Goldmedia-Preis für Medienwirtschaft an Kira Drössler. Formate für Digital Natives: innovatives Entwickeln – Umsetzen – Managen

Goldmedia würdigt mit dem Preis herausragende Abschlussarbeiten mit medienwirtschaftlichen Forschungsthemen. Im Goldmedia-Blog stellen wir unsere Preisträger und ihre Arbeiten in den nächsten Wochen näher vor.

Die Jury lobte die Arbeit von Kira Drössler besonders, weil sie mit einem umfangreichen Methoden-Gerüst zahlreiche anspruchsvolle Fragen innovativer Content-Erstellung beantworten hilft.

Warum dieses Thema und worum geht es?

Kira Drössler: “Wie erreichen wir das junge Publikum mit journalistischen Formaten? Diese Frage stellen sich insbesondere etablierte Medienunternehmen, die sich auf YouTube, Instagram und Co. ihre Position zwischen Influencer_innen mit Millionen-Reichweite erarbeiten müssen. Wenn hochwertige Inhalte allein nicht ausreichen, ist Innovation das relevante Stichwort – und zwar nicht nur Content-seitig, sondern auch in der Formatentwicklung und dem Management. Wie es gelingt, Innovation, Qualität und Reichweite auf diesen Ebenen zu realisieren, zeigt meine Arbeit anhand erfolgreicher Informationsformate des öffentlich-rechtlichen Netzwerkes funk.

Foto: © Christian Klenk

Publikation der Arbeit im Springer VS Verlag

Kiras Masterarbeit “Formate für Digital Natives: innovatives Entwickeln – Umsetzen – Managen” wird in aktualisierter Form vsl. im Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften erscheinen.

Sobald ihre Arbeit verfügbar ist, werden wir an dieser Stelle darauf hinweisen.

Aus dem Abstract der Masterarbeit von Kira Drössler

„Um im crossmedialen Content-Markt bestehen zu können, muss es ständig Nachschub an innovativen und qualitativ hochwertigen Formaten geben“ (Deuerling 2016a: 248) – das gilt besonders für Formate mit junger Zielgruppe, werden Jugendliche und junge Erwachsene doch immer schlechter von traditionellen Medienanbietern erreicht. Durch die Gesellschaft verläuft ein „demographischer Bruch“ (Kramp 2018: 162) hinsichtlich des Informations- und Kommunikationsverhaltens, auf welchem der komplette Formatbetrieb von Inhalt bis Management – ausgehend von einer Rekursivität der Ebenen – ausgerichtet sein sollte. Diese Forschungsarbeit liefert basierend auf empirischer Forschung einen praktischen Ansatz, wie Medienunternehmen journalistische Online-Only-Formate für die junge Zielgruppe innovativ entwickeln, thematisch umsetzen und in ihre organisatorischen Strukturen implementieren können.

Auf Basis aktueller Studien wird dafür zunächst ein Bild der Zielgruppe skizziert: Diese charakterisiert sich vornehmlich durch Heterogenität, gemein ist jedoch die dauervernetzte, sprunghafte und habitualisierte Onlinemediennutzung. Digital Natives wünschen sich transparente und hochwertige Informationsangebote, die innovative Elemente und ihrer Lebenswirklichkeit entsprechende Themen bieten. Mit der Teilung des Forschungsvorhabens in die drei Kerngebiete Entwicklung, Content und Management wird der in der Kommunikationswissenschaft oft geforderten „transdisziplinären Problemorientierung“ (Altmeppen/Karmasin 2003: 4) nachgekommen. Methodisch greift die vorliegende Forschung auf eine Fallstudie der öffentlich-rechtlichen Webvideoformate STRG_F und Y-KOLLEKTIV zurück und trianguliert eine qualitative Analyse sieben semistrukturierter Intensivinterviews mit einer quantitativen Themenanalyse von 280 Formatfolgen sowie einer qualitativen Inhaltsanalyse von acht Videos. Mit diesem multiperspektivischen Vorgehen können die Fragen für die einzelnen Gebiete beantwortet werden. Die Organisation des jungen Formatbetriebs besteht aufgrund des Online-Distributionswegs aus vielen Akteur_innen, die flexibel und mit Eigenverantwortung gemanaged werden sollten. Dabei sollten eine zielgruppenkonforme Besetzung der Stellen im Formatbetrieb, eine gewisse Personalfluktuation und der Wissenstransfer zwischen den Ebenen sichergestellt werden. Bei der Formatentwicklung für die junge Zielgruppe ist die Distribution und darin erfolgende Maßnahmen wie Crosspromotion eine zentrale Phase, die Ausspielung sollte iterativ zur weiteren Zielgruppeneinbindung erfolgen. Aufgrund der Abhängigkeit von Drittplattformen gilt es, so viel nötig auf die Plattformlogik einzugehen und gleichzeitig so unabhängig wie möglich zu bleiben. Der Content kann durch die Integration Sozialer Medien in die Dramaturgie, humoristische Elemente und Autoreferenzialität innovative Momente erzeugen. Transparenz kann durch eine Prozesshaftigkeit, Ideengenerierungen innerhalb des Beitrags und Rolle des Reporters als authentische Person mit Unsicherheiten und Misserfolgen hergestellt werden.

Im Abstract verwendete Quellen:
Altmeppen, Klaus-Dieter/Karmasin, Matthias (2003): Medien und Ökonomie. Grundlagen der
Medienökonomie: Kommunikations- und Medienwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft. Wiesbaden: Springer VS.
Deuerling, Tanja (2016a): Innovationsmanagement für neues Fernsehen. Entwicklung von
Bewegtbildformaten in Abhängigkeit vom Innovationsgrad. Wiesbaden: Springer VS.
Kramp, Leif (2018): Was junge Menschen von Nachrichtenmedien erwarten. Das journalistische Ringen um die Gunst von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. In Nieland, Jörg-Uwe/Haarkötter, Hektor (Hrsg.): Nachrichten und Aufklärung.
Wiesbaden: Springer Fachmedien, S. 153–186.

Kontakt Kira Drössler

Informationen zum Goldmedia-Preis

Goldmedia-Preis für innovative Abschlussarbeiten im Bereich Medienwirtschaft – Informationen www.Goldmedia.com/preis

Bewerben konnten sich alle Absolventinnen und Absolventen, die im Jahr 2020 oder im Vorjahr ihren Abschluss erreicht haben. Die Ausschreibung war offen für deutsch- und englischsprachige Arbeiten aus unterschiedlichen Fachrichtungen (u.a. Publizistik, Kommunikationswissenschaft, Medienwirtschaft, Medienmanagement, Medienrecht, BWL, VWL, Informationswissenschaft, Medieninformatik). Einsendeschluss war der 30. September 2020. Der Preis ist mit insgesamt 1.500,00 Euro dotiert und wurde in diesem Jahr auf drei Preisträger*innen gleichmäßig verteilt. Aufgrund der Vielzahl und des hohen Niveaus der eingereichten Abschlussarbeiten wurden weitere 5 Arbeiten mit einer Urkunde gewürdigt. Alle Informationen: www.goldmedia.com/preis-2020

Unsere drei Preisträger erhielten neben dem Preisgeld zusätzlich ein kostenfreies Online-Ticket für den Medien- und Innovationskongress Media Tasting 2021, der am 29. Juni 2021 stattfindet. https://mediatasting.com/

Ausschreibung Goldmedia-Preis 2021

Auch 2021 schreibt Goldmedia den Preis neu aus: Alle Informationen und Ausschreibungsunterlagen: www.goldmedia.com/preis

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