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	<title>GOLDMEDIA Blog &#187; TV</title>
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	<description>Das Blog der Goldmedia Gruppe</description>
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		<title>Goldmedia Geschäftsführer Claus Sattler bei der Multi-Screen TV 2012 am 08./09.02.2012 in Berlin</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 09:58:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Katrin Penzel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Termine]]></category>
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		<description><![CDATA[Internationale Konferenz in Berlin: Multi-Screen TV 2012. Unter den Panel-Experten: Prof. Dr. Claus Sattler, Geschäftsführer Goldmedia Innovation GmbH

Multi-Screen TV ist derzeit eines der viel diskutierten Trends der TV- und Medienbranche. Experten aus ganz Europa treffen sich am 08. und 09. Februar in Berlin, um über die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen in Sachen Multi-Screen TV und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Internationale Konferenz in Berlin: Multi-Screen TV 2012</strong>. <strong>Unter den Panel-Experten: Prof. Dr. Claus Sattler, Geschäftsführer Goldmedia Innovation GmbH</strong></p>
<div id="attachment_3296" class="wp-caption alignleft" style="width: 108px"><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2011/01/Claus_Sattler_Goldmedia_news_Web.jpg"><img class="size-full wp-image-3296" title="Prof. Dr. Claus Sattler, Goldmedia Innovation GmbH" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2011/01/Claus_Sattler_Goldmedia_news_Web.jpg" alt="Prof. Dr. Claus Sattler, Goldmedia Innovation GmbH" width="98" height="148" /></a><p class="wp-caption-text">Prof. Dr. Claus Sattler, Goldmedia Innovation GmbH</p></div>
<p><strong><img class="alignright" src="http://www.goldmedia.com/typo3temp/pics/c16380ad3a.jpg" alt="" width="138" height="54" /></strong></p>
<p>Multi-Screen TV ist derzeit eines der viel diskutierten Trends der TV- und Medienbranche. Experten aus ganz Europa treffen sich am <strong>08. und 09. Februar in Berlin</strong>, um über die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen in Sachen Multi-Screen TV und Smart-TV zu diskutieren. Dabei sind Experten der führenden Smart-TV-Gerätehersteller ebenso wie Content-Anbieter und Portalbetreiber aus ganz Europa.</p>
<p><strong>Prof. Claus Sattler</strong>, Geschäftsführer der Goldmedia Innovation GmbH ist Teilnehmer des Expertenpanels 5, in dem es um die <strong>Zukunft der Multi-Screen-Industrie</strong> geht. (Topic 5: The Second Device: The Future of Connected TV: The tablet offers new opportunities for the TV industry for an interactive viewing experience. Panel Discussion: Future trends in the multi-screen industry.)</p>
<p>Renommierte Marktplayer haben ihre Teilnahme bereits zugesagt:<strong> Google TV, Discovery Networks, Shazam, Vivendi, Turner, Telefonica, Siemens und maxdome.</strong></p>
<p><strong>Weitere Informationen zur Multi-Screen TV 2012</strong>: <a href="http://www.multiscreentv2012.com/">http://www.multiscreentv2012.com/</a><br />
<strong>Programminformationen:</strong> <a href="http://www.multiscreentv2012.com/agenda.shtml">http://www.multiscreentv2012.com/agenda.shtml</a><strong></strong></p>
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		<title>Vom TV zum Tablet und wieder zurück. Goldmedia-Gastbeitrag auf kress.de von Claus Sattler</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Jan 2011 23:27:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Katrin Penzel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[CES]]></category>
		<category><![CDATA[HbbTV]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-TV]]></category>
		<category><![CDATA[Multiscreen]]></category>
		<category><![CDATA[Tablet]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Tage des klassischen Fernsehers als dummes Endgerät scheinen gezählt. Neue Fernseher gehen gleich ins Internet. Schon 2015 sollen in Deutschland rund 23 Mio. TV-Haushalte mit einem internetfähigen TV-Gerät zumindest ausgestattet sein, weltweit sogar 350 Mio.
Wohlgemerkt: Internetfähig bedeutet nicht unbedingt angeschlossen und angeschlossen beschreibt nicht zwingend die regelmäßige Nutzung. Aber dennoch hofft die Industrie, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Tage des klassischen Fernsehers als dummes Endgerät scheinen gezählt. Neue Fernseher gehen gleich ins Internet. Schon 2015 sollen in Deutschland rund 23 Mio. TV-Haushalte mit einem <strong>internetfähigen TV-Gerät</strong> zumindest ausgestattet sein, weltweit sogar 350 Mio.</p>
<div id="attachment_3296" class="wp-caption alignleft" style="width: 138px"><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2011/01/Claus_Sattler_Goldmedia_news_Web.jpg"><img class="size-full wp-image-3296" title="Prof. Dr. Claus Sattler, Goldmedia Innovation GmbH" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2011/01/Claus_Sattler_Goldmedia_news_Web.jpg" alt="Prof. Dr. Claus Sattler, Goldmedia Innovation GmbH" width="128" height="193" /></a><p class="wp-caption-text">Prof. Dr. Claus Sattler, Goldmedia Innovation GmbH</p></div>
<p>Wohlgemerkt: Internetfähig bedeutet nicht unbedingt angeschlossen und angeschlossen beschreibt nicht zwingend die regelmäßige Nutzung. Aber dennoch hofft die Industrie, die langgehegte Konvergenz-Vision endlich zu realisieren.</p>
<p><strong>Treiber sind die Gerätehersteller</strong></p>
<p>Angeschoben wird das WWW-TV von <strong>Netzbetreibern</strong> (Telcos, Kabelnetz- und Internet-Dienstleister), von den Unterhaltungselektronik-Herstellern (<strong>Samsung, LG, Philips, Toshiba</strong>) und Web-Platzhirschen wie <strong>Google</strong>. Sie alle versuchen, sich als Gate-Keeper zu positionieren und Inhalte, Werbung, Dienste, Bandbreiten oder schlicht die Endgeräte zu verkaufen.</p>
<p>Aber auch die <strong>TV-Sender</strong> bleiben nicht untätig: Sie befürchten (zu Recht) eine Abwanderung ihrer Zuschauer in die Weiten des Internets. Die Sender treiben mit <strong>HbbTV</strong> eine Technologie voran, die als inhaltlich stark angereicherter Videotext mit modernisiertem Layout ebenfalls über das Internet daher kommt, um weiter im Rennen zu bleiben.<span id="more-3293"></span></p>
<p>Das Ergebnis ist vorhersehbar: Streit im Wohnzimmer. Denn die Frage, was auf dem Fernsehbildschirm flimmert, wird durch steigende Nutzungs-Möglichkeiten nicht einfacher. Das Szenario 2015: Während Vater dem Fußball­spiel folgen will, interessiert sich die Tochter für die neuesten Stories um Bastian Schweinsteiger. Der Sohn möchte über Facebook mit seinen Freunden zum Spiel chatten und die Mutter im elektronischen Programmführer herausfinden, was sie sich nach dem Spiel endlich ansehen kann.</p>
<p><strong>Multiscreen verbindet Tablet und Smartphone mit dem Fernseher</strong></p>
<p>Die Lösung dieses Dilemmas heißt <strong>Multiscreen</strong> und liegt in einer neuen vernetzten Endgeräte-Vielfalt. Wenn jedes Familienmitglied über ein eigenes mobiles Endgerät verfügt, sei es ein Smartphone oder ein Tablet, ein Netbook oder eine Spielekonsole, können die verschiedenen Interessen über diese Multiscreen-Lösung zeitgleich bedient werden.</p>
<p>Eine erste Umsetzung der Multiscreen-Idee haben jüngst die <strong>US-Kabelnetzbetreiber</strong> Comcast und Time Warner zusammen mit Samsung auf der Messe für Unterhaltungselektronik <strong>CES </strong>in Las Vegas gezeigt: Der internetfähige Fernseher von Samsung verbindet sich dabei mit dem Tablet Galaxy des gleichen Herstellers.</p>
<p>Das <strong>Galaxy-Tab</strong>let kann die von <strong>Comcast </strong>angebotenen Programme abspielen. Es enthält zudem einen virtuellen Programmführer. Nach Aus­wahl eines Programms schaltet man vom Tablet den Kanal auf dem Fernseher um. Auch die Programmierung des digitalen Video­recorders ist vom Tablet aus möglich. Dadurch lässt sich ein Fernsehprogramm auf einem Gerät unterbrechen und auf einem anderen Gerät weiter anschauen. (Die Möglichkeiten für technikaffine Jugendliche, ihre Eltern zu ärgern, werden dabei wohl mannigfaltig sein.)</p>
<p><strong>Personalisierte TV-Dienste als nächster Schritt</strong></p>
<p>Während wir gerade erst dazu übergehen, Fernseheinhalte per Internet auf dem TV-Bildschirm zu goutieren, ist der nächste Schritt schon in Sichtweite: Personalisierte Dienste rund um das Fernsehen, miteinander verbunden, auf vielen mobilen Endgeräten und die Möglichkeit, diese Inhalte bei Bedarf auf den großen Fernsehbildschirm zu schalten. Oder anders gesagt: Der Fernseher bleibt den gemeinsamen Interessen der Familie erhalten, wo immer der Inhalt dann auch herkommt.</p>
<p>Die Nutzer scheinen dafür grundsätzlich bereit: Über die Hälfte der Fernsehzuschauer macht parallel zum Fernsehen oder zeitgleich ohnehin noch andere Dinge. Allerdings ist die parallele Computernutzung noch sehr gering: Ganze sechs Prozent surfen zeitgleich im Internet und schauen Fernsehen. So wird Multiscreen also noch etwas Zeit brauchen.</p>
<p><strong>Prof. Dr. Claus Sattler, Geschäftsführer, Goldmedia Innovation GmbH</strong></p>
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		<title>ZDF-Intendant: Wir sind jetzt endlich da angekommen, wo ich schon lange hin will</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jan 2010 13:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Promedia das medienpolitische Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Promedia schreibt im GOLDMEDIA Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Gebühren]]></category>
		<category><![CDATA[öffentlich-rechtlicher Rundfunk]]></category>
		<category><![CDATA[Programm]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview mit Markus Schächter, ZDF-Intendant, promedia 01/2010
