Goldmedia-Preis für Medienwirtschaft. Auszeichnung für Svenja Kleditzsch und ihre Bachelorarbeit zum Einsatz von Algorithmen im Journalismus

Goldmedia zeichnet mit dem Preis besonders innovative Abschlussarbeiten mit medienwirtschaftlichem Fokus aus. In unserem Goldmedia-Blog stellen wir die Ausgezeichneten und ihre Forschungsthemen näher vor.

Warum dieses Thema und worum geht es?

Svenja Kleditzsch: “Algorithmen werden für Medienunternehmen weltweit zunehmend relevanter. Die Fortschritte in der Algorithmen-Entwicklung verändern die Möglichkeiten für Journalisten, Inhalte zu re­cher­­chieren, zu analysieren und zu distribuieren, und betreffen den gesamten jour­nalis­tisch­en Pro­duktions­­prozess. Der Algorithmen-Einsatz kann zwar durch Geschwindigkeits- und Kostenvorteile eine Chance für den Journalismus darstellen, wird allerdings von einem Großteil der deutschen Bevölkerung eher negativ beurteilt. Bevor journalistische Medienunternehmen Algorithmen nutzen, sollte daher unter­sucht werden, inwieweit (potenzielle) Mediennutzer algorithmischen Journalismus akzeptieren würden.”

Foto: © Birgit Kleditzsch

Aus dem Abstract der Bachelorarbeit von Svenja Kleditzsch

Diese Bachelor-Thesis behandelt den Algorithmen-Einsatz im Journalismus. Algo­rith­mi­scher Journalismus umfasst die gesamte Einbindung von Algorithmen in den jour­na­lis­ti­schen Produktionsprozess, wobei diese Einsätze allen voran im Online-Journalismus in allen Produktionsschritten (The­men­su­che, Themenauswahl, Recherche, Produktion, Kontrolle, Veröffentlichung, Eva­lu­a­tion) und mit oder ohne mensch­lichen Einfluss (teil- oder vollautomatisiert) mög­lich sind. Trotz zunehmender Anzahl an Ein­satz­mög­lich­kei­ten und tatsächlicher Einsätze von Algorithmen (bedingt durch fort­schreitende tech­no­lo­gische Inno­va­tio­nen), ist das Wissen darüber, wie Mediennutzer algo­rithmischen Journalismus wahrnehmen und bewerten noch immer sehr gering – obwohl Infor­mationen über die Einstellungen von Mediennutzern zum algorithmischen Journalismus vor allem für Medienunternehmen entscheidend sind, um (ökonomisch) sinnvolle Entscheidungen für oder gegen den Algorithmen-Einsatz treffen zu können.

Im Rahmen dieser Bachelor-Thesis wurde daher eine Online-Umfrage unter Online-Me­di­en-Nutzern durchgeführt, bei der in einer sieben-tägigen Feldzeit (25.05. – 01.06.2019) 228 Teilnehmer akquiriert und zu ihren Einstellungen zum algorithmischen Journalismus befragt wurden. Die Teilnehmer äußerten ei­ne ins­ge­samt neutrale bis leicht negative Einstellung zum algorithmischen Journalismus, wobei Ein­sät­ze in Produktionsbereichen, die die Nutzer nicht direkt betreffen (z.B. The­men­su­che/-auswahl, Recherche) besser bewertet wurden als in Bereichen mit direktem Bezug zu den Nutzern (z.B. Textproduktion, Personalisierung).

Die Nutzungsbereitschaft war trotz leicht negativer Grundeinstellung vor allem bei algorithmisch unterstützt erstellten In­hal­ten, unabhängig vom eingesetzten Produktionsschritt, sehr hoch (über 90 Prozent). Circa 50 Prozent der Teilnehmer äußer­ten auch Bereitschaft, vollautomatisiert erstellte Inhalte zu nutzen, wobei es hier je nach Produktionsschritt leichte Abweichungen gab. Trotz vorhandener Nutzungs­be­reit­schaft war die Bereitschaft, für algorithmische Inhalte zu bezahlen, sehr gering ausgeprägt.

Jedoch sind die aufgeführten Ergebnisse nicht repräsentativ und nicht verall­ge­mei­ner­bar, da, entsprechend der Charakteristika einer Online-Umfrage, eine willkürliche Stich­pro­ben­auswahl stattgefunden hat und einige Fallgruppen über- bzw. unterrepräsentiert sind.

Kontakt Svenja Kleditzsch

Informationen zum Goldmedia-Preis

Goldmedia-Preis für innovative Abschlussarbeiten im Bereich Medienwirtschaft – Informationen www.Goldmedia.com/preis

Bewerben konnten sich alle Absolventinnen und Absolventen, die im Jahr 2020 oder im Vorjahr ihren Abschluss erreicht haben. Die Ausschreibung war offen für deutsch- und englischsprachige Arbeiten aus unterschiedlichen Fachrichtungen (u.a. Publizistik, Kommunikationswissenschaft, Medienwirtschaft, Medienmanagement, Medienrecht, BWL, VWL, Informationswissenschaft, Medieninformatik). Einsendeschluss war der 30. September 2020. Der Preis ist mit insgesamt 1.500,00 Euro dotiert und wurde in diesem Jahr auf drei Preisträger*innen gleichmäßig verteilt. Aufgrund der Vielzahl und des hohen Niveaus der eingereichten Abschlussarbeiten wurden weitere 5 Arbeiten mit einer Urkunde gewürdigt. Alle Informationen: www.goldmedia.com/preis-2020

Unsere drei Preisträger*innen erhalten neben dem Preisgeld zusätzlich ein kostenfreies Online-Ticket für den Medien- und Innovationskongress Media Tasting 2021, der am 29. Juni 2021 stattfindet. https://mediatasting.com/

Ausschreibung Goldmedia-Preis 2021

Auch 2021 schreibt Goldmedia den Preis neu aus: Alle Informationen und Ausschreibungsunterlagen: www.goldmedia.com/preis

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