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	<title>GOLDMEDIA Blog &#187; Deutsche Telekom</title>
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	<description>Das Blog der Goldmedia Gruppe</description>
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		<title>Breitbandausbau bedeutet nicht Glasfaserausbau. Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, im Gespräch mit promedia</title>
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		<pubDate>Mon, 02 May 2011 08:30:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Promedia das medienpolitische Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Promedia schreibt im GOLDMEDIA Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Breitbandausbau]]></category>
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		<description><![CDATA[2011 gibt die Deutsche Telekom den Startschuss für den Glasfaserausbau: Allein in diesem Jahr werden bis zu 160 000 Haushalte in zehn deutschen Städten versorgt. Für die Deutsche Telekom stehen dabei nach eigenen Angaben schnelle und effiziente Telekommunikationsnetze im Fokus ihrer künftigen Investitionen. Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s im Download und bis zu 0,5 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>2011 gibt die Deutsche Telekom den Startschuss für den Glasfaserausbau: Allein in diesem Jahr werden bis zu 160 000 Haushalte in zehn deutschen Städten versorgt. Für die Deutsche Telekom stehen dabei nach eigenen Angaben schnelle und effiziente Telekommunikationsnetze im Fokus ihrer künftigen Investitionen. Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s im Download und bis zu 0,5 Gbit/s im Upload werden im Netz der Telekom zukünftig möglich sein. Zum Ausbau einer Breitband-Infrastruktur in Deutschland, Fragen an Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.</strong></p>
<div id="attachment_3629" class="wp-caption alignleft" style="width: 153px"><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2011/04/Matthias_Kurth.jpg"><img class="size-medium wp-image-3629" title="Matthias_Kurth" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2011/04/Matthias_Kurth-219x300.jpg" alt="Matthias Kurth" width="143" height="191" /></a><p class="wp-caption-text">Matthias Kurth</p></div>
<p><strong>promedia:</strong> Herr Kurth, es ist das Ziel der Bundesregierung möglichst schnell, flächendeckend eine Internetanbindung von mindestens 1Mbit/s und bis 2014 75 Prozent mit mindestens 25 Mbit/s. Wie hoch war Ende 2010 noch die Zahl der Haushalte in den „weißen Flecken?<br />
<strong>Matthias Kurth:</strong> Die Daten, die das Bundeswirtschaftministerium mit Stand Dezember 2010 erheben lässt, sind noch nicht abschließend ausgewertet. Das Bundeswirtschaftministerium geht davon aus, dass zum Ende des vergangenen Jahres etwa 98,5 Prozent der Haushalte mit Breitbandanschlüssen erschlossen waren. Ab Mai können darüber hinaus gerade in extremen Randlagen bis zu 200.000 Haushalte ein Satelliten-Internet-Angebot mit 10 Mbit/s im Download und 4 Mbit/s im Upload bestellen.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>promedia:</strong> Ist das Ziel noch realistisch?<br />
<strong>Matthias Kurth:</strong> In ihrer Breitbandstrategie hat sich die Bundesregierung bis 2014 das Ziel gesetzt, einen raschen flächendeckenden Ausbau mit Hochleistungs-Anschlussnetzen mit mindestens 50 Mbit/s Anschlussleistung bei 75 Prozent der Haushalte zu erreichen. Dieses Ziel soll durch die Nutzung von Synergien beim Infrastrukturaufbau, durch eine unterstützende Frequenzpolitik, durch eine wachstumsfreundliche Regulierung und durch geeignete Fördermaßnahmen verwirklicht werden. Wenn man bedenkt, dass bereits Mitte 2010 etwa 40 Prozent der Haushalte über eine Anschlussinfrastruktur von mindestens 50 Mbit/s verfügen konnten, so erscheint dieses Ziel nicht unrealistisch. Wir denken technologieneutral. Das Breitbandkabel hat mit DOCSIS 3.0 und Anschlusskapazitäten mit bis zu 120 Mbit/s mittlerweile eine gute Perspektive geschaffen. Und LTE-advanced hat gute Chancen für die mobile Breitbandversorgung in den nächsten Jahren.<span id="more-3626"></span></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>promedia:</strong> Die Deutsche Telekom kündigt einen massiven Ausbau ihres Glasfasernetzes an. Wie dringend ist dieser Ausbau zur Sicherung einer Leistungsfähigen Netzinfrastruktur?<br />
<strong>Matthias Kurth: </strong>Die Deutsche Telekom wird sich nach dem Verkauf ihres USA-Netzes verstärkt wieder dem deutschen Markt widmen. Ich glaube, dass Investitionen in Netzinfrastrukturen, die Investitionszyklen von mehreren Jahrzehnten umfassen, kaum als Dringlichkeitsentscheidung getroffen werden. Unternehmen werden solche Investitionsentscheidungen vor dem Hintergrund der Einschätzung entsprechender langfristiger Bedarfe, aber auch mit Blick auf ihre zukünftige Wettbewerbsfähigkeit treffen.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>promedia: </strong>Ist ein flächendeckender Ausbau mit Glasfasernetzen bis in die Wohnung bis nach dem Motto „Glasfaser für alle“ notwendig und realistisch?<br />
<strong>Matthias Kurth:</strong> Breitbandausbau bedeutet nicht Glasfaserausbau. Die Breitbandstrategie der Bundesregierung stellt nicht auf eine bestimmte Infrastruktur ab. Sie hat richtigerweise – unabhängig von der zu verwendenden Infrastruktur – den Fokus auf den Aufbau von Hochleistungsnetzen gerichtet. In den Ballungszentren, in denen rund 70 Prozent der Haushalte angesiedelt sind, wird der Ausbau höchstwahrscheinlich aufgrund des vorhandenen Wettbewerbs erfolgen. Die Erschließung der verbleibenden 30 Prozent der Haushalte wird sich nur durch einen intelligenten Mix an Technologien (FTTH/Punkt-zu-Punkt, FTTH/PON, VDSL, TV-Kabel, LTE) sowie die weitestgehende Nutzung vorhandener Infrastrukturen realisieren lassen. Erhebliche Kosteneinsparungen können durch Öffnung der Bahn-, Straßen- und Energieinfrastrukturen für Mitnutzungen erreicht werden.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Was würde ein flächendeckender Ausbau in Deutschland mit Glasfasern ca. kosten?<br />
<strong>Matthias Kurth:</strong> Das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (wik) hat in einem Diskussionsbeitrag<a href="#_ftn1">[1]</a> versucht, die Kosten für die Erschließung der Häuser mit Glasfaserinfrastrukturen (FTTH/Punkt-zu-Punkt) abzuschätzen. Dabei schwanken die Kosten zwischen 596 Euro in hochverdichteten großstädtischen Bereichen und 4506 Euro in ländlichen Bereichen pro Haushalt. Bei diesen Investitionskosten sind die Inhouseverkabelung und Endkundenrouter/-modems (CPE) nicht berücksichtigt. Ein alternativer Anbieter von Breitbandanschlussinfrastruktur, die wilhelm.tel-Gmbh, nennt Investitionskosten für den FTTH-Ausbau bei einer Punkt-zu-Punkt-Infrastruktur von 329 Euro pro Wohnung in Metropolen und 3.678 Euro für Wohnungen in ländlichen Gemeinden<a href="#_ftn2">[2]</a>. Auch hier ist die Investition für den Infrastruktur-Roll-out nur bis zum Anschluss im Keller des Hauses gerechnet. Dieser Investitionsaufwand kann deutlich geringer ausfallen, wenn ein anderer Technologiemix mit geringeren Anschlusskapazitäten (z. B. auch VDSL und PON-Infrastrukturen<a href="#_ftn3">[3]</a>) oder Synergieeffekte durch einen gemeinsamen Netzausbau mit Energieversorgungsunternehmen unterstellt werden können.  Die Investitionskosten für hochbitratige Breitbandanschlüsse auf Basis der Kabel-TV-Infrastruktur liegen deutlich niedriger. Für die Umrüstung der Kabel-TV-Netze auf die leistungsfähigere DOCSIS 3.0 Technologie, die Anschlusskapazitäten zwischen 30 Mbit/s und 120 Mbit/s – allerdings im Rahmen einer shared-medium-Umgebung – erlaubt, liegen die Kosten für eine Haus-Erschließung gemäß der Studie „Wirtschaftsfaktor Kabel“ der Solon Management Consulting GmbH &amp; Co. KG zwischen 300 und 400 Euro<a href="#_ftn4">[4]</a> pro Haushalt.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>promedia:</strong> Wie könnten die Kosten für den Glasfasernetzausbau generell gesenkt werden?<br />
<strong>Matthias Kurth: </strong>Der Investitionsaufwand kann gegebenenfalls durch einen geeigneten Technologiemix verringert werden. Auch die effizienteste Investition wird nicht ohne Kosten zu realisieren sein. Der Ausbau hochleistungsfähiger Anschlussnetze setzt auch eine gewisse zusätzliche Zahlungsbereitschaft der Endkunden voraus. Die aktuell noch sehr verhaltene Nachfrage nach den vorhandenen Hochgeschwindigkeitsanschlüssen deutet auf eine derzeit noch geringe Bereitschaft hin, für solche Produkte höhere Preise zu zahlen. Der entscheidende Treiber dieser Nachfrage, nämlich entsprechende Anwendungen, die nur über Hochgeschwindigkeitsanschlüsse verfügbar sind, scheint bislang jedenfalls zu fehlen.</p>
