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Mathias Birkel, Senior Manager Goldmedia

Trendmonitor 2017. Podcasts kommen 2017 aus der Nische. Trend-Ausblick von Mathias Birkel

Podcasts kommen 2017 aus der Nische

14.12.2016. Spätestens Schulz und Böhmermann haben mit „Fest und Flauschig“ gezeigt, dass Audio-Podcasts in Deutschland große Aufmerksamkeit erzielen. Podcasts werden immer häufiger und von immer mehr Menschen gehört – auch, weil man sie in zahlreichen Situationen nutzen kann, in denen Video, Print und andere Medien nicht funktionieren. Und: Die Podcast-Szene professionalisiert sich.

Mathias Birkel, Senior Manager Goldmedia
Mathias Birkel, Senior Manager Goldmedia

Podcasts sind großartig, weil man sie unterwegs auf dem Fahrrad, in der U-Bahn, im Auto, beim Joggen, Putzen oder zum Einschlafen hören kann – Situationen, in denen visuelle Medien nicht oder nur sehr eingeschränkt genutzt werden können. 13 Prozent der deutschsprachigen Onliner ab 14 Jahren konsumieren laut ARD/ZDF-Online-Studie Podcasts – das sind immerhin rund 7,5 Mio. Nutzer.

Podcasts erreichen attraktive Zielgruppen

Bei den 14- bis 29-Jährigen liegt der Anteil der Podcast-Nutzer hierzulande rund doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung. Eine Auswertung des „Fest und Flauschig“-Casts, der seit Mai 2016 wöchentlich auf Spotify gehört werden kann, zeigt: Mehr als 90 Prozent der Hörer sind zwischen 18 und 44 Jahren, davon sind 45 Prozent zwischen 25 und 34. Das Format, das in ähnlicher Form unter dem Namen „Sanft und Sorgfältig“ schon über drei Jahre als Radiosendung (und -podcast) erfolgreich war, erreicht – wie viele andere Podcasts –  den Kern der „Werberelevanten“.

Als Werbemedium noch in der Nische

Und dennoch werden Podcasts als Werbemedium in Deutschland bislang kaum genutzt. Das liegt auch daran, dass die Podcast-Landschaft in Deutschland nach wie vor stark durch die öffentlich-rechtlichen (und werbefreien) Audio-Angebote der ARD und des Deutschlandradios geprägt ist. Das belegen die meisten Podcast-Bestenlisten, so bspw. auf iTunes: Rund 800 öffentlich-rechtliche Formate können hier als Podcast heruntergeladen und gestreamt werden. Hinzu kommt, dass Podcasts in der Wahrnehmung von Planern und Werbetreibenden noch als absolute Nische gelten. Trendmonitor 2017. Podcasts kommen 2017 aus der Nische. Trend-Ausblick von Mathias Birkel weiterlesen

MDR will Regionalprogramme ausbauen und mehr Reportagen im Ersten senden, MDR-Intendantin Karola Wille im Interview mit promedia, Februar 2012

 MDR will Regionalprogramme ausbauen und mehr Reportagen im Ersten senden
„Wir wollen keine Ostquote“

Interview mit Prof. Dr. Karola Wille, Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR)

Knapp drei Monate nach ihrem Arbeitsbeginn als Intendantin des MDR spricht Karola Wille in einem promedia-Interview ausführlich über ihre Vorstellungen von einem veränderten MDR-Regionalprogramm, anderen Zulieferungen zum Ersten und auch einer Strukturreform. Dabei geht es ihr darum, mehr junge Zuschauer zu erreichen, die Regionalität zu erhöhen, die Gegenwart und Zukunft im MDR-Sendegebiet besser abzubilden, klassische Radio- und Fernsehsendungen organischer mit den neuen digitalen Angeboten zu verknüpfen und dabei auch zu sparen. Zu diesen ehrgeizigen Plänen gehört auch, dass der MDR künftig im Ersten mit mehr aktuellen Reportagen und Dokumentationen vertreten sein will.

Karola Wille
Karola Wille

promedia: Frau Wille, der MDR und auch Sie haben in den letzten Wochen für etliche Schlagzeilen gesorgt, nicht nur auf den Medienseiten der Zeitungen. Welche Schlagzeile würden Sie sich zum Ende dieses Jahres wünschen?
Karola Wille: Ich wünsche mir positive Schlagzeilen über unsere Programm- und Telemedienangebote, dass man Neues entdeckt und anregend Anspruchsvolles gesehen hat.

promedia: Wie wollen Sie dafür die Voraussetzung schaffen?
Karola Wille: Wir leben immer mehr in einer vollständig digitalisierten Medienwelt. Mein Credo ist, dass wir unsere Stärken verstärken und unser öffentlich-rechtliches Profil weiter schärfen müssen. Das bedeutet mehr Regionalität, mehr Information, mehr Kultur und neue Angebote in der Unterhaltung. Ich bin zum Beispiel davon überzeugt, dass wir mit Regionalität punkten können, insbesondere in der digitalen Welt. Wir werden mehr Beiträge aus der Region, die von den Landesfunkhäusern produziert werden, ins MDR FERNSEHEN bringen und mit besseren Sendeplätzen versehen. Seit Anfang 2012 müssen sich Sendungen wie „Der Osten – Entdecke wo du lebst“ und „Exakt – Die Story“ nicht mehr einen wöchentlichen Platz teilen, sondern werden jede Woche auf eigenen prominenten Programmplätzen ausgestrahlt. Das sind Lebensgeschichten aus den neuen Bundesländern. Mehr Information heißt, dass ab Ende Januar Montag bis Freitag eine 20-minütige 18-Uhr-Ausgabe von „MDR aktuell“ läuft. Wir vervierfachen also die Nachrichtenzeit von fünf auf zwanzig Minuten allein auf diesem Sendeplatz. Mehr Kultur: Es gibt sehr viele kulturelle Anlässe in diesem Jahr, von 800 Jahre Anhalt bis 800 Jahre Thomanerchor. Es gibt so viel Wunderbares in Mitteldeutschland zu entdecken, und das soll man im Programm wiederfinden. Wir probieren auch Neues an Unterhaltung aus. Dazu gehören auch neue Gesichter. Beispielsweise wird Inka Bause zum MDR kommen und neue Unterhaltungssendungen mit uns gestalten. MDR will Regionalprogramme ausbauen und mehr Reportagen im Ersten senden, MDR-Intendantin Karola Wille im Interview mit promedia, Februar 2012 weiterlesen