Home-Entertainment wird dreidimensional: Nach Kino und Gaming erobert 3D 2011 auch die mobilen Displays, 3D-TV-Inhalte bleiben hingegen spärlich. Goldmedia Trendmonitor – Trends und Ausblick 2011

Was bringt das Jahr 2011 für die Medien-, Entertainment- und Telekommunikations-Branche? Im Goldmedia Trendmonitor 2011 geben Goldmedia-Experten in Form von Kurzanalysen einen Ausblick auf wichtige Entwicklungen des Jahres 2011 in den Bereichen Medien, Telekommunikation, Entertainment und Internet.

3D Home-Entertainment

Sebastian Lehr, Goldmedia GmbH
Sebastian Lehr, Goldmedia GmbH

Die Faszination dreidimensionaler Bilder hat die Film- und Gamesbranche längst erfasst. 2011 kommen schließlich auch erste 3D-Handhelds und –Smartphones auf den Markt. Die Erfolgsstory von 3D setzt sich vor allem auf mobilen Displays fort. Der Markt für 3D-Fernsehen hingegen nimmt erst langsam Fahrt auf, da es an qualitativ hochwertigen Inhalten weiterhin mangelt.

Dennoch: Die Möglichkeit, Inhalte dreidimensional darzustellen, ist der Markttreiber im Bereich Consumer Electronics und neben der Internetfähigkeit wichtigstes Produktmerkmal für TV-Geräte im Jahr 2011. Zwar ist die Nachfrage bei den Konsumenten nach 3D-Fernsehern noch verhalten – bis Ende 2010 wird es erst rund 150.000 verkaufte Einheiten in Deutschland geben (GfK, Okt. 2010). Durch sinkende Gerätepreise und unverändert großer Kauflaune erobern 3D-fähige Fernsehgeräte nach und nach die Wohnzimmer: Nach Goldmedia-Prognose werden Ende 2011 schon rund 900.000 3D-TV-Geräte im Markt sein. Bis 2015 steigt die Zahl bereits auf rund acht Millionen, jeder fünfte deutsche TV-Haushalt besitzt dann einen 3D-fähigen-Fernseher.Noch ist das Inhalte-Angebot für 3D-TV und Blu-ray jedoch äußerst gering. Bis Ende 2010 sind erst rund 25 Blu-ray-Titel mit 3D-Filmen in Deutschland erhältlich. Der Großteil der aktuellen 3D-Kinofilme wird für den Heimbereich erst 2011 verfügbar werden. Vor allem wann Blockbuster wie „Avatar“ oder „Alice im Wunderland“ in den freien Verkauf kommen, ist derzeit noch unklar. Für sie haben sich die TV-Gerätehersteller exklusive Vermarktungsrechte gesichert. Wer Avatar bereits 2011 sehen möchte, muss schon zu einem 3D-TV-Gerät von Panasonic greifen. Oder für eine gebrauchte Blu-ray des Films ca. 150 Euro auf Ebay berappen.

Doch auch im normalen Fernsehen gibt es derzeit nur wenig 3D-Inhalte: 3D-Produktionen sind teurer als zweidimensionale TV-Produktionen und erfordern spezielle 3D-Kameras, neue Regiekonzepte sowie einen erhöhten Aufwand auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette. 3D wird daher auf absehbare Zeit auf Inhalte mit besonderem Erlebnischarakter beschränkt bleiben. Mit Sky 3D, im Oktober gestartet, existiert erst ein deutscher (Pay-)Fernsehkanal, der neben Filmen vor allem Sport und besondere Events in 3D ausstrahlt. Ab März 2011 wird der Kanal nicht mehr automatisch für SKY-Abonnenten freigeschaltet sein, dann wird sich zeigen, wie viele Zuschauer tatsächlich bereit sind, den Mehraufwand einer 3D-Produktion zu honorieren. Für die deutschen Free-TV-Anbieter bietet 3D aufgrund der Kosten und geringen Reichweite derzeit noch keine sinnvolle Perspektive.

Neben dem Kino ist die Faszination dreidimensionaler Bilder bislang vor allem im Gamesbereich zu erfahren: Hier ist für 2011 einiges zu erwarten, wenn Sonys Play-Station bei Top-Sellern sein Alleinstellungsmerkmal 3D gegenüber der Konsolen-Konkurrenz ausspielen wird.

Sebastian Lehr, Consultant Goldmedia GmbH Strategy Consulting

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