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	<title>GOLDMEDIA Blog &#187; Kabelnetzbetreiber</title>
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	<description>Das Blog der Goldmedia Gruppe</description>
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		<title>Pay-TV 2011 – ein Markt zwischen drohenden Einbußen und Hoffnung: Funktionieren HD-Fernsehprogramme als Rettungsanker? Goldmedia Trendmonitor – Trends und Ausblick 2011</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Dec 2010 09:15:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Michael Schmid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Goldmedia GmbH Strategy Consulting]]></category>
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		<description><![CDATA[Was bringt das Jahr 2011 für die  Medien-, Entertainment- und  Telekommunikations-Branche? Im Goldmedia Trendmonitor  2011 geben Goldmedia-Experten in Form von  Kurzanalysen einen Ausblick  auf wichtige Entwicklungen des Jahres 2011  in den Bereichen Medien,  Telekommunikation, Entertainment und  Internet.
Entwicklungen im Pay-TV-Markt
Mehrere Milliarden Euro steckte Rupert Murdoch bereits in das deutsche Sky [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was bringt das Jahr 2011 für die  Medien-, Entertainment- und  Telekommunikations-Branche? </strong><strong>Im Goldmedia </strong><strong>Trendmonitor  2011 geben Goldmedia-Experten in Form von  Kurzanalysen einen Ausblick  auf wichtige Entwicklungen des Jahres 2011  in den Bereichen </strong><strong>Medien,  Telekommunikation, Entertainment und  Internet.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Entwicklungen im Pay-TV-Markt</strong></p>
<div id="attachment_1912" class="wp-caption alignleft" style="width: 138px"><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/04/micha02_news.jpg"><img class="size-full wp-image-1912" title="micha02_news" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/04/micha02_news.jpg" alt="Dr. Michael Schmid" width="128" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Dr. Michael Schmid</p></div>
<p style="text-align: justify;">Mehrere Milliarden Euro steckte <strong>Rupert Murdoch</strong> bereits in das deutsche <strong>Sky</strong> bzw. das frühere <strong>Premiere</strong>. Auch die <strong>Kabelnetzbetreiber</strong> starteten mit großen Werbekampagnen ins <strong>Premium Pay-TV </strong>und versuchten sich auch an den Rechten der <strong>Fußball Bundesliga</strong>. Zudem startete der Satellitenbetreiber <strong>Astra</strong> mit<strong> HD+ </strong>seinen Angriff aufs <strong>Pay-TV. </strong>Die große Hoffnung: Wachstum im Pay-TV bei der zunehmenden Digitalisierung der immer noch erstaunlich weit verbreiteten analogen Fernsehwelt in Deutschland.</p>
<p style="text-align: justify;">Realität und Ausgangsbasis für 2011 aber sehen anders aus: Die <strong>Abonnentenzahlen</strong> von <strong>Sky</strong> blieben mit 2,4 Mio. lange Zeit eher konstant. Erst nach einer Anpassung der <strong>Preisstrategie</strong> und günstigeren Paketen steigen die Kundenzahlen wieder leicht auf 2,5 Mio. an.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch die <strong>Kabelnetzbetreiber </strong>kommen beim Verkauf ihrer <strong>Premium-TV-Dienste</strong> nur schleppend voran. <strong>Unitymedia</strong> verzeichnete sogar rückläufige Pay-TV-Kundenzahlen beim digitalen Premium Pay-TV, 2009 minus 14 Prozent. 2010 werden nur noch die <strong>Digital-TV-Kunden</strong> insgesamt ausgewiesen – ohne den Anteil Premium Pay-TV. Die Premium-Pay-TV-Kunden von <strong>Kabel Deutschland</strong> lagen im September 2010 bei 1,1 Mio. – immerhin über zehn Prozent mehr als noch vor einem Jahr.<span id="more-3149"></span><strong>Astra</strong> meldete 300.000 verkaufte Abos für den Pay-TV-Dienst HD+. Allerdings: Bisher zahlt keiner für das Abo – der Verkauf von HD+ startete mit einer Marketingoffensive: Das erste Jahr war kostenlos.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Situation im deutschen Pay-TV-Markt ist nach unzähligen Kapitalerhöhungen so prekär geworden, dass im Jahr 2010 öffentlich ein eigenes Engagement der <strong>DFL</strong> im Pay-TV diskutiert worden ist. Entsprechende Pläne wurden zwar umgehend dementiert, Kritik von einzelnen Bundesligavereinen an der Vermarktung von Sky war jedoch sehr prominent. Fußball ist der wohl wichtigste Content für das Pay-TV – auch in Deutschland.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Jahr 2011 könnten die Verhandlungen für die <strong>TV-Übertragungsrechte für Fußball </strong>neu starten. Bewegung könnte in den Markt kommen, indem neue Anbieter, die ihr Geld eher mit Telekommunikation oder Diensten im Internet verdienen, zu Mitbietern werden. Aber kann eine neue Marktordnung nach der Rechtevergabe für Wachstum im Pay-TV-Markt 2011 sorgen?</p>