In einem promedia –Interview betonte ZDF-Intendant Markus Schächte, dass er als Intendant wisse, dass das ZDF seine Unabhängigkeit immer wieder neu erkämpfen und dem Publikum seine Glaubwürdigkeit durch journalistische Leistung und Qualität unter Beweis stellen muss. „Die Chefredakteure des ZDF haben stets für beides gestanden. Das gilt für Reinhard Appel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interview mit Markus Schächter, ZDF-Intendant, </strong><strong><em>pro</em>media 01/2010</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>In einem promedia –Interview betonte ZDF-Intendant Markus Schächte, dass er als Intendant wisse, dass das ZDF seine Unabhängigkeit immer wieder neu erkämpfen und dem Publikum seine Glaubwürdigkeit durch journalistische Leistung und Qualität unter Beweis stellen muss. „Die Chefredakteure des ZDF haben stets für beides gestanden. Das gilt für Reinhard Appel ebenso wie für Klaus Bresser und Nikolaus Brender. Peter Frey steht genau in dieser Tradition.“ Peter Frey erklärte nach seiner Berufung: &#8220;Es ist jetzt die Hauptaufgabe des neuen Chefredakteurs, die Glaubwürdigkeit des Senders, die in der öffentlichen Wahrnehmung gelitten hat, wiederherzustellen. Dafür arbeite ich gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen, den Redaktionen, der Geschäftsführung und auch den Gremien.&#8221;</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Markus Schächter machte in dem Interview deutlich, dass trotz der Kritik des privaten Rundfunks an ZDFneo an seinem Weg der Schaffung einer Senderfamilie konsequent festhalten werde.  Mit dem neu formierten Digitalkanal, der seit 1. November 2009 auf Sendung ist, gehe das ZDF den ersten großen Schritt zur Bildung einer starken Senderfamilie, die unterschiedliche Zielgruppen unter dem Dach des ZDF vereinen will. Mit einer anspruchsvollen Kombination aus den Programmgenres Dokumentation/Reportage, Fiktion (Fernsehfilm, Spielfilm, Serie) sowie Comedy und Musik spreche ZDFneo besonders die Zielgruppe der 25- bis 50-Jährigen an. „Das ZDF entwickelt sich zu einer Programmfamilie mit unterschiedlichen Ausspielwegen und Plattformen. Das ist die Überlebensvoraussetzung in einer digitalen Welt, in der sich die Medienangebote immer weiter fragmentarisieren“, so Schächter im promedia-Gespräch.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<div id="attachment_1409" class="wp-caption alignleft" style="width: 228px"><strong><strong><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/Markus_Schaechter.jpg"><img class="size-medium wp-image-1409" title="Markus_Schaechter" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/Markus_Schaechter-218x300.jpg" alt="" width="218" height="300" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Prof. Markus Schächter, Intendant ZDF</p></div>
<p><strong>promedia: </strong>Herr Schächter, wie sehr gefährdet die Entscheidung des Verwaltungsrates, den Vertrag mit Herrn Brender nicht zu verlängern, die politische Unabhängigkeit des ZDF?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter:</strong> Als Intendant weiß ich, dass das ZDF seine Unabhängigkeit immer wieder neu erkämpfen und dem Publikum seine Glaubwürdigkeit durch journalistische Leistung und Qualität unter Beweis stellen muss. Die Chefredakteure des ZDF haben stets für beides gestanden. Das gilt für Reinhard Appel ebenso wie für Klaus Bresser und Nikolaus Brender. Peter Frey steht genau in dieser Tradition.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Sie haben in einem Statement erklärt, dass die Länder jetzt die Pflicht hätten, im Rahmen der anstehenden Novellierung des Rundfunkstaatsvertrags für belastbare Rechtsgrundlagen des ZDF Sorge zu tragen. Was für eine Regelung stellen Sie sich vor?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck hat dazu Vorschläge in die Diskussion eingebracht. Es ist aber nicht meine Sache, diese inhaltlich zu bewerten. Entscheidend ist, dass sich die Länder im Rahmen ihrer Zuständigkeit für die Gestaltung der Rahmenbedingungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gemeinsam dafür einsetzen, dass der Schaden, der nicht zuletzt durch die öffentlich gemachte Debatte entstanden ist, schnellstmöglich behoben wird.<span id="more-1415"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Angenommen, die Vertreter der Parteien würden sich aus dem Rundfunkrat und dem Verwaltungsrat zurückziehen, wäre das die Garantie, dass die Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gesichert ist?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Es ist jetzt die Aufgabe der Länder, die aufgeworfenen Fragen zu überprüfen. Möglicherweise wird sich auch das Bundesverfassungsgericht damit befassen. Es wird insgesamt darum gehen, eine bessere Balance zu finden und eine mögliche Dominanz einzelner Gruppierungen auszuschließen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Wie sehr hat diese Debatte, die seit Frühjahr öffentlich ausgetragen wird, dem öffentlich–rechtlichen Rundfunk geschadet?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Die Debatte hinterlässt Spuren und wird nachwirken. Vielfach wurde in öffentlichen Bekundungen der Eindruck erweckt, Parteien oder Staat würden weit über den konkreten Fall hinaus Einfluss auf Personalbesetzungen oder Programmgestaltung nehmen. Das entspricht nicht der Realität. Wir haben eine grundgesetzlich garantierte Programmautonomie, und ich trage als Intendant dafür Sorge, dass meine Kolleginnen und Kollegen unabhängig von äußeren Einflüssen &#8211; seien es politische oder ökonomische &#8211; arbeiten können.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Kurt Beck hat kürzlich konstatiert, dass die Akzeptanz der Gebühren schwindet. Welche Faktoren sind dafür Ihrer Meinung nach verantwortlich?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Es ist ein allgemeines Phänomen, dass Steuern, Gebühren oder andere Abgaben auf der Beliebtheitsskala nicht die obersten Ränge einnehmen. Schwerwiegender ist der Befund, dass vor allem jüngere Menschen den Wert eines öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Medienangebots geringer schätzen. Darin liegt eine große Herausforderung für uns. Denn wir müssen im Fernsehen, in den digitalen Programmangeboten und im Internet auch für diese jüngeren Menschen attraktive Angebote bereitstellen. Viele Medienangebote werden heute als selbstverständlich wahrgenommen. Die Bereitschaft, dafür zu zahlen, sinkt &#8211; das hat auch etwas mit der Internetwelt zu tun. Wir wollen deshalb gemeinsam mit unseren Kollegen der ARD stärker betonen, worin die besonderen Vorteile eines öffentlich-rechtlichen Angebots bestehen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Wie kann die Politik gegensteuern?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Indem sie die Rahmenbedingungen schafft und aufrecht erhält, die es dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ermöglichen, die neuen medialen Formen der digitalen Welt im Sinne des Programmauftrags einzusetzen und damit angemessen auf die Veränderungen gerade auch im Medienkonsum jüngerer Menschen zu reagieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Wie kann das ZDF gegensteuern?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Das ZDF muss die Chancen der digitalen Welt nutzen. Wir müssen auf die Veränderungen im Nutzerverhalten reagieren und unseren Weg in Richtung einer Programmfamilie konsequent fortsetzen. Ich bin mir sicher, dass wir durch die vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Welt, wie z. B. Abruffernsehen, zukünftig in der Summe größere Reichweiten erzielen können als in der Vergangenheit mit einem einzigen, linear ausgestrahlten Programm. Das ist aber natürlich nicht nur eine Frage der Technik. Wir müssen auch unsere Modernisierungsaktivitäten fortsetzen. Hierbei sehe ich uns mit ZDFneo und neuen Programmformaten und -vorhaben im Hauptprogramm auf einem guten Weg.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Glauben Sie, dass durch eine Haushaltsabgabe, die im Gespräch ist, die Akzeptanz steigt?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Noch ist unklar, auf welches Gebührenmodell sich die Länder einigen werden. Neben der Vorstellung von einer Haushaltsabgabe existiert weiterhin die Überlegung, die bestehende geräteabhängige Gebühr zu modifizieren. Grundsätzlich sollte das Ziel lauten: Die Gebühr so einfach, verständlich und nachvollziehbar zu gestalten wie irgend möglich. Je einfacher das Modell, desto höher die Akzeptanz.  Darüber hinaus gilt es sicherzustellen, dass das neue Modell einer eventuellen Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht standhält.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Welche Anforderungen stellen Sie an die künftige Gebührenordnung?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Sie sollte so einfach wie möglich sowie verfassungskonform sein. Und sie muss sicherstellen, dass der von der unabhängigen Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) ermittelte Bedarf erbracht werden kann.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Es ist auch wieder das Indexmodell ins Spiel gebracht worden. Wäre das eine Lösung, um die Gebühren langfristig zu sichern?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Ein  reines Index-Modell ist mit den Vorgaben aus Brüssel nicht vereinbar. Durch einen quasi automatischen Steigerungsmodus bestünde die Gefahr einer Überkompensation. Genau dagegen wirkt das Modell der KEF,  die zwar &#8211; soweit sinnvoll &#8211; in Teilbereichen selbst mit Indizes arbeitet, aufgrund ihrer streng bedarfsorientierten Kontrolle aber sicherstellt, dass nur der konkrete, wirklich benötigte Bedarf finanziert wird.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Das ZDF wird bis 2012 105 Mio. Euro weniger an Gebühren einnehmen als ursprünglich geplant. Die ARD will ihre Gebührenausfälle durch Kooperation und Spezialisierung kompensieren. Was können Sie angesichts dieser Ausfälle tun?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Die Zahl stammt aus einer Prognose der KEF. Wir berücksichtigen diese Erwartung in der Finanzplanung für die kommenden Jahre. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als durch Einsparungen in der Organisation, aber auch im Programm auf diese Ausfälle, so sie denn in diesem Umfang kommen, zu reagieren. Ich habe gerade erst bei der Verabschiedung des Haushalts 2010 klar gesagt, dass das Ziel, die laufende Gebührenperiode wie auch bereits die vergangene mit einer schwarzen Null abzuschließen, oberste Priorität hat.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Inwieweit ist das Programm davon tangiert?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Da wir in der Organisation und Struktur unseres Unternehmens schon in den vergangenen Jahren erhebliche Einsparleistungen umgesetzt haben, kann das Programm nicht außen vor bleiben. Wir verfolgen aber auch hier eine konstruktive Sparpolitik. Das heißt, wir nehmen nicht ganze Programme vom Sender, sondern suchen nach günstigeren Produktionsformen, intelligenten Wiederholungsstrategien und anderen Maßnahmen, die das Programm nicht nachhaltig beschädigen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Die Produzenten wollen preiswertere Programme produzieren, die ähnlich den Daily Soaps und Telenovelas „industriemäßig“ produziert werden. Wird auch das ZDF stärker auf solche Formate zurückgreifen müssen?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Das tun wir bereits an vielen Stellen im Programm. Wir experimentieren auch in ZDFneo mit neuen und günstigeren Formaten. Wie ich bereits sagte: Es führt kein Weg daran vorbei, Synergien zu heben und günstiger zu produzieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Die ARD hat sich jetzt mit den  Produzenten über eine Regelung bei der digitalen Verwertung geeinigt. Sie verhandeln noch. Wo liegen für Sie die Schwierigkeiten, einer ähnlichen Regelung wie sie die ARD getroffen hat, zuzustimmen?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Ich begrüße es sehr, dass die ARD nun Beteiligungsformen einführt, wie wir das schon seit Jahrzehnten praktizieren. Wir beteiligen die Produzenten längst an den Erlösen aus der Verwertung von Auftragsproduktionen, selbst dann, wenn wir die entsprechenden Programme zu 100 Prozent finanziert haben und die Produzenten zusätzlich garantierte Handlungskosten und Gewinnaufschläge dafür erhalten. Wir stehen zu angemessenen und fairen Rechteaufteilungen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> ZDFneo hat viel Lob von den Medien erhalten und wird 2010 ausgebaut.  