<p><strong>promedia: </strong>Es gibt den Vorschlag, einen Teil der Kosten durch eine Art Haushaltsabgabe aufzubringen. Was halten Sie davon?<br />
<strong>Matthias Kurth:</strong> Eine Universaldienstabgabe zur flächendeckenden Breitbandversorgung, die Endkunden direkt zur Abgabenzahlung verpflichtet, stößt neben anderen Gründen auch aus finanzverfassungsrechtlicher Sicht an Grenzen. Dies insbesondere dann, wenn durch diese Abgabe quasi alle Endkunden direkt zur Finanzierung des Glasfaserinfrastrukturausbaus herangezogen werden. Es ist davon auszugehen, dass eine solche Abgabe fast alle Bürger treffen würde, wenn – wie in dem von Ihnen angesprochen Vorschlag geplant – hiervon alle Festnetzanschluss- und Mobilfunkanschlusskunden betroffen sind. Der Anteil derjenigen, die weder einen Festnetzanschluss noch einen Mobilfunkanschluss haben, dürfte verschwindend gering sein. Eine ähnliche Diskussion gibt es im Bereich der Energieversorgung. So wurde der „<em>Ausgleichsfonds</em> zur Sicherung des Steinkohleneinsatzes“ (Kohlepfennig) als unselbständiges Sondervermögen des Bundes für verfassungswidrig erklärt.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>promedia:</strong> Welche Rolle kann LTE beim Breitbandangebot spielen?<br />
<strong>Matthias Kurth:</strong> Bei LTE handelt es sich um eine breitbandige Mobilfunktechnik, die in den nächsten Jahren ähnlich wie UMTS noch viel zusätzliches Potenzial besitzt. Mit Hilfe von LTE kann insbesondere in dünn besiedelten Gebieten, in denen bisher keine kabelgebundenen breitbandigen Internetanschlüsse verfügbar sind, eine entsprechende hochqualitative Breitbandversorgung auch drahtlos realisiert werden. Über Satelliten gibt es schon heute ein Grundangebot auch in den entlegensten Winkeln unseres Landes.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Wann wird es die ersten LTE-Netze in den Ballungsräumen geben?<br />
<strong>Matthias Kurth: </strong>LTE-Netze auf Basis der Frequenzen im Bereich von 800 MHz dürfen in den Ballungsräumen erst aufgebaut werden, wenn vorher die Versorgungsverpflichtung erfüllt wurde, d. h., 90 Prozent der sog. weißen Flecken in den entsprechenden Bundesländern versorgt sind. In Berlin, Hamburg und Bremen darf sofort mit dem Aufbau von LTE in den 800-MHz-Netzen begonnen werden. Des Weiteren ist der Aufbau und Betrieb von LTE-Netzen mit anderen Frequenzen, z. B. 1,8 GHz oder 2,6 GHz, sofort bundesweit und damit auch in den Ballungsräumen möglich.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Die EU-Kommission hat die Mitgliedsstaaten aufgefordert weitere Rundfunkfrequenzen für Datendienste bereit zu stellen. Sehen Sie für Deutschland diese Notwendigkeit in den nächsten Jahren?<br />
<strong>Matthias Kurth:</strong> In den nächsten Jahren wird eine Vervielfachung des mobilen Datenaufkommens erwartet. Hierdurch wird auch der Bedarf an zusätzlichem Frequenzspektrum für Datendienste steigen. Es ist deshalb zu prüfen, ob und gegebenenfalls welche neuen Frequenzbereiche zukünftig für Datendienste zur Verfügung gestellt werden können. Dabei ist ein harmonisierter Ansatz auf europäischer Ebene zu präferieren.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>promedia:</strong> Die Telekommunikationsunternehmen beklagen die hohen Kosten beim Ausbau der stationären und mobilen Infrastruktur. Soll der Staat hier den Ausbau stärker subventionieren, wie den Aufbau der Kabelfernsehnetze in den 80iger Jahren?<br />
<strong>Matthias Kurth:</strong> Der Entwurf des neuen Telekommunikationsgesetzes sieht Fördermittel für den Breitbandausbau in Höhe von 250 Millionen Euro vor, der Etat für den Straßenausbau betrug allein 2010 8,6 Milliarden Euro.Die Kosten für den Mobilfunknetzausbau sind gesunken und Deutschland hat als eines der ersten europäischen Länder, in denen der LTE-Ausbau erfolgt, viele zusätzliche Vorteile. Die Betreiber haben durch den intensiven Wettbewerb günstige Lieferkonditionen erzielt. Im Festnetz sind die Grabungskosten das Teuerste. Diese können durch Förderung und Synergien beim Ausbau reduziert werden. Auch eine weitere Förderung im ländlichen Raum ist möglich und hier wird es eine Vielzahl neuer Modelle geben.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>promedia:</strong> Hat der Staat aber nicht die Aufgabe bei der Bedeutung des Internets eine Art Grundversorgung zu sichern?<br />
<strong>Matthias Kurth:</strong> Eine Sicherung der Grundversorgung etwa über eine Universaldienstverpflichtung bringt wenig hinsichtlich des flächendeckenden Ausbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen, da derzeit ein allgemeiner Bedarf an 50 Mbit/s-Anschlüssen nicht nachweisbar ist und somit die Voraussetzungen zur Definition des Universaldienstes nicht erfüllt sind. Auch würde eine sofortige Umsetzung dieses Zieles über den Universaldienst wahrscheinlich zu sehr hohen Preisen führen, die der Erreichung des Zieles einer flächendeckenden Versorgung mit hochleistungsfähigen Anschlüssen eher abträglich wäre. Der marktgetriebene Ausbau der großen und mittelständischen Provider, der Ausbau von LTE, laufende Fördermaßnahmen zur Sicherstellung der Grundversorgung, der Ausbau deutlich leistungsstärkerer Satellitenkapazitäten (bis 10 Mbit/s) sowie die flankierenden Maßnahmen der Länder, der lokalen Breitbandkompetenzzentren und des Breitbandbüros des Bundes werden rasch zur Vollversorgung beitragen.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>promedia:</strong> Ist die Aufgabe der Netzneutralität der Preis für ein leistungsfähiges mobiles Breitbandnetz?<strong><br />
Matthias Kurth:</strong> Eine unmittelbare Verknüpfung zwischen der Frage von Netzausbaukosten und dem Thema Netzneutralität gibt es nicht. Ob ein Netzbetreiber Annreize zum Infrastrukturausbau hat oder nicht, hängt zunächst von der Höhe der Zahlungsbereitschaft der Kunden ab. Entscheidend ist, dass der Ausbau für den Netzbetreiber profitabel ist. Dies ist keine Frage von „Netzneutralität – ja oder nein“.<br />
Hinsichtlich der Netzneutralität gelten für festnetzbasierte wie mobile Internetzugänge grundsätzlich die gleichen Prinzipien. Die administrativen Herausforderungen sind für beide Netzarten vergleichbar. Beide nutzen IP-Technologie. Das Verkehrsmanagement ist aber in Mobilfunknetzen eine größere Herausforderung, da hier die Kapazitätsbeschränkungen größer sind. Sofern alle Nutzer einer Transportklasse gleichbehandelt werden, ist dies mit der Netzneutralität vereinbar. Problematisch wird es, wenn bestimmte Inhalteangebote durch den Endkunden nicht mehr erreichbar sind. In der Vergangenheit hatten die Mobilfunknetzbetreiber die Zustellung paketvermittelnder Anrufe vertraglich ausgeschlossen. Mittlerweile zeigt sich, dass die Mobilfunknetzbetreiber in unterschiedlichem Maße die VoIP-Nutzung teilweise uneingeschränkt, teilweise gegen Entgelt – meistens in Form zusätzlicher Optionstarife – häufig ermöglichen.</p>
<p><strong>Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur</strong></p>
<p><strong>Über Matthias Kurth</strong></p>
<ul>
<li>Geboren: 19. Februar 1952</li>
<li>1971-1976 Studium Rechtswissenschaften</li>
<li>1978 Richter am Landgericht Darmstadt</li>
<li>1978-1994 Mitglied der SPD-Fraktion des Hessischen Landtags</li>
<li>1994-1995 Staatssekretär im hessischen Wirtschaftsministerium</li>
<li>1999-2000 Mitglied der Geschäftsleitung COLT Telekom GmbH</li>
<li>2000-2001 Vizepräsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post</li>
<li>Seit 2001 Präsident der Bundesnetzagentur</li>
</ul>
<p>Weitere Informationen: <a onclick="javascript:_gaq.push(['_trackEvent','outbound-article','www.promedia-berlin.de']);" href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a></p>
<hr size="1" /><a href="#_ftnref1">[1]</a> WIK, Diskussionsbeitrag Nr. 332, Optionen des Netzzugangs bei Next Generation Access, 2009. Die Kosten wurden ermittelt für einen Provider, der 50 Prozent Marktanteil hat.</p>
<p><a href="#_ftnref2">[2]</a> Vortrag, T. Weirich, wilhelm.tel-GmbH, „Flexible Ausbaustrategien für lichtbasierende Netze“, ITG-Veranstaltung, Breitbandversorgung in Deutschland, 17-18. März 2010 in Berlin</p>