<p style="text-align: justify;">Allein wohl kaum. Wer in Deutschland <strong>Premium-TV-Dienste </strong>abonnieren will, der hat dies längst getan. Und wer heute noch analog sein Fernsehen empfängt, dem reichen auch 30 DVB-T-Programme. Chancen bieten aber die seit 2004 mehr als 30 Millionen Mal verkauften HD-fähigen Fernseher, die in den deutschen Wohnzimmern stehen, denn: Die Verbraucher wollen endlich ihr High-Tech-Gerät auch einmal benutzen. Bisher wirkt das schlimmstenfalls analoge PAL-Signal eher wie ein mittelmäßiger Web-TV-Stream auf dem HD-Screen. HD-Inhalte würden die Anschaffung des Gerätes endlich rechtfertigen! Die von Astra gemeldeten 300.000 verkauften HD+ Receiver klingen aber bisher noch nicht nach einem durchschlagenden Erfolg.</p>
<p style="text-align: justify;">2011 wird sich zeigen, ob <strong>HD </strong>tatsächlich als Treiber für Pay-TV fungieren kann und ob neue Player bei der Vergabe der Fußballrechte mit neuen Strategien für Wachstum sorgen können. Gelingt das nicht, könnte Pay-TV 2011 nach Umsatz stagnieren oder sogar schrumpfen: Das zunehmend als Nebenbeimedium genutzte Fernsehen wird immer mehr zum Giveaway im Mix aus unterschiedlichen Produkten wie Internet-Zugang und Telefonie: Zumindest der kostenpflichtige Basis-TV-Zugang wird heute schon Bestandteil von Triple- oder <strong>Quadruple-Play</strong>-Angeboten der <strong>Kabelnetzbetreiber und Telekommunikationsunternehmen.</strong><br />
<strong><br />
Dr. Michael Schmid, Senior Consultant Goldmedia Strategy Consulting</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong><strong><a href="../../aktuelles/trendmonitor-2011.html">Alle  Trends auf einen Blick </a></strong></p>
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		</item>
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		<title>&#8220;Das lineare Fernsehen ist immer noch das Lagerfeuer der Nation&#8221;, Dietmar Schickel, CCO Telecolumbus</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 10:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Promedia das medienpolitische Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Promedia schreibt im GOLDMEDIA Blog]]></category>
		<category><![CDATA[CCO]]></category>
		<category><![CDATA[Dietmar Schickel]]></category>
		<category><![CDATA[Kabel]]></category>
		<category><![CDATA[Kabelnetzbetreiber]]></category>
		<category><![CDATA[Tele Columbus]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview mit Dietmar Schickel, Chief Commercial Officer, Tele Columbus, promedia 03/2010
Eine unabhängige Holding hat Anfang Januar den drittgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber Tele Columbus von der Escaline-Tochtergesellschaft Orion Cable übernommen. Die Holding-Gesellschaft ist von den über 100 internationalen Gläubigerinstituten und den bisherigen Eigentümern unabhängig. Tele Columbus ist aus einer Vielzahl von klassischen Netzebene 4-Betreibern entstanden, die heute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interview mit Dietmar Schickel, Chief Commercial Officer, Tele Columbus, <em>promedia</em> 03/2010</strong></p>
<p><strong>Eine unabhängige Holding hat Anfang Januar den drittgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber Tele Columbus von der Escaline-Tochtergesellschaft Orion Cable übernommen. Die Holding-Gesellschaft ist von den über 100 internationalen Gläubigerinstituten und den bisherigen Eigentümern unabhängig. Tele Columbus ist aus einer Vielzahl von klassischen Netzebene 4-Betreibern entstanden, die heute in der Tele Columbus Gruppe integriert sind. Dazu gehören die ehemalige ewt multimedia GmbH oder auch die Breitbandnetze von Bosch und Siemens. Die Tele Columbus Gruppe ist als Anbieter national aktiv, mit Netzen in allen 16 Bundesländern vertreten – aber mit einem klaren Schwerpunkt auf Berlin und den ostdeutschen Bundesländern. Hier befinden sich knapp 70 Prozent der Kunden.</strong></p>
<div id="attachment_1600" class="wp-caption alignleft" style="width: 234px"><strong><strong><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/03/Dietmar_Schickel.jpg"><img class="size-medium wp-image-1600" title="Dietmar_Schickel" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/03/Dietmar_Schickel-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Dietmar Schickel, Chief Commercial Officer, Tele Columbus</p></div>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>promedia:</strong> Herr Schickel, welche Finanzdienstleister, Fonds oder Banken gehörten jetzt zu den Eigentümern von TeleColumbus?<br />
