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	<title>GOLDMEDIA Blog &#187; 3D</title>
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	<description>Das Blog der Goldmedia Gruppe</description>
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		<title>Constantin Film macht mit kreativer Kampagne auf Online-Piraterie aufmerksam, Interview mit Martin Moszkowicz, Vorstand Constantin Film AG</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 08:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Promedia das medienpolitische Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Promedia schreibt im GOLDMEDIA Blog]]></category>
		<category><![CDATA[3D]]></category>
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		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Constantin Film macht mit kreativer Kampagne auf Online-Piraterie aufmerksam
„3D alleine ist kein Kriterium für einen Kinobesucher“
Interview mit Martin Moszkowicz, Vorstand des Bereiches Film &#38; Fernsehen der Constantin Film AG
Nach dem Besucherminus in 2010 haben die Kinos 2011 nach vorläufigen Schätzungen wieder steigende Zahlen verbucht: 130 Millionen Besucher und etwa 930 Millionen Euro Umsatz.
2010 war die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Constantin Film macht mit kreativer Kampagne auf Online-Piraterie aufmerksam</strong></p>
<p><strong>„3D alleine ist kein Kriterium für einen Kinobesucher“</strong></p>
<p><strong>Interview mit Martin Moszkowicz, Vorstand des Bereiches Film &amp; Fernsehen der Constantin Film AG</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nach dem Besucherminus in 2010 haben die Kinos 2011 nach vorläufigen Schätzungen wieder steigende Zahlen verbucht: 130 Millionen Besucher und etwa 930 Millionen Euro Umsatz.</p>
<p style="text-align: justify;">2010 war die Zahl der Besucher im Vergleich zum Vorjahr um 13,5 Prozent auf 126,6 Millionen gesunken. Der Umsatz ging um 5,7 Prozent auf 920,4 Millionen Euro zurück. Der deutsche Film erreichte mit 20,9 Millionen Besuchern und einem Marktanteil von 16,8 Prozent nur rund die Hälfte seiner Besucher aus dem Vorjahr. Für 2011 wird er. Leicht ansteigend, auf 20 Prozent geschätzt.</p>
<div id="attachment_1598" class="wp-caption alignleft" style="width: 148px"><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/03/Martin_Moszkowicz.jpg"><img class="size-medium wp-image-1598" title="Martin_Moszkowicz" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/03/Martin_Moszkowicz-215x300.jpg" alt="" width="138" height="193" /></a><p class="wp-caption-text">Martin Moszkowicz, Vorstand Film und Fernsehen Constantin Film AG</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Herr Moszkowicz, auf Onlinetauschbörsen soll es den Constantin-Film „Blutzbrüdaz“ geben, der von Ihnen selbst hochgeladen worden sei. Was ist an dieser Sache dran?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong><strong>Martin </strong>Moszkowicz:</strong> Sie stimmt so nicht. Wir haben in Zusammenarbeit mit Scholz &amp; Friends eine etwas andere Art des Schutzes vor Online-Piraterie ausprobiert. Wir haben einen Decoy, ein Video das aussieht, als ob es ein der Film wäre, es aber nicht ist, hochgeladen. Es handelt sich um die ersten paar Minuten des Films, die aber darin münden, dass die beiden Hauptdarsteller den Downloader direkt ansprechen und ihm die Leviten lesen, warum er sich diesen Film nicht im Kino anschaut. Dieses Experiment hat zu vielen Reaktionen im Netz geführt. Wir sehen das mit einem zwinkernden Auge. Unsere Aktion ist auf Seiten, die der Piraterieszene nahestehen, durchaus  positiv aufgenommen worden. Das Ganze hat gut funktioniert und der Film ist übrigens bis heute nicht im Netz erschienen – nicht unbedingt nur wegen dieser Maßnahme, aber vielleicht hat sie dazu beigetragen.<em><br />
</em></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Werden Sie das jetzt bei weiteren Filmstarts auch anwenden?<br />
<strong><strong><strong>Martin </strong>Moszkowicz</strong>:</strong> Wir wollen gerne verschiedene Wege in der Piraterie-Bekämpfung gehen. Das war eine Idee, die wir umgesetzt haben. Aber ich will nicht ausschließen, dass wir weitere neue Ideen ausprobieren werden.<span id="more-4585"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Seit gut einem halben Jahr gibt es regelmäßig eine Berichterstattung über die Strafverfolgung bei kino.to, über die Schließung der Seite, über erste Verurteilungen. Hat das Ihrer Meinung auch nach Auswirkung auf die Piraterie gehabt?<br />
<strong><strong><strong>Martin </strong>Moszkowicz</strong>:</strong> Kurz nachdem kino.to vom Netz gegangen ist, hatte sich die Zahl der illegalen Downloads erheblich reduziert. Das liegt daran, dass diese Seite so massiv genutzt worden ist. Wichtiger noch als die reine Warnung  ist der Prozess in Leipzig. Wir hoffen, dass dadurch die rechtliche Grauzone für die illegale Nutzung im Internet klarer als Straftat definiert wird. Und ich erwarte, dass das dazu führt, dass sich insgesamt die illegalen Downloads reduzieren. Das ist ein ständiger Kampf, denn es ist eine Illusion zu  glauben, nur weil eine Download-Piratenseite geschlossen worden ist, hört die Piraterie von heute auf morgen auf. Das ist ein Prozess, den wir auch in der nächsten Zeit führen müssen und werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Das, was Sie mit den Videos praktiziert haben, hört sich wie eine Art Selbstschutzmaßnahme der Filmwirtschaft an, weil man anderen Maßnahmen nicht mehr traut…<br />
<strong><strong><strong>Martin </strong>Moszkowicz</strong>:</strong> Nein – unsere Strategie ist eine dreifache: Aufklärung und Abschreckung, legale Angebote, rechtliche Verfolgung illegaler Nutzung. Man muss um erfolgreich Aufklärung und Abschreckung zu betreiben, auch neue Wege gehen. Wir sind eine Branche, die davon lebt, Ideen zu haben. Deshalb können wir durchaus einen etwas frecheren Weg gehen als nur zu schreiben, dass man nicht illegal Filme schauen darf. Nur damit wird man Aufmerksamkeit in der Szene erreichen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Es wird nach wie vor nachgedacht, ob man möglicherweise Warnhinweise ins Netz stellt. Glauben Sie, dass das ein Weg ist, die Piraterie weiter zurück zu drängen?<br />
<strong><strong><strong>Martin </strong>Moszkowicz</strong>:</strong> Wir denken, dass das ein Weg ist, der helfen würde, vor allem wenn er mit Sanktionen gekoppelt wäre. Das sollte aber nicht nur auf die Tauschbörsennutzung beschränkt werden, sondern vor allen Dingen sich auch auf die Streaming- und Downloadangebote beziehen. Wir bemerken eine deutliche Verlagerung von den Aktivitäten bei den Tauschbörsen hin zu den Streaming- und Downloadangeboten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Die Zahl der legalen Plattformen, auf denen man sich Filminhalte herunterladen kann, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Warum führen solche besseren legalen Downloadmöglichkeiten dennoch nicht zu einem Rückgang der Piraterie?<br />
<strong><strong><strong>Martin </strong>Moszkowicz</strong>:</strong> Zunächst einmal ist es sehr schwer, genau festzustellen, in welchem Umfang Download- oder Streaming-Angebote genutzt werden. Ich gehe auch davon aus, dass es immer eine gewisse Anzahl von schwarzen Schafen geben wird, genauso wie es Ladendiebstahl immer geben wird. Insofern gibt es da eine harte Gruppe  von Nutzern, die keine legalen Angebote annehmen , weil sie lieber die Inhalte umsonst nutzen wollen. Zwar existieren heute mehr und mehr Möglichkeiten Bezahlplattformen zu nutzen, aber das Ganze ist bei Weitem nicht perfektioniert und noch nicht in dem Umfang vorhanden, wie es sein muss. Hier besteht noch ein Nachholbedarf für die Branche. Es ist immer noch für einen 15- oder 16-Jährigen schwer, legal im Internet und sehr zeitnah Filme zum Kinostart zu anzusehen. Das hängt damit zusammen, dass man immer noch gösstenteils auf Zahlsysteme angewiesen ist, wie zum Beispiel Kreditkarten, die Jugendlichen kaum zur Verfügung stehen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>2011 ist – nach ersten Zahlen – die Zahl der Besucher um 1,6 Prozent gestiegen und der Kinoumsatz auch dank 3D um 3,8 Prozent. Ist die Kinobilanz für Constantin ähnlich positiv wie die der Branche insgesamt?<br />
<strong><strong><strong>Martin </strong>Moszkowicz</strong>:</strong> In der Branche werden wir dank der erfolgreichen Filme im Dezember relativ nahe an das Ziel, das  man sich gesetzt hat herankommen: eine Milliarde Euro Gesamtumsatz in den deutschen Kinos. Trotzdem enthält dieses gute Ergebnis einen kleinen Wehrmutstropfen, auch für uns, weil viele Filme, von denen wir und die Branche gedacht haben, dass sie noch besser performen, unter Wert gelaufen sind. Darunter waren auch große Erfolge, wie zum Beispiel „Wickie auf großer Fahrt“ oder „Die drei Musketiere“ bei denen das Potenzial nicht ganz ausgeschöpft worden ist. Es hat sich gezeigt, dass sich der Erfolg im letzten Jahr auch auf sehr vielen Schultern – sprich Filme &#8211; verteilt. Das ist zwar insgesamt schön für die Branche, aber unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet, ist es immer besser, wenn <span style="text-decoration: underline;">ein</span> Film sehr viele Besucher erreicht. Denn wenn er seine Herausbringung- und Herstellungskosten eingespielt hat, ist natürlich der Gewinn bei so einem Film größer. Wir klagen hier allerdings auf einem sehr hohen Niveau. Die Constantin Film liegt beim weltweiten  Einspiel der TOP 10 deutscher Produktionen bei einem Anteil von knapp 50 Prozent. Das ist fast schon ein sensationelles Ergebnis.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Was können Sie 2012 anders machen, um das Potenzial noch mehr auszuschöpfen – andere Stoffe, Inhalte, Schauspieler, mehr Werbung?<br />
