Publikation
Goldmedia (März 2026)
Die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe hat den Goldmedia-Bericht zur Kreativ- und Digitalwirtschaft Berlin 2025 veröffentlicht.
Die Analyse zeigt: Die Kreativ- und Digitalwirtschaft bleibt ein zentraler Wachstumsmotor für den Wirtschaftsstandort Berlin. Im Jahr 2024 erzielten beide Branchen zusammen einen Umsatz von mehr als 56 Milliarden Euro und stehen damit für rund 15 Prozent der gesamten Berliner Wirtschaftsleistung.
Die Kreativwirtschaft erwirtschaftete davon rund 41,1 Milliarden Euro Umsatz und umfasst 37.102 Unternehmen sowie 195.326 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Seit 2019 wächst die Branche insgesamt durchschnittlich um rund neun Prozent pro Jahr und damit dauerhaft stärker als das Berliner Durchschnittswachstum. Besonders dynamisch entwickeln sich Teilmärkte, in denen Kreativität und Technologie zusammenkommen – darunter die Filmwirtschaft, die Software- und Gamesindustrie, die Designwirtschaft sowie IT-Dienstleistungen.
Die Digitalwirtschaft generierte rund 29 Milliarden Euro Umsatz und zählt zu den dynamischsten Wachstumsfeldern des Standorts, insbesondere in technologiegetriebenen Segmenten wie IT-Dienstleistungen, digitalen Handelsstrukturen und softwarebasierten Geschäftsmodellen. (Hinweis: Die Software- und Gamesindustrie wird mit ihren 14,1 Milliarden Euro Umsatz sowohl der Kreativ- als auch der Digitalwirtschaft zugerechnet. Die 56 Milliarden Euro Gesamtumsatz enthalten diese Summe nur ein Mal.)
Die Kreativwirtschaft umfasst zwölf Teilmärkte – von Architektur über Musik und Design bis hin zu Software/Games. Besonders prägend sind die Software- und Gamesindustrie und die Designwirtschaft, die zusammen rund 70 Prozent des Branchenumsatzes generieren.
Auch innerhalb der Digitalwirtschaft zeigen sich starke Spezialisierungen: Vor allem technologieorientierte Innovationsfelder wie Künstliche Intelligenz, Cybersecurity und GovTech entwickeln sich zu zentralen Wachstumstreibern.
Trotz ihrer wirtschaftlichen Stärke bleibt die Branche der Kreativwirtschaft strukturell herausfordernd: In vielen Teilmärkten stellen Solo-Selbständige den Großteil der Unternehmen – in einzelnen Bereichen bis zu 90 Prozent. Branchenverbände verweisen zudem auf Fachkräftemangel, zunehmende internationale Standortkonkurrenz sowie fehlende steuerliche Förderinstrumente, insbesondere für Film- und Gamesproduktionen.
Im Rahmen der Studie wurden zwölf Teilmärkte der Kreativwirtschaft sowie fünf Teilmärkte der Digitalwirtschaft hinsichtlich der Entwicklung der statistischen Daten zu Umsätzen, Unternehmensanzahl und Beschäftigung der letzten fünf Jahre ausgewertet. Auf Basis von Expertengesprächen wurden die Gründe für die Entwicklung sowie die aktuellen Perspektiven der Teilmärkte erhoben.
Zusätzlich zu den Teilmärkten wurden Bottom-up-Recherchen zur Modeindustrie in Berlin sowie zu den fünf Innovationsfeldern der Berliner Wirtschaftsförderungspolitik durchgeführt: KI, GovTech, Web 3.0, Cybersecurity und Immersive Media.