<strong>Dietmar Schickel:</strong> An der neuen Eigentümergesellschaft der Tele Columbus Gruppe sind keine Banken oder Fonds beteiligt. Die Kreditgeber sind weiterhin lediglich über Fremdkapital investiert. Die neue Holding ist vollkommen unabhängig von den Kreditgebern und wird von der auf finanzielle Restrukturierungen spezialisierten Finanzagentur Nikolaus&amp;Co geführt.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Welche Konsequenzen hat das für die operative Tätigkeit?<br />
<strong>Dietmar Schickel:</strong> Zunächst einmal muss man klarstellen: Auch wenn in den Medien viel spekuliert wurde – die operative Tätigkeit war nie gefährdet. Die Kapitalgeber haben nie einen Zweifel daran gelassen, welch großen Wert sie dem Unternehmen Tele Columbus, der Infrastruktur, die wir über die Jahre aufgebaut haben und unserem Geschäftsmodell beimessen. Es bestand zu jeder Zeit ein klares Interesse seitens unserer Kapitalgeber, dieses hoch profitable Geschäft auch weiterzuführen – und dieses Interesse wurde unserem Unternehmen gegenüber auch klar dokumentiert.<span id="more-1619"></span><br />
Dennoch ist es natürlich positiv, dass nun mit dem Eigentümerwechsel wieder mehr Ruhe ins Unternehmen eingekehrt ist. So können wir uns wieder verstärkt darauf konzentrieren, was die Firma Tele Columbus in den letzten 25 Jahren stark gemacht hat: Unsere Kompetenz und Erfahrung als Kabelnetzbetreiber sowie unsere Kontinuität, unsere Regionalität und unsere Qualität in der Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft. Gleichzeitig können wir gemeinsam mit den Banken in aller Ruhe daran arbeiten, die Kapitalstruktur des Unternehmens zukunftsfähig aufzustellen.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Wie ist es dazu gekommen, dass Tele Columbus fast versteigert worden wäre?<br />
<strong>Dietmar Schickel:</strong> Der Begriff „Versteigerung“ ist natürlich irreführend – es ging ja nicht darum, Tele Columbus an ein anderes Unternehmen – beispielsweise einen Wettbewerber – zu verkaufen. Es wäre auch nicht das Unternehmen aufgerufen worden, sondern lediglich die Pfandrechte an der damaligen Muttergesellschaft. Tele Columbus war bis zum Jahreswechsel Teil eines Konzerns mit einer sehr komplexen Gesellschafts- und auch Schuldenstruktur. Unter anderem wurde die Muttergesellschaft der Tele Columbus Gruppe durch eine hohe Last von Verbindlichkeiten gedrückt. In diesem Rahmen war jedoch die notwendige Kapitalrestrukturierung für die einzelnen Gesellschaften nicht durchführbar. Die Versteigerung war lediglich als rein formaler Akt für einen kontrollierten Eigentümerwechsel an eine unabhängige Holding, die das Vertrauen der Kapitalgeber genießt, geplant. Dies wurde nun durch eine gütliche Einigung zwischen den ehemaligen Anteilseignern und den Kapitalgebern erreicht.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Alle größeren deutschen Kabelgesellschaften gehören Finanzinvestoren. Muss man sich um das deutsche Kabelnetz Sorgen machen?<br />
<strong>Dietmar Schickel:</strong> Nein, natürlich nicht. Es gibt viele pauschale Vorurteile gegen Finanzinvestoren. In einzelnen Fällen treffen diese vielleicht auch zu. Aber man muss anerkennen, dass Finanzinvestoren entscheidend dazu beitragen, dynamische und kapitalintensive Wachstumsmärkte schnell mit Geld zu versorgen – Geld, das für Investitionen notwendig ist. Die Kabelbranche ist ein Markt, der sich durch die Konsolidierung der Netzebenen 3 und 4 sehr stark im Umbruch befindet und der durch die neuen Dienste Internet und Telefonie ein sehr dynamisches Wachstum erfährt. Ein Markt also, in dem viel Potenzial steckt. Und natürlich ist es auch ein Markt, in dem gerade für dieses Infrastrukturgeschäft mit neuen Diensten auch hohe Investitionen notwendig sind. Das fordert eine flexible und umfangreiche Finanzierung.<br />
Ohne Private Equity hätte das Kabel den technologischen Wettbewerb der Infrastrukturen mit den herkömmlichen Telefonanbietern vielleicht nicht so klar gewinnen können. Und auch die raschen Innovationen im Bereich Fernsehen wären ohne eine solche Finanzierung wohl nicht denkbar. Natürlich ist es aber auch kein Modell für die langfristige Zukunft. Die Investitionszyklen für Private Equity Kapital sind begrenzt, und irgendwann werden auch wieder andere Investoren die Geschäfte in der Hand haben. Mit Unitymedia hat diese Entwicklung gerade begonnen, mit Kabel Deutschland geht sie möglicherweise weiter.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Wie modern ist das Kabelnetz von Tele Columbus?<br />
