Publikation
Goldmedia (Februar 2026)
Im Auftrag der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen hat Goldmedia untersucht, wie sich die Produktionsleistung der Film- und Fernsehunternehmen in Deutschland in den Jahren 2023 und 2024 entwickelt hat. Welche Unterschiede zeigen sich bei den produzierten Minuten für Fernsehen, Kino und Streaming im Vergleich? Welche Anteile entfallen im Ländervergleich auf die einzelnen Bundesländer? Und wie verändern sich strukturelle und ökonomische Rahmenbedingungen der Branche? Diesen Fragen geht die Studie als Fortsetzung und Aktualisierung vorangegangener bundesweiter Untersuchungen zur Film- und Fernsehproduktion nach.
Die Ergebnisse zeigen, dass das deutsche Produktionsvolumen nach dem Rekordjahr 2022 um drei Prozent leicht zurückgegangen ist. Während 2022 mit rund 777.000 Programmminuten ein Höchststand erreicht wurde, konnte für das Jahr 2024 nur noch ein Produktionsvolumen von rund 751.000 Minuten für Fernsehen, Streaming und Kino erfasst werden. Treiber dieser Entwicklung sind insbesondere rückläufige TV-Auftragsproduktionen. Trotz dieses Rückgangs entfallen weiterhin die mit Abstand größten Anteile der insgesamt produzierten Minuten auf das Fernsehen (92 Prozent).
Demgegenüber verzeichnet der Bereich Streaming ein deutliches Wachstum. Das Produktionsvolumen stieg hier von rund 28.000 Minuten im Jahr 2022 auf rund 42.000 Minuten im Jahr 2024. Die VOD-Produktion konzentriert sich dabei auf wenige Bundesländer: Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen verantworten rund 40 Prozent der produzierten Minuten, gefolgt von Bayern mit 24 Prozent.
Auf Basis der durchschnittlichen Minutenkostenpreise aller audiovisuellen Produktionen schätzt die Studie ein Gesamtinvest der deutschen TV-Sender 2024 von rund 2,9 Mrd. EUR in die Filmproduktion Deutschlands. Nordrhein-Westfalen nimmt dabei eine führende Position ein und vereint mit geschätzten 1,2 Mrd. Euro einen erheblichen Anteil des Produktionsumsatzes auf sich. Dahinter folgen Bayern mit rund 551 Mio. Euro sowie Berlin mit etwa 503 Mio. Euro. Damit bestätigt sich Nordrhein-Westfalen als zentraler Produktionsstandort im bundesweiten Vergleich.
Ergänzend analysiert die Studie die Produktionsstrukturen nach Unternehmen und Produktionsgruppen. Dabei zeigt sich, dass ein großer Teil des Produktionsvolumens von einer begrenzten Zahl größerer Produktionsgruppen getragen wird, während zugleich eine Vielzahl kleiner und mittlerer Produktionsunternehmen den Markt prägt. Die Analyse der Minutenkostenpreise verdeutlicht zudem steigende Produktionskosten in mehreren Segmenten und verweist auf zunehmende wirtschaftliche Spannungen innerhalb der Branche.
Die Analyse basiert auf einer technischen Programmauswertung der in den Jahren 2023 und 2024 ausgestrahlten bzw. veröffentlichten Produktionen im Fernsehen, auf Streaming Plattformen und im Kino. Für TV- und VOD-Produktionen wurden EPG-Daten und ergänzende Filmdatenbanken ausgewertet und Kinoproduktionen anhand ihrer Erstveröffentlichung berücksichtigt. Ergänzend erfolgten eine Online-Abfrage unter Produktionsunternehmen sowie leitfadengestützte Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern von Sendern und Produktionsfirmen.
Auszug aus der Pressemitteilung vom 06.02.2026
„Nordrhein-Westfalen baut seine Spitzenposition als führender Produktionsstandort weiter aus. Insbesondere im Entertainmentbereich liegen wir im Ländervergleich weit vorne und auch im Zukunftsfeld der Streaming-Produktionen nehmen wir den Spitzenplatz ein. Diese positive Entwicklung zeigt, dass es dem Medienstandort Nordrhein-Westfalen gelingt, sein Angebot kontinuierlich an veränderte Nachfrage, neue Nutzungsgewohnheiten und den strukturellen Wandel der Branche anzupassen. Unsere Medienpolitik schafft verlässliche Rahmenbedingungen, in denen die Branche erfolgreich wachsen kann. Diesen Weg werden wir konsequent fortsetzen. Unser Ziel bleibt es, den Standort Nordrhein-Westfalen sowohl national als auch international weiter zu profilieren und ihn dauerhaft attraktiv für Produzenten, Kreative und Investoren zu halten. Nordrhein-Westfalen ist Medienstandort Nummer eins in Deutschland – und soll es bleiben.“ – Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen
„Die Studie zeigt, dass sich der deutsche Produktionsmarkt nach dem Hoch der Vorjahre in einer Phase der Neuordnung befindet. Während das Gesamtvolumen leicht rückläufig ist, wächst insbesondere der Bereich der Video-on-Demand-Produktionen weiter und erreicht neue Höchststände. Gleichzeitig konzentriert sich die Produktion zunehmend auf weniger, dafür leistungsstärkere Unternehmen. In der regionalen Betrachtung bestätigt sich Nordrhein-Westfalen mit dem höchsten Anteil am bundesweiten Produktionsvolumen als zentraler Produktionsstandort. Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, wie stark sich Produktionsstrukturen, Auswertungswege und Marktmechanismen derzeit verändern.“ – Prof. Dr. Klaus Goldhammer, Geschäftsführer Goldmedia
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