar 2019. Der Medienstandort Bayern hat eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. Belastbare Fakten, die die Relevanz des Standorts mit all seinen Teilbranchen belegen, gab es jedoch bislang nicht. Im Auftrag des MedienNetzwerk Bayern hat Goldmedia Strategy Consulting die Bedeutung der Medienwirtschaft in Bayern erstmals quantifiziert.

Mathias_Birkel_Goldmedia_000x1000pxGoldmedia Senior Manager Mathias Birkel hat für BLMplus die Ergebnisse zusammengefasst.

Die Analyse zeigt, dass Bayern mit einem Umsatzanteil von 23 Prozent an der deutschen Medienwirtschaft zu den TOP-Medienstandorten in Deutschland gehört.

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Eduard Scholl, Consultant Goldmedia

Trendmonitor 2016. In-Car-Entertainment verändert die Mediennutzung. Trend-Ausblick von Eduard Scholl

Die letzte Bastion des klassischen Hörfunks fällt: In-Car-Entertainment verändert die Mediennutzung

[04.12.2015] Die digitale Vernetzung des Autos schreitet voran: Laut Verband der Automobilindustrie (VDA) werden 2016 bereits 80 Prozent der Neufahrzeuge in Deutschland eine Internetverbindung haben. Bis zum Jahr 2020 werden rund 16 Millionen solcher ‚Connected Cars’ auf den Straßen unterwegs sein (Goldmedia). Wie Nutzeranalysen zeigen, ist dabei Musik-Streaming inzwischen das meistgewünschte Feature im vernetzten Auto. So werden In-Car-Technologien und Entertainment-Angebote zunehmend ein wichtiges Kriterium bei der Kaufentscheidung. Denn wer „Always On“ sein will, möchte beim Schließen der Fahrzeugtür nicht seinen normalen Medienkonsum aufgeben. Das beobachtet die Automobilbranche sehr genau und sorgt aktuell dafür, dass das Smartphone seinen Weg auf die Head Units findet.

Eduard Scholl, Goldmedia
Eduard Scholl, Consultant Goldmedia

So lassen sich etwa bei Fords proprietärem System SYNC die Inhalte des Smartphones auf die Mittelkonsole des Autos spiegeln. Die Verbindung zum Datennetz erfolgt über das (per Bluetooth oder Kabel) verbundene Mobilgerät. Die Steuerung der kompatiblen Apps läuft per Touchscreen, über die Bedienelemente am Steuer oder per Sprachbefehl. Opel geht mit seinem Service OnStar noch einen Schritt weiter und integriert LTE-Empfang und WLAN-Hotspot gleich in das Fahrzeug, inklusive eigener Apps.

Die Vernetzung des Autos wirbelt die Wertschöpfung in der Automobilbranche gehörig durcheinander und lässt gewichtige neue Player in den Markt treten – allen voran das Silicon Valley: Mit CarPlay und Android Auto bringen Apple und Google ihre Betriebssysteme in die Autos und die Apps via Smartphone auf die Autodisplays. Klar ist, dass die beiden sich mit einer bloßen Dienstleistungslösung als OTT-Service auf Dauer nicht zufrieden geben dürften. Langfristig wird Android als eigenständiges Auto-Betriebssystem ab Werk auf der Infotainment-Hardware landen. Trendmonitor 2016. In-Car-Entertainment verändert die Mediennutzung. Trend-Ausblick von Eduard Scholl weiterlesen

Trendmonitor 2015: Der Audio-Markt boomt und ist dynamisch wie nie. Trend-Ausblick von Mathias Birkel

Alles bleibt anders: Der Audio-Markt boomt und ist dynamisch wie nie

Mathias Birkel, © Goldmedia
Mathias Birkel, © Goldmedia

Ob Radio, Podcast, Stream oder MP3 – Audio ist im besten Sinne der Begleiter durch den Tag. Er beginnt bei vielen mit dem Radiowecker und endet mit Schlummermusik oder einem „Die Drei Fragezeichen“-Hörspiel. Auch zwischendurch ist Audio stets dabei – beim Duschen, Joggen, beim Frühstücken oder auf dem Weg zur Arbeit. Der Allrounder Audio wird 2015 noch präsenter. Dafür gibt es viele Anzeichen:

Ganz generell gilt: Musik zu hören ist in seiner Beliebtheit ungebrochen und für Jugendliche nach wie vor sogar wichtiger als Internet-, Handy- oder Fernsehnutzung (JIM-Studie 2013).

