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	<title>GOLDMEDIA Blog &#187; Programm</title>
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		<title>„RTL Aktuell“ baut seinen Vorsprung vor „heute“ aus. Interview mit Peter Kloeppel, RTL-Chefredakteur in der promedia</title>
		<link>http://www.goldmedia.com/blog/2011/02/%e2%80%9ertl-aktuell%e2%80%9c-baut-seinen-vorsprung-vor-%e2%80%9eheute%e2%80%9c-aus-interview-mit-peter-kloeppel-rtl-chefredakteur-in-der-promedia/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Feb 2011 10:00:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Katrin Penzel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Promedia schreibt im GOLDMEDIA Blog]]></category>
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		<description><![CDATA[„Wir setzen auf unsere eigene Stärke“
Interview mit Peter Kloeppel, RTL-Chefredakteur, promedia 2/2011
„RTL Aktuell“ konnte auch im Nachrichtenjahr 2010 seine Position als Nummer 1 bei den jungen Zuschauern (14-49 Jahre) bestätigen. Mit 1,53 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 19,9 Prozent lagen die RTL-Hauptnews deutlich vor der „Tagesschau“ (1,26 Mio.; MA: 12,0%). Rang 3 in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Wir setzen auf unsere eigene Stärke“</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Interview mit Peter Kloeppel, RTL-Chefredakteur, promedia 2/2011</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>„RTL Aktuell“ konnte auch im Nachrichtenjahr 2010 seine Position als Nummer 1 bei den jungen Zuschauern (14-49 Jahre) bestätigen. Mit 1,53 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 19,9 Prozent lagen die RTL-Hauptnews deutlich vor der „Tagesschau“ (1,26 Mio.; MA: 12,0%). Rang 3 in der Jahreswertung bei der jungen Zielgruppe belegten die SAT.1-Nachrichten (0,82 Mio.; MA: 8,0%). Bei den Gesamtzuschauerzahlen platzierten sich die von Peter Kloeppel moderierten RTL-Hauptnachrichten mit durchschnittlich 3,91 Millionen Zuschauern (Marktanteil: 18,2%) im dritten Jahr in Folge vor der ZDF-Nachrichtensendung „heute“ (3,75 Mio., MA: 16,6%). Die „Tagesschau“ im Ersten kam 2010 als meistgesehene Hauptnachrichtensendung auf durchschnittlich 5,34 Millionen Zuschauer (MA: 18,9 %). </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<div id="attachment_3334" class="wp-caption alignleft" style="width: 144px"><strong><strong><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2011/02/klöppel.jpg"><img class="size-medium wp-image-3334" title="Peter Kloeppel" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2011/02/klöppel-219x300.jpg" alt="" width="134" height="184" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Peter Kloeppel</p></div>
<p><strong>promedia:</strong> Herr Kloeppel, „RTL Aktuell“ war 2010 vor „heute“ die  Nummer 2 der Nachrichtensendungen. Streben Sie nun die Marktführerschaft an?<br />
<strong>Peter Kloeppel:</strong> Man muss realistisch bleiben. Die „Tagesschau“ um 20 Uhr hat ein viel größeres Zuschauerpotenzial, das sie auch nutzt, da am Abend deutlich mehr Zuschauer einschalten. An diese große Zahl von Zuschauern heranzukommen, wird uns um 18.45 Uhr nicht gelingen. Aber wir freuen uns, dass wir mit  „RTL Aktuell“- so erfolgreich sind, zuletzt immer mal wieder auch beim Gesamtpublikum vor der „Tagesschau“ im Ersten liegen und von Jahr zu Jahr Zuwächse verzeichnen.<span id="more-3343"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Ihre Nachrichten sind ähnlich aufgebaut wie die des ZDF. Was schätzen die Zuschauer vor allem an „RTL Aktuell“?<br />
<strong>Peter Kloeppel:</strong> Sie schätzen das, was sie auch an den anderen Nachrichtensendungen schätzen: aktuelle, kompetente und seriöse Information über die wichtigsten Ereignisse des Tages. Darüber hinaus kümmern wir uns nicht nur um die klassischen, politischen und wirtschaftlichen Nachrichtenthemen, sondern bilden das Leben in seiner ganzen Breite ab. Das heißt, bei uns finden sich auch Themen, die sich zum Beispiel rund um die Erziehung, Ausbildung, Gesundheit, technische Neuerungen, um Trends in der Kultur und anderen Lebensbereichen drehen. Wenn man es dann noch interessant und spannend aufbereitet ist das für viele Menschen der Grund, uns einzuschalten und auch nicht mehr, so wie es vor langer Zeit mal der Fall war, sicherheitshalber um 20 Uhr nochmal die „Tagesschau“ zu sehen, um zu prüfen, ob alles stimmt, was wir berichtet haben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Viele gehen davon aus, dass Sie die jungen Zuschauer erreichen und ARD und ZDF die älteren. Aber ganz so einfach ist das wohl nicht mehr…<br />
<strong>Peter Kloeppel:</strong> Nein. Am vergangenen Sonntag hatten wir ca. 5,2 Millionen Zuschauer, davon 2,1 Millionen junge Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren. Das heißt, drei Millionen Zuschauer waren über 50. Wir versuchen, möglichst viele Menschen aus allen Altersgruppen zu erreichen und das gelingt uns deutlich besser als der „Tagesschau“ und der „heute“-Sendung. Die Kollegen haben großen Nachholbedarf bei denüngeren, weil diese „RTL Aktuell“ wohl interessanter finden und sich bei uns besser informiert fühlen über die Themen, die sie betreffen und interessieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Bilder und News sind bei Ihnen ähnlich wie bei ARD und ZDF. Was machen Sie anders, um junge Leute anzusprechen?<br />
<strong>Peter Kloeppel:</strong> Es ist generell nicht richtig, dass wir alle das gleiche Ausgangsmaterial verwenden. Wir bemühen uns z.B. sehr darum, nicht nur Material  von den Fernsehnachrichtenagenturen wie Reuters oder APTN oder von den großen Networks zu benutzen, sondern wir haben unser Korrespondentennetz im Ausland in den vergangenen fünf bis zehn Jahren kontinuierlich ausgebaut. Und natürlich suchen wir auch in Deutschland bei der Berichterstattung über Politik oder Wirtschaft nach dem eigenen Ansatz. Indem wir uns jeden Tag fragen, welches die interessanten und relevanten Geschichten sind und wie wir diese umsetzen, können wir uns sehr deutlich von anderen Nachrichtensendungen unterscheiden. Was natürlich auch bedeutet, die Informationen so zu bebildern, dass es für die Zuschauer einen Mehrwert bringt und sie nicht das Gefühl haben, sie bekämen bei uns das gleiche wie bei allen anderen auch.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Lässt das Interesse an Politik nicht bei den Jüngeren nach?<br />
<strong>Peter Kloeppel:</strong> Die Zuschauerzahlen sprechen bei uns eine andere Sprache. Die Jungen interessieren sich für politische Information, und sehen sich politische Themen mit großem Interesse an. Wir beobachten aber ein grundsätzlich geringeres Interesse an Politik im Allgemeinen, ganz besonders an Parteipolitik. Aber bei politischen Fragen,  die ihr Leben beeinflussen – ob das Hartz IV oder Ausbildung Erziehung oder Finanzierung sind –fühlen sich auch viele junge Menschen angesprochen. Diese Themen nehmen wir ernst und greifen sie immer wieder auf.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Sie sind auch Marktführer bei anderen Informationssendungen. Was ist die Ursache, dass RTL den ganzen Tag über eine gefragte Adresse für Information ist?<br />
<strong>Peter Kloeppel: </strong>Wir haben schon vor 15 Jahren als Aufgabe definiert, dass wir immer und überall im Programm mit unseren Informationen auffindbar sein möchten. Wir sehen Nachrichten also nicht nur als eine Aufgabe für den Abend an, sondern als eine Aufgabe, der wir uns jeden Tag zu jeder Tageszeit stellen. Wir können dadurch auch kontinuierlich rund um die Uhr unsere Reporter nutzen, unsere Geschichten erzählen und unsere Nachrichten zu Zeitpunkten den Menschen präsentieren, an denen sie sich für Nachrichten interessieren. Ob das nun früh morgens ist, wenn man aufsteht, oder am frühen Vormittag um 9 Uhr. Außerdem bieten wir mit dem Mittagsmagazin Punkt 12 viele Informationen und machen mit dem Nachtjournal mit einer ganz anders ausgerichteten Nachrichtensendung den Menschen ein spezielles Angebot. Dadurch, dass alle Redaktionen eng miteinander verbunden arbeiten sind wir an sehr vielen Geschichten dran, die wir den ganzen Tag erzählen und fortschreiben können.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Warum ist es für einen Privatsender wichtig, den ganzen Tag mit News präsent zu sein?<br />
<strong>Peter Kloeppel:</strong> Es gehört zu der Palette an Programmfarben, die wir als RTL unseren Zuschauern gerne bieten möchten, unbedingt dazu. RTL ist ein Sender, der als Vollprogramm Information, Unterhaltung und Sport anbietet. Wenn die Menschen bei uns wegschalten würden, weil sie sich Informationen wo anders suchen müssten, würde das dem Sender insgesamt schaden. Mit unseren Informationsangeboten stützen wir das Programm. So gesehen ist das ein verbundenes Gefäß, in dem die Stärke der Information die Stärke der anderen Programmteile mit beeinflusst und umgekehrt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Man hört sehr oft, dass sich Nachrichten bei einem privaten Sender nicht rechnen. Warum rechnen sie sich bei Ihnen doch?<br />
