Welche Entwicklungen sind 2020 in der Medien-, Entertainment- und Telekommunikations-Branche in Deutschland zu erwarten? Jahresausblick

Goldmedia veröffentlicht regelmäßig zum Jahresende Trend-Artikel und Analysten-Kommentare zu wichtigen Entwicklungen des kommenden Jahres in Deutschland. Der Trendmonitor 2020 gibt wieder einen Ausblick auf ausgewählte Trends in den Bereichen Medien, Telekommunikation, Entertainment und Internet, die wir für besonders relevant halten. Veröffentlichung der Kommentare und Infografiken des Trendmonitors 2020 zum Jahreswechsel 2019/2020.

Unsere Themen im Trendmonitor 2020

Podcasts: Mehr Präsenz, Promis und Portale: 2020 hört jeder dritte Deutsche Podcasts – genaueres Targeting treibt Monetarisierung an

Podcasts sind weiter voll auf Wachstumskurs: Viele Medienhäuser haben Audio als den nächsten non-linearen Boom-Markt entdeckt – darunter ProSiebenSat.1 mit „FYEO – For Your Ears Only“, RTL mit „Audio Now“ oder neue internationale Anbieter wie Acast oder Castbox. Podcasts sind einfach zu produzieren, leicht zu distribuieren und mit Kopfhörern ohne Weiteres überall zu konsumieren. Zahlreiche prominente Macher - von Atze Schröder über Charlotte Roche bis Mats Hummels - verschafften Podcasts schon 2019 eindrucksvolle Reichweiten: Mehr als ein Viertel der Deutschen (26% lt. Bitkom) war mindestens gelegentlich Podcast-Nutzer. Die vielen neuen Podcast-Formate und -Portale treiben den nächsten On-Demand-Markt weiter an. Durch die Integration von Podcasts in den Google-Suchergebnissen werden die Formate besser auffindbar und präsenter. Goldmedia geht deshalb davon aus, dass 2020 jeder Dritte in Deutschland zumindest gelegentlich Podcasts hören wird. Durch Pod-Ratings werden die Inhalte außerdem besser vermarktbar. Die kletternden Nutzungszahlen und Fortschritte im Targeting oder bei der Werbewirkung – all dies bringt die Monetarisierung auf dem Podcast-Markt stärker voran. 2019 liegt der Podcast-Umsatz nach Marktprognosen schon bei 71 Mio. EUR (PWC) und wird weiter mit über 20 Prozent pro Jahr wachsen.

TV-Livestreaming über OTT: Neue Angebote und Funktionen bringen Bewegung in den Markt

Auf Over-the-Top-Plattformen Fernsehen zu schauen, liegt im Trend. 12,6 Mio. Personen (14+) nutzten 2019 bereits die Angebote von TV-Sendern, Telekommunikationsunternehmen oder speziellen OTT-Anbietern, um Live-TV zu sehen (Digitalisierungsbericht Video 2019). Mit MagentaTV und Joyn gibt es seit 2019 weitere ambitionierte OTT-Only-Angebote. Diese sind vor allem daher attraktiv, weil der Nutzer keine dauerhafte Vertragsbeziehung mehr eingehen muss. Funktionen wie Replay-TV, Instant Restart oder private Aufzeichnungen (NPVR) sind jedoch weiterhin nur begrenzt im Portfolio. Der Grund: vor allem die hohen Rechtekosten für die mobile Nutzung außer Haus. Doch erste Konsolidierungen (z.B. das Ende von Magine oder TV Spielfilm Live) und die weiter rasant steigende Nutzung non-linearer Angebote wie Netflix oder Amazon Prime Video werden 2020 noch mehr Bewegung in den OTT-TV-Markt bringen. Die TV-Sender stehen unter Druck, weil die zunehmende Online-Video-Nutzung zulasten der klassischen TV-Verbreitungswege geht. Attraktive OTT-TV-Angebote mit sendungsnahen Funktionen wie Replay-TV könnten eine zentrale Rolle spielen, um auch online vermarktbare Reichweiten zu generieren.

So viel Abo war nie: Musik, VoD, News, Games - Digitale Flatrates etablieren sich als erfolgreiches Geschäftsmodell

Abomodelle werden bei der Mediennutzung immer selbstverständlicher. Bereits 26 Prozent und damit rund ein Viertel der Deutschen nutzten im Juli 2019 einen kostenpflichtigen Musikstreaming-Dienst (BMI/Uni Hamburg). Auch der Anteil der Abokunden an allen Streaming-Nutzern nimmt stetig zu, wie ein Blick auf die Geschäftszahlen von Spotify zeigt. Der gleiche Trend im Videobereich: Schon ein Fünftel (19%) der Deutschen war 2019 Abonnent bei einem kostenpflichtigen Video-on-Demand-Service (Goldmedia VoD-Ratings). Die Subscriber-Zahlen steigen weiter – auch, weil immer mehr Anbieter um die Zahlungsbereitschaft der Nutzer mit exklusiven Streaming-Inhalten buhlen. Die Konsequenz: Schon heute sind Video-Nutzer im Durchschnitt bei zwei VoD-Anbietern Kunde – Tendenz steigend. Auch im Gaming-Bereich sind Services und Abos ein Erfolgsmodell: Sechs Prozent der Deutschen haben Dienste wie PlayStation Plus/PS Now oder Xbox Live Gold/Xbox Game Pass abonniert. Und 7,4 Prozent der Gamer ohne ein Abo wollen 2020 eines abschließen (Goldmedia-Analyse 2019). Dagegen tun sich die Verlage weiterhin schwer, online die Zahlungsbereitschaft für ihre Paid-Content-Angebote abzurufen. Der Anteil der zahlenden Nutzer stagniert seit Jahren bei acht Prozent (Reuters Digital News Survey 2019). Konjunktursicher und planbar: Es gibt kein schöneres Geschäftsmodell als Abonnements.

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