<p><a href="#_ftnref3">[3]</a> Hierunter werden <strong>P</strong>assive <strong>O</strong>ptische <strong>N</strong>etze verstanden, bei denen anders als bei Punkt-zu-Punkt-Glasfaserleitungen auf der überwiegenden Strecke der Verkehr gebündelt übertragen wird.</p>
<p><a href="#_ftnref4">[4]</a> Vgl. Studie der Solon Management Consulting GmbH &amp; Co. KG: &#8220;Wirtschaftsfaktor Kabel“, 2010, im Auftrag des Verbandes Deutscher Kabelnetzbetreiber e.V.(ANGA)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Kampf im Pay-TV spitzt sich zu. Goldmedia-Gastkommentar auf kress.de von Dr. Klaus Goldhammer</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Oct 2010 14:14:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Klaus Goldhammer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Goldmedia Gastkommentar kress.de]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Kampf im Pay-TV spitzt sich zu: Viele neue Player, wenig neue Inhalte. Goldmedia-Gastkommentar auf kress.de von Dr. Klaus Goldhammer]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Unser Ziel ist es, Marktführer im deutschen <strong>Pay-TV</strong> zu werden“. Dies ist kein offizielles Statement von <strong>NewsCorp-Chef Rupert Murdoch</strong>. Der Satz stammt aus einem aktuellen Interview mit <strong>Niek Jan van Damme</strong>, dem für Deutschland zuständigen <strong>Vorstand der Deutschen Telekom</strong>. Die Kampfansage in Richtung des Pay-TV-Platzhirschen <strong>Sky</strong> könnte deutlicher nicht formuliert sein. Aus der einstmals komfortablen Alleinstellung ist – dank <strong>Digitalisierung</strong> und <strong>Onlinevideo</strong> – inzwischen ein harter Wettbewerbsmarkt entstanden.</p>
<div id="attachment_87" class="wp-caption alignleft" style="width: 220px"><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2009/04/foto_klaus_goldhammer_news.jpg"><img class="size-full wp-image-87" title="foto_klaus_goldhammer_news" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2009/04/foto_klaus_goldhammer_news.jpg" alt="Dr. Klaus Goldhammer" width="210" height="160" /></a><p class="wp-caption-text">Dr. Klaus Goldhammer</p></div>
<p>Die Preisfrage lautet: Was würde eigentlich passieren, wenn die Deutsche Telekom bei der nächsten Auktion der <strong>Bundesligarechte</strong> für die Senderechte ab 2013 nicht einen realen, sondern einen strategischen Preis zahlt?</p>
<p>Erklärtes Ziel der Telekom ist es, bis 2015 rund fünf Millionen Haushalte als <strong>Pay-Kunden</strong> für ihr <strong>„Entertain“</strong> genanntes TV-Paket in Deutschland gewinnen zu wollen. Da könnte es doch überlegenswert sein, dem Wettbewerb die attraktiven <strong>(Sport-)Rechte</strong> einfach wegzukaufen, um dann deren Abonnenten später einzusammeln. – Denn für die Deutsche Telekom ist das Pay-Angebot nur ein Teil der Gesamtrechnung: Das (DSL-)Anschlussgeschäft fehlt Sky.<span id="more-2874"></span></p>
<p>Eins darf man bei der Diskussion nicht vergessen: Deutschland ist, entgegen der herrschenden Meinung, durchaus eine <strong>Pay-TV-Nation</strong>: Über 5,4 Mio. Haushalte abonnierten 2009 Pay-TV-Angebote. Das ist mit Verlaub nicht wenig für ein Land, wo ein Haushalt durchschnittlich bereits 73 Programme frei empfangen kann. Zumal die amerikanische Basic Pay Cable Fee bei uns als Teil der Mietkosten gar nicht erst erfasst wird.</p>
<p>Trotzdem wird es enger im Segment <strong>Premium-Pay</strong>. Immer neue Konkurrenten aus völlig anderen Lagern starten in diesem Herbst mit Onlinevideo-Angeboten: <strong>Google TV, Apple TV</strong>, sogar <strong>Amazon</strong> bieten plötzlich Video-Inhalte im Internet an. <strong>RTL und ProSiebenSat.1</strong> haben ihr geplantes deutsches „Hulu“ beim Kartellamt angemeldet, während der Handelsriese <strong>MediaMarkt</strong>, der Mobilfunker <strong>Vodafone</strong> und das öffentlich-rechtliche<strong> ZDF</strong> praktisch zeitgleich eigene kosten­pflichtige <strong>Online-Videotheken</strong> launchen.</p>
<p>Hinzu kommen die <strong>Hybrid-TV-Geräte</strong> von <strong>Sony, Panasonic </strong>und Co., die ebenfalls (kostenpflichtige) Videos aus dem Internet direkt auf den Fernseher liefern können. Bis zu 23 Mio. dieser Geräte werden für Deutschland bis 2015 prog­nostiziert. Man kann diese rasante Entwicklung je nach Perspektive als Hoffnungsschimmer, Hirngespinst oder Horror­szenario auffassen. Doch die Luft wird insgesamt dünner und ob das Pay-Geschäft am Ende dank neuer Online-Wettbewerber insgesamt größer wird, ist noch längst nicht klar.</p>
<p>Im klassischen, analogen <strong>Verleihmarkt</strong> werden die Probleme langsam erkennbar: So musste die größte US-Videothekenkette<strong> Blockbuster</strong> mit über 5.000 Filialen und 25.000 Mitarbeitern im September Insolvenz anmelden. Die deutschen Verleih­umsätze der Videotheken sanken von 321 Mio. Euro 2005 auf 256 Mio. Euro in 2009.</p>
<p>Bei <strong>Sky</strong> dagegen ist es überraschend ruhig: Zum Ende des zweiten Quartals 2010 zählte der Bezahlsender rund 2,5 Mio. direkte Abonnenten, vor einem Jahr waren es 2,4 Mio. Man hatte sich mehr erhofft und launcht deshalb 3D-Kanäle und neue Angebotspakete. – Doch die jüngste Kapitalerhöhung von Sky konnte nicht vollständig an der Börse platziert werden.</p>
<p>So viel ist sicher: In diesem Rennen wird derjenige die Nase vorn haben, der den direkten Draht zum Kunden besitzt und attraktive Inhalte bieten kann. Davon gibt es mittlerweile, dank Internet, einige Schwergewichte. Der Kampf hat gerade erst begonnen. Mindestens die <strong>Bundesliga</strong> dürfte es freuen.</p>
<p><strong>Dr. Klaus Goldhammer<br />
Geschäftsführer Goldmedia GmbH</strong></p>
<p><strong><a href="http://kress.de/tagesdienst/detail/beitrag/106733-goldmedia-gastkommentar-von-klaus-goldhammer-der-kampf-im-pay-tv-spitzt-sich-zu.html">Gastkommentar auf kress.de</a></strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Entertain ist ein hybrides Angebot. promedia-Interview mit Dr. Christian P. Illek, Geschäftsführer Marketing Telekom Deutschland</title>
		<link>http://www.goldmedia.com/blog/2010/10/promedia-interview-mit-dr-christian-p-illek-geschaftsfuhrer-marketing-telekom-deutschland-entertain-ist-ein-hybrides-angebot/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Oct 2010 08:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Promedia das medienpolitische Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Promedia schreibt im GOLDMEDIA Blog]]></category>
		<category><![CDATA[3D]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Telekom]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Christian P. Illek]]></category>
		<category><![CDATA[Entertain]]></category>
		<category><![CDATA[HD]]></category>
		<category><![CDATA[Hybrid-TV]]></category>
		<category><![CDATA[hybrides Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[IPTV]]></category>
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		<category><![CDATA[Videoload]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview mit Christian P. Illek, Geschäftsführer Marketing Telekom Deutschland, promedia 10/2010
Auch die Deutsche Telekom setzt auf 3D. Jetzt können alle Entertain-Kunden der Deutschen Telekom über die Onlinevideothek Videoload zahlreiche Inhalte in 3D abrufen. Über das TV-Menü haben Kunden jederzeit Zugriff auf die 3D-Kinohighlights der großen Hollywood-Studios Warner Bros. und Sony Pictures Television. Die 3D-Inhalte sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Interview mit Christian P. Illek, Geschäftsführer Marketing Telekom Deutschland,<em> promedia</em> 10/2010</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Auch die Deutsche Telekom setzt auf 3D. Jetzt können alle Entertain-Kunden der Deutschen Telekom über die Onlinevideothek Videoload zahlreiche Inhalte in 3D abrufen. Über das TV-Menü haben Kunden jederzeit Zugriff auf die 3D-Kinohighlights der großen Hollywood-Studios Warner Bros. und Sony Pictures Television. Die 3D-Inhalte sind für alle Entertain-Kunden verfügbar und können nach jedem Abruf 24 Stunden lang uneingeschränkt angesehen werden. Einzige Voraussetzung zum Abruf von 3D-Inhalten via Entertain ist ein 3D-fähiges TV-Gerät und die dazugehörige Brille. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_2853" class="wp-caption alignleft" style="width: 144px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/10/Christian_Illek.jpg"><img class="size-medium wp-image-2853" title="Christian_Illek" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/10/Christian_Illek-209x300.jpg" alt="Dr. Christian P. Illek" width="134" height="193" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Dr. Christian P. Illek</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><strong><br />