Die Privaten fordern von der Politik ein Eingreifen, weil das Angebot angeblich nicht der Beauftragung entspricht. Werden sie ZDFneo inhaltlich verändern?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Die Kritik des VPRT läuft ins Leere. Das Programm von ZDFneo entspricht den staatsvertraglichen Rahmenvorgaben und ist in enger Abstimmung mit dem ZDF-Fernsehrat entwickelt und im November auf den Sender gebracht worden. Wir haben den Auftrag und die Pflicht, Inhalte auch für jüngere Menschen anzubieten. Wir zielen hier im Kern auf die 25- bis 50jährigen, die ein Recht darauf haben, ein wertiges öffentlich-rechtliches Programmangebot zu bekommen. Genau das leistet ZDFneo. Der langsame, aber stetige Zuspruch beim Publikum zeigt, dass der Sender ein Angebot präsentiert, das andere offenbar nicht bereitstellen.  Die Angriffe hinsichtlich fehlender Nachrichten sind im übrigen bemerkenswert, da uns gerade diese auf Betreiben des VPRT von der Politik verboten wurden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Die Finanzierung von ZDFneo soll auf Kosten Ihres 3sat-Engagements aufgestockt werden. Gleichzeitig haben Sie sich in der Berliner Erklärung für einen Fortbestand  von 3sat ausgesprochen. Ist das nicht inkonsequent? Benötigen wir 3sat angesichts des Internets noch?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Da werfen Sie einiges gehörig durcheinander. In der Tat aber ist es so, dass wir den Ausbau der digitalen Zusatzkanäle, also ZDFneo, den ZDFinfokanal und ZDFkultur nur durch Einsparungen und das Heben von Synergiepotentialen an anderer Stelle realisieren können. Zusätzliche Gebührengelder beanspruchen wir dafür nicht. Nach dem Start von ZDFneo planen im kommenden Jahr eine Weiterentwicklung des ZDFtheaterkanals zu einem Kulturkanal, der ein breiteres thematisches Spektrum abdecken wird. Wenn wir einen Teil unseres direkten Budgets von 3sat auf den Kulturkanal übertragen, heißt das nicht, dass das 3sat-Programm dadurch geschwächt wird. Wir legen Redaktionen zusammen und arbeiten von einer redaktionellen Plattform aus für mehr als nur einen Kanal. Das findet bei uns im Rahmen eines digitalen Transformationsprozesses statt. Es macht heute keinen Sinn mehr, einzelne Kanäle abgegrenzt voneinander zu betrachten. Das Programmunternehmen ZDF erstellt vielmehr Inhalte, etwa in den Bereichen Kultur, Information und Unterhaltung, die dann auf unterschiedlichen Verbreitungswegen zum Publikum transportiert werden. Schon jetzt leben die Partnerprogramme wie 3sat oder Phoenix überwiegend von Zweit- und Drittverwertungen aus den Hauptprogrammen von ARD und ZDF. Zu Ihrer Anschlussfrage: Selbstverständlich benötigen wir 3sat weiter. Es gibt kein vergleichbares Angebot, das den deutschsprachigen Raum mit besonderen Programmangeboten aus Österreich, Schweiz und Deutschland versorgt. Auf dieses besondere Profil sind wir stolz, und wir werden diese Fahne weiter hoch halten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Das ZDF ist auf vielen Feldern aktiv: Im klassischen ZDF-Angebot, Online, Mobile, mit drei Spartenkanälen, beim Ki.Ka, 3sat, Arte und Phoenix. Jetzt startet HDTV. Die Gebühren werden insgesamt nicht weiter wachsen, online ist keine Werbung möglich. Auf welche Angebote wird sich das ZDF in den nächsten Jahren konzentrieren, worauf wird es verzichten müssen?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Wir sind jetzt endlich da angekommen, wo ich schon lange hin will. Das ZDF entwickelt sich zu einer Programmfamilie mit unterschiedlichen Ausspielwegen und Plattformen. Das ist die Überlebensvoraussetzung in einer digitalen Welt, in der sich die Medienangebote immer weiter fragmentarisieren. Wir sind nicht mehr der alte Ein-Kanal-Sender der analogen Zeit, sondern ein öffentlich-rechtlicher Inhalte -Anbieter, der auf unterschiedlichen Wegen die Menschen in diesem Land erreicht. Im Zentrum wird auf lange Sicht das Hauptprogramm stehen. Mit ihm erreichen wir den größten Teil unseres Publikums. Aber, ich sage auch: Diese Relation wird sich in den kommenden Jahren verändern. Alle großen Sender verlieren an Marktanteilen. Als gebührenfinanzierter Sender haben wir die Verantwortung, diese Entwicklung zu berücksichtigen und Strategien dafür zu entwickeln, wie wir öffentlich-rechtliche Programmangebote zum Publikum transportieren. Wir sind da auf einem sehr guten Weg.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><strong>Über Prof. Markus Schächter</strong></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Geboren: 31. Oktober 1949</li>
<li>1969 – 1974 Studium u.a. Geschichte, Politikwissenschaften und Publizistik</li>
<li>1973– 1977 Journalist beim SWR und ZDF</li>
<li>1977-1981 Kultusministerium Rheinland- Pfalz</li>
<li>Seit 1981 beim ZDF, u.a. Referent des Programmdirektors, Leiter der ZDF-Kulturredaktion, der Kinder- und Jugendredaktion und Programmplanung</li>
<li>1998-2002 Programmdirektor des ZDF</li>
<li style="text-align: justify;">Seit März 2002 Intendant des ZDF</li>
</ul>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong> <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.promedia-berlin.de');" href="http://www.promedia-berlin.de/"><strong>promedia</strong></a></p>
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		<title>Produzentenallianz: Wir haben nicht den Big Bang, aber eine Systemveränderung erreicht</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 09:00:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Promedia das medienpolitische Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Promedia schreibt im GOLDMEDIA Blog]]></category>
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		<description><![CDATA[Interview  mit Dr. Christoph E. Palmer, Vorsitzender der Geschäftsführung Allianz Deutscher Produzenten, promedia 01/2010
Die Produzenten fordern seit längerem von den TV-Sendern eine Beteiligung an er Verwertung ihrer Formate auf digitalen Plattformen. Nun hat die Produzentenallianz deinen Durchbruch erzielt und mit der ARD eine Vereinbarung über seit langem strittigen Punkten erzielt. So sollen die Produzenten künftig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interview  mit Dr. Christoph E. Palmer, Vorsitzender der Geschäftsführung Allianz Deutscher Produzenten, </strong><strong><em>pro</em>media 01/2010</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Produzenten fordern seit längerem von den TV-Sendern eine Beteiligung an er Verwertung ihrer Formate auf digitalen Plattformen. Nun hat die Produzentenallianz deinen Durchbruch erzielt und mit der ARD eine Vereinbarung über seit langem strittigen Punkten erzielt. So sollen die Produzenten künftig bis zu 50 Prozent an allen Netto-Erlösen beteiligt werden, wenn die ARD einen Film ins Ausland verkauft, ins Kino bringt oder eine DVD veröffentlicht. Bisher gingen ausnahmslos alle Rechte auf die Sender über. Wiederholt ein ARD-Sender einen Film binnen fünf Jahren nicht oder verkauft ihn weiter, darf das der Produzent selbst tun und wiederum die Hälfte der Einnahmen behalten. Mögliche Streitfälle soll eine gemeinsame Clearing-Stelle schlichten. Geprüft wird auch die Gründung einer gemeinsamen Vertriebsgesellschaft für vollfinanzierte Auftragsproduktionen.  Die TV-Produzenten rechnen bei Produktionen, die im Frühjahr 2010 starten bereits mit einem Erlösplus von 5 bis 10 Prozent. </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Verhandlungen der Produzentenallianz mit dem ZDF gestalten sich dagegen anscheinend schwieriger, da das ZDF bereits die Produzenten an verschiedenen Verwertungen beteiligt. Und die privaten Sender, so heißt es in Verhandlungskreisen, sperren sich derzeit unter Verweis auf die schwierige wirtschaftliche Lage gänzlich gegen eine Lösung.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<div id="attachment_1410" class="wp-caption alignleft" style="width: 233px"><strong><strong><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/Christoph_Palmer.jpg"><img class="size-medium wp-image-1410" title="Christoph_Palmer" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/Christoph_Palmer-223x300.jpg" alt="" width="223" height="300" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Dr. Christoph E. Palmer, Vorsitzender Allianz Deutscher Produzenten</p></div>
<p><strong>promedia:</strong> Herr Palmer, seit Jahren fordern die Produzenten von den TV-Sendern eine Veränderung der Terms of Trade. Warum waren jetzt die Gespräche mit der ARD überraschenderweise so erfolgreich?<br />
<strong>Christoph </strong><strong>E. </strong><strong>Palmer</strong><strong>:</strong> Es gibt nicht nur eine, sondern mehrere Ursachen. Wichtig war die Erklärung der Länder bei der Unterzeichnung des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrags, dass man angemessene und faire Produktionsbedingungen vereinbaren soll. Die Protokollerklärung hat für Aufsehen gesorgt und die Atmosphäre positiv begleitet. Zweitens bündelt die Allianz als neue, schlagkräftige Interessenvertretung der Produzenten eine andere Verhandlungsmacht als einzelne Verbände in der Vergangenheit. Drittens ist die Einsicht bei der ARD, zumindest bei vielen Verantwortlichen in den Intendanzen, auf der Programmseite und auch in den juristischen Direktionen gewachsen, dass man von einer verlässlichen und tragfähigen Partnerschaft mit den Produzenten profitiert, selbst wenn man an verschiedenen Stellen den Produzenten entgegenkommen muss. Es ist niemandem damit gedient, wenn die wirtschaftliche Existenzbasis der Produktionsbetriebe immer schmaler und schwieriger wird.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Welche Bedeutung hat diese Vereinbarung für die Zukunft für den Produktionsstandort Deutschland und für die Produzentenlandschaft?<br />
<strong>Christoph </strong><strong>E. </strong><strong>Palmer</strong><strong>:</strong> Es gibt bislang keine so weit reichende Vereinbarung, die unterschiedliche Aspekte des Zusammenwirkens bei der Produktion von Auftraggebern und -nehmern so umfassend beleuchtet wie diese Vereinbarung mit der ARD. Sie verbessert zum einen die Konditionen für realistische Kalkulationen, sie schafft zum anderen die Möglichkeit, dass Produktionen mitfinanziert werden. Und sie beinhaltet zum Dritten den von uns erhofften und lange geforderten Einstieg in den Rechterückfall. Damit kommen wir insgesamt zu einer anderen Situation im vollfinanzierten TV-Auftragsproduktionsbereich: Es kommt zu Verbesserungen im System, zur Flexibilisierung des Systems und mit dem Einstieg in den Rechterückfall auch zu Systemveränderungen, allerdings nicht in dem Umfang, wie es sich die Produzenten gewünscht haben. Alle drei Komponenten sind nicht nur ein symbolischer, sondern auch ein  wirtschaftlich spürbarer Fortschritt.<span id="more-1405"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Inwieweit sind Sie den Sendern auch ein Stück entgegengekommen? Denn die Zahlen der Gebührenausfälle, mit denen die ARD bis 2012 rechnet, sind bekannt&#8230;<br />