Auch das klassische Radio wird weiterhin geschätzt: Seit Jahren konstant mit rund 94 Prozent (ma Radio 2014 II) erreicht der Hörfunk einen riesigen Teil der deutschen Bevölkerung insgesamt. Und er kann selbst im digitalen Zeitalter bei den Jugendlichen punkten: 73 Prozent der 12- bis 19-Jährigen schalten mehrmals pro Woche oder sogar täglich ein Radio­programm ein – nur neun Prozent verzichten gänzlich auf das alte UKW-Radio (JIM-Studie 2014). Auch die Hörfunk-Werbeumsätze wachsen seit 2009 stetig zwischen zwei und vier Prozent.

Doch Audio ist nicht nur traditionell verhaftet, sondern zugleich hochmodern: Neben der leicht stotternden digitalen UKW-Alternative DAB+ bieten Musik-Streaming-Dienste, Audio Guides oder Hörbuch-Plattformen per Web oder App ganz neue Hörerlebnisse. Trendmonitor 2015: Der Audio-Markt boomt und ist dynamisch wie nie. Trend-Ausblick von Mathias Birkel weiterlesen

Die unbemerkte Revolution, von Erwin Linnenbach, Sprecher der Geschäftsführung von Regiocast, promedia März 2012

Mit DAB+ wurden erstmals Lizenzen für private bundesweite Radios vergeben

Die unbemerkte Revolution

Von Erwin Linnenbach, Sprecher der Geschäftsführung von REGIOCAST

Über den Start von DAB+ im vergangenen Jahr ist ungeheuer viel berichtet worden. Natürlich über die neuen Programme auf dem nationalen Multiplex:  ENERGY, RADIO BOB!, Kiss und Absolut Radio. Meistens jedoch – in aller Unbescheidenheit – über unser Fußballradio 90elf. Aber natürlich war auch das Scheitern von DAB-alt in allen möglichen Varianten Thema: Die Geburtsfehler der Technologie und die Schwierigkeiten bei der Implementierung wurden in aller Ausführlichkeit erneut diskutiert, von allen Seiten betrachtet und es wurden Schlüsse jeder Art über die Zukunftschancen des Neuanlaufs gezogen. Kann nicht klappen, kein Geschäftsmodell, keine Geräte, keine Nutzerzahlen, kein Mehrwert. Diesmal wird es funktionieren, die Geburtsfehler sind überwunden, Geräte in allen Preisklassen verfügbar, neue Programme sorgen für Attraktivität bei Hörern und Werbekunden. Die Meinungen könnten konträrer nicht sein.

Erwin Linnenbach
Erwin Linnenbach

Eigentlich hieße es jetzt: Abwarten. Denn trotz der Vielzahl der Ansichten und Positionen zu DAB+ kann weiterhin niemand in die Zukunft sehen und mit Gewissheit sagen, welchen Weg die Entwicklung dieser Technologie nehmen wird. Ob sie, wie die Befürworter meinen, eine wichtige Distributionslücke bis zur ubiquitären Verfügbarkeit IP-basierter Audioangebote schließt oder ob sie, wie die Kritiker annehmen, eine Totgeburt aus dem medienpolitischen Giftschrank des digitalisierungsfernen 20. Jahrhunderts ist.