<strong>Moszkowicz:</strong> Es geht immer darum, dem Kinozuschauer etwas zu bieten, was außergewöhnlich ist und dass man ihn davon überzeugt, dass es sich lohnt, sich für 10 oder mehr Euro eine Kinokarte zu kaufen. Wir kämpfen diesen Kampf um das Publikum täglich. In der Medienlandschaft sind heutzutage die Ablenkungen mannigfaltig –  von einer durchschnittlichen Fernsehnutzung von knapp vier Stunden pro Tag bis hin zu Videospielen, an denen man 150 und mehr Stunden am Stück spielen kann. Wir wollen versuchen, Geschichten zu erzählen, die so besonders sind, dass wir diese Entscheidung unserer Kunden  herbeiführen, ins Kino zu gehen. Das ist immer eine Kombination aus vielen verschiedenen Aspekten: Thema, Geschichte, Qualität, die Art und Weise des Erzählens, Besetzung usw.. Das große Problem ist, dass man auf der einen Seite den Zuschauern etwas bieten muss, bei dem sie ungefähr wissen, was sie erwartet, weil sich heute Leute ungern auf etwas einlassen, bei dem sie Gefahr laufen, ein paar Stunden ihrer Zeit zu vergeuden. Gleichzeitig muss man sie aber überraschen und da gibt es auch sicherlich ein Kreativitätsproblem in der Branche insgesamt. Von den Top 15-Filmen im letzten Jahr weltweit, war nur ein einziger ein Originalstoff, nämlich „Brautalarm“. Alle anderen Filme waren Prequels und Sequels und ähnliches. Vielleicht müssen wir dem Zuschauer mehr bieten, wo er nicht das Gefühl hat, das hat er schon hundertmal gesehen. Gleichzeitig muss man aber auch anmerken, dass ohne diese Sequels und Prequels das Kinojahr 2011 sehr viel schlechter ausgesehen hätte.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Wir hatten 2010 und 2011 sehr wenig deutsche Kinomillionäre. Nun nehmen Sie sich mit der Verfilmung des Schicksals von Natascha Kampusch wieder eines sehr ernsten aktuellen Themas an. Glauben Sie, dass ein Film mit solch einem Stoff über die Millionengrenze kommen kann?<br />
<strong><strong><strong>Martin </strong>Moszkowicz</strong>:</strong> Ich hoffe das von jedem Film, den wir produzieren. Die Millionenmarke ist aber noch immer eine Grenze, ein grosser Erfolg. „3096“, so ist der Titel des Films in Anlehnung an die Anzahl der Tage, die Natascha Kampusch gefangen war, ist eine packende, einmalige und wahre Geschichte. Ich bin überzeugt davon, dass der Film ein großes Publikum erreichen wird. Gleichzeitig muss man sagen, dass es keine Erfolgsformel im Kino gibt. Aber dieser Stoff hat schon viele Millionen Menschen bewegt – sowohl in der Medienberichterstattung wie auch als Buch. Insofern stehen die Chancen hier nicht schlecht.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Sie sagen, es gibt keine Erfolgsformel für den Erfolg. Inwieweit testen Sie Stoffe oder auch Szenen aus Filmen vorab?<br />
<strong><strong><strong>Martin </strong>Moszkowicz</strong>:</strong> Wir betreiben, genauso wie das heute die großen Fernsehsender machen, Marktforschung in verschiedensten Variationen, zum Teil schon im Stoffbereich, wo man ein Testpublikum abfragt, ob es sich das ein oder andere Thema vorstellen kann. Wir testen auch die Filmtitel. Auch die produzierten Filme durchlaufen diverse Test-Screenings. Trotzdem kann man durch Marktforschung einen Erfolg nicht konstruieren, wie ein Auto in einem Windkanal. Es bleiben Elemente, die schwer einzuschätzen sind, wie z.B. die Erwartungshaltung und auch Stimmung der Zuschauer, sowie das Wettbewerbsumfeld. Und schließlich haben wir es hier auch mit Künstlern zu tun, nicht mit Computerchips, die den Film umsetzen. Also bis jetzt hat es noch niemand geschafft am Reißbrett einen erfolgreichen Film zu konstruieren. Viele der großen Erfolge im letzten Jahr, und auch gerade aktuell im Kino, zum Beispiel „Ziemlich beste Freunde“, sind gegen jede Art von formelhaftem Kino entstanden. Ich bin ziemlich sicher, der Film wäre niemals zustande gekommen, wenn man dazu eine Marktforschung durchgeführt hätte.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Vielleicht sollten Sie dann weniger Marktforschung machen&#8230;<br />
<strong><strong><strong>Martin </strong>Moszkowicz</strong>:</strong> Es ist immer eine Mischung aus verschiedenen Aspekten. Die Marktforschung begleitet den kreativen Prozess, aber sie kann ihn weder ersetzen noch kann sie die Führungsrolle übernehmen. Meiner Meinung nach gilt es genauso für die Fernsehindustrie, auch dort verlässt sich kein Fernsehsender bei seinen Entscheidungen nurauf Marktforschung.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Sie sprachen von Ihren Erfolgen „Die drei Musketiere“ an, ein 3D-Film. Die Constantin Film gehört zu den wenigen deutschen Produzenten, die in 3D produzieren. Man hat ja gedacht, mit 3D treibt man auch die Zuschauerzahlen deutlicher in die Höhe als es im vergangenen Jahr der Fall war. Warum schafft man das nicht?<br />
<strong><strong><strong>Martin </strong>Moszkowicz</strong>:</strong>3D hat sehr dazu beigetragen, dass sich die Kinokassenumsatzzahlen stärker nach oben bewegt haben als die Kinobesucherzahlen aufgrund des höheren Eintrittspreises für 3D-Tickets. 3D alleine ist kein Kriterium für einen Kinobesucher. Sondern das Hauptkriterium bleibt nach wie vor eine gute Geschichte, mit guten Schauspielern in der richtigen Besetzung mit dem richtigen Regisseur, erzählt. 3D ist nur eine zusätzliche Anreicherung und auch nur für mache Stoffe. In Deutschland sind inzwischen ca. 50 Prozent der Leinwände digitalisiert und ein großer Teil auch in 3D. Wir glauben nach wie vor, dass 3D eine Zukunft hat, in einigen Ländern mehr, in anderen weniger. Länder wie China, Russland und Brasilien zum Beispiel sind die großen Wachstumsmärkte und da ist der 3D Trend unbebrochen. In Deutschland werden wir nach wie vor Filme in 3D produzieren und auch herausbringen, aber nur dann, wenn es wirklich Sinn macht. Bei „Die drei Musketiere“ oder „Wickie auf großer Fahrt“ hat es sich sicherlich gelohnt, denn die Kassenzahlen der beiden Filme liegen exorbitant über den vergleichbaren Besucherzahlen  für Filme in 2D. Wir haben bis jetzt jedes Jahr zwei bis drei, manchmal auch vier 3D-Filme produziert und werden in einer ähnlichen Größenordnung auch weiterhin Filme in 3D herausbringen. Ich glaube nicht, dass der 3D- den 2D-Film ersetzen wird. Beides wird nebeneinander existieren, ganz ähnlich wie es heute Filme im Cinema Scope und im Normalformat gibt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Eines der Themen der Novellierung des FFG wird eine Verkürzung der Auswertungsfenster sein. Welche Konsequenzen wird das Ihrer Meinung nach für die Filmproduktion und auch für  Constantin haben? <strong>Moszkowicz: </strong>Die Constantin ist ein großer Gegner von starren Mechanismen. Man kann nicht alle Filme über einen Kamm scheren. Es gibt Filme, bei denen die Sperrfristen so wie sie sich heute darstellen, richtig sind. Manchmal wäre vielleicht sogar auch eine längere Sperrfrist erforderlich. Bei einem Film wie „Vincent will meer“, der sich viele Monate sehr erfolgreich im Kino gehalten hat, müsste  man den Videostart entsprechend anpassen. Aber es gibt auch Filme, bei denen es keinen Sinn macht zu warten, die schon zum Teil nach zwei, drei Monaten im Kino ausgewertet sind und dann noch viel schneller im Videobereich – warum soll man diese dann nicht im Fernsehen zeigen können? Ich bin ein großer Freund von flexibleren Lösungen. Ich halte nichts davon, von vornherein zu sagen, welche die richtige Zahl ist, denn die gibt es nicht für alle Filme.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Wer soll entscheiden, wie lange der Film im Kino bleibt, bevor er woanders ausgewertet wird?<br />
<strong><strong><strong>Martin </strong>Moszkowicz</strong>:</strong> Vor allen Dingen diejenigen, die die Auswertung betreiben, weil sie ein Interesse an einer Maximierung der Konsumentenzahlen durch alle Verwertungsstufen haben. Das ist unser ursächliches Interesse. Wir haben kein Interesse daran, die Videoumsätze zu Lasten der Kinoumsätze oder umgekehrt zu reduzieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong><strong><strong>Über Martin </strong>Moszkowicz:</strong></strong></p>
<ul>
<li>Geboren: 1958</li>
<li>Studium bis 1980</li>
<li>Trainee, Production Manager und Line Producer</li>
<li>Ab 1985 Produzent und Geschäftsführer bei der M + P Film GmbH, München</li>
<li>Seit 1991 Produzent bei der Constantin Film</li>
<li>Als Produzent wirkte er bei über 40 Kinofilmen und zahlreichen Fernsehproduktionen mit</li>
<li>1996 &#8211; 1999 Geschäftsführer</li>
<li>Ab1999 Vorstand für den Bereich Produktion Seit 2009 Vorstand Film + Fernsehen</li>
</ul>
<p><strong>Artikel in der promedia Februar 2012</strong></p>
<p><strong>Weitere Informationen: <a href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a></strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Entertain ist ein hybrides Angebot. promedia-Interview mit Dr. Christian P. Illek, Geschäftsführer Marketing Telekom Deutschland</title>
		<link>http://www.goldmedia.com/blog/2010/10/promedia-interview-mit-dr-christian-p-illek-geschaftsfuhrer-marketing-telekom-deutschland-entertain-ist-ein-hybrides-angebot/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Oct 2010 08:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Promedia das medienpolitische Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Promedia schreibt im GOLDMEDIA Blog]]></category>
		<category><![CDATA[3D]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Telekom]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Christian P. Illek]]></category>
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		<description><![CDATA[Interview mit Christian P. Illek, Geschäftsführer Marketing Telekom Deutschland, promedia 10/2010
