Wolkig mit Aussicht auf Zuschauer. HORIZONT berichtet über das Filmforecasting-Modell von Goldmedia

Goldmedia nutzt Datenbanken, um den Erfolg von Filmprojekten vorauszusagen

Der Artikel erschien im HORIZONT 4/2019 (24. Januar 2019) auf Seite 36 in der Rubrik Kinomarketing. Übernahme des Artikels mit freundlicher Genehmigung von HORIZONT

Autoren: Awa Ouattare und Bettina Sonnenschein

Angesichts der Ergebnisse des vergangenen Kinojahres, die nicht so sonderlich rosig ausfielen, könnte die Frage für Filmproduzenten, Regisseure und Investoren in nächster Zeit noch stärker in den Fokus rücken, welche Erfolgschancen ein Projekt wirklich hat – und zwar, bevor damit gestartet wird. Ein entsprechendes Tool hat das Beratungsunternehmen Goldmedia mit der sogenannten Filmforecasting-Methode im Angebot. Und das schon seit rund zehn Jahren: „Damals waren Investoren sehr daran interessiert, in welche Filme es sich lohnen würde, zu investieren“, sagt Goldmedia-Geschäftsführer Klaus Goldhammer. „Im Grunde ist es das, was man heute künstliche Intelligenz nennt.“
Praxistauglich ist die Methode dennoch, wie Goldhammer schon daran sah, dass auch die US-amerikanische Bank JP Morgan ein identisches System anwendet, um die globale Filmfinanzierung zu überprüfen. Nach jahrelanger Anwendung auf dem deutschen Markt weiß Goldhammer außerdem: „Wir verfügen über eine Prognosegüte von 80 Prozent.“

Auf der Basis von rund 65 Parametern ermittelt das Filmforecasting-Modell schon vor Drehbeginn, mit welchen Zuschauerzahlen ein Projekt rechnen kann. Grundlage hierfür sind umfangreiche und laufend aktualisierte Datenbanken mit Informationen zu mehr als 1000 Kinofilmen mit deutscher Beteiligung aus den vergangenen zehn Jahren. Für alle
Filme sind laut Goldmedia stets dieselben Informationen hinterlegt, darunter Faktoren
wie Zuschauer- und Umsatzzahlen, Starttermine, Genre, Budget, Filmlänge, Fördergelder, Altersfreigabe, Sprache, Verleihfirma und viele andere mehr.

Zunächst werden die relevanten Informationen zu einem geplanten Filmprojekt in einem standardisierten Fragebogen erfasst. Die sich daraus ergebende Prognose kann – und das
ist für Goldhammer der eigentlich wichtige Part – zur Optimierung eingesetzt werden: „Oft genügt es schon, kleine Veränderungen vorzunehmen“, sagt er. „Den Starttermin zu  verändern oder die Anzahl der Kopien zu erhöhen, kann die Erfolgsaussichten eines Films beeinflussen.“ Nicht zuletzt natürlich die Anpassung des Marketingbudgets. In einem
weiteren Analyseschritt ist es im Übrigen auch möglich, Vorhersagen für den Erfolg der Filme auf weiteren Stufen der Verwertungskette zu treffen: Der DVD-Vertrieb, die TV-Auswertung und Ähnliches werden ebenfalls erfasst.

Der Artikel erschien im HORIZONT 4/2019 (24. Januar 2019) auf Seite 36 in der Rubrik Kinomarketing. Übernahme des Artikels mit freundlicher Genehmigung von HORIZONT

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