Schlagwort-Archive: Film

Befragung zur wirtschaftlichen Bedeutung der Film- und Bewegtbildindustrie in Deutschland

27.07.2016 Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) entsteht derzeit eine umfangreiche Studie zum deutschen Film- und Bewegtbildmarkt.

© doomu_fotolia.com
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Bestandteil der Studie ist eine großangelegte Onlinebefragung von Unternehmen und Filmschaffenden, die bei Herstellung, Vertrieb/Verleih, Auswertung/Ausstrahlung, Verkauf und Förderung von Film, TV, (Online-)Video und anderen audiovisuellen Werken auf unterschiedlichste Weise aktiv sind. Die Befragung ist soeben gestartet wurden.

Erarbeitet wird die Studie von Goldmedia, Hamburg Media School und DIW Econ.

Die Befragung soll Einschätzungen zu Trends, Entwicklungen und Problemstellungen der Film- und Bewegtbildbranche erfassen.

Alle Akteure sind bis zum 10. August 2016 eingeladen, sich zahlreich zu beteiligen.

Der folgende Link leitet direkt zur Onlinebefragung:

http://www.goldmedia.de/survey/fs16/fs16login.html

Kontakt bei Rückfragen:
Mathias Birkel und Max Reichert, Goldmedia
Tel.: +49-30-246 266-0
mathias.birkel@goldmedia.de
max.reichert@goldmedia.de

Vielen Dank für Ihre rege Teilnahme sagt das

Goldmedia-Team

Trendmonitor 2014: Video-on-Demand in Deutschland kommt. Trend-Ausblick zu VoD von Klaus Goldhammer

VoD kommt. Der Video-on-Demand-Markt steht in Deutschland 2014 vor dem Durchbruch.

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Prof. Dr. Klaus Goldhammer

Seit gefühlt mindestens fünfzehn Jahren wird über Video-on-Demand gesprochen und fantasiert: Filme auf Abruf, jederzeit kostengünstig alles sehen, was einem gefällt. Doch immer noch scheint der Markt ein Nischendasein zu fristen. Maxdome, Lovefilm, iTunes, alle da, – nur so richtig los geht es scheinbar nicht. Ganze zehn Prozent des 1,7 Milliarden Euro schweren deutschen Videomarktes werden 2013 auf digitalem Wege erlöst. Doch 2014 könnte der Wendepunkt für VoD sein. In den Folgejahren steigt der Anteil nach unseren Hochrechnungen rasant an auf über 50 Prozent des Gesamtvideomarktes in 2018.

Was fehlt? Ein „Marketmaker“ wurde schon oft gefordert. Doch sowohl das RTL/PRO7-Projekt „Amazonas“ als auch die ARD/ZDF/Produzentenplattform „Germanys Gold“ scheiterten am Einspruch des Bundeskartellamtes, das weiterhin digitale Märkte vornehmlich durch die nationale Brille betrachten muss. Netflix, der 800-Pfund-Gorilla des internationalen VoD-Geschäftes – so erscheint es zumindest in den Debatten –, ist noch nicht in Deutschland aktiv, wird aber laufend erwartet. Derzeit wird der Markt vor allem vorangetrieben von den Werbeinvestitionen des Vivendi-Projektes Watchever und einer Reihe von erfolgreichen Special-Interest-Anbietern, zum Beispiel mit Arthouse-Fokus wie Realeyz.tv oder mit Musik-, Kinder-, Anime-Spezialisierung. Den echten deutschen Marketmaker gibt es bislang nicht und wird es vermutlich auch nicht geben müssen. Trendmonitor 2014: Video-on-Demand in Deutschland kommt. Trend-Ausblick zu VoD von Klaus Goldhammer weiterlesen

Ein Mehrwert für NRW. Interview mit Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW, promedia Special Medienforum NRW, Juni 2012

Film-und Medienstiftung NRW hat 2011 133 Projekte mit 35 Mio. Euro gefördert

Ein Mehrwert für NRW

Interview mit Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW

Petra Müller
Petra Müller

Vor einem Jahr ist aus der Filmstiftung NRW die Film- und Medienstiftung entstanden. Drei Schwerpunkte hatte sich das Team unter Geschäftsführerin Petra Müller im ersten Jahr gesetzt:  Neben der zentralen Verantwortung für Film und Filmförderung wollte man sich für die neuen Medien öffnen, die Standortaktivitäten bündeln, die Vernetzung von Unternehmen und Akteuren verbessern und vor allem das Marketing für den Standort verstärken. Diese Ziele  wurden erreicht. Zu den konkreten Aktivitäten gehörten Förderprogramm für digitale Inhalte  und der Ausbau der Kinoförderung.
„ Nach meiner Wahrnehmung, so Petra Müller,  wird inzwischen von den Meisten gesehen, dass durch die Neuausrichtung der Filmstiftung ein spürbarer Mehrwert für das Filmland bzw. die Film- und Medienschaffenden entsteht.“