<strong>Dietmar Schickel:</strong> Als ursprünglicher Netzebene 4-Betreiber haben wir ja nicht nur ein Kabelnetz sondern eine große Zahl von Netzen an verschiedenen Standorten, die wir zunehmend integriert mit der Netzebene 3 betreiben. In diese Netze investieren wir laufend. Sie sind selbstverständlich voll digitalisiert, also für die Übertragung von digitalen TV- und Hörfunkprogrammen ausgebaut. Der größte Teil der Netze ist auch bereits Triple-Play-fähig, das heißt, hier können die Kunden neben Fernsehen auch Telefon- und Internetdienste empfangen. Und gerade in den ostdeutschen Bundesländern – vor allem in Berlin – wird ein Großteil der Netze bereits unabhängig von der Netzebene 3 versorgt, das heißt mit Signalzufuhr über eine eigene Kopfstelle. In diesen Netzen haben wir natürlich den Vorteil, das gesamte Angebot aus einer Hand bieten zu können und Service, Produkte und Technik selbst steuern zu können. Das versetzt uns im Gegensatz zu den Kabelnetzbetreibern der Netzebene 3 auch in die Lage, individuelle regionale Angebote zu liefern, wie beispielsweise örtliche Lokalsender auch digital einzuspeisen.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Wie kommen Sie dem immer stärker wachsenden Bedarf an Bandbreiten nach?<br />
<strong>Dietmar Schickel:</strong> Im Jahr 2010 treiben wir den Netzausbau weiter voran und erschließen einige zusätzliche Städte mit Internet, Telefon und hochauflösendem Fernsehen. Zur Steigerung der Bandbreiten in den bestehenden Netzwerkclustern erweitern wir unsere HFC-Netze laufend unter Nutzung der neuesten Technologien. Ziel ist es, an allen Standorten, die mit eigenen Internetdiensten versorgt werden, den Bandbreitenvorteil gegenüber den Telekommunikationsunternehmen auszunützen und höhere Datenraten für unsere Endkunden vorzuhalten. Dazu planen wir in einem ersten Schritt ausgehend vom Standort Berlin sukzessive die Einführung des neuen Standards EuroDOCSIS 3.0, um in den Haushalten erhöhte Internetgeschwindigkeiten von bis zu 100 MBit pro Sekunde bereitzustellen. An einzelnen Standorten, beispielsweise in Potsdam, führen wir darüber hinaus schon heute erste Projekte mit „Fibre to the building“, also einer Glasfaserstrecke bis zum einzelnen Haus, durch.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Alle Kabelnetzbetreiber, auch Tele Columbus haben sich zu Inhalteanbietern entwickelt, die neben den Standard-Programmen noch Premium-Programme anbieten. Hat sich dieser Weg bewährt?<br />
<strong>Dietmar Schickel: </strong>Selbstverständlich. Fernsehen ist immer noch die Freizeitbeschäftigung Nummer eins, wenn nicht sogar ein lebensnotwendiges Gut für die meisten Menschen. Die Digitalisierung schafft den notwendigen Raum, um neben den Standard-Programmen auch Angebote für den individuellen Bedarf bereitzustellen. Und mit der wachsenden Verbreitung von geeigneten Endgeräten, die sich schon aus der Digitalisierung der Standardprogramme ergibt, wird es zunehmend einfacher, zusätzlich auch Premium-Inhalte zu konsumieren. Die Nachfrage wird also weiter steigen.</p>
<p><strong>promedia: </strong>Nun kommen Hybrid-Fernseher auf den Markt, die zusätzlich Inhalte aus dem Internet anbieten. Macht es Sinn, dass die Kabelnetzbetreiber weiterhin Premium-Content einkaufen oder sollten Sie sich wieder auf das Kerngeschäft, der Bereitstellung von Infrastrukturen konzentrieren?<br />
<strong>Dietmar Schickel:</strong> Durch die Digitalisierung und die zunehmende Integration der Netzebenen 3 und 4 sind die Geschäftsmodelle auch für uns als Kabelnetzbetreiber vielfältiger geworden – wir können heute technologisch einen wesentlich umfassenderen Bereich der Wertschöpfungskette abdecken. Überall, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist, werden wir uns daher auch selbst engagieren oder gegebenenfalls geeignete Partner suchen. Gemeinsam mit NDS und anderen Content Plattformen kooperieren wir beispielsweise für die Leistung von interaktiven Inhalten auf unseren hybriden Endgeräten. Unsere Kunden erreichen wir aber nach wie vor in erster Linie über ein breites inhaltliches Angebot – hier müssen wir gut aufgestellt sein. Denn das lineare Fernsehen ist immer noch das Lagerfeuer der Nation.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Die Konkurrenz für die Kabelnetzbetreiber nimmt zu: Satellit, DVB-T, IP-TV, Hybrid-Fernseher. Wie können Sie sich behaupten?<br />
<strong>Dietmar Schickel: </strong>Wir werden uns behaupten, weil wir über die leistungsfähigste Infrastruktur verfügen und im Gegensatz zu allen anderen Übertragungswegen Broadband und Broadcast in vollem Umfang kombinieren können. Dabei ist es aber wichtig, bei der aktuellen Innovationsdynamik keine Entwicklung zu verschlafen. Wenn wir uns mit unseren Leistungen und Produkten weiterhin an der Spitze bewegen, können wir unseren Vorteil ausspielen: Mehr Quantität in der Bandbreite bei voller Qualität in Service und Angebot. Deshalb treiben wir mit Tele Columbus die technologischen Entwicklungen wie HDTV oder interaktive Portale so vehement voran.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Warum kann im Kabel anscheinend die digitale Umstellung nicht 2012 stattfinden wie beim Satelliten?<br />
