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21.03.2018. Goldmedia verlieh im Februar 2018 zum zweiten Mal den Preis für innovative Abschlussarbeiten im Bereich Medienwirtschaft. Mit dem Goldmedia-Preis sollen medienwirtschaftliche Forschungsthemen gefördert werden. Unter den Ausgezeichneten war auch die Bachelorbeit von Duy Patrick Tu „Sharewash in the Sharing Economy“. Seine Arbeit wollen wir im Goldmedia-Blog etwas näher vorstellen.

Duy Patrick Tu, Auszeichnung im Rahmen des des Goldmedia-Preises für innovative Abschlussarbeiten im Bereich Medienwirtschaft 2017

Duy Patrick Tu, Auszeichnung im Rahmen des Goldmedia-Preises für innovative Abschlussarbeiten im Bereich Medienwirtschaft 2017

Auszeichnung für Duy Patrick Tu

Sharewash in the Sharing Economy: A first look on the phenomenon and effects of Sharewash
  • Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Department of Economics and Management, Institute of Information Systems and Marketing (IISM)
  • Bachelor Arbeit zur Erlangung des Bachelor of Science
  • März 2017

Die Bachelorarbeit von Duy Patrick Tu ist im Bereich der Sharing Economy angesiedelt – dem Trend zu mehr gemeinsamem Konsum, zum Teilen und Tauschen von Produkten oder Dienstleistungen. Das Internet schafft eine ganz neue Kultur des Teilens. Oft verschwimmen allerdings auch die Grenzen, was denn überhaupt noch als “Teilen” zählt. So widmet er sich in seiner Arbeit dem Phänomen „Sharewashing“ und diskutiert die Frage, ob sich manche Plattformen fälschlicherweise bzw. zu unrecht “Sharing” auf die Fahne schreiben. Seine Arbeit untersucht u.a., wie sich Sharewashing auf eines der wichtigsten Faktoren in der Sharing Economy auswirkt – nämlich auf das Vertrauen. Über die Ergebnisse seiner Arbeit hat Patrick Tu  bereits auf einem internationalen Workshop referiert. Mehr über diese Konferenz und vor allem über seine Ergebnisse  – alles dies hier im Interview.

https://patrick-tu.com

Kurzinterview mit Duy Patrick Tu

Was waren die Gründe, gerade dieses Thema zu wählen?
Duy Patrick Tu:
Vor 10 Jahren gab es weder YouTube, iPads, Facebook, Kindles, Uber noch  Airbnb. Der Fortschritt in der Entwicklung von digitalen Technologien hat die Art und Weise, wie wir mit unserer Umwelt interagieren und wie wir unsere Freizeit verbringen, stark verändert. Dabei hat mich besonders die sogenannte Sharing Economy fasziniert, Internet-Plattformen, die den Austausch von Ressourcen wie etwa Produkte und Dienstleistungen zwischen Privatpersonen oder auch Unternehmen ermöglichen. Zu den prominenten Medienbeispielen gehören dabei Airbnb, BlaBlaCar und Uber.

Faktoren die mich an diesen Geschäftsmodellen begeistert haben, sind, dass ungenutzte Ressourcen ökologisch effizienter genutzt werden können, wie etwa leerstehende Zimmer an Interessenten zu vermieten, und dass dabei auch oft  soziale Komponenten eine Rolle spielen. Zudem haben diese Technologien auch den Markt von oft traditionellen und altbackenen Industrien etwas aufgemischt, die nun in Handlungsdruck geraten sind. Dies kann meiner Meinung nach Innovation fördern. Da der Begriff der Sharing Economy in den letzten Jahren sehr an Popularität gewonnen und sich in die Richtung eines „Buzzwords“ entwickelt hat, verschwimmen etwas die Grenzen, was denn überhaupt noch als “Teilen” zählt. Das wirft ebenfalls die Frage auf, ob sich manche Plattformen fälschlicherweise bzw. zu unrecht “Sharing” auf die Fahne schreiben.

Daher wollte ich mich in meiner Abschlussarbeit diesem Thema widmen und das Phänomen “Sharewashing” untersuchen. Sharewashing analog zu dem verwandten Phänomen Greenwashing, welches PR Maßnahmen beschreibt, die ein Unternehmen in einem ökologisch nachhaltigen Licht darstellen sollen, stützt sich dabei auf die positiven Werte von Teilen. Unter anderem ging es darum, das Phänomen zu definieren und zu untersuchen, wie sich Sharewashing auf eines der wichtigsten Faktoren in der Sharing Economy auswirkt – nämlich auf das Vertrauen.

Was war die größte Herausforderung bei der Beschäftigung mit dem Thema?

