Publikation
Goldmedia (Januar 2026)
Goldmedia hat im Auftrag der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen eine Studie zu Akteuren und Geschäftsmodellen im Bereich der politischen Werbung in Deutschland erstellt.
Die Studie bietet eine umfangreiche Bestandsaufnahme der Wertschöpfungsstrukturen und relevanten Akteure im Markt für politische Werbung. Hierzu zählen etwa Parteien und Interessengruppen („Sponsoren“), Forschungsinstitute, Kommunikations-, Mediaagenturen und Werbevermarkter („Dienstleister“) sowie Social-Media-Plattformen und Publisher („Herausgeber“).
Im Rahmen der Untersuchung wird die veränderte Markt- und Praxislage nach Inkrafttreten der TTPW-VO analysiert. Dabei wird deutlich, wie stark der deutsche Online-Werbemarkt bereits programmatisch organisiert ist und welche Herausforderungen sich hieraus im Kontext der neuen Transparenz- und Targeting-Regeln ergeben. Große Social-Media-Plattformen nehmen aktuell innerhalb der EU keine politische Werbung mehr an, während Online-Publisher programmatische Buchungen politischer Anzeigen weitgehend aussetzen und verstärkt auf eine direkte Anzeigenvermarktung von politischer Werbung setzen. Perspektivisch existieren zukunftsweisende Lösungen für datenschutzkonformes Targeting, die keine Third-Party-Daten verwenden.
Beleuchtet werden neben den rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen der politischen Werbung die Struktur, Rollenverteilung und Funktionsweise der beteiligten Marktakteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dabei wird die neue EU-Verordnung über Transparenz und Targeting politischer Werbung (TTPW-VO) als zentraler Referenzrahmen herangezogen und ihre Auswirkungen auf Marktmechanismen und Werbepraktiken eingeordnet. Die TTPW-VO konkretisiert Kennzeichnungs- und Transparenzpflichten und untersagt das Targeting auf Grundlage von Third-Party-Daten und besonderer Kategorien personenbezogener Daten (z. B. ethnische Herkunft, weltanschauliche Überzeugungen und sexuelle Orientierung).
Darüber hinaus ordnet die Studie die ökonomische Dimension ein: Insbesondere in Wahljahren kann politische Werbung für Publisher, insbesondere mit einem politischen Schwerpunkt, eine relevante Erlösquelle sein.