promedia:</strong> Herr Illek, 3D ist ein Hype, der sich im Kino anscheinend abschwächt. Warum sehen Sie gegenwärtig einen Bedarf für 3D-Inhalte im Fernsehen?<br />
<strong>Christian Illek: </strong>Wir sehen 3D als nächste Entwicklungsstufe des TV-Zuschauererlebnis. Die Zukunft des Fernsehens ist dreidimensional und 3D ist ein neuer Faktor für die Attraktivität von TV-Unterhaltung und zukünftiger Kaufentscheidungen. Zahlreiche Studien zeigen 3D auf dem Vormarsch und die Deutsche Telekom hat schon heute die entsprechende Netzstruktur und mit Entertain eine 3D-fähige Plattform.<br />
Dennoch steht 3D noch am Anfang und unser Fokus für Entertain liegt weiterhin auf HD: Wir bieten mittlerweile acht Sender in High Definition und mit 1.500 Titeln in der Onlinevideothek die größte HD-Auswahl Deutschlands.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Es existieren bisher kaum 3D-Inhalte und Spielfilme dürfen im TV erst nach einem Jahr gezeigt werden. Ist der 3D-Start mehr ein PR-Gag, um für Aufmerksamkeit für Entertain zu sorgen?<br />
<strong>Christian Illek: </strong>Wir wollen unseren Kunden mit Entertain das bessere Fernsehen anbieten. Diesen Anspruch setzen wir konsequent um und zeigen als 1. deutscher TV-Anbieter 3D-Inhalte. Es ist richtig, dass die Zahl von 3D-Titeln noch überschaubar ist, aber die Inhalt-Anbieter haben das Potenzial von 3D längst erkannt und produzieren entsprechend. Schon heute können wir unseren Kunden 3D-Blockbuster wie “Kampf der Titanen” und “Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ anbieten. In Kürze folgen „Cats and Dogs 2“, <span id="more-2854"></span>Legenden der Wächter, „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ und viele mehr – und dies bereits kurz nach Kinostart. Darüber wird es auch Dokumentation und Sport geben: Ab der Rückrunde zeigen wir bei LIGA total! pro Spieltag eine Bundesligapartie in 3D.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Die Hauptverbreitungswege für Fernsehen sind Kabel, Satellit und DVB-T. Gehen Sie davon aus, dass sich aufgrund der Umbruchsituation in der TV-Nutzung, diese Marktsituation in den nächsten fünf Jahren grundlegend ändern kann?<br />
<strong>Christian Illek:</strong> Mit dem TV-Nutzungsverhalten verändern sich auch die Übertragungswege: Der Zuschauer wünscht mehr Flexibilität, das heißt er möchte sich das Fernsehprogramm nicht mehr diktieren lassen, sondern will selbst entscheiden, wann er welche Sendung sieht. Dabei hat IPTV klare Vorteile gegenüber den anderen Übertragungswegen, zum Beispiel die Möglichkeit Aufnahmen über das Internet zu programmieren. Die Rückkanalfähigkeit von IPTV ermöglicht zudem die Nutzung der Online-Videothek sowie interaktive Anwendungen wie beispielsweise die persönliche Bundesliga-Konferenz. Ein weiterer Pluspunkt von IPTV betrifft HD-Inhalte: Zwar ist HD streng genommen kein Alleinstellungs¬merkmal von IPTV. Allerdings wird der Vorteil von IPTV beim Thema HD deutlich, wenn Sie sich anschauen welche Umrüstungen bei Satellit und Kabel notwendig sind, damit sie HD-fähig sind. Unsere Media Receiver werden über das Internet angesteuert und sind alle nicht nur HD-, sondern auch 3D-fähig. Diese Vorteile führen schon heute dazu, dass IPTV in Deutschland die einzig wachsende TV-Plattform ist, während die anderen Übertragungswege stagnieren bzw. Marktanteile verlieren. Diese Entwicklung wollen wir als Marktführer in Deutschland in den nächsten Jahren weiter vorantreiben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Welche Kunden wollen Sie mit 3D erreichen?<br />
<strong>Christian Illek:</strong>Wir sind davon überzeugt, dass sich 3D auf dem deutschen TV-Markt durchsetzen wird. Laut einer Umfrage der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik gfu planen 41 Prozent der Deutschen in den nächsten drei Jahren ein 3D-Fernseher zu kaufen. Mit Entertain machen wir den 3D-Einstieg denkbar einfach: Schon jetzt ist jeder Entertain Media Receiver in der Lage, ein 3D-Signal darzustellen – ein Austausch der Hardware ist nicht nötig.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Wird für 3D eine zusätzliche Bandbreite erforderlich, oder können alle, die bisher Entertain abonniert haben auch die 3D-Angebote empfangen?<br />
<strong>Christian Illek:</strong> 3D-Inhalte aus der Onlinevideothek und dem TV-Archiv sind – genau wie bei HD-Titeln – für alle Entertain-Kunden abrufbar. Voraussetzung ist ein entsprechender Fernseher mit der dazugehörenden Brille.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Die 3D-Produktionen sind mit erheblichen Kosten verbunden und damit auch für die Verwertungsrechte. Werden diese zusätzlichen Kosten zulasten anderer Inhalte gehen?<br />
<strong>Christian Illek:</strong> Die 3D-Inhalte wurden extra verhandelt und wirken sich nicht auf andere Inhalte aus.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Wird 3D zusätzlich kosten?<br />
<strong>Christian Illek:</strong> In unserer Online-Videothek stehen allen Entertain-Kunden 3D-Titel zur Verfügung. Die Preise bewegen sich in ähnlichen Preisbereichen wie HD-Inhalte. Zudem bieten wir ausgewählte Inhalte, zum Beispiel drei Boxkämpfe und das Eröffnungsspiel der Eishockey-WM 2010 ohne zusätzliche Kosten im TV-Archiv an.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> In vielen Gebieten – auch in Berlin – ist Entertain teilweise noch nicht zu empfangen, weil nicht entsprechende Breitbandkapazitäten vorhanden sind. Wie groß ist gegenwärtig die technische Reichweite für das Entertainangebot?<br />
<strong>Christian Illek:</strong> Voraussetzung für einen Entertain-Anschluss ist eine Bandbreite von 16 Mbit/s. Dieser ist in mehr als 20 Millionen deutschen Haushalten verfügbar. Kurz: Jeder zweite Haushalt in Deutschland kann Entertain empfangen. Zudem ist VDSL mit Bandbreiten von bis zu 50 Mbit/s in mehr als 500 Städten verfügbar. Berlin ist eine der ersten Städte in Deutschland, in denen seit 2006 unser IPTV Angebot erhältlich ist. Bereits heute können rund 95% aller Berliner Haushalte Entertain nutzen. Damit ist Entertain nahezu in ganz Berlin verfügbar.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Vodafone bietet sein neues Vodafone-TV bereits für Bandbreiten von 2 MBit/s an. Werden Sie Ihre „Eingangsschwelle“ auch senken?<br />
<strong>Christian Illek:</strong> Wir haben die nötige Bandbreite für Entertain bewusst gewählt, um unseren Kunden die beste Qualität und den größten Komfort zu bieten. Über eine 2 Mbit/s-Leitung ist kein Live-TV möglich und auch Video on Demand ist nur mit langen Ladezeiten möglich. Bei Entertain stehen 15.000 Inhalte jederzeit auf Knopfdruck bereit – 1.500 davon in HD-Qualität. Wir bieten unseren Kunden mehr als 130 TV-Sender und während der Zuschauer fernsieht sind gleichzeitige Aufnahmen ebenso möglich wie paralleles Surfen im Internet.<br />
<strong><br />
promedia: </strong>Wie schnell wird die Kapazität der Netze ausgebaut, um mehr Entertain-Anschlüsse zu ermöglichen?<br />
<strong>Christian Illek:</strong>Wir bauen unser Netz kontinuierlich aus. Wir bekennen uns ganz klar zur Glasfasertechnologie als Zukunftstechnologie und prüfen einen entsprechenden Ausbau.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Sie bieten dem Kunden, der nicht über ausreichend Bandbreite verfügt, bereits Entertain über LTE an. Ab wann steht das zur Verfügung?<br />
<strong>Christian Illek:</strong> Wir sind stolz darauf, als Deutsche Telekom der erste Netzbetreiber zu sein, der den Startschuss für den Ausbau gegeben hat und die ersten LTE-Basisstationen in Kyritz und in Ziesar in Brandenburg in Betrieb genommen zu haben. Einen Zeitpunkt wann Entertain über LTE verfügbar ist, kann ich noch nicht nennen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Viele TV-Sender starten spezielle Applikationen für das Hybrid-TV und es entstehen neue Online-TV-Plattformen wie z.B. Google TV. Liegt hier nicht eher die Zukunft des Fernsehens, als über ein separates IP-TV-Angebot?<br />