Auch die Deutsche Telekom setzt auf 3D. Jetzt können alle Entertain-Kunden der Deutschen Telekom über die Onlinevideothek Videoload zahlreiche Inhalte in 3D abrufen. Über das TV-Menü haben Kunden jederzeit Zugriff auf die 3D-Kinohighlights der großen Hollywood-Studios Warner Bros. und Sony Pictures Television. Die 3D-Inhalte sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Interview mit Christian P. Illek, Geschäftsführer Marketing Telekom Deutschland,<em> promedia</em> 10/2010</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Auch die Deutsche Telekom setzt auf 3D. Jetzt können alle Entertain-Kunden der Deutschen Telekom über die Onlinevideothek Videoload zahlreiche Inhalte in 3D abrufen. Über das TV-Menü haben Kunden jederzeit Zugriff auf die 3D-Kinohighlights der großen Hollywood-Studios Warner Bros. und Sony Pictures Television. Die 3D-Inhalte sind für alle Entertain-Kunden verfügbar und können nach jedem Abruf 24 Stunden lang uneingeschränkt angesehen werden. Einzige Voraussetzung zum Abruf von 3D-Inhalten via Entertain ist ein 3D-fähiges TV-Gerät und die dazugehörige Brille. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_2853" class="wp-caption alignleft" style="width: 144px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/10/Christian_Illek.jpg"><img class="size-medium wp-image-2853" title="Christian_Illek" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/10/Christian_Illek-209x300.jpg" alt="Dr. Christian P. Illek" width="134" height="193" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Dr. Christian P. Illek</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;"><strong><br />
promedia:</strong> Herr Illek, 3D ist ein Hype, der sich im Kino anscheinend abschwächt. Warum sehen Sie gegenwärtig einen Bedarf für 3D-Inhalte im Fernsehen?<br />
<strong>Christian Illek: </strong>Wir sehen 3D als nächste Entwicklungsstufe des TV-Zuschauererlebnis. Die Zukunft des Fernsehens ist dreidimensional und 3D ist ein neuer Faktor für die Attraktivität von TV-Unterhaltung und zukünftiger Kaufentscheidungen. Zahlreiche Studien zeigen 3D auf dem Vormarsch und die Deutsche Telekom hat schon heute die entsprechende Netzstruktur und mit Entertain eine 3D-fähige Plattform.<br />
Dennoch steht 3D noch am Anfang und unser Fokus für Entertain liegt weiterhin auf HD: Wir bieten mittlerweile acht Sender in High Definition und mit 1.500 Titeln in der Onlinevideothek die größte HD-Auswahl Deutschlands.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Es existieren bisher kaum 3D-Inhalte und Spielfilme dürfen im TV erst nach einem Jahr gezeigt werden. Ist der 3D-Start mehr ein PR-Gag, um für Aufmerksamkeit für Entertain zu sorgen?<br />
<strong>Christian Illek: </strong>Wir wollen unseren Kunden mit Entertain das bessere Fernsehen anbieten. Diesen Anspruch setzen wir konsequent um und zeigen als 1. deutscher TV-Anbieter 3D-Inhalte. Es ist richtig, dass die Zahl von 3D-Titeln noch überschaubar ist, aber die Inhalt-Anbieter haben das Potenzial von 3D längst erkannt und produzieren entsprechend. Schon heute können wir unseren Kunden 3D-Blockbuster wie “Kampf der Titanen” und “Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ anbieten. In Kürze folgen „Cats and Dogs 2“, <span id="more-2854"></span>Legenden der Wächter, „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ und viele mehr – und dies bereits kurz nach Kinostart. Darüber wird es auch Dokumentation und Sport geben: Ab der Rückrunde zeigen wir bei LIGA total! pro Spieltag eine Bundesligapartie in 3D.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Die Hauptverbreitungswege für Fernsehen sind Kabel, Satellit und DVB-T. Gehen Sie davon aus, dass sich aufgrund der Umbruchsituation in der TV-Nutzung, diese Marktsituation in den nächsten fünf Jahren grundlegend ändern kann?<br />
<strong>Christian Illek:</strong> Mit dem TV-Nutzungsverhalten verändern sich auch die Übertragungswege: Der Zuschauer wünscht mehr Flexibilität, das heißt er möchte sich das Fernsehprogramm nicht mehr diktieren lassen, sondern will selbst entscheiden, wann er welche Sendung sieht. Dabei hat IPTV klare Vorteile gegenüber den anderen Übertragungswegen, zum Beispiel die Möglichkeit Aufnahmen über das Internet zu programmieren. Die Rückkanalfähigkeit von IPTV ermöglicht zudem die Nutzung der Online-Videothek sowie interaktive Anwendungen wie beispielsweise die persönliche Bundesliga-Konferenz. Ein weiterer Pluspunkt von IPTV betrifft HD-Inhalte: Zwar ist HD streng genommen kein Alleinstellungs¬merkmal von IPTV. Allerdings wird der Vorteil von IPTV beim Thema HD deutlich, wenn Sie sich anschauen welche Umrüstungen bei Satellit und Kabel notwendig sind, damit sie HD-fähig sind. Unsere Media Receiver werden über das Internet angesteuert und sind alle nicht nur HD-, sondern auch 3D-fähig. Diese Vorteile führen schon heute dazu, dass IPTV in Deutschland die einzig wachsende TV-Plattform ist, während die anderen Übertragungswege stagnieren bzw. Marktanteile verlieren. Diese Entwicklung wollen wir als Marktführer in Deutschland in den nächsten Jahren weiter vorantreiben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Welche Kunden wollen Sie mit 3D erreichen?<br />
<strong>Christian Illek:</strong>Wir sind davon überzeugt, dass sich 3D auf dem deutschen TV-Markt durchsetzen wird. Laut einer Umfrage der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik gfu planen 41 Prozent der Deutschen in den nächsten drei Jahren ein 3D-Fernseher zu kaufen. Mit Entertain machen wir den 3D-Einstieg denkbar einfach: Schon jetzt ist jeder Entertain Media Receiver in der Lage, ein 3D-Signal darzustellen – ein Austausch der Hardware ist nicht nötig.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Wird für 3D eine zusätzliche Bandbreite erforderlich, oder können alle, die bisher Entertain abonniert haben auch die 3D-Angebote empfangen?<br />
<strong>Christian Illek:</strong> 3D-Inhalte aus der Onlinevideothek und dem TV-Archiv sind – genau wie bei HD-Titeln – für alle Entertain-Kunden abrufbar. Voraussetzung ist ein entsprechender Fernseher mit der dazugehörenden Brille.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Die 3D-Produktionen sind mit erheblichen Kosten verbunden und damit auch für die Verwertungsrechte. Werden diese zusätzlichen Kosten zulasten anderer Inhalte gehen?<br />
<strong>Christian Illek:</strong> Die 3D-Inhalte wurden extra verhandelt und wirken sich nicht auf andere Inhalte aus.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Wird 3D zusätzlich kosten?<br />
<strong>Christian Illek:</strong> In unserer Online-Videothek stehen allen Entertain-Kunden 3D-Titel zur Verfügung. Die Preise bewegen sich in ähnlichen Preisbereichen wie HD-Inhalte. Zudem bieten wir ausgewählte Inhalte, zum Beispiel drei Boxkämpfe und das Eröffnungsspiel der Eishockey-WM 2010 ohne zusätzliche Kosten im TV-Archiv an.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> In vielen Gebieten – auch in Berlin – ist Entertain teilweise noch nicht zu empfangen, weil nicht entsprechende Breitbandkapazitäten vorhanden sind. Wie groß ist gegenwärtig die technische Reichweite für das Entertainangebot?<br />
<strong>Christian Illek:</strong> Voraussetzung für einen Entertain-Anschluss ist eine Bandbreite von 16 Mbit/s. Dieser ist in mehr als 20 Millionen deutschen Haushalten verfügbar. Kurz: Jeder zweite Haushalt in Deutschland kann Entertain empfangen. Zudem ist VDSL mit Bandbreiten von bis zu 50 Mbit/s in mehr als 500 Städten verfügbar. Berlin ist eine der ersten Städte in Deutschland, in denen seit 2006 unser IPTV Angebot erhältlich ist. Bereits heute können rund 95% aller Berliner Haushalte Entertain nutzen. Damit ist Entertain nahezu in ganz Berlin verfügbar.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia: </strong>Vodafone bietet sein neues Vodafone-TV bereits für Bandbreiten von 2 MBit/s an. Werden Sie Ihre „Eingangsschwelle“ auch senken?<br />
<strong>Christian Illek:</strong> Wir haben die nötige Bandbreite für Entertain bewusst gewählt, um unseren Kunden die beste Qualität und den größten Komfort zu bieten. Über eine 2 Mbit/s-Leitung ist kein Live-TV möglich und auch Video on Demand ist nur mit langen Ladezeiten möglich. Bei Entertain stehen 15.000 Inhalte jederzeit auf Knopfdruck bereit – 1.500 davon in HD-Qualität. Wir bieten unseren Kunden mehr als 130 TV-Sender und während der Zuschauer fernsieht sind gleichzeitige Aufnahmen ebenso möglich wie paralleles Surfen im Internet.<br />
<strong><br />
promedia: </strong>Wie schnell wird die Kapazität der Netze ausgebaut, um mehr Entertain-Anschlüsse zu ermöglichen?<br />
<strong>Christian Illek:</strong>Wir bauen unser Netz kontinuierlich aus. Wir bekennen uns ganz klar zur Glasfasertechnologie als Zukunftstechnologie und prüfen einen entsprechenden Ausbau.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Sie bieten dem Kunden, der nicht über ausreichend Bandbreite verfügt, bereits Entertain über LTE an. Ab wann steht das zur Verfügung?<br />
<strong>Christian Illek:</strong> Wir sind stolz darauf, als Deutsche Telekom der erste Netzbetreiber zu sein, der den Startschuss für den Ausbau gegeben hat und die ersten LTE-Basisstationen in Kyritz und in Ziesar in Brandenburg in Betrieb genommen zu haben. Einen Zeitpunkt wann Entertain über LTE verfügbar ist, kann ich noch nicht nennen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Viele TV-Sender starten spezielle Applikationen für das Hybrid-TV und es entstehen neue Online-TV-Plattformen wie z.B. Google TV. Liegt hier nicht eher die Zukunft des Fernsehens, als über ein separates IP-TV-Angebot?<br />
<strong>Christian Illek:</strong>Hybrid TV bezeichnet etwas, was wir seit Jahren erfolgreich mit Entertain anbieten. Entertain ist ein hybrides Angebot: Online-Videothek, TV-Archiv und interaktives Fernsehen sind bei uns Standard. Die Qualität, die Vielzahl unserer Inhalte sowie die Nutzererfahrung heben unser Angebot zudem deutlich hervor. Für die Zukunft wird entscheidend sein, wer die Bedürfnisse der Kunden am besten erfüllt und das bessere Geschäftsmodell hat. Wir sind überzeugt davon, mit Entertain die richtigen Antworten gefunden zu haben.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong>Wird es zwischen Entertain und der Online-Welt eine Verknüpfung geben?<br />