<strong>Christoph </strong><strong>E. </strong><strong>Palmer</strong><strong>:</strong> Wir haben den Big Bang nicht erreicht, also den Paradigmenwechsel eines kompletten Rechterückfalls nach einem bestimmten Ausstrahlungszeitraum. Aber die neue Philosophie, die diese Vereinbarung prägt, geht auch eher in die Richtung zusätzlicher Erlösquellen, die im bisherigen System von den Produzenten nicht erzielbar waren. Künftig können beide Beteiligte, nämlich Auftraggeber und Auftragnehmer, von einer Nachnutzung profitieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Die ARD ist die erste der vier großen Senderfamilien, mit der Sie diese Einigung erreicht haben. Wann wird es mit dem ZDF und den Privaten zu ähnlichen Vereinbarungen kommen?<br />
<strong>Christoph </strong><strong>E. </strong><strong>Palmer</strong><strong>:</strong> Ich möchte zunächst der ARD ein großes Kompliment machen. Auf den ersten Blick könnte man sagen, das ist der schwierigste, weil heterogenste Verhandlungspartner, mit seinen unterschiedlichen, unabhängigen Landesrundfunkanstalten. Gleichwohl geschah die überraschende Einigung in zehnmonatigen und vertraulichen Verhandlungen. Beide Seiten haben sich vorbildlich an die Diskretion gehalten und das hat diesen Erfolg auch möglich gemacht. Dieses Ergebnis wird sicher jetzt auch von den anderen Senderfamilien intensiv ausgewertet werden. Ich kann nicht sagen, wie die konkreten Handlungsfortschritte mit dem ZDF, ProSiebenSat.1 und RTL verlaufen werden. Klar ist, dass wir für Februar 2010 die nächste Verhandlungsrunde mit dem ZDF angesetzt haben. Wir haben in der Zwischenzeit die Zeit auch genutzt, um in verschiedenen Arbeitsgruppen mit dem ZDF für die nächste Verhandlungsrunde den Grund zu legen. Im Sommer bzw. Frühherbst 2009 wurden auch die Gespräche mit den privaten Senderfamilien aufgenommen. Das heißt, die Verhandlungen mit den drei anderen Sendergruppen laufen, aber wir wollten jetzt bewusst ein erstes Ergebnis ins Ziel bringen: Das ist das Dokument, an dem man sich als „Blaupause“ orientieren wird. Trotzdem besteht Spielraum auch für unterschiedliche Regelungen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Welche unmittelbaren und kurzfristigen Effekte erwarten Sie für die Produzenten?<br />
<strong>Christoph </strong><strong>E. </strong><strong>Palmer</strong><strong>:</strong> Die Vereinbarung gilt ab 1. Januar 2010 für alle TV-Auftragsproduktionen, die von ARD oder degeto in Auftrag gegeben werden. Sie kann unmittelbar und kurzfristig in den bestehenden Strukturen die Vertragskonditionen verbessern. Es können zum Beispiel neue Berufsbilder in die Kalkulationsgrundlage aufgenommen werden, die Kappungsgrenze, die insbesondere bei Schauspielergagen bei den HU-Kosten eine Beeinträchtigung war, kann wegfallen. Es können zudem Bürgschaftskosten angerechnet werden. Wir haben eine Vereinbarung für die Einbeziehung von Entwicklungskosten gefunden. Es sind also unmittelbare, konkrete Verbesserungen für alle Produktionen, die im nächsten Jahr anlaufen, enthalten. Es gehört zu diesem Themenbereich auch dazu, dass der jeweils gültige Gagen- und Manteltarifvertrag zu Grunde zu legen ist, ein neuer tritt zum  1. Januar 2010 in Kraft. Es sind ferner Regelungen zu Zahlungszielen und Vertragskonditionen und Produktionsvorverträgen enthalten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Sie erwähnen den Begriff „Qualitätspartnerschaft“ in Ihrer Pressemeldung. Warum ist das für Sie so wichtig, auf eine Qualitätspartnerschaft zu setzen?<br />
<strong>Christoph </strong><strong>E. </strong><strong>Palmer</strong><strong>:</strong> Die Produzenten sind nach unserem Verständnis Garanten dafür, dass Innovationen ins Programm und handwerklich sauber gearbeitete und gern gesehene Produkte auf den Markt kommen. An dieser Qualitätshandschrift hat die ARD großes Interesse. Deshalb hat sie sich auf eine so weit reichende Vereinbarung mit uns Produzenten eingelassen. Wir liefern ein immer frisches, neues und abwechslungsreiches Produkt und haben den Zuschauer im Blick. Dafür gewährt die ARD verlässliche und auch auskömmliche Produktionsbedingungen. Das bezeichne ich als „Qualitätspartnerschaft“ oder „Win-win-Situation“. Aber der Begriff „Qualitätspartnerschaft“ bezieht sich auch darauf,  dass sich diese Qualität auf eine bewährte und Jahrzehnte lange verlässliche, eingespielte Zusammenarbeit bezieht, die mit der neuen Vereinbarung aber auch in die Zukunft weist.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Eine der Forderungen war, dass die Entwicklungskosten und die Kosten für Pilotfilme berücksichtigt werden sollten. Ist das jetzt so vorgesehen?<br />
<strong>Christoph </strong><strong>E. </strong><strong>Palmer</strong><strong>: </strong>Die ARD-Landesrundfunkanstalten erklären ihre Bereitschaft zur Berücksichtigung von mit den Produzenten abgestimmten Entwicklungskosten. Diese sind kalkulationsfähig und können auch im Rahmen von Projektentwicklungsverträgen in Ansatz gebracht werden. Als Entwicklungskosten gelten die im Rahmen der Produktionsvorbereitungen entstehenden Vorkosten einer Produktion. Hierzu zählen insbesondere Kosten der Recherche, Vorbereitungsarbeiten an einem Drehbuch, die nicht Teil des späteren Drehbuchvertrags werden, Kosten für Motivsuche oder Casting, soweit sie als Vorbereitung eines Drehbuchauftrags notwendig sind, und ähnliche Projektentwicklungskosten, soweit diese nachweislich für die Entstehung des Buches oder der Produktion notwendig und wirtschaftlich geboten sind. Allerdings ist der Fehlversuch, also das abgebrochene Projekt, ein normales unternehmerisches Risiko des Produzenten und wird auch in Zukunft nicht in die Kalkulation eingehen können. Aber das, was zum Ergebnis führt und zu den Vorkosten gehört, wird in Zukunft kalkulationsfähig sein. Das ist ein sehr großer Fortschritt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Wie sieht es mit der Vergütung von Online-Verwertungen aus?<br />
<strong>Christoph </strong><strong>E. </strong><strong>Palmer</strong><strong>:</strong> Da muss man zwischen Online und On Demand unterscheiden. Bei On Demand haben wir eine Vereinbarung gefunden. Die ARD-Landesrundfunkanstalten beteiligen ab 1. Januar 2010 die Produzenten mit 50 Prozent an sämtlichen Nettoerlösen, sei es inländisches Pay-TV, Kino, DVD-Verwertung oder kommerzielles On Demand. Eine kleine Einschränkung gibt es: Die ARD hat sich vorbehalten, dass, wenn mit dem ZDF nur geringere Höhen für die Erlösbeteiligung der Produzenten in den jetzt folgenden ZDF-Verhandlungen vereinbart werden, sie die Vereinbarung dann anpassen kann. Aber das ZDF war bei Erlösbeteiligungen bisher sehr viel weiter war als die ARD. Wir haben beim ZDF beispielweise derzeit eine Erlösbeteiligung zwischen 20 und 50 Prozent, je nach Nutzungsart. Bei der ARD existierte bisher für diese Verwertungen keine Erlösbeteiligung. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir auch mit dem ZDF in all diesen Erlösbeteiligungen auf 50 Prozent kommen. Und dann wäre diese Erlösbeteiligung von 50 Prozent in allen Verwertungsformen mit dem öffentlich-rechtlichen System für die Produzenten in Deutschland ein Riesenschritt nach vorne.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Das heißt, für Angebote in den ARD- und ZDF-Mediatheken gibt es keine Vergütung?<br />
<strong>Christoph </strong><strong>E. </strong><strong>Palmer</strong><strong>:</strong> Nein, die Mediathek ist davon ausgenommen. Das ist im Rahmen des Free-TV durch die Auftragsproduktion abgegolten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Es soll künftig, Sie hatten es angedeutet, teilfinanzierte Produktionen geben, bei denen die Produktionen die Rechte entsprechend ihrer finanziellen Beteiligung zurückbehalten können. Die Möglichkeit bestand bisher auch schon. Was ist daran neu?<br />
<strong>Christoph </strong><strong>E. </strong><strong>Palmer</strong><strong>:</strong> Diese Möglichkeit bestand im Einzelfall bei marktmächtigen Produktionsunternehmen. Jetzt erklären sich die Landesrundfunkanstalten generell bereit, das Modell der Mitfinanzierung der Produktionen durch die Produzenten zu realisieren. Das heißt, das Regel-Ausnahme-Verhältnis kann, wenn auf der Produzentenseite dazu Interesse besteht, umgedreht werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Woher sollen vor allem die kleinen Produzenten das Geld dafür nehmen?<br />
<strong>Christoph </strong><strong>E. </strong><strong>Palmer</strong><strong>:</strong> Die Philosophie hinter dieser Vereinbarung ist, dass es nicht <strong><em>den einen </em></strong>Weg für das deutsche Produktionsunternehmen gibt: nur Mitfinanzierung, respektive nur vollfinanzierte Auftragsproduktionen mit Erlösbeteiligung und verbesserter Kalkulationsgrundlage, oder das neue Rechtemodell. Es wird darum gehen, sich aus verschiedenen Möglichkeiten ein passgenaues Modell auszusuchen. Deswegen ist diese Vereinbarung etwas für die großen, auch internationalen Unternehmen und Produktionsbetriebe, genauso wie für die mittleren, wie für die kleinen. Alle werden in dieser Vereinbarung Verbesserungsmöglichkeiten für ihre Produktionsbedingungen finden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Künftig sollen auch die Produzenten nicht genutzte Rechte selbst verwerten können. Ist dabei an eine feste zeitliche Regelung gedacht?<br />
<strong>Christoph </strong><strong>E. </strong><strong>Palmer</strong><strong>:</strong> Wenn innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren eine Produktion im Rahmen sämtlicher Programme, die die ARD-Landesrundfunkanstalten selbst veranstalten oder an denen sie beteiligt sind, nicht genutzt werden, kann auf Wunsch des Produzenten, diesem das nicht genutzte Recht zur Selbstverwertung zurückgegeben werden. Doch die Regelung ist noch weitergehender: Die Möglichkeit der Selbstverwertung wird den Produzenten in Zukunft dann eingeräumt, wenn die jeweilige Nutzungsmöglichkeit einzelbezogen vom Sender nicht genutzt wird. Also nicht die Ausstrahlung im dritten Programm einer anderen Landesrundfunkanstalt verhindert auf alle Zeit den Rückfall eines DVD-, On-Demand-, Merchandising- oder Kinorechts, sondern es ist immer auf das Einzelrecht bezogen. Die finanzierende ARD-Anstalt behält ein nicht exklusives Senderecht, das heißt, sie kann die Auftragsproduktion in ihrem eigenen Programm wiederholen. Ein klassischer Fall ist ein Schauspieler-Jubiläum oder eine Dokumentation anlässlich eines Jahrestages.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Werden die Archive insgesamt in diese Regelung mit einbezogen?<br />
<strong>Christoph </strong><strong>E. </strong><strong>Palmer</strong><strong>: </strong>Wir haben eine zweijährige Rückwirkung vereinbart. Dieses fünf Jahre nicht genutzte Recht fängt bereits mit dem Stichtag 1. März 2008 an. Das heißt, wir werden ab 1. März 2013 zum ersten Mal erleben, dass Produzenten um Rechterückgabe von einzelnen Produktionen bitten und in die Eigenverwertung dieser Produktionen gehen. Dann haben wir exakt einen Zeitraum von zehn Monaten, um das zu erproben und zu evaluieren, weil die gesamte Vereinbarung bis 31. Dezember 2013 geschlossen ist. Danach sehen wir, ob von diesem Recht Gebrauch gemacht wird und ob es sich materialisieren lässt. Dann können wir für die nächste Verhandlungsphase unsere entsprechenden Konsequenzen daraus ziehen. Der Gang durch die Archive 50 Jahre zurück ist allerdings nicht vereinbart worden. Teilweise stehen dem rechtlich-objektive Bedenken entgegen, außerdem erfordert es einen unglaublichen Aufwand für einen zum Teil unklaren Ertrag. Wir haben den Gang in die Archive für die Zukunft nicht ausdrücklich ausgeschlossen, aber es war nicht im Vordergrund unserer Überlegungen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Können Sie sich vorstellen, dass gerade für die Archivlösung die ARD selbst ein kommerzielles Angebot macht?<br />