<strong>Dietmar Schickel:</strong> Aus technologischer Sicht könnte der analoge Switch-Off jederzeit stattfinden, die Kabelnetze sind ja seit Jahren voll digital. Das Problem ist die digitale Nutzung – den Kabelkunden fällt es natürlich im Hinblick auf die relativ große Programmauswahl und gute Qualität, die schon das analoge Kabel bietet, besonders schwer, die Vorzüge des digitalen Fernsehens zu erkennen. Hier wird der revolutionäre Qualitätsstandard HDTV, den wir mit Tele Columbus mehr als alle anderen Anbieter vorantreiben, weiteren Anreiz bringen. Ein klares Datum für den Umstieg im gesamten Markt würde auf jeden Fall helfen. Ansonsten droht das, was wir schon heute in Ansätzen beobachten: Ein wilde Migration der Privatsender, die aufgrund der günstigeren Verbreitung nach und nach auf den digitalen Standard umsteigen. Eine flächendeckende Re-Analogisierung ist aber ebenso technisch unsinnig wie wirtschaftlich uneffizient. Daher braucht es ein konkretes Umstiegsszenario. Wir haben großes Verständnis für das Interesse der Wohnungswirtschaft, diesen Übergang für die Mieter möglichst angenehm und technisch problemlos zu gestalten. Daher ist für uns in dieser Situation in erster Linie der Dialog mit der Wohnungswirtschaft entscheidend. Und mit einer eigenen regionalen Digitalisierungsstrategie, die auch die Lokalsender in die digitale Welt überführt, setzen wir ein klares Zeichen Richtung Zukunft.</p>
<p><strong>Über Dietmar Schickel</strong></p>
<ul>
<li>Geboren: 1956</li>
<li>Marketingleiter in Versicherungs- und Handelsunternehmen</li>
<li>1986 im Auftrag der Bertelsmann AG Aufbau der RKS Berlin, eine der ersten deutschen Kabelgesellschaften</li>
<li>1989 Mitglied der Geschäftsführung</li>
<li>1990-2007 Geschäftsführer für den Bereich Marketing und Vertrieb</li>
<li>2007-2009 Geschäftsführer der Wohnungswirtschaft</li>
<li>Seit Juli 2009 Chief Commercial Officer (CCO) der Unternehmensgruppe Tele Columbus</li>
</ul>
<p>Weitere Informationen: <a href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a></p>
<p><strong><a href="http://www.promedia-berlin.de _self"></a></strong></p>
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		</item>
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		<title>Zur geplanten Versteigerung ehemaliger Rundfunk-Frequenzen: Digitale Dividende – für wen eigentlich?</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 15:07:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Promedia das medienpolitische Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Promedia schreibt im GOLDMEDIA Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesnetzagentur]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Dividende]]></category>
		<category><![CDATA[Kabelnetzbetreiber]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilfunk]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunk-Frequenzen]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Christoph Wagner, Rechtsanwalt, Hogan &#38; Hartson Raue, promedia 11/09
Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die Regeln für die Versteigerung der ehemals  vom Rundfunk genutzten Frequenzen im Bereich 800 MHz (die so genannte „digitale Dividende“) wie geplant verabschiedet. Die Antragsfrist für die Bieter läuft bis 21. Januar 2010; die eigentliche Auktion soll dann im zweiten Quartal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Von Dr. Christoph Wagner, Rechtsanwalt, Hogan &amp; Hartson Raue, <em>pro</em>media 11/09</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Bundesnetzagentur (<strong>BNetzA</strong>) hat die Regeln für die Versteigerung der ehemals  vom Rundfunk genutzten Frequenzen im Bereich 800 MHz (die so genannte „<strong>digitale Dividende</strong>“) wie geplant verabschiedet. Die Antragsfrist für die Bieter läuft bis 21. Januar 2010; die eigentliche Auktion soll dann im zweiten Quartal 2010 stattfinden, wenn sie nicht noch durch die Gerichte gestoppt wird. Die <strong>Mobilfunkunternehmen O2</strong> und <strong>E-Plus </strong>kritisieren die Vergaberegeln, weil sie ihrer Meinung nach die großen Anbieter <strong>T-Mobile</strong> und <strong>Vodafone </strong>bevorzugen, die schon über mehrFrequenzspektrum verfügen. Aus gleichem Grund hatte die <strong>EU-Kommissarin Reding</strong> noch versucht, das Verfahren mit einem Schreiben an die BNetzA zu beeinflussen und gar ein  Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik angedroht. Schließlich hatten Sendeunternehmen und <strong>Kabelnetzbetreiber</strong> technische Bedenken gegen die Störungen des DVB-T und Kabelempfangs durch die neue LTE-Netztechnologie vorgebracht (vgl. ProMedia 5,2009). Alles ohne Erfolg.</p>