<strong>Peter Kloeppel:</strong> Wir sind zwar ein Wirtschaftsunternehmen, aber es ist für uns nicht die alleinige Frage, ob sich Nachrichten rechnen oder nicht, sondern für uns sind Nachrichten integraler Bestandteil des Programms. Wir sehen es auch als eine wichtige Aufgabe an, als Marktführer allen Zuschauern die ganze Bandbreite an Inhalten zu präsentieren, die Fernsehen bieten kann. Dazu gehört aus unserer Sicht auch informativer und interessanter Journalismus.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Es gibt den Vorschlag, dass Sie das Korrespondentennetz von ARD und ZDF nutzen können, um bei der teuren Auslandsberichterstattung zu sparen&#8230;<br />
<strong>Peter Kloeppel:</strong> Allein an der Tatsache, dass wir unser eigenes Korrespondentennetz im Ausland in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich ausgebaut haben, sieht man, dass wir auf unsere eigenen Stärke setzen und uns unabhängig von anderen machen. Auslandsberichterstattung muss auch nicht unbedingt so teuer sein. Wir verfügen in einigen Ländern über Büros, in denen ein Journalist selber mit der Kamera arbeitet und seine Beiträge am Laptop schneidet. Wir setzen auf unsere eigene Stärke, weil wir mit unseren eigenen Gesichtern und Geschichten aus dem Ausland viel erfolgreicher sind, als wenn wir uns auf die Infrastruktur von Mitbewerbern stützen würden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Können Sie sich einen anderen Bereich einer Zusammenarbeit mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorstellen?<br />
<strong>Peter Kloeppel:</strong> Ich wäre schon froh, wenn die Öffentlich-Rechtlichen sich untereinander besser abstimmen würden, also Events, wie zum Beispiel die Krönung im britischen Königshaus im April, nicht parallel übertragen und damit eine beträchtliche Summe ausgeben, die man mit Sicherheit auch anders ins öffentlich-rechtliche Programm investieren könnte. Wir haben in den letzten 20 Jahren gezeigt, dass wir auf eigenen Beinen stehen können und nicht darauf angewiesen sind, von den Öffentlich-Rechtlichen unterstützt zu werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Tangiert Sie das Engagement der  Öffentlich-Rechtlichen im mobilen Bereich mit  Apps der „Tagesschau“ oder von „heute“?<br />
<strong>Peter Kloeppel:</strong> Man muss schon die Frage stellen, inwieweit das alles zum Grundversorgungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens gehört und ob das Geld nicht besser ins Programm gesteckt würde, also in Inhalte, die tatsächlich von ARD und ZDF erwartet werden, nämlich kulturelle Programme, Dokumentationen und politische Berichterstattung zu prominenter Sendezeit. All das wird immer stärker in den Hintergrund gedrängt. Denn natürlich sind wir von diesen Aktivitäten auch betroffen. Wir haben 2004 als Erste ein Angebot in Kooperation mit der Deutschen Telekom mit eigenen Bewegtbild-Nachrichten für das Handy gestartet und haben damit auch Erfolg. Wir wollen immer und überall für die Zuschauer erreichbar sein, auch mit Apps auf Smartphones und Tablet-PCs.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Nicht alle privaten Sender produzieren ihre Nachrichten noch im eigenen Haus, im Gegensatz zu Ihnen. Wo sehen Sie die Vorteile?<br />
<strong>Peter Kloeppel:</strong> Der Vorteil besteht vor allem darin, dass wir im Verbund der  Redaktionen eine sehr viel größere journalistische Kraft entwickeln können, als wenn wir mit externen Partnern zusammenarbeiten müssten. Wir können eine eigene Nachrichten-Philosophie durchsetzen, die man jeden Tag auch bei uns im Programm sehen kann. Wir können unsere Ressourcen gemeinsam besser nutzen und können so auch sehr schnell reagieren, um zusätzlich zu informieren. Das heißt, wir wollen nicht von einem externen Zulieferer abhängig sein. Vielmehr sind wir der Auffassung, dass es bei einem Sender wie RTL und einer Sendergruppe wie der Mediengruppe RTL Deutschland dazu gehört, dass man eigene Informationsprogramme erstellt und so auch eigene Informationsmarken entwickelt. Wir sind fest davon überzeugt, dass dies bisher der richtige Weg war und auch in Zukunft sein wird.</p>
<p><strong>Artikel in der promedia 2/2011<br />
</strong>Weitere Informationen: <a onclick="_gaq.push(['_trackEvent','outbound-article','www.promedia-berlin.de']);" href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a></p>
<p style="text-align: justify;">
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<h2>„Wir setzen auf unsere eigene Stärke“</h2>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 10pt; font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<h1>Interview mit Peter Kloeppel, RTL-Chefredakteur</h1>
</div>
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		<title>ZDF-Intendant: Wir sind jetzt endlich da angekommen, wo ich schon lange hin will</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jan 2010 13:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Promedia das medienpolitische Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Promedia schreibt im GOLDMEDIA Blog]]></category>
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		<description><![CDATA[Interview mit Markus Schächter, ZDF-Intendant, promedia 01/2010
In einem promedia –Interview betonte ZDF-Intendant Markus Schächte, dass er als Intendant wisse, dass das ZDF seine Unabhängigkeit immer wieder neu erkämpfen und dem Publikum seine Glaubwürdigkeit durch journalistische Leistung und Qualität unter Beweis stellen muss. „Die Chefredakteure des ZDF haben stets für beides gestanden. Das gilt für Reinhard Appel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interview mit Markus Schächter, ZDF-Intendant, </strong><strong><em>pro</em>media 01/2010</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>In einem promedia –Interview betonte ZDF-Intendant Markus Schächte, dass er als Intendant wisse, dass das ZDF seine Unabhängigkeit immer wieder neu erkämpfen und dem Publikum seine Glaubwürdigkeit durch journalistische Leistung und Qualität unter Beweis stellen muss. „Die Chefredakteure des ZDF haben stets für beides gestanden. Das gilt für Reinhard Appel ebenso wie für Klaus Bresser und Nikolaus Brender. Peter Frey steht genau in dieser Tradition.“ Peter Frey erklärte nach seiner Berufung: &#8220;Es ist jetzt die Hauptaufgabe des neuen Chefredakteurs, die Glaubwürdigkeit des Senders, die in der öffentlichen Wahrnehmung gelitten hat, wiederherzustellen. Dafür arbeite ich gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen, den Redaktionen, der Geschäftsführung und auch den Gremien.&#8221;</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Markus Schächter machte in dem Interview deutlich, dass trotz der Kritik des privaten Rundfunks an ZDFneo an seinem Weg der Schaffung einer Senderfamilie konsequent festhalten werde.  Mit dem neu formierten Digitalkanal, der seit 1. November 2009 auf Sendung ist, gehe das ZDF den ersten großen Schritt zur Bildung einer starken Senderfamilie, die unterschiedliche Zielgruppen unter dem Dach des ZDF vereinen will. Mit einer anspruchsvollen Kombination aus den Programmgenres Dokumentation/Reportage, Fiktion (Fernsehfilm, Spielfilm, Serie) sowie Comedy und Musik spreche ZDFneo besonders die Zielgruppe der 25- bis 50-Jährigen an. „Das ZDF entwickelt sich zu einer Programmfamilie mit unterschiedlichen Ausspielwegen und Plattformen. Das ist die Überlebensvoraussetzung in einer digitalen Welt, in der sich die Medienangebote immer weiter fragmentarisieren“, so Schächter im promedia-Gespräch.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<div id="attachment_1409" class="wp-caption alignleft" style="width: 228px"><strong><strong><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/Markus_Schaechter.jpg"><img class="size-medium wp-image-1409" title="Markus_Schaechter" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/Markus_Schaechter-218x300.jpg" alt="" width="218" height="300" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Prof. Markus Schächter, Intendant ZDF</p></div>
<p><strong>promedia: </strong>Herr Schächter, wie sehr gefährdet die Entscheidung des Verwaltungsrates, den Vertrag mit Herrn Brender nicht zu verlängern, die politische Unabhängigkeit des ZDF?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter:</strong> Als Intendant weiß ich, dass das ZDF seine Unabhängigkeit immer wieder neu erkämpfen und dem Publikum seine Glaubwürdigkeit durch journalistische Leistung und Qualität unter Beweis stellen muss. Die Chefredakteure des ZDF haben stets für beides gestanden. Das gilt für Reinhard Appel ebenso wie für Klaus Bresser und Nikolaus Brender. Peter Frey steht genau in dieser Tradition.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Sie haben in einem Statement erklärt, dass die Länder jetzt die Pflicht hätten, im Rahmen der anstehenden Novellierung des Rundfunkstaatsvertrags für belastbare Rechtsgrundlagen des ZDF Sorge zu tragen. Was für eine Regelung stellen Sie sich vor?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck hat dazu Vorschläge in die Diskussion eingebracht. Es ist aber nicht meine Sache, diese inhaltlich zu bewerten. Entscheidend ist, dass sich die Länder im Rahmen ihrer Zuständigkeit für die Gestaltung der Rahmenbedingungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gemeinsam dafür einsetzen, dass der Schaden, der nicht zuletzt durch die öffentlich gemachte Debatte entstanden ist, schnellstmöglich behoben wird.