<strong>Christoph </strong><strong>E. </strong><strong>Palmer</strong><strong>:</strong> Eine solche Überlegung gehört mit zu unserer Verabredung. Wir haben vereinbart, dass wir uns ein Jahr Zeit nehmen, um eine gemeinsame Verwertungs- und Vertriebstochter von Produzentenallianz und ARD zu prüfen. Damit sind viele Aspekte verbunden. Die ARD will prüfen, ob alle vorhandenen Vertriebstöchter der ARD in eine gemeinsame Verwertungs- und Vertriebstochter integriert werden können. Wir müssen wiederum auf unserer Seite auch sehen, ob wir eher an einem Modell der Eigenvermarktung Interesse haben, oder ob wir uns auf ein gemeinsames Unternehmen mit der ARD verständigen wollen. An einer solchen kommerziellen Verwertung könnte auch die Produzentenallianz partizipieren und wir würden das für die Zukunft nicht ausschließen, wenn es der Philosophie einer gerechten Verteilung der Erlöse folgt und wenn man sich über ein entsprechendes Marktmodell verständigen kann. Benchmark sind dabei immer die 50 Prozent. Umgekehrt, wenn der Produzent in Zukunft nach diesen fünf Jahren die TV-Auftragsproduktionen selbst verwertet, muss er von seinem Ertrag auch wiederum die ARD mit 50 Prozent beteiligen. Das gegenseitige 50-Prozent-Beteiligen findet man an allen Stellen dieser Vereinbarung und gäbe es ein entsprechendes Marktmodell mit einer gerechten Erlösbeteiligung, das interessant für beide Seiten ist, könnten sich das die Produzenten vorstellen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Über Dr. Christoph E. Palmer</strong></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Geboren: 1962</li>
<li>Studium Geistes- und Sozialwissenschaften</li>
<li>1994-1996 Professor für Politikwissenschaft</li>
<li>1996-1998 Staatssekretär im Ministerium für</li>
<li>Wissenschaft, Forschung und Kunst, Baden-Württemberg</li>
<li>1996-2008 Aufsichtsratsvorsitzender der Filmakademie</li>
<li>Baden-Württemberg</li>
<li>1998 – 2004 Staats- und Europaminister</li>
<li style="text-align: justify;">Seit 2005 Selbständiger Unternehmensberater für Roland Berger Strategy Consultants GmbH München und geschäftsführender Gesellschafter Pontis Strategie GmbH</li>
</ul>
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		<title>Die Verteilungskämpfe werden naturgemäß härter, wenn das Geld knapper wird</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jan 2010 15:03:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Promedia das medienpolitische Magazin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Interview mit Volker Herres, Programmdirektor des Ersten, promedia 01/2010
Der Programmdirektor des Ersten, Volker Herres, geht davon aus, dass sich die fehlenden 200 Millionen Euro, die der ARD bis 2012 an Gebühreneinnahmen fehlen sollen, nicht spürbar im Ersten Programm niederschlagen werden. „Die Verteilungskämpfe werden naturgemäß härter, wenn das Geld knapper wird. Ich weiß aber, dass in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interview mit Volker Herres, Programmdirektor des Ersten</strong><strong>, </strong><strong><em>pro</em>media 01/2010</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der Programmdirektor des Ersten, Volker Herres, geht davon aus, dass sich die fehlenden 200 Millionen Euro, die der ARD bis 2012 an Gebühreneinnahmen fehlen sollen, nicht spürbar im Ersten Programm niederschlagen werden. „Die Verteilungskämpfe werden naturgemäß härter, wenn das Geld knapper wird. Ich weiß aber, dass in den Landesrundfunkanstalten ein Bewusstsein dafür vorhanden ist, wie wichtig Das Erste als gemeinsame Klammer der ARD, als das nationale Vollprogramm, ist. Das wird nicht jeden Verteilungskampf lösen, aber zumindest Prioritäten bestimmen“, so Herres in einem promedia-Gespräch. Er sei auch ständig mit Produzenten über neue und preiswertere Produktionen im Gespräch und man werde in bestimmten Herstellungsprozessen – und hier spielen auch technische Entwicklungen eine Rolle – Kosten reduzieren können, aber er halte nichts davon, „dass wir bei den fiktionalen High-End-Produkten die Standards senken und dem Zuschauer nicht mehr die gewohnte Qualität zu bieten. Großes Fernsehen muss auch so aussehen – und nicht, als wäre es an drei Tagen in einer Lagerhalle bei Kerzenlicht abgedreht worden.“</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_1369" class="wp-caption alignleft" style="width: 217px"><strong><strong><img class="size-medium wp-image-1369" title="Volker_Herres_ARD" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/Volker_Herres_ARD-207x300.jpg" alt="Volker Herres, Programmdirektor Das Erste" width="207" height="300" /></strong></strong><p class="wp-caption-text">Volker Herres, Programmdirektor Das Erste</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Herr Herres,  Ihre Zuschaueranteile waren 2009 rückläufig. Wird 2009 zum Schwächeanfall der Kreativität der ARD?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Davon kann überhaupt keine Rede sein. Richtig ist, dass wir gegenüber dem Vorjahr an Marktanteilen eingebüßt haben und 2009 ein schwieriges Jahr war. 2008 fanden mehrere Sportgroßereignisse statt, die immer eine Lokomotivfunktion ausüben. Mit den Olympischen Spielen in Vancouver und der Fußball-WM in Südafrika werden wir solche Ereignisse aber 2010 wieder erleben. Einbrüche hatten 2009 auch die anderen nationalen Vollprogramme, so dass wir immer noch auf Platz eins liegen. Der Wettbewerb wird aber härter, weil immer mehr neue Programme am Kuchen nagen und sich Sehgewohnheiten fragmentieren. Es ist nicht mehr so leicht, im nationalen Fernsehwettbewerb auf die ganz hohen Ratings zu kommen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Können Sie nur mit Sport Bester sein?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Nein. Wir sind als nationales Vollprogramm auf Platz 1. Zu dieser Position gehört nicht nur Sport, sondern vor allem Information, das Fiktionale und auch Unterhaltung.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>RTL muss sparen und hat trotzdem zugelegt. Was können Sie diesem massenattraktiven Programm entgegensetzen? Oder wollen Sie das vielleicht gar nicht?<span id="more-1366"></span><br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Wir wollen und können kein Programm machen, wie es RTL anbietet. Der Sinn des dualen Systems liegt darin, sich zu unterscheiden. Wir planen deshalb zum Beispiel Brüche im Audience Flow bewusst ein, um mit attraktiven fiktionalen und Unterhaltungsprogrammen die schwierigere Informationskost zu stützen. Solche Brüche würde ein kommerzieller Sender so nie hinnehmen. Wir nutzen unsere Lokomotiven, um allen Genres zu möglichst großem Erfolg zu verhelfen. Hinzu kommt, dass wir bestimmte Programmfarben der Kommerziellen nicht umsetzen. Die jüngsten Erfolge von RTL sind getragen von den Nachmittagsformaten wie „Verdachtsfälle“ oder „Familien im Brennpunkt“, die bei uns nichts verloren hätten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Wo liegen hierbei Ihre Bedenken?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Bei „Familien im Brennpunkt“ werden soziale Konflikte von Laiendarstellern gespielt, in einer Ausrichtung, die zu uns nicht passt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Diese Formate zählen im weitesten Sinn zur Rubrik „Lebenshilfe“. Hat die ARD nicht weiterhin einen Nachholbedarf in diesem Bereich?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>:</strong> „Familien im Brennpunkt“ bietet Lebenshilfe? Okay, da hat die ARD ein anderes Verständnis. Praktische Lebenshilfe ist aber weiterhin ein interessantes und notwendiges Feld, wenn man es auf öffentlich-rechtliche Weise beackert. Aus diesem Grund haben wir z.B. Tim Mälzer mit einer wöchentlichen Sendung ins Programm genommen. Ich kann mir im Ersten perspektivisch weitere Formate vorstellen, die sich aber von denen der kommerziellen Konkurrenz unterscheiden. Diese Formate würden sehr konkret Beratung bieten, wie es unsere Ratgeber-Klassiker seit Jahren tun.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Aber das ist „Zeigefinger“-Fernsehen.<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Nein, es sind die bewährten und viel gesehenen Service- und Beratungssendungen im Ersten Deutschen Fernsehen, die gute und nützliche journalistische Arbeit leisten. Bei den Hybridformaten kann man sicher immer wieder darüber nachdenken, was sich noch entwickeln lässt. Sendungen wie das „ARD Buffet“ sind aber bereits sehr erfolgreich und geben täglich auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise Tipps für alle möglichen Lebenslagen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Was ist 2010 an Neuem im Programm zu erwarten?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Der Fokus wird nicht auf Neuem liegen, sondern darauf, in vorhandenen, erfolgreichen Strukturen Highlights und in allen Genres möglichst attraktives Programm anzubieten. Wir werden bei der Fußball-WM, wie zuletzt bei den Olympischen Spielen in China, den Fokus der Berichterstattung auf den Austragungsort legen, das heißt den etwas vergessenen Kontinent Afrika. Wir werden das durch die WM entstehende Interesse nutzen, um auch über Gesellschaft, Politik, Umwelt und andere Themen zu berichten. Zudem wird es im kommenden Jahr ein ganzes Kaleidoskop fiktionaler Highlights geben: Bereits im Januar zeigen wir „Gier“ von Dieter Wedel, ein starkes Stück mit einer Top-Besetzung, im zweiten Quartal folgt die zweiteilige Mankell-Verfilmung „Kennedys Hirn“, im dritten Quartal „Der letzte Patriarch“ mit Mario Adorf und im vierten Quartal „Lakonia“ über den Seefahrtskrieg im Zweiten Weltkrieg. Auch bei Einzelfilmen werden wir ein starkes Jahr erleben, ebenso bei den Serien, etwa „Weißensee“, eine Familiengeschichte aus der DDR der 80er Jahre. Ein wirklich innovatives Format werden wir mit Dominik Grafs achtteiliger Serie „Im Angesicht des Verbrechens“ ins Programm bringen. Im journalistischen Bereich setzen wir die Reihe „Deutschland, deine Künstler“ fort. Im nächsten Jahr finden auch eine ganze Reihe Jubiläen statt, angefangen mit 10 Jahre „Debüt im Ersten“, dann 25 Jahre „Lindenstraße“, 40 Jahre „Tatort“ und zu guter Letzt werden wir selbst, die ARD, auch noch 60.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Sie feiern sich selbst kräftig?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Wir versuchen, ein attraktives Programm anzubieten, anstatt zu einem großen Festakt 1000 Multiplikatoren und enge Freunde einzuladen. Es sind zwei große Unterhaltungsshows am 15. und 17. April geplant, dazu vier Themennächte mit Highlights der Programmgeschichte sowie eine Dokumentation am 12. April. „60 Jahre ARD“ ist ein Programmereignis, bei dem wir auch die kritischen Aspekte nicht aussparen. Es gibt aber auch, zumindest in der Nachbetrachtung, komische Dinge, etwa die vertauschte Neujahrsansprache von Helmut Kohl.