GOLDMEDIA-PREIS 2025

Für innovative Abschlussarbeiten im Bereich Medienwirtschaft

Preisträger:innen 2025

Seit 2016 zeichnet Goldmedia jährlich die besten Abschlussarbeiten im Bereich Medienwirtschaft aus. In diesem Jahr wurden drei besonders herausragende Arbeiten prämiert: ein erster Platz sowie zwei zweite Plätze teilen sich die insgesamt 1.500 Euro Preisgeld. Die Preisträger:innen überzeugen nicht nur durch wissenschaftliche Exzellenz, sondern auch durch spannende Ansätze und Erkenntnisse, die die Medienökonomie nachhaltig bereichern.

Wir gratulieren den Gewinner:innen herzlich und bedanken uns bei allen Teilnehmenden für ihre spannenden Beiträge.

1. Platz: Felix Rusche

Essays in Applied Microeconomics
1. Broadcasting Change: India’s Community Radio Policy and Women’s Empowerment
2. LinkedOut? A Field Experiment on Discrimination in Job Network Formation
3. Reporting Big News, Missing the Big Picture? Stock Market Performance in the Media


Dissertation, 2025 Universität Mannheim

In meiner Dissertation betrachte ich Medien aus drei verschiedenen Perspektiven. Im ersten Kapitel untersuche ich das Potenzial von Medien als Instrument zur Veränderung sozialer Strukturen. Dazu evaluiere ich eine indische Reform, die den Aufbau sogenannter Community Radios ermöglicht. Ich zeige, dass diese Bildung und Geschlechtergerechtigkeit thematisieren und Veränderungen diesbezüglich bewirken. Das zweite Kapitel nutzt die zentrale Rolle von LinkedIn, um Einblicke in den Arbeitsmarkt zu gewinnen. Mithilfe eines großangelegten Feldexperiments zeigen wir, wie Diskriminierung den Aufbau und die Nutzung von professionellen Netzwerken beeinflusst. Das dritte Kapitel untersucht, wie Journalist:innen Nachrichten auswählen und wieso die Berichterstattung oft negativ ist. Anhand der Aktienmarktberichterstattung zeigen wir, dass Negativität selbst dann auftreten kann, wenn Journalist:innen negative Ereignisse nicht häufiger berichten als vergleichbare positive Ereignisse.

2. Platz: Leona Dierkhüse

Die Rolle von TikTok in der politischen Meinungsbildung am Beispiel der AfD
Bachelorarbeit, 2025, Hochschule Macromedia für angewandte Wissenschaften

Die Bachelorarbeit untersucht die Rolle von TikTok in der politischen Meinungsbildung am Beispiel der AfD. Sie analysiert sowohl die algorithmischen Mechanismen der Plattform als auch die Kommunikationsstrategien der Partei, um ihren Einfluss auf junge Wähler:innen zwischen 16 und 24 Jahren zu verstehen. Auf Grundlage von sechs Experteninterviews zeigt sich, dass TikToks Algorithmus emotionale und polarisierende Inhalte besonders sichtbar macht und der AfD hohe Reichweiten ermöglicht. Der Einfluss erfolgt vor allem durch die Verstärkung bestehender Einstellungen, was zu einer stärkeren Polarisierung führt. Eine direkte Beeinflussung ist jedoch schwer zu beurteilen, da weitere Faktoren wie Bildungsstand, soziales Umfeld und individuelle Präferenzen eine zentrale Rolle spielen. Zudem wird die Notwendigkeit von Langzeitstudien betont, um den direkten Einfluss von Plattformen wie TikTok auf politische Meinungsbildungsprozesse systematisch zu evaluieren

2. Platz: Sarah Fölsch

Wissenschaftskommunikation verbessern: Praxisnahe Leitlinien für Forschende
Masterarbeit, 2025, Karlsruher Institut für Technologie, Department für Wissenschaftskommunikation

Exzellent geforscht, exzellent kommuniziert!
Wie wird aus guter Forschung auch gute Wissenschaftskommunikation? Forschende stehen heute im Spannungsfeld: Sie sollen ihre Arbeit für eine breite Öffentlichkeit zugänglich machen, doch es fehlt an Zeit, Training und Anreizen. Das Resultat ist oft eine Qualitätslücke – ein Problem für die Glaubwürdigkeit der Forschung selbst. Denn zur wissenschaftlichen Integrität gehört auch kommunikative Integrität, wie der Wissenschaftsrat 2021 bemerkte. Hier setzt meine Abschlussarbeit an: Basierend auf einer umfassenden Literatur- und Best-Practice-Analyse wurden praxisnahe Qualitätsleitlinien für Forschende entwickelt. Das Ergebnis ist ein visuelles, stufenförmiges Modell, das Wissenschaftler:innen befähigt, ihre Forschung eigenständig, hürdenarm und mit hohem Anspruch an kommunikative Integrität zu vermitteln. Ein greifbares Werkzeug, mit dem exzellente Forschung auch exzellent kommuniziert werden kann.

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