<span id="more-1415"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Angenommen, die Vertreter der Parteien würden sich aus dem Rundfunkrat und dem Verwaltungsrat zurückziehen, wäre das die Garantie, dass die Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gesichert ist?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Es ist jetzt die Aufgabe der Länder, die aufgeworfenen Fragen zu überprüfen. Möglicherweise wird sich auch das Bundesverfassungsgericht damit befassen. Es wird insgesamt darum gehen, eine bessere Balance zu finden und eine mögliche Dominanz einzelner Gruppierungen auszuschließen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Wie sehr hat diese Debatte, die seit Frühjahr öffentlich ausgetragen wird, dem öffentlich–rechtlichen Rundfunk geschadet?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Die Debatte hinterlässt Spuren und wird nachwirken. Vielfach wurde in öffentlichen Bekundungen der Eindruck erweckt, Parteien oder Staat würden weit über den konkreten Fall hinaus Einfluss auf Personalbesetzungen oder Programmgestaltung nehmen. Das entspricht nicht der Realität. Wir haben eine grundgesetzlich garantierte Programmautonomie, und ich trage als Intendant dafür Sorge, dass meine Kolleginnen und Kollegen unabhängig von äußeren Einflüssen &#8211; seien es politische oder ökonomische &#8211; arbeiten können.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Kurt Beck hat kürzlich konstatiert, dass die Akzeptanz der Gebühren schwindet. Welche Faktoren sind dafür Ihrer Meinung nach verantwortlich?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Es ist ein allgemeines Phänomen, dass Steuern, Gebühren oder andere Abgaben auf der Beliebtheitsskala nicht die obersten Ränge einnehmen. Schwerwiegender ist der Befund, dass vor allem jüngere Menschen den Wert eines öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Medienangebots geringer schätzen. Darin liegt eine große Herausforderung für uns. Denn wir müssen im Fernsehen, in den digitalen Programmangeboten und im Internet auch für diese jüngeren Menschen attraktive Angebote bereitstellen. Viele Medienangebote werden heute als selbstverständlich wahrgenommen. Die Bereitschaft, dafür zu zahlen, sinkt &#8211; das hat auch etwas mit der Internetwelt zu tun. Wir wollen deshalb gemeinsam mit unseren Kollegen der ARD stärker betonen, worin die besonderen Vorteile eines öffentlich-rechtlichen Angebots bestehen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Wie kann die Politik gegensteuern?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Indem sie die Rahmenbedingungen schafft und aufrecht erhält, die es dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ermöglichen, die neuen medialen Formen der digitalen Welt im Sinne des Programmauftrags einzusetzen und damit angemessen auf die Veränderungen gerade auch im Medienkonsum jüngerer Menschen zu reagieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Wie kann das ZDF gegensteuern?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Das ZDF muss die Chancen der digitalen Welt nutzen. Wir müssen auf die Veränderungen im Nutzerverhalten reagieren und unseren Weg in Richtung einer Programmfamilie konsequent fortsetzen. Ich bin mir sicher, dass wir durch die vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Welt, wie z. B. Abruffernsehen, zukünftig in der Summe größere Reichweiten erzielen können als in der Vergangenheit mit einem einzigen, linear ausgestrahlten Programm. Das ist aber natürlich nicht nur eine Frage der Technik. Wir müssen auch unsere Modernisierungsaktivitäten fortsetzen. Hierbei sehe ich uns mit ZDFneo und neuen Programmformaten und -vorhaben im Hauptprogramm auf einem guten Weg.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Glauben Sie, dass durch eine Haushaltsabgabe, die im Gespräch ist, die Akzeptanz steigt?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Noch ist unklar, auf welches Gebührenmodell sich die Länder einigen werden. Neben der Vorstellung von einer Haushaltsabgabe existiert weiterhin die Überlegung, die bestehende geräteabhängige Gebühr zu modifizieren. Grundsätzlich sollte das Ziel lauten: Die Gebühr so einfach, verständlich und nachvollziehbar zu gestalten wie irgend möglich. Je einfacher das Modell, desto höher die Akzeptanz.  Darüber hinaus gilt es sicherzustellen, dass das neue Modell einer eventuellen Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht standhält.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Welche Anforderungen stellen Sie an die künftige Gebührenordnung?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Sie sollte so einfach wie möglich sowie verfassungskonform sein. Und sie muss sicherstellen, dass der von der unabhängigen Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) ermittelte Bedarf erbracht werden kann.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Es ist auch wieder das Indexmodell ins Spiel gebracht worden. Wäre das eine Lösung, um die Gebühren langfristig zu sichern?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Ein  reines Index-Modell ist mit den Vorgaben aus Brüssel nicht vereinbar. Durch einen quasi automatischen Steigerungsmodus bestünde die Gefahr einer Überkompensation. Genau dagegen wirkt das Modell der KEF,  die zwar &#8211; soweit sinnvoll &#8211; in Teilbereichen selbst mit Indizes arbeitet, aufgrund ihrer streng bedarfsorientierten Kontrolle aber sicherstellt, dass nur der konkrete, wirklich benötigte Bedarf finanziert wird.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Das ZDF wird bis 2012 105 Mio. Euro weniger an Gebühren einnehmen als ursprünglich geplant. Die ARD will ihre Gebührenausfälle durch Kooperation und Spezialisierung kompensieren. Was können Sie angesichts dieser Ausfälle tun?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Die Zahl stammt aus einer Prognose der KEF. Wir berücksichtigen diese Erwartung in der Finanzplanung für die kommenden Jahre. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als durch Einsparungen in der Organisation, aber auch im Programm auf diese Ausfälle, so sie denn in diesem Umfang kommen, zu reagieren. Ich habe gerade erst bei der Verabschiedung des Haushalts 2010 klar gesagt, dass das Ziel, die laufende Gebührenperiode wie auch bereits die vergangene mit einer schwarzen Null abzuschließen, oberste Priorität hat.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Inwieweit ist das Programm davon tangiert?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Da wir in der Organisation und Struktur unseres Unternehmens schon in den vergangenen Jahren erhebliche Einsparleistungen umgesetzt haben, kann das Programm nicht außen vor bleiben. Wir verfolgen aber auch hier eine konstruktive Sparpolitik. Das heißt, wir nehmen nicht ganze Programme vom Sender, sondern suchen nach günstigeren Produktionsformen, intelligenten Wiederholungsstrategien und anderen Maßnahmen, die das Programm nicht nachhaltig beschädigen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Die Produzenten wollen preiswertere Programme produzieren, die ähnlich den Daily Soaps und Telenovelas „industriemäßig“ produziert werden. Wird auch das ZDF stärker auf solche Formate zurückgreifen müssen?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Das tun wir bereits an vielen Stellen im Programm. Wir experimentieren auch in ZDFneo mit neuen und günstigeren Formaten. Wie ich bereits sagte: Es führt kein Weg daran vorbei, Synergien zu heben und günstiger zu produzieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Die ARD hat sich jetzt mit den  Produzenten über eine Regelung bei der digitalen Verwertung geeinigt. Sie verhandeln noch. Wo liegen für Sie die Schwierigkeiten, einer ähnlichen Regelung wie sie die ARD getroffen hat, zuzustimmen?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Ich begrüße es sehr, dass die ARD nun Beteiligungsformen einführt, wie wir das schon seit Jahrzehnten praktizieren. Wir beteiligen die Produzenten längst an den Erlösen aus der Verwertung von Auftragsproduktionen, selbst dann, wenn wir die entsprechenden Programme zu 100 Prozent finanziert haben und die Produzenten zusätzlich garantierte Handlungskosten und Gewinnaufschläge dafür erhalten. Wir stehen zu angemessenen und fairen Rechteaufteilungen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> ZDFneo hat viel Lob von den Medien erhalten und wird 2010 ausgebaut.  Die Privaten fordern von der Politik ein Eingreifen, weil das Angebot angeblich nicht der Beauftragung entspricht. Werden sie ZDFneo inhaltlich verändern?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Die Kritik des VPRT läuft ins Leere. Das Programm von ZDFneo entspricht den staatsvertraglichen Rahmenvorgaben und ist in enger Abstimmung mit dem ZDF-Fernsehrat entwickelt und im November auf den Sender gebracht worden. Wir haben den Auftrag und die Pflicht, Inhalte auch für jüngere Menschen anzubieten. Wir zielen hier im Kern auf die 25- bis 50jährigen, die ein Recht darauf haben, ein wertiges öffentlich-rechtliches Programmangebot zu bekommen. Genau das leistet ZDFneo. Der langsame, aber stetige Zuspruch beim Publikum zeigt, dass der Sender ein Angebot präsentiert, das andere offenbar nicht bereitstellen.  