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Zu den Jubiläen gehört auch der 20. Jahrestag der Einheit. Die Arbeitsteilung zwischen ARD und ZDF bei der Berichterstattung zum 20. Jahrestag des Mauerfalls war meiner Meinung nach nicht optimal und dem Ereignis nicht angemessen. Wie kommen solche Programmentscheidungen zustande?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Über den Verlauf der Berichterstattung am 9. November bin auch ich nicht glücklich. Aber wir mussten uns damit abfinden, dass der Veranstalter, der Senat von Berlin, eine Medienpartnerschaft mit dem ZDF eingegangen ist. Dadurch bekam die Veranstaltung einen spezifischen Charakter. Meiner Meinung nach haben wir journalistisch nichts falsch gemacht. Ab 18.50 Uhr wurde live im Ersten berichtet, mit Zeitzeugen und den Ereignissen vor Ort. Wir haben auch Teile des Staatsaktes abgebildet, sind verspätet in die &#8220;Tagesschau&#8221; gegangen, um die Merkel-Rede live zu übertragen und haben dann nach 21.00 Uhr noch einmal einen 75-minütigen Rückblick auf 20 Jahre Mauerfall gezeigt. Dass der Zeitplan der Veranstaltung ein anderer war als angekündigt, machte für uns die Planung nicht einfach.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Sind Medienpartnerschaften die Zukunft der politischen Berichterstattung?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Ich glaube nicht, dass es ein Zukunftsmodell sein kann, weil ich nicht der Ansicht bin, dass sehr viele Menschen damit glücklich waren. Es ist gut, wenn es Ereignisse gibt, die man angemessen begeht und bei denen die Medien die Rolle des Berichterstatters einnehmen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Sie sind ein Jahr Programmdirektor des Ersten. Was zählen Sie zu Ihren Erfolgen und Niederlagen in dieser Zeit?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Natürlich war ich enttäuscht, dass die Serie „Eine für alle“ im Vorabend nicht den Erfolg hatte, den ich mir gewünscht hätte. Aber Fernsehen ist auch ‚Trial and Error’. Wir haben jetzt mit der Nachfolgesendung „Das Duell“ ein Format, das auf Anhieb erfolgreicher ist und bei dem der Trend stimmt: Es liegt heute bei acht Prozent Marktanteil, immer noch kein Grund zum Jubeln, aber eine Trendwende auf diesem Platz, denn die Reichweite steigt langsam aber stetig. Es bleibt aber weiterhin eine Aufgabe, den Vorabend zu stärken.</p>
<p style="text-align: justify;">Sehr erfolgreich waren die fiktionalen Angebote, von „Mogadischu“ bis „Jenseits der Mauer“ und „Willkommen zu Hause“. Es gab eine ganze Reihe von erfolgreichen fiktionalen Formaten im Regelprogramm, aber auch von herausgehobenen Event-Produktionen. Solche Marken zu setzen und das Fiktionale mit dem Journalistischen zu verbinden, um das geweckte Interesse in Gesprächssendungen oder Dokumentationen zu vertiefen, ist uns 2009 bereits sehr gut gelungen, weswegen wir auch 2010 solche Themenabende planen. Die Verbindung von Fiktion und Information erfüllt idealtypisch das, was öffentlich-rechtlicher Rundfunk leisten muss: bei wichtigen Themenstellungen, auf konsumierbare Art und Weise, große Aufmerksamkeit zu schaffen. Darüber hinaus ist es sehr erfreulich, dass wir den „Echo“ wieder im Ersten haben, weil er uns beim jüngeren Publikum gut positioniert. Ich freue mich außerdem über die Zusammenarbeit mit Stefan Raab, die wir für den Vorentscheid des „Eurovison Song Contests“ vereinbart haben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Und die Bundesliga haben Sie für die ARD ja auch wieder gesichert&#8230;<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Eine meiner ersten Aufgaben – da war ich kaum durch die Tür – waren die Bundesliga-Verhandlungen. Besonders freue ich mich darüber, dass die Bundesliga-Sportschau am Samstag durch die Veränderungen des Spielplans keinen Schaden genommen hat. Im journalistischen Bereich haben wir eine tolle Wahlberichterstattung abgeliefert. Das Publikum stellt uns glänzende Noten aus, mit 74 Prozent „sehr gut“ und „gut“ für die Berichterstattung vor der Wahl und an den Wahlabenden. 82 Prozent des Informationsangebotes zu den Wahlen im Fernsehen fanden ausschließlich bei ARD und ZDF statt. Auch ein solches Zuschauerurteil ist ein großer Erfolg, gerade weil das Interesse an Politik insgesamt nicht so stark ausgeprägt war. Uns ist es aber trotzdem gelungen, ein Millionenpublikum mit politischen Themen und dem Wahlkampf zu beschäftigen. Das ist ein Beitrag zur öffentlichen Kultur in einer Demokratie, der manchmal schon vergessen wird, auch von Politikern. Umso mehr bin ich darüber erfreut, dass die „Tagesschau“ mit ihrer 20.00-Uhr-Ausgabe unverändert ganz weit oben ist. Ein weiterer Erfolg ist der „Tatort“, der gerade einen wahren Höhenflug erlebt: Einzelne Folgen bewegten sich um die Zehn-Millionen-Marke herum.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Der „Tatort“ greift vermehrt gesellschaftlich relevante Themen auf, die er durch gute Bücher und Schauspieler umsetzt. Er unterscheidet sich damit stark von klassischen Krimis&#8230;<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Er ist weit mehr als ein Krimi, weil er relevante gesellschaftliche Fragen stellt. Hier reihe ich auch den „Polizeiruf 110“ ein, der etwa zuletzt das Thema Kriegstrauma aufgegriffen hat. Es geht nicht darum<ins datetime="2009-12-14T11:12" cite="mailto:br">,</ins> Politik abzubilden, aber einen Zusammenhang mit Themen herzustellen, die die Gesellschaft bewegen, macht die Qualität von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ aus.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Während die Privaten sich immer stärker Einzelschicksalen zuwenden, ist das die Marschrichtung für öffentlich-rechtliche Formate?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Unsere Vorhaben für das kommende Jahr sind genau solche Stoffe. Dabei können sich Einzelschicksal und gesellschaftlich relevantes Thema im Übrigen überlappen: In der Produktion „Haltet die Welt an“ geht es um das Schicksal einer Frau, aber auch um Kindesentführung und -missbrauch. Auch nach der Krimikomödie und Gesellschaftssatire „Gier“ werden wir in „Hart aber fair“ und mit einer Dokumentation über die Finanz- und Wirtschaftskrise bewusst anschließen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Sie haben diverse neue Projekte aufgezählt, darunter sehr aufwendige. Gehen die Gebührenrückgänge, die der ARD-Vorsitzende bis 2012 mit 200 Mio. Euro bezifferte, spurlos an Ihnen vorbei?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Der Eindruck, wir würden im Geld schwimmen, ist sicherlich verkehrt. Wir haben die Einnahmeverluste zu verkraften, die allen Landesrundfunkanstalten richtig wehtun. Das spürt selbstverständlich auch der Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, weil das Programm von der Leistungskraft der Landesrundfunkanstalten lebt. Es wird enger, aber wir sind uns einig, dass unsere Zuschauer Einsparungen am wenigsten spüren sollen. Deshalb hat der ARD-Vorsitzende zuletzt das Thema Kooperation in den Mittelpunkt gestellt. Die Situation im Norden kenne ich aus persönlicher Anschauung und weiß, wie eng Radio Bremen und der NDR inzwischen administrativ und produktionstechnisch verzahnt sind. Es lassen sich viele Kooperationen denken, die wirtschaftliche Effekte erbringen können. Darin wird die Hauptaufgabe liegen, damit man es im Programm zuletzt spürt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Würde es Ihre Arbeit erleichtern, wenn sich einzelne Anstalten auf spezifische Formate beschränken?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Im Moment stehen administrative und produktionstechnische Bereiche im Fokus. Beim Sport, dessen Großereignisse einen immensen Produktionsaufwand bedeuten, haben wir uns jedoch bereits auf eine neue Form der Koordinierung verständigt. Hier haben wir uns auf eine klare Federführung geeinigt, um die Kompetenz gebündelt regelmäßig abrufen zu können. Im Idealfall werden die Produktionen dadurch besser <em>und</em> billiger. Ich habe diese Federführung für Sportgroßereignisse sehr begrüßt und befördert.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Die Produzenten haben mehr preiswerte Formate angekündigt, um den Sendern das Sparen zu erleichtern. Sind Sie mit den Produzenten über solche billigeren Formate im Gespräch?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Naturgemäß bin ich mit Produzenten sehr regelmäßig im Gespräch und dieses Thema wird natürlich diskutiert. Nur geht es dabei nicht darum, qualitativ andere Ware anzubieten. Man wird in bestimmten Herstellungsprozessen – und hier spielen auch technische Entwicklungen eine Rolle – Kosten reduzieren können. Das wird bei Serien und Telenovelas sehr gut funktionieren, weil auch kleine Einsparungen auf Grund der Stückzahlen sehr wirksam werden. Ich halte aber nichts davon, dass wir bei den fiktionalen High-End-Produkten die Standards senken und dem Zuschauer nicht mehr die gewohnte Qualität zu bieten. Großes Fernsehen muss auch so aussehen – und nicht, als wäre es an drei Tagen in einer Lagerhalle bei Kerzenlicht abgedreht worden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Wird es möglicherweise zu einer Zweiteilung im Programm kommen: Festbeleuchtung nach 20.15 Uhr und vor der Tagesschau Kerzenlicht?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Auch im Vorabendprogramm wird es bei uns kein Kerzenlicht geben.  Bei seriellen Formaten kann man aber eine ganze Menge zum Beispiel durch bessere Logistik erreichen. Bei den Serien nach 20.00 Uhr geht es um Feintuning. Damit kein Missverständnis aufkommt: Auch bei Hochglanzproduktionen wird in der Kalkulation über jeden Drehtag gestritten, nur gibt es hier ein Grundeinverständnis, dass ein großer Stoff mit erstklassigen Schauspielern nicht auf den Standard einer Telenovela heruntergedrückt wird. Das wäre absurd.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>200 Mio. Euro innerhalb von drei Jahren lassen sich doch nicht durch kleinere Einsparungen erwirtschaften und im Programm soll man es nicht merken. Es muss doch irgendwo Konsequenzen geben?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Wir reden hier nicht über Einsparungen beim Kantinenessen, sondern über Personalabbau. Ich behaupte auch nicht, dass man es im Programm nicht spüren wird. Es wird in einigen Programmstrecken enger werden. Sollte etwa die Kostenexplosion der letzten Jahre im Spitzensport anhalten, wird man hier sicherlich das eine oder andere nicht mehr machen können. Ich habe allerdings die Hoffnung, dass die Preise zumindest stabil bleiben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Wird der WDR seine zu erwartenden 80 Mio. Euro Gebührenausfälle nicht lieber bei den Zulieferungen als in seinem eigenen Programmen einsparen? Werden Sie härter mit den Anstalten verhandeln müssen?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Die Verteilungskämpfe werden naturgemäß härter, wenn das Geld knapper wird. Ich weiß aber, dass in den Landesrundfunkanstalten ein Bewusstsein dafür vorhanden ist, wie wichtig Das Erste als gemeinsame Klammer der ARD, als das nationale Vollprogramm, ist. Das wird nicht jeden Verteilungskampf lösen, aber zumindest Prioritäten bestimmen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Ab 2013 wird im Abendprogramm Sponsoring wie Werbung behandelt. Heute gibt es dort kaum eine Sendung ohne Sponsoring. Lassen sich diese Sendungen ohne Sponsoring noch finanzieren?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Es ist keineswegs so, dass die meisten<strong> </strong>unserer Angebote gesponsert werden.<strong> </strong>Und Sponsoringgelder werden nicht automatisch der jeweiligen Sendung zugeschlagen, sondern gelten als Einnahmen der Gemeinschaft und werden entsprechend aufgeteilt. Wir produzieren diese Sendungen nicht deshalb, weil sie soundso viel  Sponsoring einbringen, sondern wir zeigen die Sendung und dann erst melden sich Sponsoren, die interessiert sind. Wenn Sponsoring wegfällt, fehlt es auf der Einnahmeseite insgesamt und stellt nicht die einzelne Sendung in Frage.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Wird es hauptsächlich den fiktionalen und Unterhaltungsbereich treffen?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Der Verlust trifft erst einmal alle. Die Sponsoringmittel werden auch nicht nach Programmgenres verteilt, sondern fließen in die Haushalte der Sender und werden dort den Programmmitteln insgesamt zugewiesen.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p><strong>Über Volker Herres<br />