<div id="attachment_313" class="wp-caption alignleft" style="width: 231px"><img class="size-medium wp-image-313" title="dr-christoph-wagner" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2009/05/dr-christoph-wagner-221x300.jpg" alt="Dr. Christoph Wagner" width="221" height="300" /><p class="wp-caption-text">Dr. Christoph Wagner</p></div>
<p style="text-align: justify;">Der aus 16 Bundestagsabgeordneten und 16  Ländervertretern bestehende BNetzA-Beirat stimmte dem umstrittenen Versteigerungsdesign einstimmig zu und die Präsidentenkammer der BNetzA hat die kontroversen Regeln nun verbindlich festgesetzt. Das ist um so erstaunlicher, als viele der Beiratsmitglieder einschließlich des Beiratsvorsitzenden Junghans aufgrund der vorausgegangenen Bundes- und Landtagswahlen ihr Beiratsmandat demnächst abgeben müssen, also aktuell gar nicht mehr für so weittragende Entscheidungen legitimiert sind. Die<br />
Art und Weise, wie die BNetzA das Verfahren gegen alle Widerstände und Bedenken im Eiltempo vorantreibt, entspricht allerdings der bisherigen Vorgehensweise: Zunächst wurden die Eckpunkte für die Vergabe festgelegt, ohne dass die Länder und der Bundesrat das Verfahren abgesegnet hatten. Dann soll die Vergabe der 800 MHz-Frequenzen aus Beschleunigungsgründen mit anderen, seit langem zur Versteigerung anstehenden Mobilfunk-Frequenzen oberhalb 1 GHz verbunden werden, wodurch die digitale Dividende sehr mobilfunkorientiert und gegen<br />
Meistgebot vergeben werden wird. Schließlich wird die Vergabe ausgeschrieben, obwohl die BNetzA selbst noch nicht geklärt hat, welche Störungen von der neuen LTE-Netztechnologie auf den Kabel- und DVBFernsehempfang ausgehen. Alles also nach der Devise: Augen zu und durch?<span id="more-1158"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Zum Hintergrund:</strong> Bund und Länder hatten sich in einem von BMWi-Staatssekretär Pfaffenbach und rheinland-pfälzischen Staatskanzleichef Stadelmeier ausgehandelten Kompromiss darauf verständigt, das ehemals vom analogen Rundfunk genutzte Frequenzspektrum, die „digitale Dividende“, zur Vergabe durch die BNetzA verfügbar zu machen. Das Spektrum soll insbesondere für die Breitband-Internet-Versorgung in unterversorgten ländlichen Gebieten dienen. Ein forcierter Ausbau der Breitbandversorgung ist ein prominenter Teil der Breitbandinitiative der Bundesregierung, die deshalb auch an einem beschleunigten Vergabeverfahren interessiert ist und der BNetzA wohl den Rücken stärkte. Die Niederwellen-Frequenzen der digitalen Dividende eignen sich besonders gut für die Flächenversorgung dünn besiedelter Gebiete und benötigen z.B. nur etwa halb so viele Antennenstandpunkte wie Frequenzen oberhalb von 1 GHz.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Netzaufbau und –unterhalt ist daher im800 MHz-Bereich viel kostengünstiger, auch lässt sich die Indoor-Versorgung besser darstellen. Deshalb sind diese Frequenzen auch bei den Mobilfunkunternehmen so begehrt, die sie insbesondere für den gestiegenen Bandbreitenbedarf im Datenverkehr und eine Verbesserung der Indoor-Versorgung nutzen wollen – aber kein gesteigertes Interesse an der teuren Versorgung ländlicher Gebiete haben. Die Lizenzbedingungen werden auf Verlangen der Länder allerdings detaillierte Versorgungsauflagen enthalten,  wonach die Netzversorgung zunächst in den bislang nicht mit Breitband versorgten Gebieten („White Spots“) sicherzustellen ist, bevor unterversorgte Regionen ausgebaut werden dürfen. Dicht besiedelte urbane Regionen, wirtschaftlich für die Netzbetreiber am lukrativsten, dürfen erst bedient werden, wenn die angestrebte  Versorgungsdichte in dünner besiedelten Prioritätsgebieten erreicht ist. Insgesamt sollen auf diesem Weg 90% der Bevölkerung bis zum Jahr 2016 mit mobilem Breitband versorgt werden können.</p>
<p style="text-align: justify;">Weil nicht genügend 800 MHz-Spektrum für alle Interessenten vorhanden ist, will die BNetzA diese Frequenzen in einem Auktionsverfahren gegen Höchstgebot vergeben. Die Versteigerung wird im zweiten Quartal 2010 gemeinsam mit der Versteigerung weiterer Mobilfunk-Frequenzen im Bereich 1,8 und 2,6 GHz stattfinden. Insgesamt werden dann 360 MHz versteigert, mithin so viel Frequenzspektrum wie noch nie zuvor und wohl auch die nächsten 20 Jahre nicht mehr vergeben werden kann. Dies erklärt auch die Nervosität darüber, wie die Versteigerungsbedingungen ausgestaltet werden. Dabei stehen sich insbesondere die Interessen der beiden großen Mobilfunkunternehmen T-Mobile/Vodafone und der kleineren Anbieter O2 und E-Plus gegenüber. Aber auch die Interessen der Länder an einer möglichst zügigen Breitbandversorgung ländlicher Gebiete sind nicht unbedingt mit dem fiskalischen Interesse des Bundes an möglichst hohen Versteigerungserlösen vereinbar.</p>