Die Angriffe hinsichtlich fehlender Nachrichten sind im übrigen bemerkenswert, da uns gerade diese auf Betreiben des VPRT von der Politik verboten wurden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Die Finanzierung von ZDFneo soll auf Kosten Ihres 3sat-Engagements aufgestockt werden. Gleichzeitig haben Sie sich in der Berliner Erklärung für einen Fortbestand  von 3sat ausgesprochen. Ist das nicht inkonsequent? Benötigen wir 3sat angesichts des Internets noch?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Da werfen Sie einiges gehörig durcheinander. In der Tat aber ist es so, dass wir den Ausbau der digitalen Zusatzkanäle, also ZDFneo, den ZDFinfokanal und ZDFkultur nur durch Einsparungen und das Heben von Synergiepotentialen an anderer Stelle realisieren können. Zusätzliche Gebührengelder beanspruchen wir dafür nicht. Nach dem Start von ZDFneo planen im kommenden Jahr eine Weiterentwicklung des ZDFtheaterkanals zu einem Kulturkanal, der ein breiteres thematisches Spektrum abdecken wird. Wenn wir einen Teil unseres direkten Budgets von 3sat auf den Kulturkanal übertragen, heißt das nicht, dass das 3sat-Programm dadurch geschwächt wird. Wir legen Redaktionen zusammen und arbeiten von einer redaktionellen Plattform aus für mehr als nur einen Kanal. Das findet bei uns im Rahmen eines digitalen Transformationsprozesses statt. Es macht heute keinen Sinn mehr, einzelne Kanäle abgegrenzt voneinander zu betrachten. Das Programmunternehmen ZDF erstellt vielmehr Inhalte, etwa in den Bereichen Kultur, Information und Unterhaltung, die dann auf unterschiedlichen Verbreitungswegen zum Publikum transportiert werden. Schon jetzt leben die Partnerprogramme wie 3sat oder Phoenix überwiegend von Zweit- und Drittverwertungen aus den Hauptprogrammen von ARD und ZDF. Zu Ihrer Anschlussfrage: Selbstverständlich benötigen wir 3sat weiter. Es gibt kein vergleichbares Angebot, das den deutschsprachigen Raum mit besonderen Programmangeboten aus Österreich, Schweiz und Deutschland versorgt. Auf dieses besondere Profil sind wir stolz, und wir werden diese Fahne weiter hoch halten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Das ZDF ist auf vielen Feldern aktiv: Im klassischen ZDF-Angebot, Online, Mobile, mit drei Spartenkanälen, beim Ki.Ka, 3sat, Arte und Phoenix. Jetzt startet HDTV. Die Gebühren werden insgesamt nicht weiter wachsen, online ist keine Werbung möglich. Auf welche Angebote wird sich das ZDF in den nächsten Jahren konzentrieren, worauf wird es verzichten müssen?<br />
<strong>Markus </strong><strong>Schächter: </strong>Wir sind jetzt endlich da angekommen, wo ich schon lange hin will. Das ZDF entwickelt sich zu einer Programmfamilie mit unterschiedlichen Ausspielwegen und Plattformen. Das ist die Überlebensvoraussetzung in einer digitalen Welt, in der sich die Medienangebote immer weiter fragmentarisieren. Wir sind nicht mehr der alte Ein-Kanal-Sender der analogen Zeit, sondern ein öffentlich-rechtlicher Inhalte -Anbieter, der auf unterschiedlichen Wegen die Menschen in diesem Land erreicht. Im Zentrum wird auf lange Sicht das Hauptprogramm stehen. Mit ihm erreichen wir den größten Teil unseres Publikums. Aber, ich sage auch: Diese Relation wird sich in den kommenden Jahren verändern. Alle großen Sender verlieren an Marktanteilen. Als gebührenfinanzierter Sender haben wir die Verantwortung, diese Entwicklung zu berücksichtigen und Strategien dafür zu entwickeln, wie wir öffentlich-rechtliche Programmangebote zum Publikum transportieren. Wir sind da auf einem sehr guten Weg.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><strong>Über Prof. Markus Schächter</strong></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Geboren: 31. Oktober 1949</li>
<li>1969 – 1974 Studium u.a. Geschichte, Politikwissenschaften und Publizistik</li>
<li>1973– 1977 Journalist beim SWR und ZDF</li>
<li>1977-1981 Kultusministerium Rheinland- Pfalz</li>
<li>Seit 1981 beim ZDF, u.a. Referent des Programmdirektors, Leiter der ZDF-Kulturredaktion, der Kinder- und Jugendredaktion und Programmplanung</li>
<li>1998-2002 Programmdirektor des ZDF</li>
<li style="text-align: justify;">Seit März 2002 Intendant des ZDF</li>
</ul>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong> <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.promedia-berlin.de');" href="http://www.promedia-berlin.de/"><strong>promedia</strong></a></p>
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		<title>Die Verteilungskämpfe werden naturgemäß härter, wenn das Geld knapper wird</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jan 2010 15:03:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Promedia das medienpolitische Magazin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Interview mit Volker Herres, Programmdirektor des Ersten, promedia 01/2010
Der Programmdirektor des Ersten, Volker Herres, geht davon aus, dass sich die fehlenden 200 Millionen Euro, die der ARD bis 2012 an Gebühreneinnahmen fehlen sollen, nicht spürbar im Ersten Programm niederschlagen werden. „Die Verteilungskämpfe werden naturgemäß härter, wenn das Geld knapper wird. Ich weiß aber, dass in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interview mit Volker Herres, Programmdirektor des Ersten</strong><strong>, </strong><strong><em>pro</em>media 01/2010</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der Programmdirektor des Ersten, Volker Herres, geht davon aus, dass sich die fehlenden 200 Millionen Euro, die der ARD bis 2012 an Gebühreneinnahmen fehlen sollen, nicht spürbar im Ersten Programm niederschlagen werden. „Die Verteilungskämpfe werden naturgemäß härter, wenn das Geld knapper wird. Ich weiß aber, dass in den Landesrundfunkanstalten ein Bewusstsein dafür vorhanden ist, wie wichtig Das Erste als gemeinsame Klammer der ARD, als das nationale Vollprogramm, ist. Das wird nicht jeden Verteilungskampf lösen, aber zumindest Prioritäten bestimmen“, so Herres in einem promedia-Gespräch. Er sei auch ständig mit Produzenten über neue und preiswertere Produktionen im Gespräch und man werde in bestimmten Herstellungsprozessen – und hier spielen auch technische Entwicklungen eine Rolle – Kosten reduzieren können, aber er halte nichts davon, „dass wir bei den fiktionalen High-End-Produkten die Standards senken und dem Zuschauer nicht mehr die gewohnte Qualität zu bieten. Großes Fernsehen muss auch so aussehen – und nicht, als wäre es an drei Tagen in einer Lagerhalle bei Kerzenlicht abgedreht worden.“</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_1369" class="wp-caption alignleft" style="width: 217px"><strong><strong><img class="size-medium wp-image-1369" title="Volker_Herres_ARD" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/Volker_Herres_ARD-207x300.jpg" alt="Volker Herres, Programmdirektor Das Erste" width="207" height="300" /></strong></strong><p class="wp-caption-text">Volker Herres, Programmdirektor Das Erste</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Herr Herres,  Ihre Zuschaueranteile waren 2009 rückläufig. Wird 2009 zum Schwächeanfall der Kreativität der ARD?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Davon kann überhaupt keine Rede sein. Richtig ist, dass wir gegenüber dem Vorjahr an Marktanteilen eingebüßt haben und 2009 ein schwieriges Jahr war. 2008 fanden mehrere Sportgroßereignisse statt, die immer eine Lokomotivfunktion ausüben. Mit den Olympischen Spielen in Vancouver und der Fußball-WM in Südafrika werden wir solche Ereignisse aber 2010 wieder erleben. Einbrüche hatten 2009 auch die anderen nationalen Vollprogramme, so dass wir immer noch auf Platz eins liegen. Der Wettbewerb wird aber härter, weil immer mehr neue Programme am Kuchen nagen und sich Sehgewohnheiten fragmentieren. Es ist nicht mehr so leicht, im nationalen Fernsehwettbewerb auf die ganz hohen Ratings zu kommen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Können Sie nur mit Sport Bester sein?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Nein. Wir sind als nationales Vollprogramm auf Platz 1. Zu dieser Position gehört nicht nur Sport, sondern vor allem Information, das Fiktionale und auch Unterhaltung.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>RTL muss sparen und hat trotzdem zugelegt. Was können Sie diesem massenattraktiven Programm entgegensetzen? Oder wollen Sie das vielleicht gar nicht?<span id="more-1366"></span><br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Wir wollen und können kein Programm machen, wie es RTL anbietet. Der Sinn des dualen Systems liegt darin, sich zu unterscheiden. Wir planen deshalb zum Beispiel Brüche im Audience Flow bewusst ein, um mit attraktiven fiktionalen und Unterhaltungsprogrammen die schwierigere Informationskost zu stützen. Solche Brüche würde ein kommerzieller Sender so nie hinnehmen. Wir nutzen unsere Lokomotiven, um allen Genres zu möglichst großem Erfolg zu verhelfen. Hinzu kommt, dass wir bestimmte Programmfarben der Kommerziellen nicht umsetzen. Die jüngsten Erfolge von RTL sind getragen von den Nachmittagsformaten wie „Verdachtsfälle“ oder „Familien im Brennpunkt“, die bei uns nichts verloren hätten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Wo liegen hierbei Ihre Bedenken?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Bei „Familien im Brennpunkt“ werden soziale Konflikte von Laiendarstellern gespielt, in einer Ausrichtung, die zu uns nicht passt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Diese Formate zählen im weitesten Sinn zur Rubrik „Lebenshilfe“. Hat die ARD nicht weiterhin einen Nachholbedarf in diesem Bereich?