<strong>Christian Illek:</strong> Die gibt es ja bereits: Unsere Kunden können Fotos, Videos und Musik im Netz speichern und – neben PC und Handy – auch via Entertain abrufen. Zudem können Entertain-Kunden Ihre E-Mails am TV-Bildschirm lesen, den Ebay-Status überwachen und weitere Online-Dienste nutzen. Darüber hinaus bieten wir Webradio mit mehr als 2.500 Sendern via Entertain an.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Über Dr. Christian P. Illek</strong></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Geboren: 1964</li>
<li>Studium Chemie und Betriebswirtschaftslehre</li>
<li>1989 Tätigkeit an der Münchner Universität</li>
<li>Verschiedenen Führungspositionen bei den Firmen Bain&amp;Company und Dell in Deutschland und der Schweiz.</li>
<li>Seit 2007 Bereichsvorstand Marketing T-Home Deutschland</li>
<li>Seit Mai 2009 zusätzlich Geschäftsführer Marketing T-Mobile für den Mobilfunkbereich ﻿</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Weitere Informationen: <a href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>promedia-Artikel: &#8220;Dreidimensionale Aussichten&#8221;, Dr. Dietrich Westerkamp, Direktors Standards Coordination, Thomson</title>
		<link>http://www.goldmedia.com/blog/2010/09/promedia-artikel-dreidimensionale-aussichten-dr-dietrich-westerkamp-direktors-standards-coordination-thomson/</link>
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		<pubDate>Fri, 10 Sep 2010 08:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Katrin Penzel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Promedia schreibt im GOLDMEDIA Blog]]></category>
		<category><![CDATA[3D]]></category>
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		<category><![CDATA[3D-Kino]]></category>
		<category><![CDATA[3DTV]]></category>
		<category><![CDATA[Blu-ray]]></category>
		<category><![CDATA[Dietrich Westerkamp]]></category>
		<category><![CDATA[HDTV]]></category>
		<category><![CDATA[Promedia]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview mit Dr. Dietrich Westerkamp, Direktors Standards Coordination, Thomson, promedia 9/2010

Das dreidimensionale Fernsehen (3DTV) ist das heißeste Branchenthema in 2010: Sämtliche großen Hersteller bringen 3D-Fernseher in den Markt, mit 3D-tauglichen Blu-ray-Playern können die Zuschauer schon Dreidimensionales in den eigenen vier Wänden genießen. Dr. Dietrich Westerkamp, Director Standards Coordination bei Technicolor und Vorstandsmitglied der Deutschen TV-Plattform, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Interview mit Dr. Dietrich Westerkamp, Direktors Standards Coordination, Thomson, <em>promedia</em> 9/2010<br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Das dreidimensionale Fernsehen (3DTV) ist das heißeste Branchenthema in 2010: Sämtliche großen Hersteller bringen 3D-Fernseher in den Markt, mit 3D-tauglichen Blu-ray-Playern können die Zuschauer schon Dreidimensionales in den eigenen vier Wänden genießen. Dr. Dietrich Westerkamp, Director Standards Coordination bei Technicolor und Vorstandsmitglied der Deutschen TV-Plattform, gibt Auskunft über die Lage.</strong></p>
<div id="attachment_2664" class="wp-caption alignleft" style="width: 152px"><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/09/Dr_Dietrich_Westerkamp.jpg"><img class="size-full wp-image-2664" title="Dr_Dietrich_Westerkamp" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/09/Dr_Dietrich_Westerkamp.jpg" alt="Dr. Dietrich Westerkamp, Direktors Standards Coordination, Thomson" width="142" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Dr. Dietrich Westerkamp </p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Herr Westerkamp, Sie leiten die neue AG 3D-HD-TV der Deutschen TV-Plattform. Warum diese Kombination von dreidimensionalem und hochauflösendem Fernsehen?<br />
<strong>Dietrich Westerkamp:</strong> Ganz einfach: Weil es ohne HDTV kein 3DTV gibt! Exakter wäre es von stereoskopischem 3D-Fernsehen zu sprechen: mit speziellen Displays und dazu passenden Brillen wird dem Zuschauer ein dreidimensionaler Eindruck vermittelt. Dies geschieht dadurch, dass jedem Auge ein anderes Bild angeboten wird, die im Gehirn wieder zusammengeführt einen dreidimensionalen Seh-Eindruck vermitteln. Dieses Verfahren existiert schon seit vielen Jahrzehnten, hat aus technologischen Gründen nur nie den Durchbruch geschafft.<br />
Angestoßen durch die großen Hollywood-Studios sind nun 3D-Filme in die Kinos gekommen, und die Zuschauer sind bereit mehr Geld für ein Ticket zu bezahlen. Was im Kino begonnen hat, wird sich über die Blu-ray Disk und 3D-Spiele in den Haushalten fortsetzen und erste Rundfunkanbieter (im Pay-TVBereich) in Großbritannien, Spanien und Frankreich starten 3D-Fernsehprogramme. Auch die 25 Fußballspiele von der WM in Südafrika haben dazu beigetragen, 3DTV weiter bekannt zu machen.Zugleich stellen wir fest, dass 3DTV-Sender für Deutschland vorerst noch nicht geplant sind – trotz 3DTV-Testübertragungen (bei Sky Deutschland und T-Entertain) und erster einzelner 3D-Angebote (z.B. die French Open bei Anixe HD). Überhaupt stecken die Programmveranstalter bei uns noch mitten in der Umsetzung des hochauflösenden Fernsehens (HDTV). In dieser Um- und Aufbruchsphase war es logische Konsequenz, dass wir die neue AG 3D-HD-TV der Deutschen TV-Plattform gegründet haben. Der Name ist dabei auch Symbol: 3DTV rückt in den Fokus, aber noch offene Fragen zum Thema HDTV werden hier auch bearbeitet.<span id="more-2659"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Ist nicht der Siegeszug von 3DTV schon jetzt absehbar?<br />
<strong>Dietrich Westerkamp:</strong> Bei journalistischen Formulierungen wie „Siegeszug“ wäre ich vorsichtig! Zwar ist die Technologie heute definitiv verfügbar und auch ordentliche Geräte sowie immer mehr interessante Inhalte, aber es gibt noch viele offene Fragen: von der richtigen Produktion über die effiziente Übertragung bis hin zu den verschiedenen Display-Varianten sind viele Details zu klären, um zu verhindern, dass durch grobe Schnitzer am Anfang das ganze 3D-Angebot in Misskredit gerät. Die internationale Standardisierung läuft in verschiedenen Gremien und das wird den Markt beflügeln. Für Deutschland unterstützen wir als TV-Plattform sowohl die Entfaltung von HDTV als auch die Einführung von 3DTV.<br />
Prinzipiell gilt: Da jedes 3D-fähige Display auch ein hochwertiges HDTV-Display ist, tätigt der Konsumenten mit vernünftigen Kaufentscheidungen eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Zugleich muss man aber sagen, dass zum Beispiel die Shutterbrillen der einzelnen Display-Hersteller noch nicht untereinander kompatibel sind, so dass ein gemeinsamer 3D-Abend von Nachbarn, die 3DTV Geräte verschiedener Hersteller haben, leider nicht so einfach funktioniert.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Was tut denn die Deutsche TV-Plattform – außer der Gründung der neuen Arbeitsgruppe &#8211; in dieser Situation?<br />
<strong>Dietrich Westerkamp:</strong> Neben einem Beitrag zu Information und Verständigung der Branche in der AG bereiten wir für den 3. November in Berlin ein großes Symposium vor, mit dem wir auch das zwanzigjährige Bestehen der Deutschen TV-Plattform begehen. Unter dem Titel „Von HDTV zu 3DTV – Markterfolg oder Hype?“ werden nationale und internationale Experten umfassende Aufklärung bieten. Die Keynote hält Oliver Berben, Geschäftsführer der Constantin Film Produktion, David Bush von Sony berichtet von den Erfahrungen der ersten 3DTV-Produktion bei der Fußball-WM in Südafrika, und mein Kollege Michael Zink von Technicolor beleuchtet 3D-Kino und 3D-Blu-rays. Weitere namhafte Experten der Branche vermitteln Informationen rund um 3D-Standardisierung, Zuschauerakzeptanz undÜbertragungsverfahren, sowie die gegenwärtige Markt-Entwicklung in Europa. Bei der abschließenden Podiumsdiskussion, steht die Frage „Ist Deutschland bereit für 3DTV?“ im Mittelpunkt. Prominente Vertreter von Eutelsat, ARD, ZVEI, RTL und Sky diskutieren unter Leitung von Prof. Dr. Ulrich Reimers, Leiter des Instituts für Nachrichtentechnik der TU Braunschweig und Vorstand der Deutschen TV-Plattform.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Über Dr. Dietrich Westerkamp</strong></p>
<ul>
<li>Studium Nachrichtentechnik</li>
<li>Seit 1985 arbeitet er für den Thomson-Konzern. Heute ist er dort Direktors Standards Coordination. Er repräsentiert Thomson in verschiedenen internationalen Standardisierungsorganisationen. Im Moment<br />
liegt sein Schwerpunkt auf der Einführung von HDTV in Europa.</li>
</ul>
<p>Weitere Informationen: <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.promedia-berlin.de');" href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>IFA 2010. Goldmedia-Geschäftsführer Dr. Florian Kerkau referiert zum Thema Usability-Forschung im interaktiven Fernsehen</title>
		<link>http://www.goldmedia.com/blog/2010/09/ifa-2010-goldmedia-geschaftsfuhrer-dr-florian-kerkau-referiert-zum-thema-usability-forschung-im-interaktiven-fernsehen/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 09:30:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Katrin Penzel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[3D]]></category>
		<category><![CDATA[Beuth-Vortragsreihe]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Florian Kerkau]]></category>
		<category><![CDATA[Goldmedia]]></category>
		<category><![CDATA[IFA]]></category>
		<category><![CDATA[IFA TecWatch]]></category>
		<category><![CDATA[TecWatch Forum IFA 2010]]></category>

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		<description><![CDATA[
TecWatch Forum IFA 2010: Wie vertragen sich TV und Web auf einem Bildschirm? Wie funktioniert 3D ohne Brille? Was leisten die Fernsehstandards der nächsten Generation? Zu diesen und weiteren Fragen rund um die Zukunft der digitalen Medien und des vernetzten Haushalts liefert das Vortrags- und Diskussionsprogramm von IFA TecWatch Antworten aus erster Hand.
