Goldmedia-Preis für Medienwirtschaft. Auszeichnung für Ann-Christin Kulick und ihre Abschlussarbeit Integrationsfaktor Onlinemedien

25.04.2019. In ihrer Masterarbeit entwickelte Ann-Christin Kulick das inhaltlich lokal orientierte Online-Portal w.i.du. Es vereint Geflüchtete und Locals auf einer Plattform und fördert mit Austausch, Community und aktiver Beteiligung die Integration. Die Abschlussarbeit von Ann-Christin Kulick thematisiert die Medienwirkung auf Integrationsprozesse. Sie wurde im Rahmen des Goldmedia Preises für innovative Abschlussarbeiten im Bereich Medienwirtschaft mit einer Auszeichnung gewürdigt.

Auszeichnung für Ann-Christin Kulick: „Integrationsfaktor Onlinemedien – Analyse von Angeboten für Geflüchtete und Entwicklung eines zielgruppenspezifischen Konzepts“
    • Masterarbeit, Hochschule der Medien Stuttgart
Ann-Christin Kulick, ausgezeichnet mit dem Goldmedia-Preis für innovative Abschlussarbeiten im Bereich Medienwirtschaft 2018
Ann-Christin Kulick, ausgezeichnet mit dem Goldmedia-Preis für innovative Abschlussarbeiten im Bereich Medienwirtschaft 2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Integration funktioniert lokal, im persönlichen Austausch und durch Involvement.“ Ann-Christin Kulick im Kurzinterview

Warum haben Sie sich gerade diesem Thema gestellt?

Ein Thema für meine Abschlussarbeit, dass ich persönlich wie gesellschaftlich für aktuell und wichtig halte – das war mein Ziel. Mit meiner Masterarbeit einen kleinen, wenn auch zunächst nur theoretischen Beitrag, zu leisten. Diese Sinnhaftigkeit habe ich gefunden in einer Arbeit, die sich damit beschäftigt, inwieweit Medienangebote die Integration Geflüchteter beeinflussen und begünstigen können. Ich wollte einerseits eine Möglichkeit finden zu bewerten, ob deutsche Medien diese Verantwortung bereits wahrnehmen und andererseits auf der Grundlage von Analysen, Expertenmeinungen und Interviews mit Geflüchteten ein zukunftsfähiges Konzept ableiten.

Was war die größte Herausforderung bei der Beschäftigung mit dem Thema?

Die größte Herausforderung, gleichzeitig aber auch der Reiz des Themas, war die hohe Aktualität. Es gab zu Beginn der Recherchen kaum wissenschaftliche Erkenntnisse zur Medienwirkung auf Integrationsprozesse. Dies bot gleichzeitig die Chance, diese Relevanz aus eigenen Erkenntnissen abzuleiten und als eines der Ergebnisse der Arbeit darzustellen.

Was würden Sie als das wichtigste Ergebnis Ihrer Arbeit bezeichnen?

Integration funktioniert lokal. Integration funktioniert im persönlichen Austausch. Integration funktioniert durch Involvement. Auch ein Onlinemediun muss diese Möglichkeiten bieten, um sein Potenzial zum Integrationsbeitrag bestmöglich auszufüllen. Literaturrecherche, Analysen und Experteninterviews führen zu dem Ergebnis, dass ein lokal orientiertes Onlinemedium, das den Austausch, online wie offline, fördert, das Integrationspotential von Onlinemedien steigern könnte. Keines der analysierten Medien erfüllt bislang diese Anforderungen – alle Erkenntnisse wurden in dem Konzept für das lokale Onlinemedium w.i.du. gebündelt.

Kurzbeschreibung der Masterarbeit „Integrationsfaktor Onlinemedien – Analyse von Angeboten für Geflüchtete und Entwicklung eines zielgruppenspezifischen Konzepts“ (Autorin: Ann-Christin Kulick)

In der Abschlussarbeit entwickelt die Autorin das inhaltlich lokal orientierte Online-Portal w.i.du. Es vereint Geflüchtete und Locals auf einer Plattform und fördert mit Austausch, Community und aktiver Beteiligung die Integration. Die inhaltlichen Erfolgsfaktoren leiten sich ab aus sozialwissenschaftlichen Theorien, hochaktuellen Expertengesprächen
sowie den Analysen bestehender Online-Medienangebote für Geflüchtete.