Duy Patrick Tu: Da die Sharing Economy Research Community eine sehr junge ist und auch Sharewashing ein Konzept ist, welches erst “relativ” kürzlich in den öffentlichen Fokus geraten ist, gab es im Vergleich zu etablierteren wissenschaftlichen Disziplinen speziell in diesem Bereich noch keine sonderlich große Literaturgrundlage. Aus diesem Grund war eine der größten Herausforderungen, das theoretische Modell und die Methodik wissenschaftlich gut zu untermauern und auch Konzepte von anderen wissenschaftlichen Disziplinen zu übertragen. Dabei möchte ich an dieser Stelle auch meinen Betreuer Florian Hawlitschek danken, der mich bei diesen Herausforderungen unterstützt und geleitet hat.

Was ist das wichtigste bzw. überraschendste Ergebnis Ihrer Arbeit?

Duy Patrick Tu: Das wichtigste Ergebnis war, dass sich Sharewashing Aktivitäten negativ auf das Vertrauen der Konsumenten gegenüber Plattformbetreibern auswirkt. Dies ist in der Hinsicht eine wichtige Erkenntnis, da Vertrauen im Kontext der Sharing Economy einer der wichtigsten Faktoren für die Partizipation ist. Plattformbetreiber, die sich bewusst oder unbewusst auf die positive Konnotation von Teilen hinsichtlich Nachhaltigkeit oder Gemeinschaftsgefühl stützen, ohne dass dies tatsächlich gerechtfertigt ist, könnten somit dem Vertrauen in ihre Integrität schaden. Diese Erkenntnis könnte vor allem bei der Gestaltung von Marketing- bzw. Kommunikationsstrategien von Plattformen in der medienwirtschaftlichen Landschaft eine Rolle spielen.

Ein persönlich überraschendes oder eher erfreuliches Ergebnis für mich – was in erster Linie nicht inhaltlich mit meiner Abschlussarbeit zu tun hatte – war, dass es mir nach Abschluss meiner Thesis von meinem Institut ermöglicht wurde, die Ergebnisse auf einer Fachkonferenz in Schweden vorzustellen. Als Bachelor Student habe ich mich sehr geehrt gefühlt, an dem 4th International Workshop on the Sharing Economy in Lund teilnehmen zu dürfen und zu präsentieren. Es hat mich zudem sehr gefreut zu sehen, dass das Thema positiven Anklang fand und ich auch in der wissenschaftlichen Community einen Beitrag liefern konnte.

Weitere Informationen zu Duy Patrick Tu:

https://patrick-tu.com/

https://www.linkedin.com/in/patrick-tu

Abstract der Bachelorarbeit: Sharewash in the Sharing Economy: A first look on the phenomenon and effects of Sharewash (Autor: Duy Patrick Tu)

With the rising acceptance of the sharing economy, more and more platforms are motivated to present themselves under the umbrella of the sharing economy to pro fit from its sustainable image. In fact, this phenomenon is not completely new. In the last decades, green marketing of companies led to the term „greenwashing“. With sharing practices becoming a global phenomenon, a new term „sharewashing“ was introduced to describe the misuse of words such as „sharing“, „community“ and „resource-ecient“.

The objective of this paper is to shed first light on sharewash in literature within the sub-domain of peer-to-peer rental and sharing (P2PS). Based on the research of Chen and Chang (2012b) regarding the eff ects of greenwash, this study aims to adapt their research framework into a sharing economy context. The contribution of this work is twofold. Firstly, this paper aims to suggest a working de nition of sharewash. Secondly, we investigate the impacts of sharewash on sharing trust and explore the mediation eff ects of sharing consumer confusion and sharing perceived risk. Within the scope of this study, an empirical study by means of a structural equation model was conducted. The research object of this study focuses on young German consumers with an affinity for electronic products and the Internet.

The results of this study show that sharewash has a signifi cant negative e ffect on sharing trust. In addition, the fi ndings show that sharing consumer confusion and sharing perceived risk mediate the negative relationship between sharewash and sharing trust. This implies that if platforms wanted to enhance their sharing trust, they should reduce their sharewash practices due to the direct and indirect negative influences on sharing trust through sharing consumer confusion and sharing perceived risk.

Goldmedia-Preis für innovative Abschlussarbeiten im Bereich Medienwirtschaft – Informationen

Bewerben konnten sich alle Absolventinnen und Absolventen, die im Jahr 2017 oder im Vorjahr ihren Abschluss erreicht haben.  Die Ausschreibung war offen für deutsch- und englischsprachige Arbeiten aus unterschiedlichen Fachrichtungen (u.a. Publizistik, Kommunikationswissenschaft, Medienwirtschaft, Medienmanagement, Medienrecht, BWL, VWL, Informationswissenschaft, Medieninformatik). Einsendeschluss war der 31. August 2017. Der Preis ist mit insgesamt 1.500,00 Euro dotiert und wurde in diesem Jahr auf drei Preisträgerinnen und Preisträger zur je 500,00 Euro verteilt. Aufgrund der Vielzahl und des hohen Niveaus der eingereichten Abschlussarbeiten wurden weitere 10 Arbeiten mit einer Urkunde gewürdigt. Alle Informationen: www.goldmedia.com/preis

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