Im Rahmen der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">
<div id="attachment_1466" class="wp-caption alignleft" style="width: 136px"><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/florian02_news.jpg"><img class="size-full wp-image-1466" title="florian02_news" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/florian02_news.jpg" alt="" width="126" height="170" /></a><p class="wp-caption-text">Dr. Florian Kerkau</p></div>
<p><strong>TecWatch Forum IFA 2010</strong>: Wie vertragen sich <strong>TV</strong> und <strong>Web</strong> auf einem Bildschirm? Wie funktioniert <strong>3D</strong> ohne Brille? Was leisten die Fernsehstandards der nächsten Generation? Zu diesen und weiteren Fragen rund um die Zukunft der <strong>digitalen Medien</strong> und des <strong>vernetzten Haushalts</strong> liefert das Vortrags- und Diskussionsprogramm von <strong>IFA TecWatch</strong> Antworten aus erster Hand.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Rahmen der <strong>&#8216;Beuth-Vortragsreihe&#8217; „Von der Konnektivität zur Immersion -  Herausforderungen für TV-Medien von Morgen&#8221;</strong> referiert <strong>Dr. Florian Kerkau</strong>, Geschäftsführer der Goldmedia Custom Research, heute auf der <strong>IFA</strong> (12.55 Uhr, Halle 8.1) zum Thema <strong>&#8220;Innovative Usability und Experience Analysemethoden beim interaktiven TV&#8221;</strong>.</p>
<p><a href="http://www.goldmedia.com/research.html">Weitere Informationen zur Goldmedia Custom Research</a></p>
<p><a href="http://www1.messe-berlin.de/vip8_1/website/Internet/Internet/www.ifa-berlin/b2c/EVENTS/TecWatch/Vortraege/index.html">Weitere Informationen zur IFA</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>promedia-Artikel: „3D macht eine Komödie nicht lustiger“, Thomas Peter Friedl, Filmproduzent und Geschäftsführer UFA Cinema</title>
		<link>http://www.goldmedia.com/blog/2010/06/promedia-artikel-%e2%80%9e3d-macht-eine-komodie-nicht-lustiger%e2%80%9c-thomas-peter-friedl-filmproduzent-und-geschaftsfuhrer-ufa-cinema/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 12:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Promedia das medienpolitische Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Promedia schreibt im GOLDMEDIA Blog]]></category>
		<category><![CDATA[3D]]></category>
		<category><![CDATA[Hanni & Nanni]]></category>
		<category><![CDATA[Promedia]]></category>
		<category><![CDATA[Teufelskicker]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Peter Friedl]]></category>
		<category><![CDATA[UFA Cinema]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview mit Thomas Peter Friedl Filmproduzent, Geschäftsführer UFA Cinema, promedia 6/2010
In diesem Jahr wird UFA Cinema insgesamt fünf Filme ins Kino bringen. Nach „Teufelskicker“ und Hanni und Nanni“  ist der dritte „Tauben auf dem Dach“, eine Komödie mit Olli Dittrich und Katja Riemann, der vierte ist „Die kommenden Tage“, ein Film von Lars Kraume, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Interview mit Thomas Peter Friedl Filmproduzent, Geschäftsführer UFA Cinema, <em>promedia</em> 6/2010</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>In diesem Jahr wird UFA Cinema insgesamt fünf Filme ins Kino bringen. Nach „Teufelskicker“ und Hanni und Nanni“  ist der dritte „Tauben auf dem Dach“, eine Komödie mit Olli Dittrich und Katja Riemann, der vierte ist „Die kommenden Tage“, ein Film von Lars Kraume, und der fünfte ist „Schulmädchen“, der im Moment gedreht wird und der Weihnachten ins Kino kommt. In einem promedia-Gespräch mahnte Thomas Peter Friedl Geschäftsführer der UFA Cinema,  eine Änderung in der Filmförderung an: „Es ist ein Irrglaube, dass man für die kommerziell ausgerichtete Filmproduktion keine Förderung benötigen würde. Die anderen Marktteilnehmer, die bei der Filmfinanzierung eine Rolle spielen, erhöhen ihre Budgets nicht, sondern reduzieren sie eher. Es wird sich also in der Zukunft die Frage stellen, wie man in der Gesamtproduktion in Deutschland eine gute Parität zwischen kommerziellen und den sogenannten „Arthouse“-Projekten findet.“ Zugleich betonte Friedl, dass es an den Produzenten liegen muss, die Kinofilmproduktion selbst effektiver zu gestalten, also mit insgesamt geringeren Budgets gleiche Ergebnisse zu erzielen. „Das ist ein Prozess“, so der UFA-Cinema-Geschäftsführer, „den die Fernsehproduzenten die letzten drei, vier Jahre sehr schmerzhaft durchlitten haben.“<br />
Zugleich warnte der erfahrene Produzent vor einer 3D-Euphorie, die dem Kino mehr schaden als nützen könne: „Ich bin mir nicht sicher, wie das mit dem 3D-Boom ausgeht. Das aktuelle Verhalten der Produzenten und Verleiher macht mir eher Sorgen, weil jetzt alles unter dem Label 3D in den Markt getragen wird, was man nur irgendwie labeln kann.“<br />
Die UFA Cinema, Anfang 2008 gegründet, steht für kommerzielles Kino mit großer Bandbreite. Die UFA Cinema ist ein Unternehmen der UFA-Gruppe, einem der bekanntesten und profiliertesten deutschen Film- und Fernsehunternehmens und dem größten Produzenten audiovisueller Inhalte in Deutschland. </strong></p>
<div id="attachment_2261" class="wp-caption alignleft" style="width: 231px"><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/06/Thomas-Peter_Friedl.jpg"><img class="size-medium wp-image-2261" title="Thomas Peter_Friedl" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/06/Thomas-Peter_Friedl-221x300.jpg" alt="Thomas Peter Friedl" width="221" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Thomas Peter Friedl, Geschäftsführer UFA Cinema</p></div>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Herr Friedl, „Teufelskicker“, Ihr erster Film, hatte 475.00 Besucher. Sind Sie damit zufrieden?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Seit letztem Wochenende sind es über 500.000. Und bis zur Fußball -Weltmeisterschaft werden noch einige Zuschauer hinzukommen. Ich bin insgesamt zufrieden, weil es für den ersten Film ein respektables Ergebnis ist. Es ist allerdings nicht das Ergebnis, das wir uns nach den ersten guten Wochenendzahlen gewünscht haben. Wir haben eingehend analysiert, woran das liegen könnte. Offensichtlich sind auch  wir Opfer des Hypes um  3D-Filme geworden. Denn in den letzten drei Monaten waren alle 2D-Filme übermäßig stark von der 3-D-Euphorie betroffen. Ich kann auch verstehen, dass jeder  diese neue Technologie erleben will. Am Ende des Tages wird unser Film wohl zwischen 600.000 und 700.000 Besucher zählen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Man ist ursprünglich von einer Million Zuschauer ausgegangen. Kommen Sie in Schwierigkeiten, den Film zu refinanzieren, wenn er die angestrebte Besucherzahl nicht erreicht?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Die Million war nie angestrebt, auch wenn  mit 130.000 Besuchern am Startwochenende insgesamt eine Million unter normalen Umständen durchaus erreichbar gewesen wären.  Der Film ist von Produzentenseite bereits vor Kinostart durchfinanziert, insofern hängt an den Zuschauerzahlen nicht unser finanzielles Wohl.<span id="more-2258"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Welche Chancen hat der Film international?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Für den Film besteht ein relativ großes internationales Interesse. Im Vorfeld zur Fußball-Weltmeisterschaft sind Family-Fußballthemen sehr begehrt. Es ist trotzdem ein deutschsprachiger Film und deswegen sind die Weltvertriebschancen letztlich limitiert, weil es viele Länder gibt, die nicht englischsprachig synchronisieren. Der Film war aber auch nie für internationale Erlöse konzipiert. Solche Einnahmen sind das Sahnehäubchen, das man bei derartigen Filmen oben darauf setzt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Nach der Berlinale hat Martin Moszkowicz betont, dass es generell gegenwärtig schwieriger ist, Filme zu verkaufen, weil auch in den anderen Ländern die Fernsehsender sparen und Verleiher nicht ins Risiko gehen. Teilen Sie diese Auffassung?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Es war in den letzten zwei Jahren der Fall und das hat man in den Märkten auch gesehen. Jetzt zeigt sich aber eine leichte Erholung. Bei der diesjährigen MIPTV in Cannes haben die Sender wieder angefangen, Programm zu kaufen. Ähnlich wie in Deutschland brauchen die Sender wieder neues Produkt. Ich glaube, dass sich jetzt auch der Weltvertrieb von Kinofilmen wieder erholen wird.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Ihr nächstes Projekt ist „Hanni &amp; Nanni“. Der Start ist für Juni geplant?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Ja, der Kinostart ist am 17. Juni und die Premiere am 30. Mai. Der Film ist sehr vielversprechend, denn „Hanni &amp; Nanni“ ist eine sehr bekannte Family-Entertainment-Marke. Und obwohl es ja nun schon seit einigen Mädchengenerationen auf dem Markt ist, ist es immer noch eine sehr beliebte Buchreihe. Wir haben aus dem Stoff einen sehr modernen, frischen Film produziert und ich glaube, dass er in den Sommerferien stark das Mädchenpublikum anziehen wird.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Sie sind sehr mutig, im Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft mit so einem Film ins Kino zu gehen. Ist das Absicht oder war keine andere Platzierung mehr möglich?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Es ist Absicht, weil wir zum einen für Mädchen und Mütter ein Kontrastprogramm zur WM anbieten wollen und zum zweiten zum Startzeitpunkt maximal noch drei Spiele mit deutscher Beteiligung stattfinden können. Außerdem finden diese Spiele abends statt, was für das Family-Publikum wenig Auswirkung hat. Für uns sind die Nachmittagsvorstellungen interessant.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Ihre ersten beiden Filme sind Family-Entertainment – Zufall oder auch Absicht?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Zufall. Das hat eher damit zu tun, dass man Filme mit Kinderbeteiligung nur in den Schulferien drehen kann. Deswegen sind die Filme früher fertig als unsere anderen Filme. Sie können diese Filme auch nur im Umfeld von Ferien starten, das heißt in den Oster- und Sommerferien. Insofern ergeben sich die besten Release-Daten fast automatisch.<br />
Family Entertainment ist allerdings auch ein wichtiger Bestandteil unseres Programms. Damit habe ich mich die letzten 15 Jahre intensiv und erfolgreich beschäftigt. Aber diese Filme werden es in Zukunft schwerer haben, weil inzwischen die Zahl von Filmen dieses Sujets immens hoch ist. Die UFA Cinema ist leider nicht die einzige Firma, die weiß, dass es einen guten Family-Entertainment-Markt im deutschen Kino gibt. Es wird inzwischen so viel deutsches Family-Entertainment hergestellt, dass man sich sehr genau überlegen muss, was man macht und was nicht.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Müsste man dann nicht in andere Bereiche ausweichen?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Genau deshalb haben wir von Anfang an unser Programm in einer Fünf-Säulen-Strategie entwickelt, die die ganze Breite an inhaltlichen Möglichkeiten abdeckt – angefangen von Roman- oder Bestseller-Verfilmungen, wie erwähnt Family-Entertainment, aber auch die deutsche Komödie und letztlich das anspruchsvolle Kino – etwa komplexe politische Stoffe oder große internationale Produktionen. Das ermöglicht uns eine große Flexibilität, um bei einer Verengung im Genre oder bei zu vielen Produkten in einem Genre, zu reagieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Die Constantin produziert dieses Jahr zwei 3D-Filme. Wie viele haben Sie in Planung?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Wir beobachten 3D sehr intensiv. Ich bin mir nicht sicher, wie das mit dem 3D-Boom ausgeht. Das aktuelle Verhalten der Produzenten und Verleiher macht mir eher Sorgen, weil jetzt alles unter dem Label 3D in den Markt getragen wird, was man nur irgendwie labeln kann. In den wenigsten Fällen sind die Filme in 3D gedreht, sondern wurden hinterher am Computer in 3D umgewandelt. Wenn wir nicht alle aufpassen, kann sich der 3D-Hype schnell wieder umdrehen, weil das Publikum von dem enttäuscht ist, was unter 3D angeboten wird. Es ist leider nicht alles auch nur annähernd so bahnbrechend wie „Avatar“, was jetzt ins Kino kommt. Die Leute erwarten das aber zu recht von einem derartigen technologischen Quantensprung und ich sehe schon die Gefahr, dass wenn sie drei, vier Mal einen schlechten 3-D Film gesehen haben, für den sie deutliche Ticketaufschläge zahlen müssen, irgendwann keine Lust mehr darauf haben. 3D ist eine Bereicherung für den Markt und muss ein fester Bestandteil in einer gewissen Art von Genre werden – zum Beispiel ist 3D ein Add-on und ein Gewinn in den Bereichen Thriller, Fantasy, Action und in gewissen Teilen von Family Entertainment und Animation, sofern man 3-D als dramaturgisches Element bewusst einsetzt. Es wird aber auch Filme geben, bei denen 3D keinen Mehrwert für das Publikum bringt. 3D macht eine Komödie nicht lustiger.<br />