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>:</strong> „Familien im Brennpunkt“ bietet Lebenshilfe? Okay, da hat die ARD ein anderes Verständnis. Praktische Lebenshilfe ist aber weiterhin ein interessantes und notwendiges Feld, wenn man es auf öffentlich-rechtliche Weise beackert. Aus diesem Grund haben wir z.B. Tim Mälzer mit einer wöchentlichen Sendung ins Programm genommen. Ich kann mir im Ersten perspektivisch weitere Formate vorstellen, die sich aber von denen der kommerziellen Konkurrenz unterscheiden. Diese Formate würden sehr konkret Beratung bieten, wie es unsere Ratgeber-Klassiker seit Jahren tun.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Aber das ist „Zeigefinger“-Fernsehen.<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Nein, es sind die bewährten und viel gesehenen Service- und Beratungssendungen im Ersten Deutschen Fernsehen, die gute und nützliche journalistische Arbeit leisten. Bei den Hybridformaten kann man sicher immer wieder darüber nachdenken, was sich noch entwickeln lässt. Sendungen wie das „ARD Buffet“ sind aber bereits sehr erfolgreich und geben täglich auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise Tipps für alle möglichen Lebenslagen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Was ist 2010 an Neuem im Programm zu erwarten?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Der Fokus wird nicht auf Neuem liegen, sondern darauf, in vorhandenen, erfolgreichen Strukturen Highlights und in allen Genres möglichst attraktives Programm anzubieten. Wir werden bei der Fußball-WM, wie zuletzt bei den Olympischen Spielen in China, den Fokus der Berichterstattung auf den Austragungsort legen, das heißt den etwas vergessenen Kontinent Afrika. Wir werden das durch die WM entstehende Interesse nutzen, um auch über Gesellschaft, Politik, Umwelt und andere Themen zu berichten. Zudem wird es im kommenden Jahr ein ganzes Kaleidoskop fiktionaler Highlights geben: Bereits im Januar zeigen wir „Gier“ von Dieter Wedel, ein starkes Stück mit einer Top-Besetzung, im zweiten Quartal folgt die zweiteilige Mankell-Verfilmung „Kennedys Hirn“, im dritten Quartal „Der letzte Patriarch“ mit Mario Adorf und im vierten Quartal „Lakonia“ über den Seefahrtskrieg im Zweiten Weltkrieg. Auch bei Einzelfilmen werden wir ein starkes Jahr erleben, ebenso bei den Serien, etwa „Weißensee“, eine Familiengeschichte aus der DDR der 80er Jahre. Ein wirklich innovatives Format werden wir mit Dominik Grafs achtteiliger Serie „Im Angesicht des Verbrechens“ ins Programm bringen. Im journalistischen Bereich setzen wir die Reihe „Deutschland, deine Künstler“ fort. Im nächsten Jahr finden auch eine ganze Reihe Jubiläen statt, angefangen mit 10 Jahre „Debüt im Ersten“, dann 25 Jahre „Lindenstraße“, 40 Jahre „Tatort“ und zu guter Letzt werden wir selbst, die ARD, auch noch 60.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Sie feiern sich selbst kräftig?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Wir versuchen, ein attraktives Programm anzubieten, anstatt zu einem großen Festakt 1000 Multiplikatoren und enge Freunde einzuladen. Es sind zwei große Unterhaltungsshows am 15. und 17. April geplant, dazu vier Themennächte mit Highlights der Programmgeschichte sowie eine Dokumentation am 12. April. „60 Jahre ARD“ ist ein Programmereignis, bei dem wir auch die kritischen Aspekte nicht aussparen. Es gibt aber auch, zumindest in der Nachbetrachtung, komische Dinge, etwa die vertauschte Neujahrsansprache von Helmut Kohl.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Zu den Jubiläen gehört auch der 20. Jahrestag der Einheit. Die Arbeitsteilung zwischen ARD und ZDF bei der Berichterstattung zum 20. Jahrestag des Mauerfalls war meiner Meinung nach nicht optimal und dem Ereignis nicht angemessen. Wie kommen solche Programmentscheidungen zustande?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Über den Verlauf der Berichterstattung am 9. November bin auch ich nicht glücklich. Aber wir mussten uns damit abfinden, dass der Veranstalter, der Senat von Berlin, eine Medienpartnerschaft mit dem ZDF eingegangen ist. Dadurch bekam die Veranstaltung einen spezifischen Charakter. Meiner Meinung nach haben wir journalistisch nichts falsch gemacht. Ab 18.50 Uhr wurde live im Ersten berichtet, mit Zeitzeugen und den Ereignissen vor Ort. Wir haben auch Teile des Staatsaktes abgebildet, sind verspätet in die &#8220;Tagesschau&#8221; gegangen, um die Merkel-Rede live zu übertragen und haben dann nach 21.00 Uhr noch einmal einen 75-minütigen Rückblick auf 20 Jahre Mauerfall gezeigt. Dass der Zeitplan der Veranstaltung ein anderer war als angekündigt, machte für uns die Planung nicht einfach.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Sind Medienpartnerschaften die Zukunft der politischen Berichterstattung?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Ich glaube nicht, dass es ein Zukunftsmodell sein kann, weil ich nicht der Ansicht bin, dass sehr viele Menschen damit glücklich waren. Es ist gut, wenn es Ereignisse gibt, die man angemessen begeht und bei denen die Medien die Rolle des Berichterstatters einnehmen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Sie sind ein Jahr Programmdirektor des Ersten. Was zählen Sie zu Ihren Erfolgen und Niederlagen in dieser Zeit?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Natürlich war ich enttäuscht, dass die Serie „Eine für alle“ im Vorabend nicht den Erfolg hatte, den ich mir gewünscht hätte. Aber Fernsehen ist auch ‚Trial and Error’. Wir haben jetzt mit der Nachfolgesendung „Das Duell“ ein Format, das auf Anhieb erfolgreicher ist und bei dem der Trend stimmt: Es liegt heute bei acht Prozent Marktanteil, immer noch kein Grund zum Jubeln, aber eine Trendwende auf diesem Platz, denn die Reichweite steigt langsam aber stetig. Es bleibt aber weiterhin eine Aufgabe, den Vorabend zu stärken.</p>
<p style="text-align: justify;">Sehr erfolgreich waren die fiktionalen Angebote, von „Mogadischu“ bis „Jenseits der Mauer“ und „Willkommen zu Hause“. Es gab eine ganze Reihe von erfolgreichen fiktionalen Formaten im Regelprogramm, aber auch von herausgehobenen Event-Produktionen. Solche Marken zu setzen und das Fiktionale mit dem Journalistischen zu verbinden, um das geweckte Interesse in Gesprächssendungen oder Dokumentationen zu vertiefen, ist uns 2009 bereits sehr gut gelungen, weswegen wir auch 2010 solche Themenabende planen. Die Verbindung von Fiktion und Information erfüllt idealtypisch das, was öffentlich-rechtlicher Rundfunk leisten muss: bei wichtigen Themenstellungen, auf konsumierbare Art und Weise, große Aufmerksamkeit zu schaffen. Darüber hinaus ist es sehr erfreulich, dass wir den „Echo“ wieder im Ersten haben, weil er uns beim jüngeren Publikum gut positioniert. Ich freue mich außerdem über die Zusammenarbeit mit Stefan Raab, die wir für den Vorentscheid des „Eurovison Song Contests“ vereinbart haben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Und die Bundesliga haben Sie für die ARD ja auch wieder gesichert&#8230;<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Eine meiner ersten Aufgaben – da war ich kaum durch die Tür – waren die Bundesliga-Verhandlungen. Besonders freue ich mich darüber, dass die Bundesliga-Sportschau am Samstag durch die Veränderungen des Spielplans keinen Schaden genommen hat. Im journalistischen Bereich haben wir eine tolle Wahlberichterstattung abgeliefert. Das Publikum stellt uns glänzende Noten aus, mit 74 Prozent „sehr gut“ und „gut“ für die Berichterstattung vor der Wahl und an den Wahlabenden. 82 Prozent des Informationsangebotes zu den Wahlen im Fernsehen fanden ausschließlich bei ARD und ZDF statt. Auch ein solches Zuschauerurteil ist ein großer Erfolg, gerade weil das Interesse an Politik insgesamt nicht so stark ausgeprägt war. Uns ist es aber trotzdem gelungen, ein Millionenpublikum mit politischen Themen und dem Wahlkampf zu beschäftigen. Das ist ein Beitrag zur öffentlichen Kultur in einer Demokratie, der manchmal schon vergessen wird, auch von Politikern. Umso mehr bin ich darüber erfreut, dass die „Tagesschau“ mit ihrer 20.00-Uhr-Ausgabe unverändert ganz weit oben ist. Ein weiterer Erfolg ist der „Tatort“, der gerade einen wahren Höhenflug erlebt: Einzelne Folgen bewegten sich um die Zehn-Millionen-Marke herum.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Der „Tatort“ greift vermehrt gesellschaftlich relevante Themen auf, die er durch gute Bücher und Schauspieler umsetzt. Er unterscheidet sich damit stark von klassischen Krimis&#8230;<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Er ist weit mehr als ein Krimi, weil er relevante gesellschaftliche Fragen stellt. Hier reihe ich auch den „Polizeiruf 110“ ein, der etwa zuletzt das Thema Kriegstrauma aufgegriffen hat. Es geht nicht darum<ins datetime="2009-12-14T11:12" cite="mailto:br">,</ins> Politik abzubilden, aber einen Zusammenhang mit Themen herzustellen, die die Gesellschaft bewegen, macht die Qualität von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ aus.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Während die Privaten sich immer stärker Einzelschicksalen zuwenden, ist das die Marschrichtung für öffentlich-rechtliche Formate?