Hoffnung im Mobilfunk: Weitere Kompensation von Umsatzeinbrüchen durch mobile Datendienste

- Dr. Michael Schmid
Bis 2005 war der Mobilfunk eine boomende Branche. Jedes Jahr gab es starke Kunden- und milliardenstarke Umsatzzugewinne. Seitdem aber geht es bergab. Bis 2009 – so die aktuelle Schätzung des VATM – könnte der Mobilfunk gegenüber 2005 um mehr als 16 Prozent einbrechen und 4,5 Mrd. Euro Umsatz verlieren.
Die Ursachen liegen auf der Hand: Mit zunehmender Marktsättigung wachsen die Verdrängungseffekte im Wettbewerb, Preise werden immer weiter reduziert. Goldmedia ermittelte etwa einen Rückgang der durchschnittlichen monatlichen Umsätze von 30 Euro im Jahr 2002 auf kaum mehr als 15 Euro Ende 2009.
Eine Chance auf Ausgleich bieten die Datendienste: ohne SMS/MMS machen diese im Jahr 2009 bereits gut 14 Prozent der Gesamtumsätze aus – Tendenz weiter steigend. Vollständig kompensieren werden die Mobilfunkanbieter ihre Umsatzausfälle damit aber auch im Jahr 2010 nicht.
Die Datenzugänge der Mobilfunkprovider sind aber nur die Basisinfrastruktur für darauf aufbauende und weiterführende Anwendungen. Erst mit zunehmender Verbreitung dieser Infrastruktur wird das ganze Potenzial der mobilen Anwendungen erschließbar sein – Netzwerkeffekte werden durch die zunehmende Nutzung des mobilen Internets wirken. Dafür wird es 2010 weitere Belege geben.
Was möglich ist und in welche Richtung das geht, wird schon heute am Beispiel der sogenannten Apps beim iPhone deutlich: Seit dem Vermarktungsstart des App-Stores im Juli 2008 wurden bis September 2009 bereits mehr als zwei Mrd. Apps heruntergeladen. Eine Schätzung aus dem August 2009 geht davon aus, dass der Apple App-Store Umsätze in Höhe von rund 200 Mio. US-Dollar pro Monat generiert. In Deutschland ist der Axel Springer Verlag mit kostenpflichtigen Apps gerade an den Markt gegangen.
Wachstum wird im Jahr 2010 im Mobilfunkmarkt somit vor allem im Bereich der tatsächlichen mobilen Anwendungen zu beobachten sein. Neue Innovationen bei den Endgeräten, wie bspw. ein in verschiedenen Foren und Presseartikeln heiß diskutiertes Apple touch Netbook, könnten solche Anwendungen und die damit verbundenen Umsätze weiter vorantreiben.
Dr. Michael Schmid, Senior Consultant Goldmedia GmbH Media Consulting & Research
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