Die große Zahl der neu in Deutschland ankommenden Geflüchteten der letzten Jahre birgt nicht nur für die gesamte Gesellschaft, sondern auch speziell für die Medien, eine große Verantwortung. Zahlreiche Online-Medienangebote für die Zielgruppe der Geflüchteten, vornehmlich zu Informationszwecken, sind entstanden. Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, inwieweit bestehende Online-Medienangebote die Integration Geflüchteter unterstützen. Dies geschieht anhand von Erfolgsfaktoren, die aus einschlägiger Literatur zu unterschiedlichen sozialwissenschaftlichen Integrationstheorien wie auch Expertengesprächen abgeleitet werden. Die Auswertung der Experteninterviews erfolgt in Form einer qualitativen Inhaltsanalyse.

Die anschließende Analyse bestehender Onlinemedien ergab, dass für die Zielgruppe Geflüchtete, besonders auf informativer Ebene, sehr gute Angebote bestehen. Sie sind meist multimedial und mehrsprachig konzipiert und binden in vielen Bereichen auch Geflüchtete in die redaktionelle Arbeit ein. Keines der untersuchten Angebote schöpft jedoch sein integratives Potenzial auf anderen Ebenen aus. Besonders unter Berücksichtigung der Aussagen der Geflüchteten und Sozialarbeiter, die immer wieder betonen, welchen hohen Stellenwert für sie Austausch, Kontakt mit der Aufnahmegesellschaft und der Aufbau eines stabilen sozialen Umfelds haben, ergibt sich
hier in den Online-Medienangeboten eine inhaltliche Lücke. Hinzu kommt, dass die Informationsgewinnung nach der akuten Anfangsphase recht schnell an Relevanz verliert. Der informative Aspekt wird von bestehenden Angeboten wie auch von den besser gewordenen Strukturen in den Unterkünften erfüllt. Denn nach anfänglichen Schwierigkeiten und personellen Engpässen wird nun der Informationsbedarf auch häufig schon über persönliche Kontakte zu Sozialarbeitern und Ehrenamtlichen gedeckt. Außerdem leisten hier die bestehenden Online-Medienangebote gute Dienste.

Aus dem beschriebenen freien Potenzial ergibt sich das in der Arbeit entwickelte Konzept für ein neues Online-Medienangebot, eng an den Bedürfnissen der Zielgruppe gestaltet:
Die Inhalte wurden entlang der Erfolgsfaktoren für Integration, abgeleitet aus sozialwissenschaftlichen Theorien und entsprechenden Expertengesprächen, und der ausführlichen Zielgruppenanalyse zusammengestellt. Daraus entsteht ein lokales, eng mit der Stadt verknüpftes Konzept, das in seiner Gesamtheit allgemein gehalten und auf verschiedene Städte in Deutschland anwendbar ist. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf Community und Austausch und spricht dabei nicht nur die Gruppe der Geflüchteten, sondern auch die einheimische Bevölkerung der jeweiligen Stadt an. Ziel des Online-Medienangebots ist es, mit der Plattform einen gegenseitigen Mehrwert zu schaffen der alle Beteiligten von ihrer Diversität profitieren lässt.

Das in der Abschlussarbeit entwickelte Onlinemedium „w.i.du.“ gewährleisten damit die für ein Onlinemedium, nach den Ergebnissen dieser Arbeit, größtmögliche Integrationsleistung. Gemeinsamkeiten sollen kommuniziert und herausgestellt werden. Diese geschieht mittels eines gemeinschaftlichen Mediums für Geflüchtete und Locals, das
zum Austausch einlädt und diesen aktiv fördert. w.i.du. sieht darüber hinaus eine aktive Beteiligung der Zielgruppe mittels User Generated Content vor.

Goldmedia-Preis für innovative Abschlussarbeiten im Bereich Medienwirtschaft – Informationen

Bewerben konnten sich alle Absolventinnen und Absolventen, die im Jahr 2018 oder im Vorjahr ihren Abschluss erreicht haben. Die Ausschreibung war offen für deutsch- und englischsprachige Arbeiten aus unterschiedlichen Fachrichtungen (u.a. Publizistik, Kommunikationswissenschaft, Medienwirtschaft, Medienmanagement, Medienrecht, BWL, VWL, Informationswissenschaft, Medieninformatik). Einsendeschluss war der 30. September 2018. Der Preis ist mit insgesamt 1.500,00 Euro dotiert und wurde in diesem Jahr auf drei Preisträgerinnen und Preisträger zur je 500,00 Euro verteilt. Aufgrund der Vielzahl und des hohen Niveaus der eingereichten Abschlussarbeiten wurden weitere 10 Arbeiten mit einer Urkunde gewürdigt. Alle Informationen: www.goldmedia.com/preis

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