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„Zahlensalat“ im VoD-Markt

17.05.2017. Geht es um die Nutzung von VoD, so kursieren viele verschiedene Werte im Markt. Daran haben auch die großen Pay-VoD-Dienste ihren Anteil, weil sie in der Regel ein großes Geheimnis um Abo-, Nutzungs- oder Abrufzahlen machen.

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Dr. Florian Kerkau, Geschäftsführer Goldmedia

Laut Goldmedia-VoD-Ratings gibt es im Bereich S-VoD (Subscription-based VoD) derzeit in Deutschland rund 17 Mio. Abos, die tatsächlich auch zum Abruf von Videos genutzt werden. (Mai 2015) Was genau bildet diese Zahl ab?

Wir können davon ausgehen, dass Netflix- und Maxdome-Abonnenten in der Regel tatsächlich auch ihr Abo für VoD nutzen, sonst würden sie dafür nicht bezahlen. Bei den Pay-VoD-Diensten von Sky und Amazon sieht das aber ganz anders aus. Diverse Amazon-Prime-Kunden haben den VoD-Dienst Amazon Instant Video zwar im Gepäck, nutzen ihn aber nicht, weil sie eigentlich nur der Premiumversand interessiert. Auch alle Sky-Kunden haben im Prinzip ein Abo für SkyGo, aber nicht alle Sky-Kunden nutzen auch SkyGo. So liegt die Zahl derer, man könnte etwas unscharf sagen – die Zahl der aktiv genutzten Abos –, etwas unter der Zahl der tatsächlich verkauften Abos. Zusätzlich kann eine Person mehr als ein Abo besitzen, was wiederum dazu führt, dass 17 Mio. Abos nicht gleich 17 Mio. Personen bedeutet.

Davon unterscheidet sich die Nutzung der VoD-Plattformen, die höher ist als die Anzahl der verkauften oder genutzten Abonnements. In der Realität werden Zugänge von mehreren Personen genutzt. So ist es nicht unüblich, dass sich mehrere Personen ein „Passwort“ teilen (sog. Password Sharing). Als Beispiel sei da die Studenten-WG genannt, in der sich 4 Personen ein Abo teilen. Wenn sich dann noch zwei der Bewohner in einer Beziehung befinden, sind schnell 6 Personen auf einem Account aktiv. Dazu kommt dann noch, dass sich mehrere Personen gleichzeitig vor einem Screen versammeln, um dort etwas anzusehen (sog. Co-Viewing). Somit ist die Zahl der Personen, die tatsächlich S-VoD-Portale nutzen, deutlich höher.

Um die tatsächliche Nutzung von S-VoD umfassend und korrekt darzustellen, haben wir bei Goldmedia im Rahmen der VoD-Ratings folgende Nutzungsstrukturierung entwickelt:

·         ACCESS (Access to Platform): Personen, die auf eine S-VoD-Plattform zugreifen können

·         SUBSCRIPTIONS: Personen, die tatsächlich für das S-VoD-Abo bezahlen (dabei kann eine Person auch mehre Abos halten)

·         USER: Personen, die Inhalte in einem definierten Zeitintervall nutzen

Wie sich in unserer Analyse der Daten seit Januar 2017 zeigt, ist die Gruppe mit Zugriff auf eine Plattform (ACCESS) am größten, gefolgt von der Gruppe USER und SUBSCRIBER. Die Anzahl der Subscriber, abzüglich der Amazon Prime- und Sky-Kunden, die ihre Abos nicht zum Videoabruf verwenden, beträgt in Deutschland 17 Millionen. Da eine Person auch mehrere Abos besitzen kann, ist die Anzahl der Personen hinter den Abos allerdings etwas geringer.

Dr. Florian Kerkau, Geschäftsführer Goldmedia und Projektleiter VoD-Ratings

Goldmedia ermittelt mit den VoD-Ratings kontinuierlich seit Januar 2017 die Nutzung von S-VoD-Plattformen auf Tagesbasis. Damit steht erstmals ein umfassendes Instrument zur Erfassung des Nutzerverhaltens und der Angebotsanalyse für Deutschland zur Verfügung. Weitere Infos zu den VoD-Ratings

S-VoD-Abos in Deutschland, VoD-Ratings 05/2017. © Goldmedia 2017

S-VoD-Abos in Deutschland, VoD-Ratings 05/2017. © Goldmedia 2017

3 Responses

  1. Netz-TV
    Mai 17, 2017 - 11:25 AM

    17 Millionen? Siebzehn?? Wow. Wenn das die neue deutsche TV-Realität ist, dann habt ihr gerade eine so nicht bekannte Revolution gefunden.

  2. Joachim Ollig
    Mai 18, 2017 - 11:02 AM

    Würde ja bedeuten: 2017 > 17 MIO in DE. sky und amazon obendrauf … Autsch! #neuland #tv-realität

  3. Dr. Florian Kerkau
    Mai 18, 2017 - 11:07 AM

    Nicht ganz richtig, in den 17 Mio. ist Sky und Amazon schon eingerechnet. Nur gibt es zusätzliche Prime-Abos, die nicht für die Videonutzung verwendet werden, die sind hier nicht berücksichtigt.

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