Hybrid TV und IPTV: Kontrahenten oder Teamplayer?

Fast alle namhaften TV-Gerätehersteller bieten inzwischen eigene Hybrid-TV-Geräte an, – gern auch mit unterschiedlichen Standards. Der Hybrid-TV Standard HbbTV wird aktuell eifrig diskutiert. Damit soll es möglich werden, Internet-Inhalte auf dem Fernseher zu nutzen. Zwar gab es in den letzten zehn Jahren mindestens 100 solcher (erfolgloser) Projekte, doch jetzt scheint es erneut Hoffnungen zu geben, Internet und TV im Ansatz „zu verschmelzen“. Die Nutzer selbst gewöhnen sich zudem an die Verfügbarkeit multimedialer Inhalte, an Festplattenrecorder und an sogenannten Over-the-Top-Content, also Inhalte aus dem Internet wie bspw. Youtube-Videos. Mehr Individualität und Flexibilität auch beim TV-Konsum scheint also insgesamt immer wichtiger zu werden.

Enwicklung IPTV-Haushalte bis 2014 in DACH

Enwicklung IPTV-Haushalte bis 2014 in DACH

Gerade deshalb wird neben dem Thema Hybrid-TV auch die Entwicklung von IPTV – Fernsehen über das Internetprotokoll – weiter voranschreiten. Zwar bekommen die IPTV-Angebote der Telekommunikationsanbieter damit neue Konkurrenz, allerdings auch einen zusätzlichen Treiber und Promotor für das angedachte neue Fernsehen im Zeitalter des Internets.

Erst kürzlich hat die Deutsche Telekom ihr Ziel bekräftigt, bis Ende 2009 rund eine Million Kunden für ihr IPTV-Angebot „T-Entertain“ zu werben. Premium-Inhalte wie das Bundesligaangebot „Liga total“ könnten dabei helfen. Hier trat die Deutsche Telekom in direkte Konkurrenz zum Pay-TV-Stammhirsch Sky, der seinerseits die Weiterverbreitung seiner Programme über die T-Entertain-Plattform aufkündigte. – Ob allerdings zwei große Anbieter mit vergleichbaren Pay-TV-Angeboten auf längere Sicht am Markt bestehen können, erscheint (auch nach den Erfahrungen mit ArenaSat) fraglich – dafür ist die Anzahl zahlungswilliger Kunden in Deutschland bislang wohl zu klein.

Goldmedia geht in seinen Prognosen und in der Studie „IPTV 2014“ davon aus, dass im Jahr 2014 rund drei Millionen deutsche Haushalte Fernsehen über das Internetprotokoll beziehen werden. Damit wächst der Anteil von IPTV-Empfang im Wettbewerb der bis 2014 von heute noch unter zwei auf dann immerhin acht Prozent.

Eine ähnliche Entwicklung ist auch bei den Nachbarn in Österreich und der Schweiz zu erwarten. Durch den mittelfristigen Einstieg weiterer Player bis 2014 ist nach Goldmedia-Analysen in Österreich mit einer Verfünffachung der bisherigen Abonnements auf rund 330.000 zu rechnen. Damit hätte IPTV dann einen Anteil am TV-Empfang von neun Prozent.

In der Schweiz kann IPTV 2014 sogar einen Anteil von elf Prozent erreichen. Goldmedia prognostiziert für 2014 rund 380.000 IPTV-Kunden. Die Rahmenbedingungen für alternative Geschäftsmodelle sind in der Schweiz günstiger. IPTV-Anbieter können problemloser als anderswo attraktive Angebote schnüren.

Ob Hybrid-TV oder IPTV: Der Nutzer wird sich am Ende ohnehin nur wenig für die verwendete Technologie interessieren, sondern nach der Attraktivität der Inhalte und Funktionalitäten entscheiden sowie nach den konkreten (monatlichen) Kosten.

Autor:  Mathias Birkel, Consultant Goldmedia GmbH

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2 Kommentare zu „Hybrid TV und IPTV: Kontrahenten oder Teamplayer?“

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