<strong>Christian Illek:</strong>Hybrid TV bezeichnet etwas, was wir seit Jahren erfolgreich mit Entertain anbieten. Entertain ist ein hybrides Angebot: Online-Videothek, TV-Archiv und interaktives Fernsehen sind bei uns Standard. Die Qualität, die Vielzahl unserer Inhalte sowie die Nutzererfahrung heben unser Angebot zudem deutlich hervor. Für die Zukunft wird entscheidend sein, wer die Bedürfnisse der Kunden am besten erfüllt und das bessere Geschäftsmodell hat. Wir sind überzeugt davon, mit Entertain die richtigen Antworten gefunden zu haben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong>Wird es zwischen Entertain und der Online-Welt eine Verknüpfung geben?<br />
<strong>Christian Illek:</strong> Die gibt es ja bereits: Unsere Kunden können Fotos, Videos und Musik im Netz speichern und – neben PC und Handy – auch via Entertain abrufen. Zudem können Entertain-Kunden Ihre E-Mails am TV-Bildschirm lesen, den Ebay-Status überwachen und weitere Online-Dienste nutzen. Darüber hinaus bieten wir Webradio mit mehr als 2.500 Sendern via Entertain an.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Über Dr. Christian P. Illek</strong></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Geboren: 1964</li>
<li>Studium Chemie und Betriebswirtschaftslehre</li>
<li>1989 Tätigkeit an der Münchner Universität</li>
<li>Verschiedenen Führungspositionen bei den Firmen Bain&amp;Company und Dell in Deutschland und der Schweiz.</li>
<li>Seit 2007 Bereichsvorstand Marketing T-Home Deutschland</li>
<li>Seit Mai 2009 zusätzlich Geschäftsführer Marketing T-Mobile für den Mobilfunkbereich ﻿</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Weitere Informationen: <a href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>„Wir brauchen eine Entwicklungsstrategie für den Glasfaserausbau“, Prof. Dr. Bernd Holznagel, Direktor des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht in Münster</title>
		<link>http://www.goldmedia.com/blog/2010/07/%e2%80%9ewir-brauchen-eine-entwicklungsstrategie-fur-den-glasfaserausbau%e2%80%9c-prof-dr-bernd-holznagel-direktor-des-instituts-fur-informations-telekommunikations-und-medienrecht-in-munster/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 08:00:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Promedia das medienpolitische Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Promedia schreibt im GOLDMEDIA Blog]]></category>
		<category><![CDATA[4G]]></category>
		<category><![CDATA[Bernd Holznagel]]></category>
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		<category><![CDATA[Versteigerung Mobilfunkfrequenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Vodafone]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview mit Prof. Dr. Bernd Holznagel, Direktor des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht, Münster, promedia 7/2010
Der Finanzminister hat durch die Versteigerung der neuen Mobilfunkfrequenzen 4,385 Milliarden Euro eingenommen. Die besonders begehrten Frequenzen der sogenannten Digitalen Dividende zwischen 790 und 862 Megahertz gingen an die Deutsche Telekom, Vodafone und O2, während E-Plus leer ausging.Der Milliardenpoker [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Interview mit Prof. Dr. Bernd Holznagel, Direktor des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht, Münster, <em>promedi</em></strong>a<strong> 7/2010</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der Finanzminister hat durch die Versteigerung der neuen Mobilfunkfrequenzen 4,385 Milliarden Euro eingenommen. Die besonders begehrten Frequenzen der sogenannten Digitalen Dividende zwischen 790 und 862 Megahertz gingen an die Deutsche Telekom, Vodafone und O2, während E-Plus leer ausging.Der Milliardenpoker um die neuen Mobilfunkwellen hatte Mitte April begonnen. Im Angebot waren Frequenzen für die Mobilfunktechnik der vierten Generation (4G), die deutlich schnelleres Internet als bisherige Festnetz- und Mobilfunkanschlüsse bieten soll. Die Frequenzen der Digitalen Dividende waren bislang durch analoge Sender belegt, die aufgrund der Digitalisierung abgeschaltet wurden. Sie waren begehrt, da Mobilfunkanbieter ihre Netze für mobile Datendienste ausbauen müssen. Insgesamt wurde ein Paket von 360 Megahertz versteigert – mehr als doppelt so viel wie bei der UMTS-Auktion vor zehn Jahren. Die Bundesregierung hatte den Verkauf jedoch an die Bedingung geknüpft, zuerst die Regionen in Deutschland zu versorgen, die bislang keinen Zugang zum Internet haben.</strong></p>
<div id="attachment_2423" class="wp-caption alignleft" style="width: 244px"><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/07/Bernd_Holznagel.jpg"><img class="size-full wp-image-2423" title="Bernd_Holznagel" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/07/Bernd_Holznagel.jpg" alt="Bernd Holznagel" width="234" height="326" /></a><p class="wp-caption-text">Bernd Holznagel, Direktor des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht, Münster</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Herr Holznagel, die Digitale Dividende ist versteigert. Sie brachte 4,4 Milliarden Euro ein. Ist dieses Ergebnis viel oder wenig?<br />
<strong>Bernd Holznagel:</strong> Die Analysten hatten einen Betrag zwischen vier und acht Milliarden Euro erwartet. Was realistisch ist, bestimmt der Markt. Bei UMTS waren es 50 Milliarden Euro, jetzt sind es vier, obwohl das Frequenzspektrum größer ist.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Bedeutet das, dass Frequenzen nicht mehr so viel Wert sind wie vor zehn Jahren?<br />
<strong>Bernd Holznagel:</strong> Ja, das bedeutet es. Der Markt bewertet heute Frequenzen ganz anders. Offenbar waren die Erwartungen, die damals an die UMTS-Technologie gestellt wurden, sehr viel höher als die, die an die neue Technologie gestellt werden. Die Umstände sind anders: Damals waren wir in der Mitte eines Internet- und Telekommunikationshypes. Es ist nicht nur beim Mobilfunk so, dass sich gewisse ökonomische Erwartungen nicht erfüllt haben. Andererseits existieren heute mit Google u. a. extrem erfolgreiche Internetunternehmen. Es lässt sich immer schwer sagen, wer als Erster durchkommt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Werden mit den versteigerten Frequenzen alle weißen Flecken in den ländlichen Gebieten versorgt werden können?<br />
<strong>Bernd Holznagel:</strong> Nein, denn der Mobilfunk ist ein Shared Medium. Je mehr Leute sich in der Funkzelle befinden, desto weniger Bandbreite kommt bei jedem Einzelnen an. Das sind maximal zwei oder drei Megabit/s und damit deutlich weniger als die LTE-Technologie in den Labors verspricht, wo es gelungen ist, über 50 Megabit/s zu übertragen. In der Praxis ist der Teil der Digitalen <span id="more-2421"></span>Dividende, der jetzt versteigert wurde, nicht ausreichend um in dünner besiedelten Räumen zu einer nachhaltigen Lösung des Breitbandproblems zu kommen. Es scheint mir die politische Erwartung höher zu sein als das, was die Industriewelt in Aussicht stellt. Wir müssten noch mehr Digitale Dividende versteigern, um in die ländlichen Regionen per Funk mehr Bandbreite zu bringen. Das hat einfach etwas mit der Physik zu tun. Die Zukunft des neuen Mobilfunks liegt mehr darin, dass die Veränderung des Lebens stark in Richtung Mobilität zeigt. Zudem sind die Verbraucher auch bereit, hier für die Diensteangebote zu zahlen. Im Internet herrscht ja die Gratismentalität vor.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Von diesen Entwicklungen profitieren anscheinend die Telekommunikationsunternehmen viel weniger als Plattformbetreiber.wie Google oder Apple …<br />
<strong>Bernd Holznagel:</strong> Die Telekommunikationsunternehmen stehen vor dem Problem, dass sie in Hochleistungsnetze, Glasfaser-, aber auch LTE-fähige Funknetze, investieren müssen. Aus dem Netzbetrieb allein, kann man heute aber keine hohen Renditen mehr erzielen. Der Konsument hat sich nämlich durch die Flatrates an den Preisverfall bei Telekommunikationsleistungen gewöhnt. Die Gefahr für sie ist, dass die Diensteanbieter, allen voran Google, das Geschäft machen. Die Telekommunikationsanbieter haben deshalb wenig Neigung, Netze auszubauen, ohne die Aussicht zu haben, hieran hinreichend zu verdienen. Dies ist der Grund, warum der Breitbandausbau in Deutschland in vielen Regionen so schleppend erfolgt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Aber es war das Ziel der Bundesregierung, mittels Digitaler Dividende die ländlichen Gebiete mit Breitband zu versorgen.<br />
