Werbeblocker im Internet: Kompromiss „Akzeptable Werbung“?

„Diese Erweiterung gehört in jeden Firefox-Browser.“, so lautet das Fazit von CHIP Online zur Browser-Erweiterung Adblock Plus. Derzeit sehen das über 15 Millionen Firefox Nutzer genauso und lassen mit Hilfe der Anwendung jegliche Werbung von ihren Bildschirmen verschwinden.

Werbeblocker wie Adblock Plus ermöglichen es dem Anwender das Anzeigen von Werbeelementen zu stoppen, da diese z.B. anhand der URL oder bestimmter Standardgrößen für Werbegrafiken erkannt und blockiert werden. Dadurch können die Nutzer einer Ablenkung durch Werbung entgehen und unter Umständen den Seitenaufbau beschleunigen, da weniger Ressourcen verbraucht werden.

Laut einer Untersuchung von t3n.de werden in Deutschland über zwölf Prozent der Einblendungen blockiert. Jedoch kommt es in vielen Fällen zu starken Abweichungen von diesem Durchschnittswert, da beispielsweise auf Seiten für Tech-News wie t3n.de bereits über 40% der Banner nicht mehr angezeigt werden. Häufig finden Werbeblocker bei medienaffinen Nutzern Anwendung, weil sie mit Plug-ins bereits vertraut sind und die unterschiedlichen Möglichkeiten von Browser-Erweiterungen kennen.

Doch welche Auswirkungen hat das Blockieren von Online-Werbung auf eine Website? Schaden die informierten und vermeintlich werberesistenten User etwa dem „frei verfügbaren“ Internet?

Viele Betreiber von Webseiten stellen ihre Inhalte „gratis“ ins Netz, d.h. sehr häufig finanziert von der im Umkreis platzierten Werbung. Vor allem für kleine Internetpräsenzen und Blogs ist Adblock Plus eine existenzielle Bedrohung. Stark betroffen sind auch Webseiten die maßgeblich auf Werbeelemente mit Abrechnung je tausend Einblendungen setzen. In diesem Fall bedeutet jede blockierte Einblendung den Verlust von Einnahmen für den Betreiber des werbefinanzierten Angebots.

Gleichzeitig bringt die Problematik den Betreiber einer betroffen Seite in ein Dilemma: Soll dieser auf aggressivere Werbeformen setzen und riskieren noch mehr User an den Werbeblocker zu verlieren, um den Einnahmeverlust auszugleichen? Die Qualität der Inhalte verringern? Oder doch lieber den ganzen Inhalt der Seite kostenpflichtig machen?

Viele Betreiber von Webseiten haben sich über immense Einnahmeverluste beklagt und die Betreiber des Adblock Plus haben reagiert: „Acceptable Ads“ heißt der Kompromiss. Ab Version 2.0 werden nun Werbeinhalte nicht mehr blockiert, die als „nicht-nervend“ eingestuft wurden. Dadurch sollen Websites die sich durch Werbung finanzieren und unaufdringliche Werbeformate einsetzen, unterstützt werden. Um zu entscheiden welche Werbung akzeptabel ist, haben die Macher von Adblock Plus bestimmte Kriterien festgelegt. Beispielsweise ist statische Werbung akzeptabel, die den Lesefluss nicht beeinträchtigt. Die akzeptable Werbung wird automatisch zugelassen – es sei denn die Funktion wird vom Nutzer deaktiviert. Allerdings ist es technisch nicht machbar, akzeptable und nicht-akzeptable Werbung voneinander zu unterscheiden. Aus diesem Grund werden Vereinbarungen mit Webseiten und Werbetreibenden geschlossen, welche die Einhaltung der festgelegten Kriterien für „gute“ Werbung zusichern sollen. Hält sich ein Betreiber nicht an die Vereinbarung und platziert dennoch „schlechte“ Werbung, hat jeder  Nutzer die Möglichkeit diese Website zu melden.

Viele Vermarkter sahen sich nach und nach mit der Problematik von blockierter Werbung konfrontiert. Der Ansatz „Acceptable Ads“ könnte als Kompromiss zu einem Umdenken und zu einer stetigen Weiterentwicklung der Werbung führen. Schließlich möchte sich niemand beim Lesen eines interessanten Artikels ständig von plötzlich aufspringender, blinkender und lauter Werbung stören lassen. Dieser Kompromiss könnte die Gefahr von Einnahmeverlusten für Werbetreibende auf Online-Portalen mindern, die mit jedem Download eines Werbeblockers immer weiter an Relevanz gewinnt.

3 Gedanken zu „Werbeblocker im Internet: Kompromiss „Akzeptable Werbung“?

  1. ich hoffe sie können mir helfen ich habe die nasse voll mit dieser ganzen werbung ich möchte das nicht mer was kann ich tun um keine werbung mer zuerhalten

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