Wir arbeiten an drei Projekte, die wir im Moment parallel als 2D- und 3D-Projekte entwickeln. Die Produktion von 3D kostet aktuell noch ca. 40 Prozent mehr als eine normale Produktion und bevor nicht beständige Refinanzierungsmodelle existieren, warten wir ab.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Ist es notwendig 3D-Produktionen zusätzlich zu fördern?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Es wäre aus standortpolitischen Gründen notwendig, dass es hier in Deutschland eine Förderung dafür gibt, weil wir hier noch nicht über die Strukturen und vor allem über das kreative Personal verfügen. Wer heute in Deutschland einen 3D-Film herstellen will, muss sich Leute aus den USA holen, die damit Erfahrung haben. Es dauert einfach eine gewisse Zeit, bis man das Know-how in so einem Markt, also die richtigen Kameraleute, Cutter, Studios, die die Postproduktion durchführen, aufbaut. Das schafft man nur, wenn in einem Land konsequent in 3D produziert wird. Ein oder zwei Filme im Jahr lassen diese technologische Weiterentwicklung nicht zu. Das heißt, wir müssen in der Stereoskopie, in allen Bereichen in Deutschland attraktiv werden und das Know-how, das im Moment in erster Linie in den USA und in Asien vorhanden ist, an die deutschen Kreativen weitergeben, damit sie es auch eigenständig umsetzen können. Damit sichern wir die Weiterentwicklung unserer Industrie und behalten unsere führende Position im internationalen Wettbewerb.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Die Fernsehsender sparen, und die Filmförderung ist begrenzt, aber es bewerben sich immer mehr Filme um die 300 Millionen Euro. Jetzt kommt die Notwendigkeit, in neue Technik 3D zu investieren. Wird das nicht dazu führen, dass sich in Deutschland die Produktionslandschaft weiter konsolidiert?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Die Produktionslandschaft ist im Moment im Kinobereich aufgrund dieser Faktoren in einem Umbruch. Dazu kommen der Rückgang der Home-Entertainment-Umsätze und die Schwäche des Weltvertriebs für deutsche wie für alle anderen internationalen Produkte. Wir Produzenten müssen uns also neue Geschäftsmodelle überlegen. Darüber hinaus liegt es an uns, die Kinofilmproduktion selbst effektiver zu gestalten, also mit insgesamt geringeren Budgets gleiche Ergebnisse zu erzielen. Das ist ein Prozess, den die Fernsehproduzenten die letzten drei, vier Jahre sehr schmerzhaft durchlitten haben. Ich glaube auch, dass wir hier in Deutschland in der Kinoproduktion die eine oder andere technologische Weiterentwicklung, aber auch Gagenreduzierungen durchsetzen müssen, um die Filme auf gewohntem Niveau überhaupt herstellen zu können. Das ist ein weiterer Schritt der Industrialisierung der Medienbranche, einer für Deutschland wichtigen Zukunftsindustrie. Diese Entwicklungen werden sich auch in den Förderungen widerspiegeln müssen. Es ist ein Irrglaube, dass man für die kommerziell ausgerichtete Filmproduktion keine Förderung benötigen würde. Die anderen Marktteilnehmer, die bei der Filmfinanzierung eine Rolle spielen, erhöhen ihre Budgets nicht, sondern reduzieren sie eher. Es wird sich also in der Zukunft die Frage stellen, wie man in der Gesamtproduktion in Deutschland eine gute Parität zwischen kommerziellen und den sogenannten „Arthouse“-Projekten findet.  Einige der Länderförderungen haben hier schon bemerkenswerte Änderungen eingeleitet.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Sehen Sie das Defizit vor allem bei den Länderförderern?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Ich sehe ein Defizit, aber nicht bei den Förderern, sondern bei der hohen Zahl an Filmen, bei denen man nicht von einem breiten Publikumszuspruch reden kann –  und dabei meine ich 500.000 Besucher aufwärts. Von den 180 Filmen, die in Deutschland jedes Jahr hergestellt werden, schafften es im Superkinojahr 2009 keine 30 Filme, über  300.000 Zuschauer ins Kino zu locken. An dem Wert werden wir alle noch gemeinsam arbeiten müssen, damit wir auch nachhaltig eine Verbreiterung der kommerziellen Basis im deutschen Kino zustande bringen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Aber das war doch gerade das Anliegen des DFFF zu erreichen, dass pro Film mehr Geld zur Verfügung steht…<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Ja, aber wir müssen leider erkennen, dass es nicht zu einer Erhöhung der Budgets gekommen ist, sondern dass der DFFF mit seinen 15 bis 16 Prozent die Reduzierung in anderen Bereichen mehr schlecht als recht ausgleichen kann. Hinzu kommt, dass keiner der anderen Finanzierungspartner das Vorhandensein des DFFF ausblendet, also ihre Mittel entsprechend angleichen. Die Verbesserung, die man sich davon versprochen hat, tritt nur zum Teil ein.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Was tun?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Da gibt es kein Generalkonzept. Vielmehr stellt sich zunächst einmal die Frage, wie wir in Deutschland mit kommerzieller oder industrieller Filmproduktion umgehen, gerade bei Produktionshäusern wie unserem oder der Constantin, die ein gewisses Volumen an Filmen herstellen wollen. Und dies trotz aller Kommerzialität mit einem hohen künstlerischen Anspruch. Wir sind keine Fließbandproduktion – bei uns wird genauso intensiv an der Entwicklung der Projekte gearbeitet, mit genau denselben hochtalentierten Kreativen, wie bei Arthouse-Filmen. Es geht eher darum, dass wir ein entspannteres Verhältnis dazu bekommen müssen, dass auch der Publikumsanspruch im Kino eine große Rolle spielt und dass es keine Sünde ist, auf perfektes Marketing und auf Elemente zu setzen, die beim Publikum eine Wiedererkennung und einen Zuspruch finden. Es gibt eine Vielzahl von erfolgreichen deutschen Produzenten bzw. Regisseuren, die Millionen-Filme machen, wie etwa Michael Bully Herbig, Til Schweiger oder Simon Verhoeven. Es existiert auch ein großes Publikum dafür, das aber noch konsequenter erreicht werden muss. Auch mit Mitteln, die über die bisherigen Gepflogenheiten und Mechanismen – etwa wer wo einreichen und wie viel Förderung erhalten darf, oder ob man mit zwei oder drei Projekten gleichzeitig Förderung beantragen kann – hinausgehen. Hier hat bereits eine Diskussion begonnen, die ich sehr positiv finde.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Ihr Ziel ist es, jedes Jahr acht bis zehn Filme herzustellen. Da ist es für Sie ein konkretes Problem, mit wie vielen Projekten Sie Förderung erhalten können?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Es ist vor allem ein technisches Problem. Sie können in Deutschland etwa von April bis Oktober drehen. Das heißt, man muss in der Regel in den ersten zwei Sitzungen der Länderförderungen drei bis vier Filme durch die Förderung bringen, um überhaupt in der Lage zu sein, das geplante Volumen im Sommer zu drehen. Einige Länderförderer bewilligen dann aber nur ein Projekt, weil es viele andere Produzenten mit ihren Projekten gibt, die auch eine Förderung erhalten sollen. Wenn man aber erst in der Sitzung im zweiten Halbjahr eine Förderung bewilligt bekommt, ist es fast unmöglich, diesen Film im gleichen Jahr noch zu drehen. Das führt dazu, dass man versucht, im Jahr davor mit Projekten in die Förderung zu gehen, also den Vorlauf zu haben. Dann haben Sie aber immer wieder das Problem, dass die Projekte noch mitten im Entwicklungs- und Finanzierungsprozess stecken.  Als Produzent weiß ich zwar, dass in sechs bis acht Monaten, wenn der Dreh beginnt alles 100 prozentig perfekt sein wird, aber das müssen Ihnen natürlich die Leute, die darüber entscheiden, auch glauben. Wir stecken deshalb manchmal in einem Konflikt zwischen Timing und Volumen und dem, was man machen kann.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Es existiert maximal eine Handvoll von Produzenten in Deutschland, die so eine Jahresproduktion anstreben. Müsste man für Sie eine Sonderregelung finden?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Wir brauchen keine Sonderregelungen, denn wir stehen nicht unter Artenschutz. Man muss nur immer wieder die technischen Abläufe und das Timing im Auge behalten, in welchen Intervallen Förderungssitzungen stattfinden und mit wie vielen Projekten man gleichzeitig unterwegs sein kann. Von der kreativen Seite gibt es dagegen keine Probleme. Wir können in Deutschland attraktive kommerzielle Projekte in vielfältiger Art und Menge entwickeln, mit den dazugehörigen Schauspielern, Regisseuren, Drehbuchautoren, die alle inzwischen auf Weltniveau angekommen sind. Sie müssen nur genug Treibstoff haben, um die PS auf die Straße bringen zu können.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Sie haben die UFA Cinema gegründet, als die Finanzwelt noch in Ordnung war. Inzwischen haben sich die Rolle der Banken und die Bereitschaft zum Risiko geändert. Sind damit insgesamt die Rahmenbedingungen so schwierig geworden, dass Sie weniger Filme produzieren können, als Sie es ursprünglich gedacht haben?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Die Bankenkrise spielt keine Rolle, weil die Banken auch vor der Finanzkrise in Deutschland keine Risikopartner waren. Das deutsche Bankgeschäft im Filmbereich hat sich einzig auf Zwischenfinanzierungen beschränkt. Für Zwischenfinanzierung brauchen wir eigentlich keine Bankpartner, sondern wir würden sie für eine Risikofinanzierung benötigen. Da bewegen sich inzwischen aber einige Dinge. Modelle, wie bei den Bayerischen Banken Fond, der NRW-Bank und der ILB in Brandenburg, berücksichtigen, dass ein zusätzliches Finanzierungselement auf Bankenseite für alle Seiten durchaus gewinnbringend ist. Auch für die Privatbanken wäre es sinnvoll, über Investments im Medienbereich nachzudenken, wie es angelsächsische Banken nach wie vor und sehr erfolgreich tun.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Aber das hat Sie bei Ihren Plänen nicht tangiert?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Nein, weil es keine Risikofinanzierung von Banken gab. Natürlich bewirkt die Wirtschaftskrise und Rezessionsangst ein unangenehmes Klima, was uns und viele unserer Prozesspartner belastet, da Finanzierungen schwieriger werden und alle überlegen, wie sie das finanzielle Risiko einer Filmproduktion möglichst reduzieren. Auf der anderen Seite sehen wir, dass die Nachfrage des Publikums immens ist. Ebenso sehen wir auf dem Finanzmarkt, dass es nach wie vor ein großes Interesse von Privatinvestoren für die Filmproduktion gibt, Ein Film in der richtigen Konstellation ist ein attraktives Investment-Projekt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Was wäre für Sie der optimale UFA-Cinema-Film?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Das ist der Film, der zehn deutsche Filmpreise gewinnt, einen Oscar, 300 Millionen Euro weltweit einspielt und am besten die Franchise-Fähigkeit hat, dass man noch zwei bis drei Fortsetzungen produzieren kann…</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>promedia:</strong> Welcher von den Filmen, die jetzt in Arbeit sind, würde das erreichen?<br />