promedia: Frau Müller, vor einem Jahr wurde die Filmstiftung zur Film- und Medienstiftung. Was hatten Sie sich für dieses erstes Jahr vorgenommen?
Petra Müller: Bei der Neuausrichtung der Filmstiftung hatten wir uns im Kern drei Dinge vorgenommen. Neben der zentralen Verantwortung für Film und Filmförderung wollten wir uns für die neuen Medien öffnen, die Standortaktivitäten bündeln, die Vernetzung von Unternehmen und Akteuren verbessern und vor allem das Marketing für den Standort verstärken.
Wir haben die Förderung für Film- und Fernsehprojekte 2010 und 2011 auf gleichbleibend hohem Niveau halten können und ein Förderprogramm für digitale Inhalte gestartet. Daneben haben wir die Kinoförderung verstärkt, haben einen Kinokongress und eine Konferenz für den Filmnachwuchs ins Leben gerufen. Ein Mehrwert für NRW. Interview mit Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW, promedia Special Medienforum NRW, Juni 2012 weiterlesen

Constantin Film macht mit kreativer Kampagne auf Online-Piraterie aufmerksam, Interview mit Martin Moszkowicz, Vorstand Constantin Film AG

Constantin Film macht mit kreativer Kampagne auf Online-Piraterie aufmerksam

„3D alleine ist kein Kriterium für einen Kinobesucher“

Interview mit Martin Moszkowicz, Vorstand des Bereiches Film & Fernsehen der Constantin Film AG

Nach dem Besucherminus in 2010 haben die Kinos 2011 nach vorläufigen Schätzungen wieder steigende Zahlen verbucht: 130 Millionen Besucher und etwa 930 Millionen Euro Umsatz.

2010 war die Zahl der Besucher im Vergleich zum Vorjahr um 13,5 Prozent auf 126,6 Millionen gesunken. Der Umsatz ging um 5,7 Prozent auf 920,4 Millionen Euro zurück. Der deutsche Film erreichte mit 20,9 Millionen Besuchern und einem Marktanteil von 16,8 Prozent nur rund die Hälfte seiner Besucher aus dem Vorjahr. Für 2011 wird er. Leicht ansteigend, auf 20 Prozent geschätzt.

Martin Moszkowicz, Vorstand Film und Fernsehen Constantin Film AG

promedia: Herr Moszkowicz, auf Onlinetauschbörsen soll es den Constantin-Film „Blutzbrüdaz“ geben, der von Ihnen selbst hochgeladen worden sei. Was ist an dieser Sache dran?

Martin Moszkowicz: Sie stimmt so nicht. Wir haben in Zusammenarbeit mit Scholz & Friends eine etwas andere Art des Schutzes vor Online-Piraterie ausprobiert. Wir haben einen Decoy, ein Video das aussieht, als ob es ein der Film wäre, es aber nicht ist, hochgeladen. Es handelt sich um die ersten paar Minuten des Films, die aber darin münden, dass die beiden Hauptdarsteller den Downloader direkt ansprechen und ihm die Leviten lesen, warum er sich diesen Film nicht im Kino anschaut. Dieses Experiment hat zu vielen Reaktionen im Netz geführt. Wir sehen das mit einem zwinkernden Auge. Unsere Aktion ist auf Seiten, die der Piraterieszene nahestehen, durchaus  positiv aufgenommen worden. Das Ganze hat gut funktioniert und der Film ist übrigens bis heute nicht im Netz erschienen – nicht unbedingt nur wegen dieser Maßnahme, aber vielleicht hat sie dazu beigetragen.

promedia: Werden Sie das jetzt bei weiteren Filmstarts auch anwenden?
Martin Moszkowicz: Wir wollen gerne verschiedene Wege in der Piraterie-Bekämpfung gehen. Das war eine Idee, die wir umgesetzt haben. Aber ich will nicht ausschließen, dass wir weitere neue Ideen ausprobieren werden. Constantin Film macht mit kreativer Kampagne auf Online-Piraterie aufmerksam, Interview mit Martin Moszkowicz, Vorstand Constantin Film AG weiterlesen

Der Lizenzhandel wächst durch digitale Plattformen. Wolfgang Braun, Chairman und CEO von Studiocanal in Deutschland, im Gespräch mit promedia

„Mit allen Verwertungsebenen insgesamt ist Deutschland der wichtigste Markt in Europa“, äußerte Wolfgang Braun, Chairman und CEO von Studiocanal in Deutschland im Gespräch mit promedia. Dabei sei der Home Entertainment-Bereich das „Rückgrat“ von Studiocanal, aber auch der Lizenzhandel verzeichne durch die Entwicklung der neuen Medien ein bedeutendes Wachstum. Die heute gleichnamige Tochter, ehemals Kinowelt, des französischen Mutterkonzerns Studiocanal hat seit September 2011 ihren deutschen Sitz in Berlin und will von der Hauptstadt aus den nationalen und internationalen Filmmarkt erobern. Berlin als Medienstandort mit seinem kreativen Potenzial biete dabei die besten Chancen, vor allem im Bereich der Film-Koproduktion die Aktivitäten von Studiocanal auszubauen, so Braun.