<strong>Bernd Holznagel:</strong> Die Breitbandstrategie des Bundes hat unterschiedliche Standbeine. Die Versteigerung der Digitalen Dividende ist sicherlich ein Aspekt. Die Versteigerung wird auch dazu führen, dass sich die Breitbandsituation in den ländlichen Räumen verbessert. Es wird dort nicht möglich sein, von heute auf morgen Glasfasernetze zu bauen. Langfristig müssen die Kupfernetze durch Glasfasernetze ausgetauscht werden. Dieses Ziel wird in der „Digitalen Agenda“, die die europäische Kommission im letzten Monat publiziert hat, deutlich. Danach sollen 1/3 der Haushalte in der EU bis 2020 mit 100 Megabit/s versorgt werden. Das lässt sich nur noch über Glasfaser bewerkstelligen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Lohnt sich dann der Aufbau eines mobilen Breitbandnetzes noch?<br />
<strong>Bernd Holznagel:</strong> Natürlich. Man kann mit dem Mobilfunk sicherstellen, dass die Menschen mobil z.B. im Internet surfen können. Auch wird das Mobiltelefon seine Funktionen erweitern, z.B. kann man damit bezahlen. Mittelfristig wird aber der Breitbandbedarf stark anwachsen. Gerade wenn es darum geht, Videos über die Netze zu verbreiten, steigt die benötigte Bandbreite stark an. Dies kann mit der mobilen Versorgung allein schwerlich bewältigt werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Die Mobilfunker setzten auf LTE als die Wundertechnologie, mit der riesige Bandbreiten möglich sind und mobiles Internet, auch Bilder, Videos o. ä. übertragen werden können. Ich höre bei Ihnen Skepsis. Woher kommt diese?<br />
<strong>Bernd Holznagel:</strong> Die bisher verteilte Digitale Dividende ist vergleichsweise schmal. Die Blöcke, die versteigert wurden, erlauben den Unternehmen sehr viel weniger als die Technologie hergibt. Wenn man den gesamten Rundfunk abschalten und die Frequenzen dem Mobilfunk geben würde, könnte man sicher die Bandbreiten maßgeblich erhöhen und sich dem Laborziel deutlich nähern. Deshalb gibt es viele Stimmen, die sagen, dass ein weiteres Rundfunkspektrum versteigert werden soll.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Sehen Sie die Notwendigkeit, dass der Rundfunk das, was an Frequenzen für ihn gesichert ist, auch benötigt oder kann man noch etwas davon für die Datenwege nutzen?<br />
<strong>Bernd Holznagel:</strong> Damit stellt sich die Frage: Wie viel Rundfunk braucht der Mensch? Nach unserer Verfassungsordnung ist es Aufgabe der Länder, das zu definieren – es ist maßgeblich eine politische Frage. Man wird abwarten müssen, inwiefern das Rundfunkspektrum im Zeichen der Digitalisierung noch von den Rundfunkveranstaltern sinnvoll genutzt wird. Wenn wir zu höheren Standards wie MPEG4 kommen, kann man die Hälfte des Spektrums einsparen und mit der verbleibenden Hälfte genau die Programme ausstrahlen, die man jetzt mit dem doppelten Spektrum ausstrahlt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Wie schnell müssten sich die Länder für die Versteigerung weiterer Frequenzen entscheiden?<br />
<strong>Bernd Holznagel:</strong> Man sollte erst einmal die Netze aufbauen und insbesondere darauf achten, dass die Verpflichtung zur Versorgung der ländlichen Räume erfüllt wird. Die Mobilfunker dürfen nämlich nach den Vorgaben der Bundesnetzagentur, ihre Dienste erst dann in den Städten anbieten, wenn ihre Versorgungsauflagen für die ländlichen Räume erfüllt sind. Erst einmal gilt es die Netze für die jetzt versteigerten Frequenzen aufzubauen. Danach sehen wir weiter. Was wir aber jetzt schon tun müssen, ist eine Anpassung der Breitbandstrategie an die neuen Herausforderungen. Wir brauchen eine Entwicklungsstrategie für den Glasfaserausbau. Das ist keine Strategie für die nächsten zwei bis drei Jahre, sondern für die nächsten 20 Jahre, denn solange dauert es die Netze auszutauschen. Das wäre zugleich ein Investitionsprogramm. Wir müssen nicht nur sparen, sondern auch investieren. Warum dann nicht Ausbau sinnvoller Infrastruktur? Die Zukunft liegt in den Glasfasernetzen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Wie neutral müssen diese neuen Netze dann angeboten oder genutzt werden können?<br />
<strong>Bernd Holznagel:</strong> Die Frage nach der Netzneutralität steht im Mittelpunkt der Diskussion um das neue TKG. Die Telekommunikationsanbieter möchten von Dienstanbietern wie Google zusätzlich zu den Entgelten, die sie für den Transport bekommen, ein weiteres Entgelt erhalten, damit sich der Ausbau und die Investition in neue Netze für sie lohnt. Auf der anderen Seite verweist die Internet-Community darauf, dass das Innovationspotential des Internets leidet, wenn man Wegezölle für besonders schnelles Internetangebot verlangt. Das Internet, wie wir es heute kennen, gehöre dann der Vergangenheit an. Wie man damit regulatorisch umgehen kann, ist derzeit heiß umstritten. Ich plädiere dafür, dass man eine Autobahn auf dem Datenstrom für ein „Internetangebot für alle“ reserviert.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Wodurch ist die Netzneutralität vor allem gefährdet?<br />
<strong>Bernd Holznagel:</strong> Das Festnetz ändert sich dadurch, dass alle Netze zu „Next Generation Networks“mutieren. Das sind vor allem Glasfasernetze, die mit veränderten Protokollen arbeiten. Mit diesen neuen Protokollen kann man zukünftig die Datenpakete beschleunigen, aber auch entschleunigen oder gar nicht durch das Netz lassen. Das ging bisher nicht. In der alten Welt herrschte das „Best Effort-Prinzip“. Jedes Datenpaket ist dorthin transportiert worden, wo es in den Leitungen Platz dafür gab. Wenn man innerhalb Münsters eine E-Mail verschickte, konnte sie um den ganzen Erdball gehen, weil eben zufällig Kapazitäten frei waren. Diese Spielregeln ändern sich. Das Netzmanagement ist heute viel difiziler. Deshalb müsste man in der neuen Netzprotokollwelt regulatorisch die Unternehmen verpflichten, eine Spur der Datenautobahn für das Internet wie wir es heute kennen. Auf den anderen Autobahnspuren können die Telekommunikationsunternehmen dann zulassen, dass die Datenpakete nicht mit 130 km/h, sondern mit 200 km/h oder mehr transportiert werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Ist tendenziell nicht das gleiche Problem beim mobilen Internet zu befürchten?<br />
<strong>Bernd Holznagel:</strong> Das Problem der Netzneutralität gibt es auch im Mobilfunk. Die Software „Skype“ kann nicht auf bestimmte Mobilfunkendgeräte gespielt werden, weil man verhindern will, dass hierdurch günstiger telefoniert wird. Dort werden also bestimmte Dienste gesperrt. Hiergegen sollte der Gesetzgeber im Interesse der Verbraucher vorgehen. So könnte in das neue TKG eine Regelung zur Sicherung der Netzneutralität aufgenommen werden. Auch im Koalitionsvertrag wird eine Prüfung der Netzneutralität in Aussicht gestellt. Mal sehen, was die aktuelle Politik hieraus macht.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Über Prof. Dr. Bernd Holznagel</strong></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Geboren: 19. September 1957</li>
<li>1976 – 1984 Studium Jura und Soziologie</li>
<li>1984 &#8211; 1985 Master of Laws Program an der McGill University</li>
<li>1985 &#8211; 1991 Promotion, Referendariat</li>
<li>1991 – 1995 Hochschulassistent am Fachbereich Rechtswissenschaft II der Universität Hamburg</li>
<li>1996 Habilitation</li>
<li>1997 Ernennung zum Professor, Direktor des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und<br />
Medienrecht, Münster</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Weitere Informationen: <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.promedia-berlin.de');" href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Appmania: Das große Geschäft mit den kleinen Anwendungen</title>
		<link>http://www.goldmedia.com/blog/2010/03/appmania-das-grose-geschaft-mit-den-kleinen-anwendungen/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Mar 2010 08:37:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Klaus Goldhammer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienbote-Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[App]]></category>
		<category><![CDATA[Application]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Telekom]]></category>
		<category><![CDATA[iPhone]]></category>
		<category><![CDATA[Smartphone]]></category>
		<category><![CDATA[Wholesale Applications Community]]></category>

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		<description><![CDATA[Apps gehören heute zum Alltag – für jedes Problem oder Thema eine Anwendung, oder App, &#8211; die Abkürzung für Application. Rund 150.000 verschiedene Apps zählt allein der Store von Apple. Dabei erspart sich der Nutzer mit einer App letztlich nur die Verwendung des Browsers.