<strong>Thomas Friedl:</strong> Ein Drittel der Filme, die wir machen, sind international auswertbar und gleichzeitig geeignet, sich zu einem Franchise zu entwickeln.  Das ist die Anforderung, die wir uns selbst in unserem Development-Prozess stellen. Trotzdem wissen wir, dass das nicht bei jedem Projekt gelingen wird. Filmproduktion ist ein Portfolio-Geschäft. Man muss wenigstens eine gewisse Anzahl von Filmen herstellen, so dass man mit verschiedenen Ködern im Wasser auch immer wieder den Ausreißer erreichen kann. Das Gefährlichste ist, wenn ein Produzent nur alle zwei Jahre einen Film dreht. Das bedeutet eine immense Entbehrung und Herzblut und dann starren alle auf den einen Film. Wenn dieser eine Film aus irgendwelchen Gründen im Kino nicht richtig durchstartet, sind nicht nur alle enttäuscht, der Produzent wird überdies in höchster Not sein. Das ist ein Modell, das die UFA Cinema in der Größenordnung und auch mit dem Anspruch ihrer Gesellschafter nicht umsetzen will. Unser Modell ist ein Portfolio-Ansatz, mit dem wir versuchen in einer breiten produzentischen Aufstellung, auf sehr hohem Niveau eine Vielzahl von kreativen Projekten im Markt zu platzieren – sowohl national als auch international – um immer wieder den Millionenseller  zu ermöglichen, der vielleicht auch den Oscar schafft.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Über Thomas Peter Friedl</strong></p>
<ul>
<li>Seit 2008 Filmproduzent und Geschäftsführer der UFA Cinema</li>
<li>Bis 2008 Präsident Distribution &amp; Marketing und Mitglied des Vorstands für die Constantin Film AG sowie für verschiedene Tochterunternehmen über 18 Jahre erfolgreich tätig</li>
<li>Verantwortung für den nationalen und internationalen Verleih- und Marketingbereich</li>
</ul>
<p>Weitere Informationen: <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.promedia-berlin.de');" href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a></p>
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		<title>&#8220;3D ist der Beginn einer technischen Revolution&#8221;, Martin Moszkowicz, Vorstand Film und Fernsehen Constantin</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 08:31:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Promedia das medienpolitische Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Promedia schreibt im GOLDMEDIA Blog]]></category>
		<category><![CDATA[3D]]></category>
		<category><![CDATA[Constantin]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Kinosäle]]></category>
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		<category><![CDATA[S3D]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview mit Martin Moszkowicz, Vorstand Film und Fernsehen, Constantin Film AG, promedia 03/2010

 
Für Martin Moszkowicz, den Vorstand Film und Fernsehen, Constantin Film AG ist die moderne 3D-Technologie „der Beginn einer technischen Revolution, vergleichbar mit dem Umbruch vom Stumm- zum Tonfilm“. Um so wichtiger sei es deshalb, dass möglichst schnell alle Kinosäle mit dieser digitalen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Interview mit Martin Moszkowicz, Vorstand Film und Fernsehen, Constantin Film AG, <em>promedia </em>03/2010<br />
</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Für Martin Moszkowicz, den Vorstand Film und Fernsehen, Constantin Film AG ist die moderne 3D-Technologie „der Beginn einer technischen Revolution, vergleichbar mit dem Umbruch vom Stumm- zum Tonfilm“. Um so wichtiger sei es deshalb, dass möglichst schnell alle Kinosäle mit dieser digitalen Technik ausgerüstet werden. „Wieder einmal haben hier einige den Startschuss verschlafen. Es ist für uns Produzenten ein Problem, dass gerade einmal 400 3D-fähige und nur 500 digitale Kinosäle existieren und wir mit den Millioneninvestitionen in den Produktionen nun vor den wenigen Häusern Schlange stehen“, so Moszkowicz in einem promedia-Gespräch. Bei den alten und kleinen Häusern werde es jedoch schwieriger und hier werde man auf die Unterstützung der Politik angewiesen sein. Aber nicht zuletzt durch ihre Klage gegen das FFG hätten einige Kinoketten hier einen schnellen und sinnvollen Weg vorerst verbaut.</strong></p>
<p><strong>Moszkowicz kündigte an, dass Constantin in diesem Jahr noch drei 3D-Filme in die deutschen Kinos bringen werde. Auch von anderen Produzenten seien 3D-Filme in Arbeit.</strong></p>
<div id="attachment_1598" class="wp-caption alignleft" style="width: 225px"><strong><strong><a href="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/03/Martin_Moszkowicz.jpg"><img class="size-medium wp-image-1598" title="Martin_Moszkowicz" src="http://www.goldmedia.com/blog/wp-content/uploads/2010/03/Martin_Moszkowicz-215x300.jpg" alt="" width="215" height="300" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Martin Moszkowicz, Vorstand Film und Fernsehen Constantin Film AG</p></div>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>promedia:</strong> Herr Moszkowicz, welches waren für Sie die wichtigsten geschäftlichen Ergebnisse der Berlinale?<br />
<strong>Martin Moszkowicz:</strong> Im wirtschaftlichen Bereich ist bei der Berlinale sicherlich der European Filmmarket besonders wichtig. Der hat sich gegenüber dem letzten Jahr wieder erholt. 2009 war bei den Einkäufern wegen der Finanzkrise sehr wenig Geld in Umlauf, es gab aber auch nur sehr wenige interessante Filme. In diesem Jahr hat sich die Finanzsituation durchaus verbessert, es gibt kaufwillige Verleiher aus der ganzen Welt. Das Filmangebot lässt aber noch etwas zu wünschen übrig, so dass wir in diesem Jahr keine Titel für unseren Vertrieb eingekauft haben. Wir konnten allerdings sehr gut verkaufen, vor allem unsere deutschen Produktionen. Besonders erfreulich ist, dass wir den 3D-Film „Konferenz der Tiere“ fast in die ganze Welt verkaufen konnten, obwohl der Film noch nicht fertig ist und wir auf der Berlinale nur zwölf Minuten zeigen konnten. Bei unseren Verkäufen handelt es sich um Beträge in einem hohen Millionenbereich.</p>
<p><strong>promedia:</strong> 2009 waren einige Ihrer Filme erfolgreich im Kino. Wie sind die international gelaufen?<br />
<strong>Martin Moszkowicz: </strong>Der Verkauf ist sehr genreabhängig. Animationsfilme sind im Ausland sehr gut zu verkaufen, gut laufen auch Genrefilme wie der Vampir/Action-Film „Wir sind die Nacht“ von Dennis Gansel. Schwer verkaufen lassen sich hingegen deutsche Komödien. Lokale Komödien haben es aber weltweit generell schwer.<span id="more-1592"></span></p>
<p><strong>promedia: </strong>Wirkt sich die gewachsene Breite und Qualität des deutschen Films auf dem deutschen Kinomarkt inzwischen auch international aus?<br />
<strong>Martin Moszkowicz:</strong> Insgesamt ist die Qualität deutscher Filmproduktionen vor allem auch wegen der besseren Finanzierungsmöglichkeiten gestiegen. Es ist die Hauptaufgabe des DFFF, große Filmproduktionen im Land zu behalten oder ins Land zu holen. Darüber hinaus hat solch ein Instrument aber auch den Nebeneffekt, dass es die Qualität des deutschen Kinos hebt, allein weil man heute Filme mit größerem Schauwert und aufwändigere Projekte realisieren kann. Früher konnte man außer einem Drama, einem Arthouse-Film oder einer billigen Komödie fast gar nichts produzieren. Heute sind große Historienspektakel, Action-Filme und andere in einer hohen Qualität möglich, was dem deutschen Film auch international sehr geholfen hat.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Der große Renner beim Publikum im vergangen Jahr waren 3D-Filme, obwohl nur weniger als 10 Prozent der Kinos solche Filme zeigen können. Muss man sich doch wieder Sorgen um den deutschen Marktanteil machen?<br />
<strong>Martin Moszkowicz:</strong> Diese Frage müsste man eigentlich den Theaterbesitzern stellen. Wieder einmal haben hier einige den Startschuss verschlafen. Es ist für uns Produzenten ein Problem, dass gerade einmal 400 3D-fähige und nur 500 digitale Kinosäle existieren und wir mit den Millioneninvestitionen in den Produktionen nun vor den wenigen Häusern Schlange stehen. Wenn man die möglichen Mehreinnahmen von 3D-Filmen hochrechnet, könnte man bei einem Großteil des deutschen Theaterparks die digitale Umrüstung in einem einzigen Jahr refinanzieren. Ich zähle aber auf die Vernunft der Theaterbesitzer, obwohl wir bereits seit Jahren diese Entwicklung einfordern. Leute wie Jeffrey Katzenberg reisen seit fünf Jahren durch die ganze Welt und erzählen allen, dass die Produktionsfirmen weltweit hunderte von Millionen Euro in 3D-Filme investieren und die Kinos umgerüstet werden müssen – es ist fast nichts passiert. Es wird jetzt trotzdem sehr schnell gehen und bei den großen kommerziellen Kinos auch ohne staatliche  Hilfe möglich sein. Bei den alten und kleinen Häusern wird es jedoch schwieriger und hier wird man auf die Unterstützung der Politik angewiesen sein. Aber nicht zuletzt durch ihre Klage gegen das FFG haben einige Kinoketten hier einen schnellen und sinnvollen Weg vorerst verbaut.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Es war 2009 kein einziger deutscher 3D-Film in den Kinos. Haben die deutschen Produzenten nicht auch geschlafen?<br />
<strong>Martin Moszkowicz:</strong> Die neue Technologie in den Griff zu bekommen ist sehr komplex und es hat der großen amerikanischen Produktionen wie „Ice Age“ und „Avatar“ bedurft um auch den Letzten davon zu überzeugen, welchen visuellen und finanziellen Mehrwert man erzielen kann. Wir haben mit unserer Planung für S3D-Produktionen vor drei Jahren begonnen und es dauert eine Weile, bis solche Projekte umsetzbar sind und in die Kinos kommen. „Konferenz der Tiere“ ist seit fast zwei Jahren in der Produktion, jetzt ist er fertig und wir benötigen die 3D-Kinos.</p>
<p><strong>promedia: </strong>Wie viele deutsche 3D-Produktionen kommen 2010 in die Kinos?<br />
<strong>Martin Moszkowicz:</strong> Von uns werden drei S3D-Filme in die Kinos kommen: Es beginnt im August mit „Step up“ in 3D, eine Produktion von Disney, die wir – wie auch Step up 1 und 2 in Deutschland verleihen. Dann folgt im September „Resident Evil – Afterlife “, den wir selbst hergestellt haben. „Konferenz der Tiere“ folgt dann im Oktober. Wir sind gegenwärtig die einzige Firma, die in Deutschland das technische Know-how für stereoskopische Live-Action und Animation besitzt. Ich weiß aber von vielen Kollegen, dass auch sie S3D-Projekte in Arbeit haben. In diesem Jahr werden wir weitere S3D-Drehs beginnen, darunter „Wiki“ und die große englischsprachige Produktion „Die drei Musketiere“. Für uns wird S3D ein wichtiger Teil der Produktionen der nächsten Jahre sein.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Sie teilen also nicht die Einschätzung von Herbert Kloiber, dem TMG-Geschäftsführer, dass 3D ein vorübergehender Boom ist?<br />