Wolfgang Braun
Wolfgang Braun

promedia: Studiocanal, vielen noch bekannt als Kinowelt, hat den Namen seines französischen Mutterkonzerns übernommen. Was waren die Gründe für diese „Namenszusammenlegung“?
Wolfgang Braun: Wir wollen jetzt auch nach außen dokumentieren, dass wir ein Unternehmen und ein Team sind, das in Europa ein Filmstudio betreibt. Studio bedeutet nicht, dass dort viele Gebäude sind, in denen Filme gedreht werden. Sondern heute ist ein Studio ein Unternehmen, das Filme entwickelt und produziert, oft auch als Koproduktionen, und dann vertreibt. Das ist genau das, was wir machen – europaweit unter einem einheitlichen Namen.

promedia: Welche Vorteile bietet Deutschland als einer von drei Studiocanal-Standorten?
Wolfgang Braun:
Deutschland ist bevölkerungsmäßig der größte Markt in Europa für Filme, wenngleich die Deutschen weniger ins Kino gehen als in den anderen beiden Ländern. Mit allen Verwertungsebenen insgesamt ist Deutschland jedenfalls der wichtigste Markt in Europa. Insofern sind wir eine starke Säule in diesem Drei-Länder-Unternehmen und der Einfluss von Frankreich ist genauso groß wie unser Einfluss auf Frankreich. Wir entwickeln unsere Inhalte gemeinsam für die großen Filme, die amerikanischen Produktionen und die Koproduktionen, die wir machen. Zusätzlich entwickelt jedes Land lokale Inhalte, die dann vielleicht auch die Möglichkeit haben, in die anderen Länder zu gelangen, was ansonsten sehr schwierig ist, zum Beispiel für einen deutschen Film in Frankreich sichtbar zu werden. Der Lizenzhandel wächst durch digitale Plattformen. Wolfgang Braun, Chairman und CEO von Studiocanal in Deutschland, im Gespräch mit promedia weiterlesen

Jede Branche hat ihre Lernkurve. Interview mit Peter Dinges, Vorstand der Filmförderungsanstalt (FFA) in der promedia

Die Zahl der Kinobesucher ist in Deutschland im Jahr 2010 deutlich gesunken. Mit 126,6 Mio. verkauften Tickets (2009: 146,3 Mio.) verzeichneten die Filmtheater einen Rückgang von 13,5 Prozent. Im selben Zeitraum sank der Gesamtumsatz der Branche mit 920,4 Mio. Euro dank des Umsatzmotors 3D lediglich um 55,7 Mio. (5,7%). Der deutsche Film erreichte im Vorjahresvergleich mit 20,9 Mio. Besuchern (Marktanteil: 16,8%) nur rund die Hälfte seiner Besucher aus dem Vorjahr (39,9 Mio.).

Peter Dinges, Vorstand der FFA
Peter Dinges, Vorstand der FFA

promedia: Herr Dinges, hat die Förderkrise der FFA, ausgelöst durch die Klage der Kinobetreiber, dem deutschen Film derart geschadet, dass der Marktanteil so drastisch gesunken ist?

Peter Dinges: Eindeutig: Nein! Allerdings hat das Umfeld der rechtlichen Probleme um das FFG mit Sicherheit auch nicht unbedingt eine Atmosphäre der Kreativität gefördert oder gar in irgendeiner Form die Bedingungen für den deutschen Film verbessert. Aber dass das Absinken im Marktanteil damit unmittelbar kausal verbunden ist, glaube ich nicht. Zutreffend ist allerdings, dass es Unsicherheiten in der prognostischen Finanzierung von Projekten gibt, weil man nicht weiß, ob die FFA morgen noch Partner bei der Filmfinanzierung ist. Das wirkt sich natürlich auch atmosphärisch auf die Stimmung der Produzenten aus.

promedia: Wie viel Geld hatten Sie im letzten Jahr weniger für Ihre Förderung zur Verfügung? Jede Branche hat ihre Lernkurve. Interview mit Peter Dinges, Vorstand der Filmförderungsanstalt (FFA) in der promedia weiterlesen