Goldmedia-Preis für Medienwirtschaft. Auszeichnung für Marcel Proppe und seine Abschlussarbeit: Partikulare Instagram Profile

18.04.2019. Die Bachelorarbeit von Marcel Proppe wurde im Rahmen des Goldmedia Preises für innovative Abschlussarbeiten im Bereich Medienwirtschaft mit einer Auszeichnung gewürdigt. Seine Arbeit „Partikulare Instagram Profile“ stellt sich der Frage, wie bei komplexen Markenarchitekturen und vorhandenen lokalen Unterschieden Parent-Child-Strukturen auf Instagram entwickelt werden können.

Goldmedia hat in diesem Jahr drei erste Preise verliehen und zehn weitere Abschlussarbeiten mit einer Urkunde gewürdigt.

Auszeichnung für Marcel Proppe: Partikulare Instagram Profile – Wie können bei komplexen Markenarchitekturen und vorhandenen lokalen Unterschieden Parent-Child-Strukturen auf Instagram entwickelt werden?
  • Bachelorarbeit, hochschule macromedia

    Marcel Proppe, ausgezeichnet mit dem Goldmedia-Preis für innovative Abschlussarbeiten im Bereich Medienwirtschaft 2018
    Marcel Proppe, ausgezeichnet mit dem Goldmedia-Preis für innovative Abschlussarbeiten im Bereich Medienwirtschaft 2018

 

 

 

 

 

 

 

 

„Soziale Netzwerke der Zukunft sind das Grundgerüst für das erfolgreiche Aufbauen einer alten und neuen Marke“. Marcel Proppe im Kurzinterview

Was waren die Gründe, gerade dieses Thema zu wählen?

Marcel Proppe: Regelmäßige Vergleiche und Statistiken sämtlicher sozialer Netzwerke zeigen zunehmend die Bedeutung des Netzwerks Instagram. Gerade der Umgang mit visuellem Content in den letzten Jahren hat gezeigt, dass die Plattform Facebook bereits wieder ein veraltetes Modell ist, und auch die Zielgruppe ist auf Facebook in den vergangenen Jahren deutlich älter geworden. Der zukünftige Fokus auf Plattformen wie Instagram und Musical.ly (Tik Tok) wird nicht nur durch die visuelle Ausrichtung bestimmt, sondern ebenso durch deutlich höheres Engagement. Durch das regelmäßigere Feedback wurde die Grundlage geschaffen, dass gerade global vertretende Marken nun die Möglichkeit haben, die Markenpräsenz und das Markenimage auf dieselbe Ebene der Konsumentenwahrnehmung zu bringen. Folglich sind die sozialen Netzwerke der Zukunft Grundgerüst für das erfolgreiche Aufbauen einer alten und neuen Marke und gleichzeitig Marktforschungsinstitute, die bedeutende Insights über die realen Zielgruppen liefern und nicht der eigenen Wunschzielgruppe.

Was war die größte Herausforderung bei der Beschäftigung mit dem Thema?

Marcel Proppe: Die größte Herausforderung war es, eine geeignete Methodik zu finden bzw. zu entwickeln, mit der die Sinnhaftigkeit von Parent-Child-Strukturen und damit das Vorhandensein von Synergieeffekten belegt werden konnte. Synergetische Effekte sind sehr komplex und von Umweltbedingungen sowie diversen unterschiedlichen Faktoren abhängig. Eine eindeutige Festlegung auf beispielsweise nur ein oder zwei Kernpunkte, die das gesamte System eines Algorithmus und organisches Wachstum entscheidend beeinflussen, ist daher sehr schwierig.

Was ist das wichtigste/überraschendste Ergebnis Ihrer Arbeit?