Dabei ist es selbstverständlich, dass insbesondere diejenigen Unternehmen, die sich beim Start des Digitalradios über DAB+ engagiert haben, intensiv daran arbeiten, die digitale Terrestrik zu einem Erfolg zu machen – wie immer man diesen definieren mag. Das soll hier auch gar nicht erneut diskutiert werden. Viel interessanter ist, dass  bereits vor der ersten Hörerzahl und vor dem ersten Euro, der mit einem Werbespot bei RADIO BOB! oder Absolut Radio über DAB+ verdient wurde, und lange, bevor das Netz deutschlandweit ausgebaut und die Gerätedurchdringung so hoch ist, dass ein umfassendes Bild der Hörerschaft für die Werbewirtschaft gezeichnet werden kann, DAB+ etwas geschafft hat, was bisher selbst die wohlmeinendsten Beobachter der deutschen Radiostruktur kaum für möglich gehalten haben. Die unbemerkte Revolution, von Erwin Linnenbach, Sprecher der Geschäftsführung von Regiocast, promedia März 2012 weiterlesen

Unsere Ziele sind: Qualität, Alleinstellung und Wirtschaftlichkeit. Dr. Willi Steul, Intendant des Deutschlandradios im Gespräch mit promedia

Vor einem Jahr ist mit DRadio Wissen das dritte Programm des Deutschland-Radios gestartet. Neben dem digitalen Satelliten ist das Programm vor allem über das Internet zu empfangen. 30.000 mal wird das Wissens-Angebot im Schnitt täglich abgerufen. Der Intendant des Deutschlandradios Willi Steul bezeichnete das in einem promedia-Gespräch als „äußerst positiv und äußerst ermutigend“.
In dem Gespräch charakterisiert Willi Steul die Vorschläge zu einer Fusion von deutscher Welle und Deutschlandradio aus verfassungsrechtlichen Gründen als nicht realisierbar.

Dr. Willi Steul
Dr. Willi Steul

promedia: Seit fast einem Jahr sendet DRadio Wissen, wie ist die Bilanz?
Willi Steul: Äußerst positiv und äußerst ermutigend. 30.000 Streaming-Abrufe täglich, stabil im Schnitt. Wir hatten beim Start eine sehr positive Presseresonanz und diese Reaktion hat sich später auch in einer aktiven Hörerbeteiligung widergespiegelt. Unsere Sendung „Redaktionskonferenz“ zum Beispiel, oder der Sendeplatz „Hörsaal“, wo wir Vorlesungsmitschnitte ausstrahlen, sind ein wahrer Renner. Nicht zu vergessen Alan Bangs, bekannt als Rock-Palast- und BFBS-Moderator, oder Mike Litt, der bekannte DJ, der mit seinem Angebot ganz neue, jüngere Hörerschichten erschließt.
Das Ganze ist noch immer ein Experimentierfeld und soll es auch bleiben. Die intensiven Kontakte und die Anregungen der Hörer haben zum Beispiel dazu geführt, dass das Musikangebot am Wochenende erweitert wurde. Interessant ist auch, dass man einem jüngeren Publikum durchaus auch längere Beiträge anbieten kann: Die durchschnittliche Länge eines Beitrags liegt bei sieben bis acht Minuten.

promedia: Haben Sie damit insgesamt mehr Hörer gewonnen für Deutschlandradio oder hören die Hörer der ersten beiden Programme jetzt DRadio Wissen?
Willi Steul: DRadio Wissen hat neue Hörer gezogen, was auch intendiert ist. Gleichzeitig sagt die MA, dass der Deutschlandfunk bei 1,5 Millionen täglichen Hörern stabil geblieben ist und Deutschlandradio Kultur in 2010 mit Unsere Ziele sind: Qualität, Alleinstellung und Wirtschaftlichkeit. Dr. Willi Steul, Intendant des Deutschlandradios im Gespräch mit promedia weiterlesen

Erholung für Radio und Fernsehen erst 2011?

Die Wirtschaftskrise hat auch die privaten Fernseh- und Rundfunksender erfasst. Die Studie „Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland 2008/2009“ – im Auftrag von acht Landesmedienanstalten unter Federführung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) erarbeitet – belegt es schwarz auf weiß: Schon seit dem letzten Quartal 2008 lässt sich die schwierige konjunkturelle Gesamtsituation in der Rundfunkbranche an den Zahlen und Ergebnissen der Sender ablesen.