</strong></p>
<ul>
<li>Geboren: 1957</li>
<li>Studium Volkswirtschaftslehre, Publizistik und Politik</li>
<li>Während des Studiums freier Mitarbeit für Zeitungen</li>
<li>Ab 1983 Redakteur beim ZDF</li>
<li>Ab 1987 NDR, zunächst Referent in der Intendanz</li>
<li>1991 Leiter und Sprecher der Intendanz</li>
<li>1995 Fernseh-Chefredakteur des NDR</li>
<li>Bis April 2004 verantwortlich für alle</li>
<li>Informationssendungen des NDR im Ersten</li>
<li>Ab April 2004 TV-Programmdirektor des NDR</li>
<li>Seit November 2008 Programmdirektor Das Erste</li>
</ul>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong> <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.promedia-berlin.de');" href="http://www.promedia-berlin.de/"><strong>promedia</strong></a></p>
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<p class="MsoBodyText2">Der Programmdirektor des Ersten, Volker Herres, geht davon aus, dass sich die fehlenden 200 Millionen Euro, die der ARD bis 2012 an Gebühreneinnahmen fehlen sollen, nicht spürbar im Ersten Programm niederschlagen werden. „Die Verteilungskämpfe werden naturgemäß härter, wenn das Geld knapper wird. Ich weiß aber, dass in den Landesrundfunkanstalten ein Bewusstsein dafür vorhanden ist, wie wichtig Das Erste als gemeinsame Klammer der ARD, als das nationale Vollprogramm, ist. Das wird nicht jeden Verteilungskampf lösen, aber zumindest Prioritäten bestimmen“, so Herres in einem promedia-Gespräch. Er sei auch ständig mit Produzenten über neue und preiswertere Produktionen im Gespräch und man werde in bestimmten Herstellungsprozessen – und hier spielen auch technische Entwicklungen eine Rolle – Kosten reduzieren können, aber er halte nichts davon, „dass wir bei den fiktionalen High-End-Produkten die Standards senken und dem Zuschauer nicht mehr die gewohnte Qualität zu bieten. Großes Fernsehen muss auch so aussehen – und nicht, als wäre es an drei Tagen in einer Lagerhalle bei Kerzenlicht abgedreht worden.“</p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herr Herres,<span> </span>Ihre Zuschaueranteile waren 2009 rückläufig. Wird 2009 zum Schwächeanfall der Kreativität der ARD?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Davon kann überhaupt keine Rede sein. Richtig ist, dass wir gegenüber dem Vorjahr an Marktanteilen eingebüßt haben und 2009 ein schwieriges Jahr war. 2008 fanden mehrere Sportgroßereignisse statt, die immer eine Lokomotivfunktion ausüben. Mit den Olympischen Spielen in Vancouver und der Fußball-WM in Südafrika werden wir solche Ereignisse aber 2010 wieder erleben. Einbrüche hatten 2009 auch die anderen nationalen Vollprogramme, so dass wir immer noch auf Platz eins liegen. Der Wettbewerb wird aber härter, weil immer mehr neue Programme am Kuchen nagen und sich Sehgewohnheiten fragmentieren. Es ist nicht mehr so leicht, im nationalen Fernsehwettbewerb auf die ganz hohen Ratings zu kommen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Können Sie nur mit Sport Bester sein?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Nein. Wir sind als nationales Vollprogramm auf Platz 1. Zu dieser Position gehört nicht nur Sport, sondern vor allem Information, das Fiktionale und auch Unterhaltung. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">RTL muss sparen und hat trotzdem zugelegt. Was können Sie diesem massenattraktiven Programm entgegensetzen? Oder wollen Sie das vielleicht gar nicht?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Wir wollen und können kein Programm machen, wie es RTL anbietet. Der Sinn des dualen Systems liegt darin, sich zu unterscheiden. Wir planen deshalb zum Beispiel Brüche im Audience Flow bewusst ein, um mit attraktiven fiktionalen und Unterhaltungsprogrammen die schwierigere Informationskost zu stützen. Solche Brüche würde ein kommerzieller Sender so nie hinnehmen. Wir nutzen unsere Lokomotiven, um allen Genres zu möglichst großem Erfolg zu verhelfen. Hinzu kommt, dass wir bestimmte Programmfarben der Kommerziellen nicht umsetzen. Die jüngsten Erfolge von RTL sind getragen von den Nachmittagsformaten wie „Verdachtsfälle“ oder „Familien im Brennpunkt“, die bei uns nichts verloren hätten. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Wo liegen hierbei Ihre Bedenken?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Bei „Familien im Brennpunkt“ werden soziale Konflikte von Laiendarstellern gespielt, in einer Ausrichtung, die zu uns nicht passt. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Diese Formate zählen im weitesten Sinn zur Rubrik „Lebenshilfe“. Hat die ARD nicht weiterhin einen Nachholbedarf in diesem Bereich?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres:</span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> „Familien im Brennpunkt“ bietet Lebenshilfe? Okay, da hat die ARD ein anderes Verständnis. Praktische Lebenshilfe ist aber weiterhin ein interessantes und notwendiges Feld, wenn man es auf öffentlich-rechtliche Weise beackert. Aus diesem Grund haben wir z.B. Tim Mälzer mit einer wöchentlichen Sendung ins Programm genommen. Ich kann mir im Ersten perspektivisch weitere Formate vorstellen, die sich aber von denen der kommerziellen Konkurrenz unterscheiden. Diese Formate würden sehr konkret Beratung bieten, wie es unsere Ratgeber-Klassiker seit Jahren tun. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Aber das ist „Zeigefinger“-Fernsehen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Nein, es sind die bewährten und viel gesehenen Service- und Beratungssendungen im Ersten Deutschen Fernsehen, die gute und nützliche journalistische Arbeit leisten. Bei den Hybridformaten kann man sicher immer wieder darüber nachdenken, was sich noch entwickeln lässt. Sendungen wie das „ARD Buffet“ sind aber bereits sehr erfolgreich und geben täglich auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise Tipps für alle möglichen Lebenslagen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Was ist 2010 an Neuem im Programm zu erwarten?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Der Fokus wird nicht auf Neuem liegen, sondern darauf, in vorhandenen, erfolgreichen Strukturen Highlights und in allen Genres möglichst attraktives Programm anzubieten. Wir werden bei der Fußball-WM, wie zuletzt bei den Olympischen Spielen in China, den Fokus der Berichterstattung auf den Austragungsort legen, das heißt den etwas vergessenen Kontinent Afrika. Wir werden das durch die WM entstehende Interesse nutzen, um auch über Gesellschaft, Politik, Umwelt und andere Themen zu berichten. Zudem wird es im kommenden Jahr ein ganzes Kaleidoskop fiktionaler Highlights geben: Bereits im Januar zeigen wir „Gier“ von Dieter Wedel, ein starkes Stück mit einer Top-Besetzung, im zweiten Quartal folgt die zweiteilige Mankell-Verfilmung „Kennedys Hirn“, im dritten Quartal „Der letzte Patriarch“ mit Mario Adorf und im vierten Quartal „Lakonia“ über den Seefahrtskrieg im Zweiten Weltkrieg. Auch bei Einzelfilmen werden wir ein starkes Jahr erleben, ebenso bei den Serien, etwa „Weißensee“, eine Familiengeschichte aus der DDR der 80er Jahre. Ein wirklich innovatives Format werden wir mit Dominik Grafs achtteiliger Serie „Im Angesicht des Verbrechens“ ins Programm bringen. Im journalistischen Bereich setzen wir die Reihe „Deutschland, deine Künstler“ fort. Im nächsten Jahr finden auch eine ganze Reihe Jubiläen statt, angefangen mit 10 Jahre „Debüt im Ersten“, dann 25 Jahre „Lindenstraße“, 40 Jahre „Tatort“ und zu guter Letzt werden wir selbst, die ARD, auch noch 60. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Sie feiern sich selbst kräftig?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Wir versuchen, ein attraktives Programm anzubieten, anstatt zu einem großen Festakt 1000 Multiplikatoren und enge Freunde einzuladen. Es sind zwei große Unterhaltungsshows am 15. und 17. April geplant, dazu vier Themennächte mit Highlights der Programmgeschichte sowie eine Dokumentation am 12. April. „60 Jahre ARD“ ist ein Programmereignis, bei dem wir auch die kritischen Aspekte nicht aussparen. Es gibt aber auch, zumindest in der Nachbetrachtung, komische Dinge, etwa die vertauschte Neujahrsansprache von Helmut Kohl. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Zu den Jubiläen gehört auch der 20. Jahrestag der Einheit. Die Arbeitsteilung zwischen ARD und ZDF bei der Berichterstattung zum 20. Jahrestag des Mauerfalls war meiner Meinung nach nicht optimal und dem Ereignis nicht angemessen. Wie kommen solche Programmentscheidungen zustande?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Über den Verlauf der Berichterstattung am 9. November bin auch ich nicht glücklich. Aber wir mussten uns damit abfinden, dass der Veranstalter, der Senat von Berlin, eine Medienpartnerschaft mit dem ZDF eingegangen ist. Dadurch bekam die Veranstaltung einen spezifischen Charakter. Meiner Meinung nach haben wir journalistisch nichts falsch gemacht. Ab 18.50 Uhr wurde live im Ersten berichtet, mit Zeitzeugen und den Ereignissen vor Ort. Wir haben auch Teile des Staatsaktes abgebildet, sind verspätet in die &#8220;Tagesschau&#8221; gegangen, um die Merkel-Rede live zu übertragen und haben dann nach 21.00 Uhr noch einmal einen 75-minütigen Rückblick auf 20 Jahre Mauerfall gezeigt. Dass der Zeitplan der Veranstaltung ein anderer war als angekündigt, machte für uns die Planung nicht einfach.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Sind Medienpartnerschaften die Zukunft der politischen Berichterstattung?