Trendmonitor 2020. Twitch entwickelt sich zum YouTube-Challenger

Twitch öffnet sich derzeit thematisch, um weitere Nutzergruppen anzuziehen. Die Plattform wirbt daher um Streamer für zahlreiche weitere Kategorien wie Kunst, Food, Musik, Sport oder Wissenschaft & Technik. Schon jetzt erzielt die Twitch-Kategorie „Just Chatting“ – also reine Wort-Livestreams, in denen es häufig um Themen abseits vom Gaming geht – nach den Games-Highlights „League of Legends“ und „Fortnite“ die drittstärkste Sehdauer.

Ihre eindrucksvollen Reichweiten erzielt die Plattform vor allem bei jungen Zielgruppen, die häufig über klassische Medien und lineares Fernsehen kaum mehr erreicht werden. Ein frühzeitiges Engagement auf Twitch – auch von klassischen Medienanbietern – könnte sich also lohnen, um auch hier präsent zu sein. Denn auch in Deutschland wird das Portal immer populärer: Nach einer Goldmedia-Umfrage nutzen bereits 10 Prozent aller Onliner in Deutschland Twitch zumindest gelegentlich (12/2019).

Reichweitenstarke deutsche Channel zählen bis zu 2 Mio. Follower und versammeln mittlerweile bis zu 110.000 Viewer gleichzeitig. Das entspricht bereits dem Niveau einiger bundesweiter TV-Spartensender. Kein Wunder, dass auch die Sponsoring- und Werbeumsätze deutlich anziehen.

Die wirtschaftlichen Ergebnisse können sich sehen lassen: 2014 legte Amazon für die Plattform 970 Mio. US-Dollar auf den Tisch. Das Investment zahlt sich inzwischen mehr als aus: Rund eine halbe Mrd. US-Dollar verdiente Twitch 2018 allein durch Werbung (Quelle: www.businessofapps.com/data/twitch-statistics), hinzu kommen Umsätze durch werbefreie Premium-Abos sowie durch „Cheers“, einer Art digitalem Trinkgeld. Für Amazon Prime-Mitglieder gibt es zudem eine mit zusätzlichen Features ausgestattete Twitch-Version. Ein weiterer Umsatzbringer: Nutzer können auch den Channel eines einzelnen Streamers abonnieren. Die Einnahmen werden dann zwischen dem Streamer und Twitch geteilt. Während YouTube mit seiner Premium-Variante weiterhin Schwierigkeiten bei der Marktpositionierung in Deutschland hat, ist Twitch mit seinen vielfältigen Einnahmequellen bestens für ein weiteres Wachstum gerüstet.

Der Beitrag ist Teil des Trendmonitors 2020 von Goldmedia.

Goldmedia Trendmonitor 2020

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