<strong>Martin Moszkowicz:</strong> Nein, vor allem, weil es nichts mit dem 3D aus den siebziger Jahren zu tun hat. Darüber hinaus wird die Technologie weiterentwickelt, so dass ein Film wie „Avatar“ nicht den Höhepunkt sondern den Anfang der Entwicklung darstellt. Es ist der Beginn einer technischen Revolution, vergleichbar mit dem Umbruch vom Stumm- zum Tonfilm. Das Publikum entscheidet schon heute mit seinen Füßen darüber und ist auch bereit dafür mehr Geld auszugeben. Stereoskopische Filme werden uns die nächsten Jahre begleiten, auch im Fernsehen. Sky und HBO fangen im April 2010 an stereoskopisch auszustrahlen, obwohl die technische Revolution HDTV noch nicht einmal abgeschlossen ist. Auch die Hardware-Industrie hat bereits Geräte auf den Markt gebracht, die fähig sind, stereoskopische Bilder zu zeigen. 3D wird auch in neuen Genres zum Thema, zum Beispiel wird die Fußball-WM stereoskopisch aufgenommen und über Blueray verbreitet und im Kulturbereich nimmt die Metropolitan Opera gegenwärtig ihre Produktionen in 3D auf. Es können auch Aufführungen aus New York live in S3D in Kinosälen der ganzen Welt gezeigt werden. Diese Entwicklung stellt einen enormen Quantensprung dar und wird uns über die nächsten Jahre begleiten. Die nächsten Entwicklungsschritte wie S3D-Fernsehen ohne Brille und 3D-Sound stehen schon vor der Tür. Mit aller vorsichtigen Analyse der gegenwärtigen Situation scheint diese Entwicklung nur Vorteile zu haben, wenngleich sie sicherlich nicht für alle Filme richtig ist. Wir bauen S3D jedenfalls fest in unsere Planungen ein.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Wenn 3D schnell einen Massenmarkt erreicht, sind die deutschen Produzenten auch in der Breite in der Lage, darauf zu reagieren?<br />
<strong>Martin Moszkowicz: </strong>Ich weiß aus vielen Gesprächen mit Kollegen, dass es viele Projekte gibt, die man in S3D herstellen will. Die Infrastruktur für 3D-Produktionen ist in Deutschland allerdings noch nicht auf der Höhe, die benötigt wird. Das ist allerdings auch in Amerika noch nicht so. S3D muss billiger und einfacher werden, aber das wird es auch. Die Grundlage ist aber, dass die Zuschauer diese Filme verlangen werden und daher wären die Produzenten schlecht beraten, wenn sie diesen Markt nicht bedienen.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Wie viel teurer ist ein 3D-Film als eine herkömmliche Produktion?<br />
<strong>Martin Moszkowicz:</strong> Das kann man nicht genau mit Prozentzahlen festmachen. Zum einen benötigt man mehr Zeit um einen 3D-Film zu drehen, weil die Technik so komplex ist, dass nicht dieselbe Anzahl von Einstellungen pro Tag möglich ist. Mit einem System, bei dem eine Kamera stereoskopisch durch zwei Linsen aufnimmt, liegen die Kosten einer großen internationalen Produktion von über 30 Mio. Dollar etwa um zehn Prozent höher. Bei deutschen Produktionen von im Durchschnitt fünf Mio. Euro werden es eher 20–30 Prozent sein. Diese Mehrkosten werden sich aber verringern, auch durch neue Techniken. So arbeitet man gegenwärtig an der „Dimensionalisierung“ normaler 2D-Aufnahmen durch Computer. Dieses Verfahren kostet jedoch noch 40.000 bis 50.000 Dollar pro Minute und erreicht nicht die gleiche Qualität wie das Doppellinsen-Verfahren. Es wird sich vielleicht auch eine Teilung zwischen teuren und billigen Verfahren einstellen, wie wir sie aus dem Bereich der computer-generierten Effekte kennen.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Lassen sich die Mehrkosten allein durch das Kino hereinholen, solange die anderen Verwertungsmöglichkeiten noch nicht verbreitet sind?<br />
<strong>Martin Moszkowicz: </strong>Der Kinopreis von zwei bis drei Euro mehr pro Karte rechtfertigt aber allein schon höhere Produktionskosten. Wir glauben fest daran, dass die spätere Verwertung über Video-3D und 3D-Fernsehen kommen wird. Deshalb planen wir gegenwärtig unsere Klassiker wie „Die unendliche Geschichte“ durch Dimensionalisierung nicht als S3D-Filme noch einmal ins Kino zu bringen, sondern als Video und im Fernsehen zu vermarkten.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Halten Sie es für sinnvoll den 3D-Umstieg durch eine spezielle Förderung zu beschleunigen?<br />
<strong>Martin Moszkowicz:</strong> Ein Film wie „Konferenz der Tiere“ ist von den üblichen Förderinstrumenten gefördert worden, ohne jedwede Zuschläge. In diesem Rahmen sollte es bei einer unmittelbaren Förderung von S3D-Produktionen auch bleiben. Eine spezielle Förderung würde dagegen im gesamten Hochtechnologiebereich sinnvoll sein. Wir haben deshalb bei der Überarbeitung des DFFF angeregt, dass Hochtechnologieanteile eines Films besonders gefördert werden sollten. In Kanada gibt es etwa die „hightec credits“, weil es um Zukunftstechnologien, qualifizierte Arbeitsplätze und arbeitsintensive Produktionen geht. Einen starken Anreiz auch bei deutschen Filmen zu schaffen, halte ich deshalb für notwendig. Gleichzeitig ist die Förderung von Infrastruktur wichtig. Es ist uns in Deutschland nicht gelungen ein Hochgeschwindigkeitsnetz zwischen den relevanten Firmen einer 3D-Produktion einzurichten. So etwas gibt es beispielsweise in England mit dem „Soho Net“ bereits seit den 80er Jahren, das alle Hochtechnologieunternehmen des Raums London untereinander verbindet, um die Zusammenarbeit dieser Firmen zu unterstützen. Das ist eine klassische Infrastrukturmaßnahme, für die dort regionale und nationale Fördermittel zur Verfügung stehen.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Bei einer Hochtechnologieförderung über den DFFF würden die Produzenten die Förderung erhalten?<br />
<strong>Martin Moszkowicz:</strong> Den Hochtechnologieteil einer jeden Produktion kann man gegenwärtig weltweit auslagern. Wir würden es gern in Deutschland machen, weil wir auch die Firmen haben, die über dieses Know-how verfügen, aber wir müssen dafür sorgen, dass diese Firmen konkurrenzfähig sind. Das können sie aber nicht sein, weil die Inzentivierungen in den anderen Ländern so stark sind.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Es hat 2009 zwölf Kinomillionäre gegeben. Ist das viel oder wenig und ist es überhaupt ein Qualitätsmerkmal?<br />
<strong>Martin Moszkowicz:</strong> Es ist ein kommerzielles Qualitätsmerkmal. Es gab noch nie so viele deutsche Filme, die die Millionengrenze überschritten haben. Das letzte Kinojahr hat ausgezeichnet, dass sich der Erfolg auf viele Schultern verteilt, während sich die bisherigen großen Kinojahre 2001 und 2004 dadurch ausgezeichnet hatten, dass jeweils ein einzelner Film ein sehr hohes Ergebnis einspielte. Die Constantin-Film hatte sechs Besuchermillionäre und davon fünf in den Top zehn – so etwas hatten wir noch nie. Das ist sicherlich eine neue Qualität im kommerziellen Erfolg deutscher Filme.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Wird man, angesichts einer Vielzahl von Problemen, diesen Marktanteil von knapp 30 Prozent 2010 halten können, oder gibt es dieses Jahr die Delle nach unten?<br />
<strong>Martin Moszkowicz:</strong> Es wird immer wieder Jahre geben, die abfallen. Viel wichtiger als das besonders erfolgreiche Jahr 2009 ist aber, dass der Trend der letzten Jahre nach oben zeigt. Diesen Effekt müssen wir beibehalten. Die Umsätze werden sicherlich weiter steigen, immer vorausgesetzt, dass die Kinobetreiber es schaffen ihre Säle umzurüsten. Es existieren bereits in diesem Jahr Zeiträume, in denen es zu viele S3D-Filme für die wenigen Säle gibt. In kleinen Spielplätzen schießen sich die Filme dann gegenseitig aus den Kinos, so dass der Film, wenn man ihn in dem einen Kino nicht unter bekommt, in dieser Stadt gar nicht gespielt wird. Das ist ein Unding. Wenn wie im 2D-Segment auch S3D-Filme überall parallel laufen können, werden auch die Besucherzahlen steigen.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Die Pläne von Staatminister Neumann zur Förderung der digitalen Umrüstung kleiner Kinos hören sich aber nicht so an, als würden sie 2010 wirksam…<br />
<strong>Martin Moszkowicz:</strong> Die Digitalisierung ist lebenswichtig für die Filmindustrie, weil wir uns im Umbruch ins digitale Zeitalter befinden. Unsere Produktion bedient beides und für den Zuschauer ist der Unterschied zunächst unerheblich. Es profitieren die Kinos, weil sie keine Kopien mehr benötigen, die Verleiher durch geringere Vertriebskosten und später einmal die Produzenten, wenn der analoge Bereich komplett wegfällt. Für die Zuschauer beginnt der Mehrwert der Digitalisierung erst mit S3D sichtbar zu werden, weshalb sie auch bereit sind mehr dafür zu zahlen. Deswegen wird die S3D-Technik in den kommerziellen Häusern die Digitalisierung massiv vorantreiben. Ob die Hilfe für die kleinen und mittleren Theater, wie sie Bernd Neumann vorhat und wie sie für die Fläche dringend notwendig ist, schon in diesem Jahr wirksam wird, weiß ich nicht. Ich hoffe aber sehr, dass es so ist, denn wir brauchen auch Kinos auf dem flachen Land.</p>
<p><strong>promedia: </strong>Wird bei der Constantin der Kinobereich durch rückgängige Eigenproduktionen der Fernsehsender weiter an Bedeutung gewinnen?<br />
<strong>Martin Moszkowicz: </strong>Wir stehen auf mehreren Beinen, aber weder der Kinofilm- noch der Fernsehfilmbereich sind wichtiger als der andere. Es sind gleichberechtigte Teile nach Umsatz und Erträgen. Der Anteil der Kinofilme an Umsatz und Gewinnmarge ist etwas kleiner, aber es ist etwa 50/50. Die Constantin-Film kann heute nur existieren, weil wir alles anbieten. Wir könnten weder als alleiniges Verleihunternehmen im Kinobereich, noch als Produktionsunternehmen allein für den Kino- oder Fernsehbereich tätig sein. Die Stärke des Geschäftsmodells der Constantin – weshalb es von Wettbewerbern so gern kopiert wird – besteht darin, die gesamte Kette abzudecken: deutsches und internationales Kino, deutsche und internationale Fernsehproduktionen, deutsche und internationale Verwertung, Volumenfernsehen und Entertainment &#8211; Produktionen. Dieser Mix schützt uns vor Markteinbrüchen, wie etwa jetzt durch die privaten Fernsehveranstalter, da wir ein starkes Kinojahr verzeichnen konnten.</p>
<p><strong>promedia:</strong> Aber die Situation der Fernsehsender wird sich auf Jahre nicht verbessern. Die Sender leben doch anscheinend hervorragend mit Billigproduktionen und Wiederholungen&#8230;<br />
<strong>Martin Moszkowicz:</strong> Leben sie wirklich so erfolgreich? Die Qualität des Fernsehprogramms ist ein entscheidender Faktor für den Fernsehkonsum. Nur billige und minderwertige Programme werden immer mehr Zuschauer vergraulen und ins Internet treiben, wohin übrigens auch die Werbekunden abwandern. Ich glaube natürlich daran, dass man diesen Trend abwenden kann, weil die Zuschauer immer gute Unterhaltung sehen werden. Man kann und muss hier mit Qualität und neuen Ideen dagegenhalten. Inzwischen erholt sich der Werbemarkt ein wenig und ich bin optimistisch, dass die Sender wieder mehr Programme in Auftrag geben werden. Das Verhalten der jungen Generation verändert sich aber und die Sender müssen sich darauf einstellen, damit ihr Programm kein Dinosaurierfernsehen wird.</p>
<p><strong>Über</strong> <strong>Martin Moszkowicz</strong></p>
<ul>
<li>Geboren: 1958</li>
<li>Studium bis 1980</li>
<li>Trainee, Production Manager und Line Producer</li>
<li>Ab 1985 Produzent bei der Constantin Film, als produzent wirkte er bei über 40 Kinofilmen und zahlreichen Fernsehproduktionen mit</li>
<li>Von 1996 bis 1999 Geschäftsführer</li>
<li>Seit 2009 Vorstand Film + Fernsehen</li>
</ul>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong> <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.promedia-berlin.de');" href="http://www.promedia-berlin.de/"><strong>promedia</strong></a></p>
<p><strong><a href="http://www.promedia-berlin.de _self"></a></strong></p>
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