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Unsere Vorhaben für das kommende Jahr sind genau solche Stoffe. Dabei können sich Einzelschicksal und gesellschaftlich relevantes Thema im Übrigen überlappen: In der Produktion „Haltet die Welt an“ geht es um das Schicksal einer Frau, aber auch um Kindesentführung und -missbrauch. Auch nach der Krimikomödie und Gesellschaftssatire „Gier“ werden wir in „Hart aber fair“ und mit einer Dokumentation über die Finanz- und Wirtschaftskrise bewusst anschließen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Sie haben diverse neue Projekte aufgezählt, darunter sehr aufwendige. Gehen die Gebührenrückgänge, die der ARD-Vorsitzende bis 2012 mit 200 Mio. Euro bezifferte, spurlos an Ihnen vorbei?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Der Eindruck, wir würden im Geld schwimmen, ist sicherlich verkehrt. Wir haben die Einnahmeverluste zu verkraften, die allen Landesrundfunkanstalten richtig wehtun. Das spürt selbstverständlich auch der Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, weil das Programm von der Leistungskraft der Landesrundfunkanstalten lebt. Es wird enger, aber wir sind uns einig, dass unsere Zuschauer Einsparungen am wenigsten spüren sollen. Deshalb hat der ARD-Vorsitzende zuletzt das Thema Kooperation in den Mittelpunkt gestellt. Die Situation im Norden kenne ich aus persönlicher Anschauung und weiß, wie eng Radio Bremen und der NDR inzwischen administrativ und produktionstechnisch verzahnt sind. Es lassen sich viele Kooperationen denken, die wirtschaftliche Effekte erbringen können. Darin wird die Hauptaufgabe liegen, damit man es im Programm zuletzt spürt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Würde es Ihre Arbeit erleichtern, wenn sich einzelne Anstalten auf spezifische Formate beschränken?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Im Moment stehen administrative und produktionstechnische Bereiche im Fokus. Beim Sport, dessen Großereignisse einen immensen Produktionsaufwand bedeuten, haben wir uns jedoch bereits auf eine neue Form der Koordinierung verständigt. Hier haben wir uns auf eine klare Federführung geeinigt, um die Kompetenz gebündelt regelmäßig abrufen zu können. Im Idealfall werden die Produktionen dadurch besser <em>und</em> billiger. Ich habe diese Federführung für Sportgroßereignisse sehr begrüßt und befördert.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Die Produzenten haben mehr preiswerte Formate angekündigt, um den Sendern das Sparen zu erleichtern. Sind Sie mit den Produzenten über solche billigeren Formate im Gespräch?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Naturgemäß bin ich mit Produzenten sehr regelmäßig im Gespräch und dieses Thema wird natürlich diskutiert. Nur geht es dabei nicht darum, qualitativ andere Ware anzubieten. Man wird in bestimmten Herstellungsprozessen – und hier spielen auch technische Entwicklungen eine Rolle – Kosten reduzieren können. Das wird bei Serien und Telenovelas sehr gut funktionieren, weil auch kleine Einsparungen auf Grund der Stückzahlen sehr wirksam werden. Ich halte aber nichts davon, dass wir bei den fiktionalen High-End-Produkten die Standards senken und dem Zuschauer nicht mehr die gewohnte Qualität zu bieten. Großes Fernsehen muss auch so aussehen – und nicht, als wäre es an drei Tagen in einer Lagerhalle bei Kerzenlicht abgedreht worden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Wird es möglicherweise zu einer Zweiteilung im Programm kommen: Festbeleuchtung nach 20.15 Uhr und vor der Tagesschau Kerzenlicht?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Auch im Vorabendprogramm wird es bei uns kein Kerzenlicht geben.  Bei seriellen Formaten kann man aber eine ganze Menge zum Beispiel durch bessere Logistik erreichen. Bei den Serien nach 20.00 Uhr geht es um Feintuning. Damit kein Missverständnis aufkommt: Auch bei Hochglanzproduktionen wird in der Kalkulation über jeden Drehtag gestritten, nur gibt es hier ein Grundeinverständnis, dass ein großer Stoff mit erstklassigen Schauspielern nicht auf den Standard einer Telenovela heruntergedrückt wird. Das wäre absurd.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>200 Mio. Euro innerhalb von drei Jahren lassen sich doch nicht durch kleinere Einsparungen erwirtschaften und im Programm soll man es nicht merken. Es muss doch irgendwo Konsequenzen geben?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Wir reden hier nicht über Einsparungen beim Kantinenessen, sondern über Personalabbau. Ich behaupte auch nicht, dass man es im Programm nicht spüren wird. Es wird in einigen Programmstrecken enger werden. Sollte etwa die Kostenexplosion der letzten Jahre im Spitzensport anhalten, wird man hier sicherlich das eine oder andere nicht mehr machen können. Ich habe allerdings die Hoffnung, dass die Preise zumindest stabil bleiben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Wird der WDR seine zu erwartenden 80 Mio. Euro Gebührenausfälle nicht lieber bei den Zulieferungen als in seinem eigenen Programmen einsparen? Werden Sie härter mit den Anstalten verhandeln müssen?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Die Verteilungskämpfe werden naturgemäß härter, wenn das Geld knapper wird. Ich weiß aber, dass in den Landesrundfunkanstalten ein Bewusstsein dafür vorhanden ist, wie wichtig Das Erste als gemeinsame Klammer der ARD, als das nationale Vollprogramm, ist. Das wird nicht jeden Verteilungskampf lösen, aber zumindest Prioritäten bestimmen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Ab 2013 wird im Abendprogramm Sponsoring wie Werbung behandelt. Heute gibt es dort kaum eine Sendung ohne Sponsoring. Lassen sich diese Sendungen ohne Sponsoring noch finanzieren?<br />
<strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Es ist keineswegs so, dass die meisten<strong> </strong>unserer Angebote gesponsert werden.<strong> </strong>Und Sponsoringgelder werden nicht automatisch der jeweiligen Sendung zugeschlagen, sondern gelten als Einnahmen der Gemeinschaft und werden entsprechend aufgeteilt. Wir produzieren diese Sendungen nicht deshalb, weil sie soundso viel  Sponsoring einbringen, sondern wir zeigen die Sendung und dann erst melden sich Sponsoren, die interessiert sind. Wenn Sponsoring wegfällt, fehlt es auf der Einnahmeseite insgesamt und stellt nicht die einzelne Sendung in Frage.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Wird es hauptsächlich den fiktionalen und Unterhaltungsbereich treffen?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Volker Herres</strong><strong>: </strong>Der Verlust trifft erst einmal alle. Die Sponsoringmittel werden auch nicht nach Programmgenres verteilt, sondern fließen in die Haushalte der Sender und werden dort den Programmmitteln insgesamt zugewiesen.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p><strong>Über Volker Herres<br />
</strong></p>
<ul>
<li>Geboren: 1957</li>
<li>Studium Volkswirtschaftslehre, Publizistik und Politik</li>
<li>Während des Studiums freier Mitarbeit für Zeitungen</li>
<li>Ab 1983 Redakteur beim ZDF</li>
<li>Ab 1987 NDR, zunächst Referent in der Intendanz</li>
<li>1991 Leiter und Sprecher der Intendanz</li>
<li>1995 Fernseh-Chefredakteur des NDR</li>
<li>Bis April 2004 verantwortlich für alle</li>
<li>Informationssendungen des NDR im Ersten</li>
<li>Ab April 2004 TV-Programmdirektor des NDR</li>
<li>Seit November 2008 Programmdirektor Das Erste</li>
</ul>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong> <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.promedia-berlin.de');" href="http://www.promedia-berlin.de/"><strong>promedia</strong></a></p>
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<p class="MsoBodyText2">Der Programmdirektor des Ersten, Volker Herres, geht davon aus, dass sich die fehlenden 200 Millionen Euro, die der ARD bis 2012 an Gebühreneinnahmen fehlen sollen, nicht spürbar im Ersten Programm niederschlagen werden. „Die Verteilungskämpfe werden naturgemäß härter, wenn das Geld knapper wird. Ich weiß aber, dass in den Landesrundfunkanstalten ein Bewusstsein dafür vorhanden ist, wie wichtig Das Erste als gemeinsame Klammer der ARD, als das nationale Vollprogramm, ist. Das wird nicht jeden Verteilungskampf lösen, aber zumindest Prioritäten bestimmen“, so Herres in einem promedia-Gespräch. Er sei auch ständig mit Produzenten über neue und preiswertere Produktionen im Gespräch und man werde in bestimmten Herstellungsprozessen – und hier spielen auch technische Entwicklungen eine Rolle – Kosten reduzieren können, aber er halte nichts davon, „dass wir bei den fiktionalen High-End-Produkten die Standards senken und dem Zuschauer nicht mehr die gewohnte Qualität zu bieten. Großes Fernsehen muss auch so aussehen – und nicht, als wäre es an drei Tagen in einer Lagerhalle bei Kerzenlicht abgedreht worden.“</p>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herr Herres,<span> </span>Ihre Zuschaueranteile waren 2009 rückläufig. Wird 2009 zum Schwächeanfall der Kreativität der ARD?