<p style="text-align: justify;">Die kleinen Anbieter – und mit ihnen die EU-Kommissarin Viviane Reding – befürchten langfristige Wettbewerbsnachteile, wenn sich die großen Anbieter über ihre größere Finanzkraft in der Versteigerung große Teile des wertvollen Spektrums sichern können. Es geht im Bereich 800 MHz um insgesamt 6 Frequenzblöcke mit jeweils 5 MHz Bandbreite, die einzeln ersteigert werden können.<br />
Um die Chancengleichheit der Anbieter zu wahren, begrenzt die BNetzA die Anzahl der Frequenzblöcke, die Mobilfunkunternehmen erwerben können, unter Berücksichtigung des den einzelnen Anbietern schon<br />
zustehenden Niederwellenspektrums im 900 MHz-Bereich über eine so genannte „Frequenzkappe“. Danach können T-Mobile und Vodafone jeweils nur zwei 5 MHz-Blöcke erwerben, weil sie jeweils schon über 12,5 MHz Spektrum im 900 MHz-Bereich verfügen.<br />
E-Plus und O2 können jeweils drei 5 MHz Blöcke ersteigern (sie haben jeweils 5 MHz im 900er Band) und ein Marktneuling, der bislang nicht über Mobilfunkfrequenzen verfügt, könnte maximal vier 5 MHz Blöcke ersteigern. Technisch sind mindestens zwei 5 MHz Frequenzblöcke notwendig, um eine sinnvolle bundesweite Netzabdeckung mit einer ausreichenden Datenrate wirtschaftlich darzustellen. Bei der verfügbaren Anzahl von sechs 5 MHz Frequenzblöcken gibt es daher – bei dem jetzt vorgesehenen Auktionsdesign &#8211; ausreichend 800 MHz Spektrum nur für drei der vier in Deutschland aktiven Mobilfunk-Anbieter. Ein Anbieter wird zwangsläufig leer ausgehen und damit langfristig erhebliche strategische Wettbewerbsnachteile bei der Versorgung seiner Kunden erleiden. Angesichts der größeren Finanzkraft geht man davon aus, dass Vodafone und T-Mobile jeweils die zwei zulässigen Blöcke ersteigern werden, und dass E-Plus und O2 sich ein Bietgefecht um die verbleibenden zwei Blöcke liefern werden.<br />
Im Ergebnis würde entweder E-Plus oder O2 keine der attraktiven Frequenzen erhalten und die erfolgreichen Bieter müssten einen „strategischen“, wohl unvernünftig hohen Preis für die Frequenzen zahlen. Derzeit wird mit einem Gesamterlös von über 5 Mrd. EUR für das verfügbare Spektrum gerechnet, die Erfahrung bei der  MTSVersteigerung<br />
im Jahr 2000 lehrt aber, dass es leicht auch mehr werden kann.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier setzt die Kritik der kleinen Anbieter und der EU-Kommissarin an: Sie sehen einen Wettbewerbsnachteil der finanzschwächeren kleinen Anbieter und verlangen eine niedrigere Frequenzkappe von nur je 5 oder 7,5 MHz für T-Mobile und Vodafone mit der erwünschten Folge, dass sowohl E-Plus und O2 jeweils zwei Blöcke für einen erschwinglichen Betrag ersteigern können. Alternativ sollten T-Mobile und Vodafone verpflichtet werden, einen Teil ihrer Frequenzausstattung im Bereich 900 MHz verfügbar zu machen, damit auch dieser für Breitbandversorgung genutzt werden kann (sog. „Refarming“). Heute wird dieses bis 2016 lizenzierte Frequenzspektrum noch u.a. für Sprachtelefonie genutzt und benötigt.<br />
Die BNetzA ist den Vorstellungen von EPlus und O2 aber nicht gefolgt und hat auch die von EU-Kommissarin Reding geäußerten wettbewerblichen Bedenken zurückgewiesen. Sie bleibt bei den bisherigen Frequenzobergrenzen, die zu einer künstlichen Verknappung des 800 MHz Spektrums führen (3 Lizenzen für 4 Anbieter) und einen hohen Versteigerungserlös erhoffen lassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Versteigerungserlös steht dem Bund und nicht den Ländern zu, obwohl er zum guten Teil aus dem frei gewordenen Rundfunk-Spektrum stammen wird. Angesichts der Haushaltslage ist es zwar nachvollziehbar, dass die Versteigerungsbedingungen auch mit dem Ziel einer Maximierung des Erlöses ausgelegt werden; immerhin sind die Frequenzen ein öffentliches Gut, das nicht unter Wert vergeben werden sollte. Aus Ländersicht stellt sich aber die Frage, ob das nun festgelegte Auktionsdesign nicht das Ziel einer möglichst schnellen Flächenversorgung mit Breitbandzugängen zu Gunsten eines hohen Auktionserlöses aus den Augen verliert.<br />
Es liegt auf der Hand, dass ein hoher für die Frequenzen gezahlter Preis nicht mehr in den Netzausbau investiert werden kann. Nach der UMTS Auktion fehlten den Unternehmen die Finanzmittel für einen zügigen Netzaufbau, und einige Bieter mussten ganz aufgeben (Quam, Mobilcom) mit dem Ergebnis eines sich abschwächenden Wettbewerbs.<br />