Eine Apple-Erfindung sind die kleinen Programme für das Smartphone zwar nicht, jedoch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Apps</strong> gehören heute zum Alltag – für jedes Problem oder Thema eine Anwendung, oder App, &#8211; die Abkürzung für <strong>Application</strong>. Rund 150.000 verschiedene Apps zählt allein der Store von <strong>Apple</strong>. Dabei erspart sich der Nutzer mit einer App letztlich nur die Verwendung des Browsers.</p>
<div id="attachment_87" class="wp-caption alignleft" style="width: 220px"><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2009/04/foto_klaus_goldhammer_news.jpg"><img class="size-full wp-image-87" title="foto_klaus_goldhammer_news" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2009/04/foto_klaus_goldhammer_news.jpg" alt="" width="210" height="160" /></a><p class="wp-caption-text">Dr. Klaus Goldhammer</p></div>
<p>Eine Apple-Erfindung sind die kleinen Programme für das <strong>Smartphone</strong> zwar nicht, jedoch brachte erst der 2008 für <strong>iPhone </strong>und <strong>iPod Touch</strong> eingeführte App Store die Initialzündung im Markt der mobilen Applikationen und löste eine Lawine an Entwicklungen aus. Auf dem <strong>Mobile World Congress</strong> in Barcelona im Februar diesen Jahres konnte man deutlich sehen, welchen Stellenwert Handy-Hersteller und Mobilfunkbetreiber den Smartphone-Apps inzwischen einräumen: Mit dem so genannten „<strong>App Planet</strong>“ war den kleinen mobilen Internetanwendungen erstmals eine komplette Messehalle gewidmet.</p>
<p>Nahezu jeder Player im Mobile Markt bietet heute irgendeine Art von <strong>Application Services</strong> und hat in den vergangenen 18 Monaten dem Apple-Beispiel folgend eigene <strong>App Stores</strong> gelauncht: Darunter Gerätehersteller wie <strong>Nokia</strong> (Ovi-Store), <strong>Samsung</strong> (Samsung Application Store), <strong>RIM</strong> &#8211; Research in Motion (BlackBerry App World) oder <strong>Sony Ericsson</strong> (PlayNow Arena), Plattformbetreiber wie<strong> Microsoft</strong> (Windows Market Place for Mobile), <strong>Google </strong>(Android Market) und <strong>Qualcomm</strong> (Plaza Retail). Zusätzlich gibt es Angebote von Netzbetreibern und vor allem ein ganzes Heer an Drittanbietern.<span id="more-1703"></span></p>
<p>Sie alle wollen am explodierenden Application-Markt partizipieren. Noch ist <strong>Apple</strong> die unangefochtene Nummer Eins mit insgesamt 2,6 Mrd. Downloads in 2009, aber andere holen auf und warten mit erstaunlichen Zahlen und Prognosen auf: Zum Beispiel das US-litauische Unternehmen <strong>GetJar</strong> mit aktuell rund 60 Mio. Downloads monatlich und 70.000 verschiedenen Apps (Quelle: Screen Digest).</p>
<p>Das Application-Geschäft ist zum Massenmarkt avanciert und milliardenschwer. <strong>Apple</strong> konnte 2009 mit den Mini-Programmen Umsätze in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Euro (548 Mio. Euro) erzielen. Bis 2013 sollen sich die Downloads und Umsätze bei Apple mehr als verdreifachen (8,6 Mrd. Downloads, 1,7 Mrd. Euro Umsatz, Quelle: Screen Digest). Einen noch viel größeren Wachstumsschub erleben derzeit die neu gegründeten Stores. Zwar mögen so einige Umsatzprognosen schwindelerregend erscheinen (Gartner etwa rechnet mit knapp 30 Mrd. US-Dollar in 2013) – Realität ist aber der Höhenflug, auf dem sich die kleinen Apps befinden.</p>
<p>Und der Markt könnte tatsächlich noch rasanter wachsen, wenn die Pläne der sogenannten <strong>Wholsale Applications Community (WAC)</strong> aufgehen, die zur Etablierung plattformübergreifender Standards neu gegründet wurde. Bislang kochte jeder Handy-Hersteller oder Mobilfunkbetreiber in Sachen Smartphone-Apps ein eigenes Süppchen. Die großen Handy-Hersteller und Mobilfunkprovider (insgesamt 24 Anbieter mit einem Potential von rd. drei Mrd. Abonnenten) wollen ab sofort bei der Vermarktung der Handy-Software zusammenarbeiten. Bedenkt man allerdings, wie stark der Handy- und Software-Markt fragmentiert ist und wie heftig alle Player um ihre Marktanteile ringen, ist das ein äußerst ambitioniertes Ziel. Zur WAC gehört auch die <strong>Deutsche Telekom</strong>. Im Rahmen ihrer Strategie 2.0 hatte das Unternehmen erst vor wenigen Tagen das mobile Internet zu einem der Wachstumsfelder erklärt – folgerichtig also, dass sie auch im Rahmen der WAC mitwirken wollen.</p>
<p>Ein kleiner Markt – ganz groß. Er profitiert von der Euphorie der Nutzer, vom ungebrochenen Ideenreichtum der Entwickler, die mit den kleinen Programmen teils auch gutes Geld verdienen können und nach TOP-Platzierungen in den App-Hitlisten streben. Vor allem aber treibt die wachsende Penetration der Smartphones bzw. Multimedia-Handys den Markt nachhaltig an.<br />
Es bleibt spannend, wohin die Appmania zieht und vor allem: wie lange sie hält. Auf Anbieterseite ist man längst dabei, weitere Distributionskanäle neben dem Handy zu erschließen. Mit der Internet@TV-Funktion der neuen Samsung-LCD-TV-Palette soll es möglich sein, im Samsung App-Store auch über den Fernseher diverse Applikationen aufzurufen.<br />
Doch wenn eines Tages klar ist, dass man im frei zugänglichen mobilen Internet die gleichen Funktionalitäten wie in Form von Apps abrufen kann, wird womöglich auch die Zahlungsbereitschaft wieder schrumpfen.</p>
<p><strong>Autor: Dr. Klaus Goldhammer, Geschäftsführer Goldmedia GmbH</strong></p>
<p><strong>Weitere Informationen: </strong><a href="http://www.goldmedia.com/aktuelles.html _self">http://www.goldmedia.com/aktuelles.html</a></p>
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		<title>&#8220;Wir wollen Inhalte zeigen, die nicht im TV laufen&#8221;, Robert Wagner, Projektleiter 3min</title>
		<link>http://www.goldmedia.com/blog/2010/03/projektleiter-3min-wir-wollen-inhalte-zeigen-die-nicht-im-tv-laufen/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 10:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Promedia das medienpolitische Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Promedia schreibt im GOLDMEDIA Blog]]></category>
		<category><![CDATA[3min]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Telekom]]></category>
		<category><![CDATA[Entertain]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Wagner]]></category>
		<category><![CDATA[User-generated Content]]></category>
		<category><![CDATA[VoD]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview mit Robert Wagner, Vice President Marketing &#38; Content, Bereich Products &#38; Innovations, Projektleiter 3min, Deutsche Telekom AG, Berlin, promedia 03/2010
3min.de ist das erste deutsche Webserien-Portal der Telekom und wird in Berlin produziert. Von Comedy über Sport bis hin zu Musik bietet die Internetplattform Mini-Serien mit einer durchschnittlichen Länge von drei Minuten pro Episode an. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interview mit Robert Wagner, Vice President Marketing &amp; Content, Bereich Products &amp; Innovations, Projektleiter 3min, Deutsche Telekom AG, Berlin, <em>promedia</em> 03/2010</strong></p>
<p><strong>3min.de ist das erste deutsche Webserien-Portal der Telekom und wird in Berlin produziert. Von Comedy über Sport bis hin zu Musik bietet die Internetplattform Mini-Serien mit einer durchschnittlichen Länge von drei Minuten pro Episode an. Brüno, den Quatsch Comedy Club oder Moabit Vice gibt es Online und für das Handy. 3,2 Minuten durchschnittlich nutzt der User Bewegtbildangebote im Web und deswegen heißt das erste deutsche Webserienportal 3min.de.<br />
Ein Team von rund einem Dutzend Mitarbeitern arbeitet an dem Portal, dass ausschließlich professionell produzierte Inhalte anbietet und bewusst auf User-generated Content, wie z.B. bei Facebook verzichtet.<br />
Im Gegensatz zu anderen Portalen,  erwirbt die Telekom Lizenzen von Sendern oder Produzenten und finanziert gegenwärtig sowohl das Online-Portal als auch das Handy-Angebot ausschließlich über Werbung.<br />
Allerdings erweist sich die werbebasierte Finanzierung schwieriger als gedacht. Deshalb setzt man auch auf Transaktions-Geschäftsmodelle und will in einem Online-Shop auch Musik verkaufen.</strong></p>
<div id="attachment_1599" class="wp-caption alignleft" style="width: 225px"><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/03/Robert_Wagner.jpg"><img class="size-medium wp-image-1599" title="Robert_Wagner" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/03/Robert_Wagner-215x300.jpg" alt="" width="215" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Robert Wagner, Projektleiter 3min</p></div>
<p><strong>promedia:</strong> Herr Wagner, welche Idee steht hinter 3min.de?<br />