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Davon kann überhaupt keine Rede sein. Richtig ist, dass wir gegenüber dem Vorjahr an Marktanteilen eingebüßt haben und 2009 ein schwieriges Jahr war. 2008 fanden mehrere Sportgroßereignisse statt, die immer eine Lokomotivfunktion ausüben. Mit den Olympischen Spielen in Vancouver und der Fußball-WM in Südafrika werden wir solche Ereignisse aber 2010 wieder erleben. Einbrüche hatten 2009 auch die anderen nationalen Vollprogramme, so dass wir immer noch auf Platz eins liegen. Der Wettbewerb wird aber härter, weil immer mehr neue Programme am Kuchen nagen und sich Sehgewohnheiten fragmentieren. Es ist nicht mehr so leicht, im nationalen Fernsehwettbewerb auf die ganz hohen Ratings zu kommen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Können Sie nur mit Sport Bester sein?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Nein. Wir sind als nationales Vollprogramm auf Platz 1. Zu dieser Position gehört nicht nur Sport, sondern vor allem Information, das Fiktionale und auch Unterhaltung. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">RTL muss sparen und hat trotzdem zugelegt. Was können Sie diesem massenattraktiven Programm entgegensetzen? Oder wollen Sie das vielleicht gar nicht?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Wir wollen und können kein Programm machen, wie es RTL anbietet. Der Sinn des dualen Systems liegt darin, sich zu unterscheiden. Wir planen deshalb zum Beispiel Brüche im Audience Flow bewusst ein, um mit attraktiven fiktionalen und Unterhaltungsprogrammen die schwierigere Informationskost zu stützen. Solche Brüche würde ein kommerzieller Sender so nie hinnehmen. Wir nutzen unsere Lokomotiven, um allen Genres zu möglichst großem Erfolg zu verhelfen. Hinzu kommt, dass wir bestimmte Programmfarben der Kommerziellen nicht umsetzen. Die jüngsten Erfolge von RTL sind getragen von den Nachmittagsformaten wie „Verdachtsfälle“ oder „Familien im Brennpunkt“, die bei uns nichts verloren hätten. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Wo liegen hierbei Ihre Bedenken?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Bei „Familien im Brennpunkt“ werden soziale Konflikte von Laiendarstellern gespielt, in einer Ausrichtung, die zu uns nicht passt. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Diese Formate zählen im weitesten Sinn zur Rubrik „Lebenshilfe“. Hat die ARD nicht weiterhin einen Nachholbedarf in diesem Bereich?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres:</span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> „Familien im Brennpunkt“ bietet Lebenshilfe? Okay, da hat die ARD ein anderes Verständnis. Praktische Lebenshilfe ist aber weiterhin ein interessantes und notwendiges Feld, wenn man es auf öffentlich-rechtliche Weise beackert. Aus diesem Grund haben wir z.B. Tim Mälzer mit einer wöchentlichen Sendung ins Programm genommen. Ich kann mir im Ersten perspektivisch weitere Formate vorstellen, die sich aber von denen der kommerziellen Konkurrenz unterscheiden. Diese Formate würden sehr konkret Beratung bieten, wie es unsere Ratgeber-Klassiker seit Jahren tun. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Aber das ist „Zeigefinger“-Fernsehen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Nein, es sind die bewährten und viel gesehenen Service- und Beratungssendungen im Ersten Deutschen Fernsehen, die gute und nützliche journalistische Arbeit leisten. Bei den Hybridformaten kann man sicher immer wieder darüber nachdenken, was sich noch entwickeln lässt. Sendungen wie das „ARD Buffet“ sind aber bereits sehr erfolgreich und geben täglich auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise Tipps für alle möglichen Lebenslagen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Was ist 2010 an Neuem im Programm zu erwarten?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Der Fokus wird nicht auf Neuem liegen, sondern darauf, in vorhandenen, erfolgreichen Strukturen Highlights und in allen Genres möglichst attraktives Programm anzubieten. Wir werden bei der Fußball-WM, wie zuletzt bei den Olympischen Spielen in China, den Fokus der Berichterstattung auf den Austragungsort legen, das heißt den etwas vergessenen Kontinent Afrika. Wir werden das durch die WM entstehende Interesse nutzen, um auch über Gesellschaft, Politik, Umwelt und andere Themen zu berichten. Zudem wird es im kommenden Jahr ein ganzes Kaleidoskop fiktionaler Highlights geben: Bereits im Januar zeigen wir „Gier“ von Dieter Wedel, ein starkes Stück mit einer Top-Besetzung, im zweiten Quartal folgt die zweiteilige Mankell-Verfilmung „Kennedys Hirn“, im dritten Quartal „Der letzte Patriarch“ mit Mario Adorf und im vierten Quartal „Lakonia“ über den Seefahrtskrieg im Zweiten Weltkrieg. Auch bei Einzelfilmen werden wir ein starkes Jahr erleben, ebenso bei den Serien, etwa „Weißensee“, eine Familiengeschichte aus der DDR der 80er Jahre. Ein wirklich innovatives Format werden wir mit Dominik Grafs achtteiliger Serie „Im Angesicht des Verbrechens“ ins Programm bringen. Im journalistischen Bereich setzen wir die Reihe „Deutschland, deine Künstler“ fort. Im nächsten Jahr finden auch eine ganze Reihe Jubiläen statt, angefangen mit 10 Jahre „Debüt im Ersten“, dann 25 Jahre „Lindenstraße“, 40 Jahre „Tatort“ und zu guter Letzt werden wir selbst, die ARD, auch noch 60. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Sie feiern sich selbst kräftig?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Wir versuchen, ein attraktives Programm anzubieten, anstatt zu einem großen Festakt 1000 Multiplikatoren und enge Freunde einzuladen. Es sind zwei große Unterhaltungsshows am 15. und 17. April geplant, dazu vier Themennächte mit Highlights der Programmgeschichte sowie eine Dokumentation am 12. April. „60 Jahre ARD“ ist ein Programmereignis, bei dem wir auch die kritischen Aspekte nicht aussparen. Es gibt aber auch, zumindest in der Nachbetrachtung, komische Dinge, etwa die vertauschte Neujahrsansprache von Helmut Kohl. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Zu den Jubiläen gehört auch der 20. Jahrestag der Einheit. Die Arbeitsteilung zwischen ARD und ZDF bei der Berichterstattung zum 20. Jahrestag des Mauerfalls war meiner Meinung nach nicht optimal und dem Ereignis nicht angemessen. Wie kommen solche Programmentscheidungen zustande?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Über den Verlauf der Berichterstattung am 9. November bin auch ich nicht glücklich. Aber wir mussten uns damit abfinden, dass der Veranstalter, der Senat von Berlin, eine Medienpartnerschaft mit dem ZDF eingegangen ist. Dadurch bekam die Veranstaltung einen spezifischen Charakter. Meiner Meinung nach haben wir journalistisch nichts falsch gemacht. Ab 18.50 Uhr wurde live im Ersten berichtet, mit Zeitzeugen und den Ereignissen vor Ort. Wir haben auch Teile des Staatsaktes abgebildet, sind verspätet in die &#8220;Tagesschau&#8221; gegangen, um die Merkel-Rede live zu übertragen und haben dann nach 21.00 Uhr noch einmal einen 75-minütigen Rückblick auf 20 Jahre Mauerfall gezeigt. Dass der Zeitplan der Veranstaltung ein anderer war als angekündigt, machte für uns die Planung nicht einfach.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Sind Medienpartnerschaften die Zukunft der politischen Berichterstattung?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Ich glaube nicht, dass es ein Zukunftsmodell sein kann, weil ich nicht der Ansicht bin, dass sehr viele Menschen damit glücklich waren. Es ist gut, wenn es Ereignisse gibt, die man angemessen begeht und bei denen die Medien die Rolle des Berichterstatters einnehmen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Sie sind ein Jahr Programmdirektor des Ersten. Was zählen Sie zu Ihren Erfolgen und Niederlagen in dieser Zeit?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Natürlich war ich enttäuscht, dass die Serie „Eine für alle“ im Vorabend nicht den Erfolg hatte, den ich mir gewünscht hätte. Aber Fernsehen ist auch ‚Trial and Error’. Wir haben jetzt mit der Nachfolgesendung „Das Duell“ ein Format, das auf Anhieb erfolgreicher ist und bei dem der Trend stimmt: Es liegt heute bei acht Prozent Marktanteil, immer noch kein Grund zum Jubeln, aber eine Trendwende auf diesem Platz, denn die Reichweite steigt langsam aber stetig. Es bleibt aber weiterhin eine Aufgabe, den Vorabend zu stärken. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Sehr erfolgreich waren die fiktionalen Angebote, von „Mogadischu“ bis „Jenseits der Mauer“ und „Willkommen zu Hause“. Es gab eine ganze Reihe von erfolgreichen fiktionalen Formaten im Regelprogramm, aber auch von herausgehobenen Event-Produktionen. Solche Marken zu setzen und das Fiktionale mit dem Journalistischen zu verbinden, um das geweckte Interesse in Gesprächssendungen oder Dokumentationen zu vertiefen, ist uns 2009 bereits sehr gut gelungen, weswegen wir auch 2010 solche Themenabende planen. Die Verbindung von Fiktion und Information erfüllt idealtypisch das, was öffentlich-rechtlicher Rundfunk leisten muss: bei wichtigen Themenstellungen, auf konsumierbare Art und Weise, große Aufmerksamkeit zu schaffen. Darüber hinaus ist es sehr erfreulich, dass wir den „Echo“ wieder im Ersten haben, weil er uns beim jüngeren Publikum gut positioniert. Ich freue mich außerdem über die Zusammenarbeit mit Stefan Raab, die wir für den Vorentscheid des „Eurovison Song Contests“ vereinbart haben. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Und die Bundesliga haben Sie für die ARD ja auch wieder gesichert&#8230;</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Eine meiner ersten Aufgaben – da war ich kaum durch die Tür – waren die Bundesliga-Verhandlungen. Besonders freue ich mich darüber, dass die Bundesliga-Sportschau am Samstag durch die Veränderungen des Spielplans keinen Schaden genommen hat. Im journalistischen Bereich haben wir eine tolle Wahlberichterstattung abgeliefert. Das Publikum stellt uns glänzende Noten aus, mit 74 Prozent „sehr gut“ und „gut“ für die Berichterstattung vor der Wahl und an den Wahlabenden. 82 Prozent des Informationsangebotes zu den Wahlen im Fernsehen fanden ausschließlich bei ARD und ZDF statt. Auch ein solches Zuschauerurteil ist ein großer Erfolg, gerade weil das Interesse an Politik insgesamt nicht so stark ausgeprägt war. Uns ist es aber trotzdem gelungen, ein Millionenpublikum mit politischen Themen und dem Wahlkampf zu beschäftigen. Das ist ein Beitrag zur öffentlichen Kultur in einer Demokratie, der manchmal schon vergessen wird, auch von Politikern. Umso mehr bin ich darüber erfreut, dass die „Tagesschau“ mit ihrer 20.00-Uhr-Ausgabe unverändert ganz weit oben ist. Ein weiterer Erfolg ist der „Tatort“, der gerade einen wahren Höhenflug erlebt: Einzelne Folgen bewegten sich um die Zehn-Millionen-Marke herum.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Der „Tatort“ greift vermehrt gesellschaftlich relevante Themen auf, die er durch gute Bücher und Schauspieler umsetzt. Er unterscheidet sich damit stark von klassischen Krimis&#8230; </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Er ist weit mehr als ein Krimi, weil er relevante gesellschaftliche Fragen stellt. Hier reihe ich auch den „Polizeiruf 110“ ein, der etwa zuletzt das Thema Kriegstrauma aufgegriffen hat. Es geht nicht darum<span class="msoIns"><ins datetime="2009-12-14T11:12" cite="mailto:br">,</ins></span> Politik abzubilden, aber einen Zusammenhang mit Themen herzustellen, die die Gesellschaft bewegen, macht die Qualität von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ aus. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Während die Privaten sich immer stärker Einzelschicksalen zuwenden, ist das die Marschrichtung für öffentlich-rechtliche Formate?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Unsere Vorhaben für das kommende Jahr sind genau solche Stoffe. Dabei können sich Einzelschicksal und gesellschaftlich relevantes Thema im Übrigen überlappen: In der Produktion „Haltet die Welt an“ geht es um das Schicksal einer Frau, aber auch um Kindesentführung und -missbrauch. Auch nach der Krimikomödie und Gesellschaftssatire „Gier“ werden wir in „Hart aber fair“ und mit einer Dokumentation über die Finanz- und Wirtschaftskrise bewusst anschließen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Sie haben diverse neue Projekte aufgezählt, darunter sehr aufwendige. Gehen die Gebührenrückgänge, die der ARD-Vorsitzende bis 2012 mit 200 Mio. Euro bezifferte, spurlos an Ihnen vorbei?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Der Eindruck, wir würden im Geld schwimmen, ist sicherlich verkehrt. Wir haben die Einnahmeverluste zu verkraften, die allen Landesrundfunkanstalten richtig wehtun. Das spürt selbstverständlich auch der Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, weil das Programm von der Leistungskraft der Landesrundfunkanstalten lebt. Es wird enger, aber wir sind uns einig, dass unsere Zuschauer Einsparungen am wenigsten spüren sollen. Deshalb hat der ARD-Vorsitzende zuletzt das Thema Kooperation in den Mittelpunkt gestellt. Die Situation im Norden kenne ich aus persönlicher Anschauung und weiß, wie eng Radio Bremen und der NDR inzwischen administrativ und produktionstechnisch verzahnt sind. Es lassen sich viele Kooperationen denken, die wirtschaftliche Effekte erbringen können. Darin wird die Hauptaufgabe liegen, damit man es im Programm zuletzt spürt. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Würde es Ihre Arbeit erleichtern, wenn sich einzelne Anstalten auf spezifische Formate beschränken?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Im Moment stehen administrative und produktionstechnische Bereiche im Fokus. Beim Sport, dessen Großereignisse einen immensen Produktionsaufwand bedeuten, haben wir uns jedoch bereits auf eine neue Form der Koordinierung verständigt. Hier haben wir uns auf eine klare Federführung geeinigt, um die Kompetenz gebündelt regelmäßig abrufen zu können. Im Idealfall werden die Produktionen dadurch besser <em>und</em> billiger. Ich habe diese Federführung für Sportgroßereignisse sehr begrüßt und befördert. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Die Produzenten haben mehr preiswerte Formate angekündigt, um den Sendern das Sparen zu erleichtern. Sind Sie mit den Produzenten über solche billigeren Formate im Gespräch?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Naturgemäß bin ich mit Produzenten sehr regelmäßig im Gespräch und dieses Thema wird natürlich diskutiert. Nur geht es dabei nicht darum, qualitativ andere Ware anzubieten. Man wird in bestimmten Herstellungsprozessen – und hier spielen auch technische Entwicklungen eine Rolle – Kosten reduzieren können. Das wird bei Serien und Telenovelas sehr gut funktionieren, weil auch kleine Einsparungen auf Grund der Stückzahlen sehr wirksam werden. Ich halte aber nichts davon, dass wir bei den fiktionalen High-End-Produkten die Standards senken und dem Zuschauer nicht mehr die gewohnte Qualität zu bieten. Großes Fernsehen muss auch so aussehen – und nicht, als wäre es an drei Tagen in einer Lagerhalle bei Kerzenlicht abgedreht worden. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Wird es möglicherweise zu einer Zweiteilung im Programm kommen: Festbeleuchtung nach 20.15 Uhr und vor der Tagesschau Kerzenlicht?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Auch im Vorabendprogramm wird es bei uns kein Kerzenlicht geben.<span> </span>Bei seriellen Formaten kann man aber eine ganze Menge zum Beispiel durch bessere Logistik erreichen. Bei den Serien nach 20.00 Uhr geht es um Feintuning. Damit kein Missverständnis aufkommt: Auch bei Hochglanzproduktionen wird in der Kalkulation über jeden Drehtag gestritten, nur gibt es hier ein Grundeinverständnis, dass ein großer Stoff mit erstklassigen Schauspielern nicht auf den Standard einer Telenovela heruntergedrückt wird. Das wäre absurd. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">200 Mio. Euro innerhalb von drei Jahren lassen sich doch nicht durch kleinere Einsparungen erwirtschaften und im Programm soll man es nicht merken. Es muss doch irgendwo Konsequenzen geben?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Wir reden hier nicht über Einsparungen beim Kantinenessen, sondern über Personalabbau. Ich behaupte auch nicht, dass man es im Programm nicht spüren wird. Es wird in einigen Programmstrecken enger werden. Sollte etwa die Kostenexplosion der letzten Jahre im Spitzensport anhalten, wird man hier sicherlich das eine oder andere nicht mehr machen können. Ich habe allerdings die Hoffnung, dass die Preise zumindest stabil bleiben.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Wird der WDR seine zu erwartenden 80 Mio. Euro Gebührenausfälle nicht lieber bei den Zulieferungen als in seinem eigenen Programmen einsparen? Werden Sie härter mit den Anstalten verhandeln müssen?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Die Verteilungskämpfe werden naturgemäß härter, wenn das Geld knapper wird. Ich weiß aber, dass in den Landesrundfunkanstalten ein Bewusstsein dafür vorhanden ist, wie wichtig Das Erste als gemeinsame Klammer der ARD, als das nationale Vollprogramm, ist. Das wird nicht jeden Verteilungskampf lösen, aber zumindest Prioritäten bestimmen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Ab 2013 wird im Abendprogramm Sponsoring wie Werbung behandelt. Heute gibt es dort kaum eine Sendung ohne Sponsoring. Lassen sich diese Sendungen ohne Sponsoring noch finanzieren?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Es ist keineswegs so, dass die meisten<strong> </strong>unserer Angebote gesponsert werden.<strong> </strong>Und Sponsoringgelder werden nicht automatisch der jeweiligen Sendung zugeschlagen, sondern gelten als Einnahmen der Gemeinschaft und werden entsprechend aufgeteilt. Wir produzieren diese Sendungen nicht deshalb, weil sie soundso viel<span> </span>Sponsoring einbringen, sondern wir zeigen die Sendung und dann erst melden sich Sponsoren, die interessiert sind. Wenn Sponsoring wegfällt, fehlt es auf der Einnahmeseite insgesamt und stellt nicht die einzelne Sendung in Frage.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: &amp;amp;amp;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">promedia: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Wird es hauptsächlich den fiktionalen und Unterhaltungsbereich treffen?</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Herres: </span></strong><span style="font-family: &amp;amp;amp;">Der Verlust trifft erst einmal alle. Die Sponsoringmittel werden auch nicht nach Programmgenres verteilt, sondern fließen in die Haushalte der Sender und werden dort den Programmmitteln insgesamt zugewiesen. </span></p>
</div>
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