Privat TV Prognose 2009
Privat TV Prognose 2009

Der Umsatz im privaten Fernsehen sank 2008 zunächst geringfügig um rund zwei Prozent, im privaten Hörfunk allerdings schon um acht Prozent. Mit herben Einschnitten rechnet die Branche jedoch für das laufende Geschäftsjahr 2009: Die privaten Free-TV-Anbieter erwarten einen (weiteren) Umsatzverlust gegenüber dem Vorjahr von elf Prozent, die privaten Radioveranstalter ein vergleichbares Minus von neun Prozent. Einzig die Teleshopper rechnen zum Jahresende 2009 mit einem sechs-prozentigen Umsatzplus. Sie sind mit ihrem Geschäftsmodell deutlich weniger konjunkturabhängig als die werbefinanzierten TV- und Radioanbieter.

Die Werbeeinnahmen im deutschen Privatrundfunk sind 2008 entsprechend geschrumpft, sie gingen insgesamt um sieben Prozent auf 4,35 Mrd. Euro zurück. Und auch 2010 wird es nach Meinung der Sender nicht besser: Der Großteil der Anbieter rechnet erst 2011 mit einem konjunkturellen Aufschwung und damit auch mit einer Erholung der Werbemärkte. Erholung für Radio und Fernsehen erst 2011? weiterlesen

Webradio ist den Kinderschuhen entwachsen

Man kann es überall dort empfangen, wo Internet verfügbar ist: zu Hause, bei der Arbeit, per Handy und im Auto. Auch den Grimme Online Award gab es 2009 für einen ihrer Vertreter – für ByteFM, Webradio made in Hamburg. Der deutsche Webradiomarkt ist im Aufwind.

Weitere Webradio Monitor 2009: Webradioentwicklung 2006-2009 in Deutschland
Webradio Monitor 2009: Webradioentwicklung 2006-2009 in Deutschland

Das zeigt nicht nur die öffentliche Anerkennung, sondern dafür sprechen vor allem die wachsenden Nutzer- und Angebotszahlen. Ende 2008 hatten deutsche Webradios bereits rund 7,5 Millionen Nutzer täglich. Durch massives Wachstum von Breitband-Internet und immer mehr Webchannels wird sich diese Zahl bis 2013 auf rund 21 Millionen erhöhen.* Seit 2006 hat sich die Zahl der deutschen Webradios verfünffacht, von etwa 400 auf rund 2.000 im Jahr 2009. (April 2009: exakt 1.914). Annähernd vier Fünftel davon sind ausschließlich im Internet empfangbar (Internet-Only). Die anderen sind Live-Streams der klassischen UKW-Radio-Sender (Simulcast-Streams). Gerade ihnen bietet das Web viele Chancen: sie können ihre Reichweiten ausbauen und durch spezielle Web-Angebote neue Zielgruppen erschließen. Vorbei scheint die Angst vor der Abwanderung ins Netz und verlorene, vor allem junge Hörergruppen. Die UKW-Sender haben inzwischen den Wandel der Mediennutzung und das Internet als wichtigen Übertragungsweg von Radio akzeptiert. So existieren in Deutschland inzwischen über 120 solcher reinen Onlinesender von klassischen UKW-Sendern.

Die Reichweiten der Webradios können sich sehen lassen, auch wenn sie äußerst stark variieren: Die Streams der lokalen UKW-Radiosender erreichen zwischen 2.500 und 8.000 Zugriffe täglich und die der landesweiten Sender je nach Bekanntheit schon zwischen 25.000 und 125.000. Besonders erfolg­reiche Internet-Only-Angebote kommen sogar auf bis zu 500.000 gestartete Streams pro Tag. Mit ihren Nutzungs- und Abrufzahlen sind die meisten im Webradio Monitor 2009 von Goldmedia befragten Anbieter dann auch ganz zufrieden (55 Prozent).  Anders sieht es aber bei der Rentabilität aus: Rund 80 Prozent sind mit der Wirtschaftlichkeit ihrer Webangebote unzufrieden. Bisher gelingt es vielen offenbar noch nicht, die bestehende Nachfrage der Hörer entsprechend zu kapitalisieren. Wachstumspotenzial sehen die Veranstalter dennoch, und zwar vor allem bei der Spotvermarktung ihrer Angebote. Webradio kann gegenüber anderen Medien vor allem durch eine klar definierte Zielgruppe punkten und – was für die Werbetreibenden besonders interessant sein dürfte –  nachweisbare Werbemittelkontakte bieten.

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