Marcel Proppe: Eines der interessantesten Ergebnisse ist zweifelsohne, dass singuläre Marken Accounts ähnlich erfolgreich zu sein scheinen, wie Marken Accounts in einem Parent-Child-Gebilde. Trotzdem es also zu Synergieeffekten kommen kann, haben Marken in einem solchen Gebilde nicht unbedingt einen entscheidenden Vorteil gegenüber singulären Marken Accounts. Hier gilt es nun in zukünftigen Arbeiten herauszufinden, inwieweit singuläre Marken Accounts auf andere Wachstumsmethoden, wie z.B. bezahlte Reichweite oder eventuell sogenannte Ghost Follower zurückgreifen und damit das Markenimage künstlich in die Höhe treiben. In diesem Fall stellt sich die Frage, ob sich Marken nicht selbst schädigen, da der Algorithmus ein solches Vorgehen bestraft und die Nähe zur eigenen Zielgruppe wieder genauso schnell verschwindet, wie sie aufgetaucht ist.

Mehr über den Autor erfahren?

https://www.instagram.com/marczanes/

https://www.marczane.com/

Kurzbeschreibung der Bachelorarbeit „Partikulare Instagram Profile. Wie können bei komplexen Markenarchitekturen und vorhandenen lokalen Unterschieden Parent-Child-Strukturen auf Instagram entwickelt werden?“ (Autor Marcel Proppe)

Das schnelle, unkontrollierte Wachstum von sozialen Netzwerken hat dazu geführt, dass
Marken heute anderen Bedingungen ausgesetzt sind. Um ihre Markenbekanntheit weiterhin aufrechtzuerhalten und zu fördern, wird versucht, mit der Community zu interagieren. Bislang basierte diese Interaktion jedoch eher auf Intuition, weshalb jetzt zunehmend versucht wird, Strategien für eine erfolgreiche Social-Media-Präsenz zu entwickeln.

Facebook hat mit der Einführung der Global Pages bzw. der Parent-Child-
Struktur eine erste Antwort darauf gegeben, wie Marken ihre Präsenz auf den sozialen
Netzwerken aufbauen können. Die Arbeit geht darauf ein und bietet multinationalen
Marken mit komplexen Markenarchitekturen einen Handlungsleitfaden für eine erfolgreiche Markenpräsenz auf Instagram. Mit einer quantitativen Fallstudienforschung wird untersucht, ob es durch komplexe Markenarchitekturen zu Synergieeffekten kommen
kann. Eine daran angeschlossene qualitativ unterstützende Expertenbefragung dient der
Verifikation bzw. Falsifikation der Implikationen aus der quantitativen Analyse.Mit dieser Methodik ist es möglich, die Parent-Child-Struktur zu erfassen und Wenn-Dann-
Beziehungen abzuleiten.

Aus der Untersuchung geht hervor, dass Synergien entstehen können und die Entwicklung einer Parent-Child-Struktur auf Instagram daher nicht nur aus Struktur- und Übersichtlichkeitsgründen von Vorteil wäre. Solange die von Facebook entwickelte Strategie jedoch nicht auf Instagram eingeführt wird, ist entscheidend, dass sich die lokalen Accounts als Partner verstehen und trotz kultureller Unterschiede eine Gesamtmarke repräsentieren. Die gegenseitige Unterstützung beispielsweise durch
das Reposten von Inhalten spart wertvolle Ressourcen und verbindet gleichzeitig die
lokalen Accounts, auch auf einer globalen Ebene.

Informationen zum Goldmedia-Preis für innovative Abschlussarbeiten im Bereich Medienwirtschaft

Bewerben konnten sich alle Absolventinnen und Absolventen, die im Jahr 2018 oder im Vorjahr ihren Abschluss erreicht haben. Die Ausschreibung war offen für deutsch- und englischsprachige Arbeiten aus unterschiedlichen Fachrichtungen (u.a. Publizistik, Kommunikationswissenschaft, Medienwirtschaft, Medienmanagement, Medienrecht, BWL, VWL, Informationswissenschaft, Medieninformatik). Einsendeschluss war der 30. September 2018. Der Preis ist mit insgesamt 1.500,00 Euro dotiert und wurde in diesem Jahr auf drei Preisträgerinnen und Preisträger zur je 500,00 Euro verteilt. Aufgrund der Vielzahl und des hohen Niveaus der eingereichten Abschlussarbeiten wurden weitere 10 Arbeiten mit einer Urkunde gewürdigt. Alle Informationen: www.goldmedia.com/preis

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