<strong>Robert Wagner:</strong> Wir wissen, dass die junge Lifestyle-Zielgruppe ein verändertes Mediennutzungsverhalten hat. Kurze, clipartige Inhalte, die zwischendurch an der Haltstelle, in der U-Bahn, an der Arbeit genutzt werden können, haben in den letzten Jahren zugenommen. Das war der Schlüssel für uns, ein Video-Portal zu entwickeln, das sich ausschließlich mit professionell produzierten Inhalten auseinandersetzt und bewusst auf User-generated Content verzichtet.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Bietet Sevenload.de nicht etwas Ähnliches?<br />
<strong>Robert Wagner:</strong> Sevenload ist sehr stark im Umfeld von User-generated Content und versteht sich als Social Community. Die Konsumenten können dort z.B. auch ihre Bilder hochladen. Bei uns sind alle Inhalte auf TV-Niveau produziert und ausgewählt. Der qualitative Aspekt steht sehr stark im Vordergrund. Hiermit differenzieren wir uns auch sehr deutlich von Sevenload.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Machen Sie dann damit nicht Entertain Konkurrenz?<br />
<strong>Robert Wagner:</strong> Klares Nein. Es handelt sich bei uns nicht um TV-Inhalte wie sie Entertain anbietet, sondern um kurze Formate, die speziell für das Internet produziert wurden. Entertain sehen wir nicht als Konkurrenz an, sondern es <span id="more-1605"></span>gibt da sehr positive Synergien: Wir spielen unsere Inhalte auch bei Entertain im VoD-Bereich aus. Ein gutes Beispiel ist der „Quatsch Comedy Club“ von ProSieben. Bei Entertain wird eine Staffel mit 12 Folgen gezeigt, die jeweils 30 bis 40 Minuten lang sind. Bei uns gibt es dann die kurzen, clipartigen Zwei-, Drei- oder Vierminüter, die speziell für das Internet produziert worden sind und mit den klassischen TV-Inhalten wenig zu tun haben.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Sind die TV-Inhalte dann nicht doch die Basis auch für die Internet-Formate?<br />
<strong>Robert Wagner:</strong> Wir sehen den qualitativen Aspekt der TV-Inhalte als Grundlage. Wir wollen nicht mit rtl.de konkurrieren und zum Beispiel GZSZ komplett zeigen. Wir wollen Inhalte zeigen, die nicht im TV laufen, sondern die speziell für das Internet und das spezifisches Mediennutzungsverhalten der Communities produziert worden sind – das ist der große Unterschied.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Woher stammen Ihre Videos?<br />
<strong>Robert Wagner:</strong> Wir verfügen über einen Pool an Lizenzierungspartnern. Wir haben eine Redaktion von sechs Mitarbeitern, die sich in den Content-Screenings von unseren Lizenzierungspartnern über die Inhalte informieren. Es handelt sich größtenteils um Produktionen aus Deutschland, wir haben aber auch schon Serien aus den USA wie etwa „Prom Queen“ synchronisiert und aufbereitet. So filtern wir die Serien heraus, die gut zu der Zielgruppe von 3min passen und den Nerv der Zuschauer treffen. Zu unseren Partnern gehören etablierte Produktionsfirmen wie z.B. GrundyUFA, aber auch kleinere, semi-professionelle Produktionsfirmen, bei denen die Kreativität im Vordergrund steht. Wenn deren Produktionen zu unserem Konzept passen, wollen wir für sie eine Bühne bieten.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Was ist das inhaltlich Besondere von 3min?<br />
<strong>Robert Wagner:</strong> Wir peilen die Zielgruppe von 14 bis 39 Jahren an und bieten professionelle Online Video-Formate aus verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel Comedy, Gaming, fiktionale Webserien, aber auch Musik oder Sport. Es sind vor allem Lifestyle-affine Themen, die auf sehr viel Begeisterung stoßen. Nach diesen Kategorien wählen wir auch unsere Inhalte aus. Gaming funktioniert bei uns zum Beispiel sehr gut, es ist eine unsere am besten laufende Kategorien und ein großes Wachstumsfeld: Wir haben zum Beispiel eine Serie lizenziert, die „Bubble Universe“ heißt und sich semi-dokumentarisch mit dem Leben von „World of Warcraft“-Spielen beschäftigt. Wir zeigen hier Inhalte, die man nicht aus dem Fernsehen kennt, weil wir davon überzeugt sind, dass das klassische Fernsehen inzwischen gewisse Zielgruppen an das Internet verloren hat. An die richten wir uns.</p>
<p><strong>promedia: </strong>Auf welcher Basis erwerben Sie Ihre Inhalte?<br />
<strong>Robert Wagner:</strong> Wir kaufen Lizenzen von Produktionsfirmen und Rechteinhabern mit gewissen Lizenzlaufzeiten – für ein, drei oder sieben Jahre – für verschiedene Themen.</p>
<p><strong>promedia:</strong> …Also unabhängig davon, ob eine Serie 1000mal am Tag geklickt wird oder nur 100mal?<br />
<strong>Wagner:</strong> Die Modelle sind unterschiedlich. Das ist Verhandlungssache.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Wie viele Serien zeigen Sie denn inzwischen?<br />
<strong>Robert Wagner:</strong> Wir haben momentan 80 bis 100 Formate im Angebot. Unser Repertoire soll aber im Jahr 2010 deutlich ausgebaut werden. Im Schnitt sind wir inzwischen schon bei 12 bis 24 Folgen pro Format. Aber die Länge von durchschnittlich drei Minuten pro Clip ist bei 3min kein Dogma. Die Grenze nach unten liegt bei ca. einer Minute und nach oben bei bis zu maximal zehn Minuten.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Wie stark ist die Nutzung seit Mai vergangenen Jahres?<br />
<strong>Robert Wagner:</strong> Aktuell zählen wir 2,3 Millionen PIs, 900.000 Unique User und 1,2 Millionen Visits. Wir haben ca. eine Million Besucher im Monat, die unsere Videos nutzen. Wir sind sehr zufrieden und streben weiteres Wachstum an.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Sie verzichten auf Paid Content und finanzieren sich über Werbung. Sind Sie noch einer der Wenigen, die an dieses Geschäftsmodell glauben?<br />
<strong>Robert Wagner: </strong>Auch wir planen transaktionsbasierte Geschäftsmodelle ein. 3min allein über Werbung zu finanzieren, ist sehr schwierig. Das heißt, wir werden künftig auch Musik verkaufen. Dazu starten wir spätestens Anfang März eine Integration von Musicload. Wenn sich jemand ein Musikvideo bei uns anschaut, kann er das dazugehörige Lied kaufen. Wir spielen auch mit dem Gedanken, wenn wir zum Beispiel ein Snowboard-Video zeigen, hier zusätzlich passende attraktive Shopping-Funktionen anzubieten. Unsere Zielgruppe ist hier hochattraktiv und sehr medienaffin. Zunächst einmal gilt es aber zu verstehen, unter welchem Servicegedanken die Zuschauer auch bereit sind, hier Produkte zu kaufen.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Wie erfolgt die Abrechnung? Über die Telefonrechnung?<br />
<strong>Robert Wagner:</strong> Über ein konkretes Abrechnungsmodell zu sprechen ist es derzeit  noch zu früh.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Also Learning by Doing?<br />
<strong>Robert Wagner:</strong> Absolut. Wir wissen, dass es gewisse Zielgruppen gibt, die über das klassische TV nicht mehr einzufangen sind, dass ein Shift in Richtung Online-Media-Konsum existiert und das wir einen Paradigmenwechsel im Mediennutzungsverhalten sehen. Wir wissen aber noch nicht, wie sich dieser Trend genau entwickelt, auch in Abhängigkeit von anderen Mediennutzungen.  Das es ein Wachstumsmarkt ist, steht außer Zweifel, aber wir reden hier auch von einer Zeitspanne von drei, fünf oder sogar zehn Jahren. Wir wollen uns kontinuierlich am Markt weiterentwickeln. Also gesteuerte Innovation.</p>
<p><strong>promedia: </strong>3min wird jetzt auch über das iPhone angeboten. Sind die Inhalte kostenpflichtig?<br />
<strong>Robert Wagner: </strong>Wir haben Fokusgruppen analysiert und überlegt, ob unsere App’s Geld kosten sollen oder nicht. Aber die Kunden erwarten derzeit noch, dass sie App’s  kostenlos und dafür werbefinanziert erhalten. Deshalb vermarkten wir die entsprechenden Banner.  3min ist als Portal werbefinanziert, damit es auch umsonst angeboten werden kann und das gleiche Konzept wenden wir auch für das iPhone an.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Bringen Sie die Versuche, die Axel Springer jetzt mit den App’s für „Bild“ oder „Welt“ gestartet hat, nicht zum Umdenken?<br />
<strong>Robert Wagner:</strong> Wir verfolgen den Markt, aber wir vergleichen uns nicht  mit der „Bild“. Ich bin sehr gespannt, wie sich diese App’s entwickeln.  Springer probiert auch neue Ideen und wir probieren einiges aus. Das ist eine sehr steile Lernkurve momentan in diesem Markt.</p>
<p><strong>Über Robert Wagner</strong></p>
<ul>
<li>nach dem Studium Kundenberater für eine PR-Agentur</li>
<li>Geschäftsführer einer Eventmarketing-Agentur</li>
<li>Geschäftsführer einer Kommunikationsagentur</li>
<li>Head of Trendscouting der Product Visionaires GmbH</li>
<li>seit 2006 Führungskraft der Deutschen Telekom, zunächst als Trendscout und Business Developer der T-Com</li>
<li>seit 2007 Führungskraft im Bereich Products &amp; Innovations, Projektleiter von 3min</li>
</ul>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong> <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.promedia-berlin.de');" href="http://www.promedia-berlin.de/"><strong>promedia</strong></a></p>
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