Die Kunden mussten über die höheren Preise letztlich die Zeche zahlen.</p>
<p style="text-align: justify;">Heute ist das Versteigerungsdesign von vornherein nur auf drei Lizenznehmer ausgelegt. Die BNetzA nimmt also in Kauf, dass einer der vier deutschen Mobilfunkanbieter leer ausgeht und damit langfristig nicht wettbewerbsfähig bleiben kann. Die Kapitalmärkte werden das entsprechend sanktionieren mit der Folge, dass es zu einer Übernahme<br />
des so geschwächten Kandidaten kommen könnte. Darf der Regulierer über die Frequenzversteigerung eine Marktkonsolidierung provozieren oder jedenfalls in Kauf nehmen, um den Versteigerungserlös zu maximieren? Das wäre jedenfalls kurzfristig gedacht und kann dem Bund-Länder Kompromiss über die digitale Dividende nicht gerecht werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch wenn die Frequenzen knapp sind, müssen die Mobilfunker keineswegs zwangsläufig in einen ruinösen Bieterwettbewerb getrieben werden. Die BNetzA müsste nur zwei der sechs 800 MHz Blöcke für einen unabhängigen Bieter reservieren, der ein offenes Netz für alle Interessenten anbieten müsste und zu einem forcierten Netz-Ausbau verpflichtet wird. Ohne dem Bieterwettbewerb der Mobilfunkunternehmen ausgesetzt zu sein, müsste dieser Bieter dann erheblich weniger für die Lizenz aufwenden, so dass ausreichendes Investitionsvolumen für den Netzausbau in<br />
ländlichen Gebieten zur Verfügung steht. Mobilfunkunternehmen, die bei der Versteigerung der übrigen Blöcke nicht zum Zuge kommen, könnten ihre Kunden über das Netz des unabhängigen Betreibers versorgen.<br />
Ihre Wettbewerbsfähigkeit bliebe gesichert, so dass eine Konsolidierung nicht forciert würde. Ein unabhängiger Netzbetreiber würde auch im eigenen Interesse den Zugang für Service-Provider ermöglichen, der beim heutigen Design der Versteigerung und der Lizenzbedingungen nicht vorgesehen ist. Service-Provider wie United Internet sind aber erfahrungsgemäß erfolgreich in der Vermarktung von Internet-Anschlüssen, auch wenn sie sich fremder Infrastruktur bedienen müssen. Sie würden den Preiswettbewerb anfachen und damit helfen, die  Breitbandpenetration in der Fläche zu erhöhen.</p>
<p style="text-align: justify;">Was die BNetzA versäumt – oder im Interesse der Versteigerungs-Erlösmaximierung bewusst außer Betracht gelassen hat, kann durch vernünftiges Verhalten der Mobilfunkunternehmen auch auf der Grundlage des nun beschlossenen Versteigerungsdesigns noch erreicht werden (darauf hat auch BNetzA-Präsident Kurth hingewiesen): Ein unabhängiger Bieter – oder ein von den kleinen Mobilfunkunternehmen gestütztes Konsortium &#8211; könnte zwei 5 MHz Frequenzblöcke ersteigern und dann den nicht selbst bietenden Mobilfunkunternehmen und anderen Nachfragern (Service Provider) als offenes Netz zur Verfügung stellen. Die Bedingungen können schon vorab vereinbart werden. Von dem unabhängigen Bieter ersparte Versteigerungserlöse könnten forciert in den Netzausbau investiert werden, damit die ländlichen Gebiete noch schneller versorgt werden als in der BNetzA-Versorgungsauflage vorgesehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Geschichte muss sich also nicht zwangsläufig wiederholen, wenn das Gedächtnis der Mobilfunkunternehmen zehn Jahre zurück reicht und noch nicht vergessen wurde, dass der Bund in der letzten großen Frequenzauktion zwar knapp 100 Milliarden DM eingenommen hat (wo ist das Geld eigentlich geblieben?), damit allerdings einige Anbieter in den Ruin trieb und die ganze Branche über Jahre in eine Schockstarre versetzt hat. Wirklich unverständlich ist nach allem, warum sich die Länder eigentlich auf ein solches Verfahren zur Vergabe der ehemaligen Rundfunkfrequenzen eingelassen haben. Sie haben nichts vom Versteigerungserlös, sondern dürften wieder jahrelange Gewerbesteuerausfällen erleiden, die durch die versteigerungsbedingten Verlustvorträge der Mobilfunk-Unternehmen entstehen werden. Die Kommunen werden den Netzausbau auf dem Land zudem noch erheblich subventionieren müssen.</p>
<p><strong>Über den Autor Dr. Christoph Wagner:</strong></p>
<ul>
<li>Studium der Rechtswissenschaften</li>
<li>Seit 1991 Rechtsanwalt und seit 2000 Notar</li>
<li>Von 1991 bis 1995 als Anwalt tätig und von 1996 bis 2000 als Partner bei Oppenhoff &amp; Rädler</li>
<li>Seit 2001 Partner im Berliner Büro der Sozietät Hogan &amp; Hartson Raue. Davor war Christoph Wagner für die Berliner Medienanstalt, die Europäische Kommission und das Europäische Parlament tätig</li>
<li>Von 2002 – 2007 (Ersatz-) Mitglied der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK)</li>
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