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Ich glaube nicht, dass es ein Zukunftsmodell sein kann, weil ich nicht der Ansicht bin, dass sehr viele Menschen damit glücklich waren. Es ist gut, wenn es Ereignisse gibt, die man angemessen begeht und bei denen die Medien die Rolle des Berichterstatters einnehmen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Sie sind ein Jahr Programmdirektor des Ersten. Was zählen Sie zu Ihren Erfolgen und Niederlagen in dieser Zeit?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Natürlich war ich enttäuscht, dass die Serie „Eine für alle“ im Vorabend nicht den Erfolg hatte, den ich mir gewünscht hätte. Aber Fernsehen ist auch ‚Trial and Error’. Wir haben jetzt mit der Nachfolgesendung „Das Duell“ ein Format, das auf Anhieb erfolgreicher ist und bei dem der Trend stimmt: Es liegt heute bei acht Prozent Marktanteil, immer noch kein Grund zum Jubeln, aber eine Trendwende auf diesem Platz, denn die Reichweite steigt langsam aber stetig. Es bleibt aber weiterhin eine Aufgabe, den Vorabend zu stärken. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Sehr erfolgreich waren die fiktionalen Angebote, von „Mogadischu“ bis „Jenseits der Mauer“ und „Willkommen zu Hause“. Es gab eine ganze Reihe von erfolgreichen fiktionalen Formaten im Regelprogramm, aber auch von herausgehobenen Event-Produktionen. Solche Marken zu setzen und das Fiktionale mit dem Journalistischen zu verbinden, um das geweckte Interesse in Gesprächssendungen oder Dokumentationen zu vertiefen, ist uns 2009 bereits sehr gut gelungen, weswegen wir auch 2010 solche Themenabende planen. Die Verbindung von Fiktion und Information erfüllt idealtypisch das, was öffentlich-rechtlicher Rundfunk leisten muss: bei wichtigen Themenstellungen, auf konsumierbare Art und Weise, große Aufmerksamkeit zu schaffen. Darüber hinaus ist es sehr erfreulich, dass wir den „Echo“ wieder im Ersten haben, weil er uns beim jüngeren Publikum gut positioniert. Ich freue mich außerdem über die Zusammenarbeit mit Stefan Raab, die wir für den Vorentscheid des „Eurovison Song Contests“ vereinbart haben. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Und die Bundesliga haben Sie für die ARD ja auch wieder gesichert&#8230;</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Eine meiner ersten Aufgaben – da war ich kaum durch die Tür – waren die Bundesliga-Verhandlungen. Besonders freue ich mich darüber, dass die Bundesliga-Sportschau am Samstag durch die Veränderungen des Spielplans keinen Schaden genommen hat. Im journalistischen Bereich haben wir eine tolle Wahlberichterstattung abgeliefert. Das Publikum stellt uns glänzende Noten aus, mit 74 Prozent „sehr gut“ und „gut“ für die Berichterstattung vor der Wahl und an den Wahlabenden. 82 Prozent des Informationsangebotes zu den Wahlen im Fernsehen fanden ausschließlich bei ARD und ZDF statt. Auch ein solches Zuschauerurteil ist ein großer Erfolg, gerade weil das Interesse an Politik insgesamt nicht so stark ausgeprägt war. Uns ist es aber trotzdem gelungen, ein Millionenpublikum mit politischen Themen und dem Wahlkampf zu beschäftigen. Das ist ein Beitrag zur öffentlichen Kultur in einer Demokratie, der manchmal schon vergessen wird, auch von Politikern. Umso mehr bin ich darüber erfreut, dass die „Tagesschau“ mit ihrer 20.00-Uhr-Ausgabe unverändert ganz weit oben ist. Ein weiterer Erfolg ist der „Tatort“, der gerade einen wahren Höhenflug erlebt: Einzelne Folgen bewegten sich um die Zehn-Millionen-Marke herum.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Der „Tatort“ greift vermehrt gesellschaftlich relevante Themen auf, die er durch gute Bücher und Schauspieler umsetzt. Er unterscheidet sich damit stark von klassischen Krimis&#8230; </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Er ist weit mehr als ein Krimi, weil er relevante gesellschaftliche Fragen stellt. Hier reihe ich auch den „Polizeiruf 110“ ein, der etwa zuletzt das Thema Kriegstrauma aufgegriffen hat. Es geht nicht darum<span class="msoIns"><ins datetime="2009-12-14T11:12" cite="mailto:br">,</ins></span> Politik abzubilden, aber einen Zusammenhang mit Themen herzustellen, die die Gesellschaft bewegen, macht die Qualität von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ aus. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Während die Privaten sich immer stärker Einzelschicksalen zuwenden, ist das die Marschrichtung für öffentlich-rechtliche Formate?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Unsere Vorhaben für das kommende Jahr sind genau solche Stoffe. Dabei können sich Einzelschicksal und gesellschaftlich relevantes Thema im Übrigen überlappen: In der Produktion „Haltet die Welt an“ geht es um das Schicksal einer Frau, aber auch um Kindesentführung und -missbrauch. Auch nach der Krimikomödie und Gesellschaftssatire „Gier“ werden wir in „Hart aber fair“ und mit einer Dokumentation über die Finanz- und Wirtschaftskrise bewusst anschließen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Sie haben diverse neue Projekte aufgezählt, darunter sehr aufwendige. Gehen die Gebührenrückgänge, die der ARD-Vorsitzende bis 2012 mit 200 Mio. Euro bezifferte, spurlos an Ihnen vorbei?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Der Eindruck, wir würden im Geld schwimmen, ist sicherlich verkehrt. Wir haben die Einnahmeverluste zu verkraften, die allen Landesrundfunkanstalten richtig wehtun. Das spürt selbstverständlich auch der Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, weil das Programm von der Leistungskraft der Landesrundfunkanstalten lebt. Es wird enger, aber wir sind uns einig, dass unsere Zuschauer Einsparungen am wenigsten spüren sollen. Deshalb hat der ARD-Vorsitzende zuletzt das Thema Kooperation in den Mittelpunkt gestellt. Die Situation im Norden kenne ich aus persönlicher Anschauung und weiß, wie eng Radio Bremen und der NDR inzwischen administrativ und produktionstechnisch verzahnt sind. Es lassen sich viele Kooperationen denken, die wirtschaftliche Effekte erbringen können. Darin wird die Hauptaufgabe liegen, damit man es im Programm zuletzt spürt. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Würde es Ihre Arbeit erleichtern, wenn sich einzelne Anstalten auf spezifische Formate beschränken?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Im Moment stehen administrative und produktionstechnische Bereiche im Fokus. Beim Sport, dessen Großereignisse einen immensen Produktionsaufwand bedeuten, haben wir uns jedoch bereits auf eine neue Form der Koordinierung verständigt. Hier haben wir uns auf eine klare Federführung geeinigt, um die Kompetenz gebündelt regelmäßig abrufen zu können. Im Idealfall werden die Produktionen dadurch besser <em>und</em> billiger. Ich habe diese Federführung für Sportgroßereignisse sehr begrüßt und befördert. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Die Produzenten haben mehr preiswerte Formate angekündigt, um den Sendern das Sparen zu erleichtern. Sind Sie mit den Produzenten über solche billigeren Formate im Gespräch?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Naturgemäß bin ich mit Produzenten sehr regelmäßig im Gespräch und dieses Thema wird natürlich diskutiert. Nur geht es dabei nicht darum, qualitativ andere Ware anzubieten. Man wird in bestimmten Herstellungsprozessen – und hier spielen auch technische Entwicklungen eine Rolle – Kosten reduzieren können. Das wird bei Serien und Telenovelas sehr gut funktionieren, weil auch kleine Einsparungen auf Grund der Stückzahlen sehr wirksam werden. Ich halte aber nichts davon, dass wir bei den fiktionalen High-End-Produkten die Standards senken und dem Zuschauer nicht mehr die gewohnte Qualität zu bieten. Großes Fernsehen muss auch so aussehen – und nicht, als wäre es an drei Tagen in einer Lagerhalle bei Kerzenlicht abgedreht worden. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Wird es möglicherweise zu einer Zweiteilung im Programm kommen: Festbeleuchtung nach 20.15 Uhr und vor der Tagesschau Kerzenlicht?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Auch im Vorabendprogramm wird es bei uns kein Kerzenlicht geben.<span> </span>Bei seriellen Formaten kann man aber eine ganze Menge zum Beispiel durch bessere Logistik erreichen. Bei den Serien nach 20.00 Uhr geht es um Feintuning. Damit kein Missverständnis aufkommt: Auch bei Hochglanzproduktionen wird in der Kalkulation über jeden Drehtag gestritten, nur gibt es hier ein Grundeinverständnis, dass ein großer Stoff mit erstklassigen Schauspielern nicht auf den Standard einer Telenovela heruntergedrückt wird. Das wäre absurd. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">200 Mio. Euro innerhalb von drei Jahren lassen sich doch nicht durch kleinere Einsparungen erwirtschaften und im Programm soll man es nicht merken. Es muss doch irgendwo Konsequenzen geben?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Wir reden hier nicht über Einsparungen beim Kantinenessen, sondern über Personalabbau. Ich behaupte auch nicht, dass man es im Programm nicht spüren wird. Es wird in einigen Programmstrecken enger werden. Sollte etwa die Kostenexplosion der letzten Jahre im Spitzensport anhalten, wird man hier sicherlich das eine oder andere nicht mehr machen können. Ich habe allerdings die Hoffnung, dass die Preise zumindest stabil bleiben.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Wird der WDR seine zu erwartenden 80 Mio. Euro Gebührenausfälle nicht lieber bei den Zulieferungen als in seinem eigenen Programmen einsparen? Werden Sie härter mit den Anstalten verhandeln müssen?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Die Verteilungskämpfe werden naturgemäß härter, wenn das Geld knapper wird. Ich weiß aber, dass in den Landesrundfunkanstalten ein Bewusstsein dafür vorhanden ist, wie wichtig Das Erste als gemeinsame Klammer der ARD, als das nationale Vollprogramm, ist. Das wird nicht jeden Verteilungskampf lösen, aber zumindest Prioritäten bestimmen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Ab 2013 wird im Abendprogramm Sponsoring wie Werbung behandelt. Heute gibt es dort kaum eine Sendung ohne Sponsoring. Lassen sich diese Sendungen ohne Sponsoring noch finanzieren?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Es ist keineswegs so, dass die meisten<strong> </strong>unserer Angebote gesponsert werden.<strong> </strong>Und Sponsoringgelder werden nicht automatisch der jeweiligen Sendung zugeschlagen, sondern gelten als Einnahmen der Gemeinschaft und werden entsprechend aufgeteilt. Wir produzieren diese Sendungen nicht deshalb, weil sie soundso viel<span> </span>Sponsoring einbringen, sondern wir zeigen die Sendung und dann erst melden sich Sponsoren, die interessiert sind. Wenn Sponsoring wegfällt, fehlt es auf der Einnahmeseite insgesamt und stellt nicht die einzelne Sendung in Frage.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Wird es hauptsächlich den fiktionalen und Unterhaltungsbereich treffen?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Der Verlust trifft erst einmal alle. Die Sponsoringmittel werden auch nicht nach Programmgenres verteilt, sondern fließen in die Haushalte der Sender und werden dort den Programmmitteln insgesamt zugewiesen. </span></p>
</div>
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